The Edge of Breaking

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Bunnymund Jack Frost Pitch
18.07.2015
29.05.2019
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Kapitel 12: I would take a Wisper

Schraub deinen Mut nur bis zum höchsten Grad,
Und es mißlingt uns nicht.
-Shakespeare, Macbeth, I, vii-



Vergangenheit:



Jack durchsuchte die Bücherregale, zog alte Bände mit eingerissenen Ledereinbänden und zerrissenen Seiten heraus. Er flog über lang vergessene Sprachen, die er in seinen Jahrhunderten des Selbststudiums gelernt hatte auf der Suche nach etwas, irgendetwas, das ihm helfen könnte. Die Worte seiner vorigen Unterhaltung mit Pitch zerrten an den Rändern seines leeren Ausdrucks und versuchten in seine Augen zu wandern.



(„Wer war ich, bevor du mich fandest?“



„Du warst niemand.“



„Dann, war ich jemand, bevor ich Jack Frost war?“



„Nein, Jackson. Du warst niemals jemand.“



„Also wer bin ich jetzt?



„Mein.“)



Jack Frost wollte niemand außer sich selbst gehören.



Er  zog ein weiteres Buch aus dem Regal, dieses dünn und der Einband abgegriffen. Seine Hände trugen eine Verzweiflung, die sein Gesicht nicht widerspiegeln wollte, als er sich den Titel ansah. Er erstarrte.



Schutzzauber, las er.



Er öffnete es, die Seiten waren dünn und empfindlich. Er konnte die Schrift fast nicht lesen und was er lesen konnte war komplex. Der Sinn mancher Worte war ihm nicht klar, lagen hinter dem Vokabular, dass er gelernt hatte. Doch auf jeder einzelnen Seite befanden sich Zauber und Rituale des Schutzes. Wenn er etwas finden würde, das spürte er in seinem Bauch, dann war es auf diesen Seiten.



Jack wählte ein bestimmtes Regal, kniete sich davor und schob es zwischen zwei Bücher, die so breit waren wie seine Hand. Er würde es dort erst mal verstecken und es studieren wenn Pitch auf einem seiner Ausflüge war.



Es war nicht viel, aber es war ein Anfang. Und das war alles was er brauchte, um einen Plan zu formulieren.



Gegenwart:



Jack schlief wieder in den Bäumen.



Aster sah zu dem Jungen auf, ein Fuß hing von dem Ast herunter, und seufzte. Er sollte Jack wirklich deutlicher zeigen, dass er auf dem Sofa schlafen durfte, wenn er wollte. Gerade einmal einen Tag im Bau und der andere war wieder sehr darauf bedacht keine Bürde zu sein. Übertrieben höflich, leer und viel zu leise.



Doch er würde das ändern. Er würde nicht Wochen warten, bis sich etwas änderte oder bis Jack auf ihn zukommen würde. Bunny war ein Macher und er würde zuschlagen während das Eisen noch heiß war.



Die Sonne ging im Bau  auf und Bunny hatte Frühstück gemacht.



„Jack?“ Er klopfte gegen den Stamm des Baumes mit seinem Fuß, die Kraft hinter der Bewegung ließ den Baum leicht erzittern. Ein paar einzelne Blätter erzitterten und gaben auf, sanken langsam zu Boden. „Hey, wach auf, ich hab was für uns gemacht.“



Jack rollte sich auf seine Seite und öffnete seine Augen verschlafen. „Bunnymund?“



Aster hielt einen bedeckten Korb hoch. „Frühstück, Jack. Hast du Hunger?“



Jack blinzelte ein paar Mal und ließ sich im nächsten Moment vom Ast fallen. Er sank langsam zu Boden, den Stab in der Hand, wie eines der Blätter. Er berührte neben Aster den Boden und verschränkte die Arme vor der Brust. Es war für Bunny eine ziemliche Überraschung gewesen, als Tooth ihm erzählt hatte, dass Jack fliegen konnte und diese kleine Demonstration hatte ihn kurz sprachlos gemacht. „Das hättest du nicht machen müssen“, sagte Jack.



„Ach sei still, Jack.“ Aster ging in die Knie und machte einen Sprung weg, den Korb fest in den Armen. „Komm schon, wir essen drüben beim Fluss.“



Jack folgte und nur kurze Zeit später saßen sie auf einem Stein neben dem Farbenfluss, der Boden neben ihnen war in verschiedene Farben gehüllt. Jack akzeptierte das Sandwich, das ihm angeboten wurde. Er biss hinein und erstarrte einen Moment, als es schwerer zu kauen war, als er erwartete hatte.



„Was-“, fing er an, das Sandwich klebte an seinem Gaumen und dämpfte seine Worte. Es war dick, aber auf eine Art süß, wie er sie nie mit Zucker verbinden würde, und es erinnerte ihn an Nuss. Er kaute etwas mehr und als er schluckte, betrachtete er die braune Substanz nachdenklich.



Aster gluckste über Jacks Probleme. „Das ist Erdnussbutter“, erklärte er. „Magst du es?“



„Erdnussbutter?“ Jack überlegte für einen Moment. „Sie ist gut. Aber dick.“





„Mmhmm.“ Bunny zeigte kurz auf seins. „Auf meinem ist Marmelade. Ich habe noch andere, die du probieren kannst, wenn du möchtest.“



„Ich mag Marmelade“, bestätigte Jack und das reichte als Antwort aus.



Aster beobachtete Jack, während sie in angenehmer Stille aßen und Apfelsaft aus kleinen Bechern tranken. Er streckte seine Sinne aus, seine Magie und hoffte Hoffnung in Jack zu finden. Er hatte endlich richtig nach ihrer Hilfe gefragt, nicht wahr? Sicher würde nun welche da sein.



Doch dem war nicht so. Da war keine Hoffnung in Jack Frost, der Ort wo sie hätte sein sollen, war immer noch leer und unberührt. Es war, als würde man die Umrisse eines Bildes auf einer staubigen Wand finden, doch hier war nicht einmal ein Nagel in der Wand. Nur Staub und Leere.



„Jack“, fing Aster leise an. „Du willst unsere Hilfe, oder?“



„Ja“, antwortete er ohne zu zögern.



„Und du willst nicht zu Pitch zurück, richtig?“



„Ja.“



„Du willst“, und er erinnerte sich an die anderen Dinge, die Tooth ihm erzählt hatte, die Dinge, das Jack von Pitch  gefunden und von Anfang versteckt worden war und die Muskeln in seinem Kiefer spannten sich an, „frei sein.“ Asters Magie suchten nach dem kleinsten Funken Hoffnung.



„Ja.“



Nichts. Nicht einmal ein Hauch. Jack Frost wollte ohne Hoffnung zu haben.



Aster wandte seinen Blick ab, unsicher wie er antworten sollte. Sie waren beide für einige Zeit still, bis sie aufgegessen hatten. Bunny stellte die leeren Becher zurück in den Korb. „Was wolltest du heute machen, Jack?“



„Ich weiß es nicht“, sagte Jack. Er zögerte, sein Blick wanderte zu Aster, als würde er dort einen Fehler in seiner Entscheidung finden. „Ich wäre nur durch den Bau geflogen.“



Bunny nickte. „Klingt gut.“ Jack entspannte sich sichtbar. „Du hast wirklich Freude daran gefunden, nicht wahr? Am fliegen, meine ich.“



„Es fühlt sich richtig an“, stimmte Jack leise zu und drückte seinen Stab an sich.



Bunnys Aufmerksamkeit verlagerte sich darauf und Neugier kam in ihm auf. „Warum benutzt du ihn nicht?“



Jack zuckte zusammen. „Meinen Stab?“



„Ja.“ Aster zeigte darauf. „Du kannst ihn benutzten, um es schneien zu lassen, oder?“



Jack brauchte einen Moment, um zu antworten. „Ja, kann ich“, gab er schließlich zu.



„Warum machst du das nicht.“



Jack hielt seinen Kopf gesenkt, als würde er versuchen sich noch kleiner zu machen. Er starrte auf den Boden und seine Finger wickelten sich fest um den Stab. „Nein. Nie wieder.“



Von den Worten überrascht, legte Bunny seine Ohren an. Seine Barthaare zuckten, als er Jacks Körpersprache las, die Angst, die wie Text auf seine Schultern geschrieben stand.



„Hast du“, fing er an, „Angst davor.“



Der erschrockene Blick, den er Aster aus dem Augenwinkel gab war Antwort genug.



„Warum?“ Es war nur ein Wort, doch die plötzliche Anspannung in der Luft legte sich schwer auf sie.



Jack wollte ihn nicht ansehen. „Das solltest du wissen“, antwortete er. „Du bist derjenige, der festgestellt hat, dass ich ein Mörder bin.“



Bunnys Blick bohrte sich in Jacks Schädel und dann mit einem Tonfall voller Bewunderung und Selbsterkenntnis, dass Jack ihn einfach ansehen musste, sagte er: „Ich habe dich vollkommen falsch eingeschätzt, nicht wahr?“



Jack starrte ihn an. „Ich verstehe nicht.“



Bunny gab einen Ton von sicher, der halb wie ein Glucksen und halb ungläubig klang. Er rieb sich über die Wange und sah Jack in die Augen. „Was ist wirklich im Winter ´68 passiert, Jack?“



Jack wand sich unsicher. „Du weißt was passiert ist. Ich habe zwei Kinder getötet. (Janie und David, murmelte es in Jacks Gedanken, die Namen waren tief in sein Herz gemeißelt, damit er sie niemals vergessen würde.)



„Alles was ich sah, war wie du und Pitch“, stellte Aster fest, „von dem Ort weg gingen. Und weil es Pitch war und da ein Blizzard war und ich dich nicht kannte, nahm ich etwas an.“ Die Angst, die Jack ins Gesicht geschrieben war, festigte den Gedanken. „Aber ich denke, ich lag falsch.“



„Lagst du nicht.“ Jack kletterte plötzlich an den Rand des Felsens, so weit wie er nur weg konnte ohne tatsächlich zu gehen.“Ich war es. Ich habe sie getötet. Es war meine Schuld.“ Eine von Jacks Händen fand ihren Weg in die Luft und klammerte sich in seinen Haaren fest, während er das Gesicht verzog, als er sich an den Schmerz erinnerte. „Es war alles meine Schuld.“



Bunny kam in kleinen Stücken auf ihn zu. Er sorgte sich, dass Jack jeden Moment abheben könnte. Er würde nie wieder so eine Chance bekommen. Wenn Jack jetzt wegrannte, war er sich nicht sicher, ob der Junge jemals wieder über diesen Vorfall sprechen würde. „Bitte“, bettelte er, „sag mir was geschehen ist.“



Jack sah Aster an, als ob dessen Worte sich in seine Kehle bohren würden, die Schuld war ihm ins Gesicht geschrieben und seine Augen waren feucht. Er sah verzweifelt aus.



Ein herzzerreißender Ton quälte sich aus Jacks Kehle und Asters Fell stellte sich auf. Schließlich brach es aus ihm heraus. „Ich wollte doch nur nach draußen.“



Und mit diesem Geständnis purzelten die Worte einfach so heraus. Als er endlich fertig war, war sein Hals rau und seine Stimme heiser durch die Tränen und die Aufregung und Aster beobachtete ihn mit ruhigem Horror.



„Ich wollte ihnen nie weh tun“, schloss Jack endlich ab, seine Stimme zitterte. „Und es tut mir so unendlich leid, dass ich sie nicht retten konnte. Ich habe es versucht, ich habe es. Ich wollte nicht, dass sie sterben.“



Jack vergrub sein Gesicht zwischen den Knien und legte seine Arme darum. Die Kapuze seines Hoodies hatte er über den Kopf gezogen. Durch das Zittern seiner Schultern wusste Aster, dass Jack weinte.



„Jack.“ Er bewegte sich vorsichtig an Jacks Seite und legte eine Hand auf dessen Rücken. „Jack.“



Jack hob seinen Kopf, seine Augen waren rot und geschwollen und sein Gesicht voller Tränen. „Was?“



Vor acht Monaten hätte Aster nicht geglaubt, dass Jack Frost die Emotionen, die er nun zeigte, überhaupt hatte. Natürlich hätte er vor acht Monaten auch nicht geglaubt, dass er Jack Frost eines Tages für unschuldig halten würde.



„Es war ein Unfall“, beruhigte Bunny ihn. „Wenn jemand Schuld hat, dann ist das Pitch, weil er dich dazu gezwungen hat diesen Sturm aufzubauen und dann einfach nur daneben stand ohne einzugreifen.“ Er bewegte seine Hände so, dass sie auf Jacks Schultern lagen, dann drehte er den Jungen, bis sie sich gegenüber saßen. Er ging sicher, dass er Jacks ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, bevor er sagte: „Es war nicht deine Schuld.“



Im nächsten Moment hatte er seine Arme mit Jack Frost voll.



Aster war für einen Moment überfordert, unsicher. Dann legte er seine Arme um Jacks Rücken, nur locker, damit Jack sollte er Abstand wollen, den auch haben konnte und fuhr mit der Hand auf und ab über Jacks Rücken. Jack drückte sein Gesicht gegen Bunnys Schulter und Aster spürte wie heiße, feuchte Tränen an ihm herab liefen.



Er fragte sich, ob ein Teil von Jack nur darauf gewartet hatte, dass jemand diese Worte sagte.



Schließlich war Jack bereit loszulassen und er wandte sein Gesicht beschämt ab. „Entschuldige. Dein Fell ist jetzt ganz nass.“



Das war wahr, aber Aster störte es nicht. Er strich Jack durch die Haare, überrascht, dass Jack es nicht nur zu ließ, sondern sich sogar in die Berührung lehnte. Das war wohl der stärkste körperliche Kontakt, den jemand mit Jack gehabt hatte, seit er zu ihnen gekommen war. „Kein Problem.“



Jack öffnete für einen Moment seinen Mund, dann lächelte er.



Es war, als hätte jemand Aster die Luft zum Atmen geraubt. Er hatte Jack noch nie so lächeln sehen. Im Vergleich zu dem, was er jetzt sah, war jedes frühere Grinsen nicht mehr als ein kleiner Funke gewesen. Dieses Lächeln war weit, bis zu den Wangen, so sehr, dass sogar seine immer noch feuchten Augen zu gedrückt wurden und seine weißen Zähne waren für die Welt zu sehen.



Wunderschön, dachte Aster. Warum war ihm das noch nie aufgefallen?



„Danke, Bunnymund“, sagte Jack.



Aster erwiderte das Lächeln. Er half Jack hoch und der Junge hob seinen Stab auf, den er fallen gelassen hatte, als er sich an Bunny gedrückt hatte. „Einfach nur Bunny, Jackie.“



Jacks Augen weiteten sich und er drehte seinen Kopf weg. Für einen Moment dachte Aster, er hätte einen Fehler gemacht, doch dann sah er, wie sich Jacks Ohrspitzen leicht rosa färbten. Er hatte ihn nicht verletzt, nur beschämt.



Jack trat einen Schritt weg, bereit mit seinem Stab abzuheben. „Danke, Bunny“, korrigierte er sich.



„Gern geschehen.“ Dann fügte er noch hinzu. „Und wir werden dir helfen. Vertraue uns.“



Jack starrte ihn für einen Moment, der ewig schien, an, dass Gesicht neutral, dann nickte er leicht und lächelte wieder leicht. „Okay.“



Und als er abhob fühlte Aster sich wie festgenagelt. Denn als Jack gegangen war hatte Bunnys Magie es gefühlt. Einen Samen, einen Funken, ein Glühen. Warm und neu und zerbrechlich.



Jack Frost hatte seine Hoffnung gefunden.







Danach war es, als wäre der Damm für Jack gebrochen. Wörter flossen aus seinem Mund schneller als jemals zuvor und er und Bunny verbrachten so viel Zeit miteinander, wie sie getrennt verbrachten. Dies war eine Gesellschaft, wie Jack sie noch nie kennen gelernt hatte und es gefiel ihm.



„Tooth meinte, dass du keine Erinnerungen an die Zeit vor Pitch hast“, erwähnte Bunny eines Tages.



„Habe ich nicht“, bestätigte Jack. „Ich bin auf dem Teich aufgewacht und der Mann im Mond hat mir meinen Namen gesagt und dann hat Pitch mich gefunden. Davor… davor war nichts.“



„Wie hat er dein Vertrauen gewonnen?“, fragte Bunny.



„Er kannte meinen Namen und sagte, dass der Mann im Mond ihn als meinen Beschützer auserwählt hätte.“



Bunny verzog das Gesicht, als hätte er etwas Ekliges im Mund. „Er hat gelogen. Manny und Pitch sind Feinde.“



Jack nickte und akzeptierte die Wahrheit, die er schon lange vermutet hatte. „Er hat über viele Dinge gelogen.“



Manche Tage verbrachten sie in Stille. Sie saßen nebeneinander und strickten oder Jack lauschte Bunnys Geschichten. Zu Bunnys Überraschung erzählte Jack auch seine eigenen Geschichten.



„Ich hatte mal einen Vogel“, teilte Jack ihm mit, Sehnsucht war in seiner Stimme zu hören. „Ich hatte ihn Hop genannt.“



„Was ist mit ihm passiert?“



Jack sagte nichts, doch die Stille war Antwort genug.



Bunny machte nur einmal den Fehler ihn wunderschön zu nennen, als Jack neben Bunnys Eierblumen auf einem Stein in der Sonne lag.



„Du bist wunderschön“, rutschte es ihm raus und er schämte sich sofort für seine Worte.



Der Blick, den Jack ihm schenkte war leer und tot. „Nenn mich nicht so.“



Bunny korrigierte sich, sein eigenes Wohlbefinden war nur zweitranging zu seinem Wunsch diesen Blick von Jacks Gesicht zu wischen. „Umwerfend, dann. Oder attraktiv.“



Jacks Wangen färbten sich rot unter einer dünnen Frostschicht und er versteckte sein Gesicht in seinem Hoodie. „Danke.“



Am Ende des Monats sah Jack sich mit einem unerwarteten Problem konfrontiert. Er wollte nicht gehen. Er teilte sein Problem an dem Tag bevor er gehen sollte.



„Ich möchte irgendwie nicht gehen“, sagte er und war dabei nicht in der Lage Bunny in die Augen zu sehen.



Bunny dachte für einen Moment in Stille nach. „Nun, mich würde es nicht stören, also sehe ich keinen Grund, warum du nicht bleiben könntest.“



Jack sah überrascht auf. „Aber – das System-“



„Niemand hat je gesagt, dass es von Dauer sein müsste“, unterbrach Bunny ihn. „Und keiner von uns wird dich zu irgendetwas zwingen. Du kannst bei mir bleiben, wenn du das möchtest, es stört mich nicht. Ich wäre sogar froh“, fügte er hinzu. Seine Nase zuckte leicht, als er das zugab. „Aber es ist deine Entscheidung.“



„Meine Entscheidung“, wiederholte Jack leise. Er lächelte das breite, große Lächeln, das je länger er blieb immer häufiger zu werden schien und das Bunnys Herz Sprünge machen ließ. „Dann möchte ich bitte hier bleiben.“



Bunny zuckte mit den Schultern, als wäre es das natürlichste in der Welt und schenkte ihm sein eigenes Lächeln. „Dann bleibst du hier.“



Als Jack ihn dieses Mal umarmte, war Bunny mehr als bereit dafür.







North legte ein schweres, altes Buch zur Seite und seufzte frustriert. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und strich sich über den Bart. Jemand klopfte an der Tür zu seinem Büro.



„Komm rein!“, rief er und die Tür öffnete sich. Toothiana flatterte herein, ein sanftes Lächeln lag auf ihren Lippen.



„Hey“, sagte sie. „Machst du immer noch Nachforschungen?“



„Ich habe gesucht und gesucht“, fing North an, „aber ich finde einfach nichts. Wenn das Jahr um ist, wird Pitch sicherlich einen Weg finden, um Jack zurück zu bekommen, und nur wenige werden versuchen ihn zu stoppen. Pitch ist nun zu mächtig und seine Macht über Jack als dessen Gemahl ist Jahrhunderte alt und unangefochten, selbst wenn Jack sich nun dagegen ausspricht. Und wir können seine Verbrechen gegen Jack nicht beweisen, da wir nur Jacks Wort haben, ansonsten hätte ich ihn schon längst in das Gefängnis gesperrt, in dem wir damals General Winter untergebracht haben, als dieser wahnsinnig war.“ Er schlug mit der flachen Hand auf seinen Tisch, als Zeichen dafür, wie verzweifelt er inzwischen war. „Ich weiß nicht, was ich tun soll, Toothy.“



„Es muss eine Möglichkeit geben“, drängte sie.



„Wenn es eine gibt, dann sehe ich sie einfach nicht.“ Er runzelte verzweifelt die Stirn.



Tooth flog an seine Seite und legte eine Hand auf seine Schulter, in der Hoffnung ihm Ruhe zu geben, wie es sonst nur eine warme Decke und eine Tasse Kakao konnte. „Hast du Bunnys Nachricht bekommen?“



Er nickte und musste lächeln. „Es ist überraschend, nicht wahr? Das diese Beiden so gut miteinander auskommen.“



Sie brummte zustimmend. Sie saßen für einen Moment in Stille beieinander und dachte getrennt über das Problem nach. Tooth nickte unruhig. „Es muss dich etwas geben, dass mächtiger ist als die Verbindung als Gemahl.“



North blickte nachdenklich in die Luft. „Genaugenommen“, murmelte er, „könnte es da etwas geben.“



Tooth klatschte begeistert die Hände zusammen und lehnte sich näher. Erleichterung machte ihr Lächeln leichter. „Gibt es?“



„Vielleicht“, gab North zu. „Ich muss weitere Nachforschungen anstellen, aber ich habe eine Idee.“



Sie nickte. „Solange wir einen Ansatz haben.“



„Ja“, grinste North, die Laune stieg mit dieser neuen Entwicklung gewaltig. „Haben wir.“
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