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Finger am Abzug

von 1323
GedichtPoesie / P16 / Gen
16.07.2015
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Geliebter Feind der Freiheit, in der gerechten Gnade der Sturmgewehre unserer Söldner findest Du den Balsam für Deine unreine Seele, der Dir wie ein erlösender Gott der Barmherzigkeit das Leben aus dem Körper löchert.

Wenn das gütige, heilige Blei der Offenbarung Dir Deine Schädeldecke aufsprengt, vergeben Dir unsere Idole des Geldes Dein infantiles Streben nach einem selbstbestimmten Leben und Unabhängigkeit auf diesem Planeten.

Wenn die mitfühlenden Tritte gegen Deinen erbleichten Kadaver das stockende, restliche Blut aus Deinen Dich umfassend befreienden Wunden quetscht, so bist Du gesalbt und gesegnet, endlich Deinen Weg nach Deinen eigenen Vorstellungen fortzusetzen.

Mit dem wohlgemeinten Schänden Deiner Weiber und Kinder wollen wir Dir den Abschied erleichtern – und Dir den messianischen Dienst erweisen, Dich vollends auf das Dich erwartende Paradies konzentrieren zu können.

Niemand liebt Dich so sehr wie wir es tun, und niemand ist so sehr auf Deinen Seelenfrieden bedacht wie unsere geliebten Führer. Mögest Du nach dem Empfang dieser seligen Salven in ewige Verzückung verfallen.

Dein Öl, Dein Gas und der Rest Deiner Güter wird uns helfen, auch Deine Freunde, Brüder und Landsmänner auf dem steinigen Weg in ihre Glückseligkeit zu begleiten.

Hail Mammon!
 
 
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