Talking to the stars

von -SaeJin-
GeschichteDrama, Angst / P16
15.07.2015
24.10.2015
8
9.140
3
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
24.07.2015 1.037
 
Annyeong :)

Hier ist das nächste Kapitel und so wie es aktuell aussieht, kommt jede Woche mindestens eines :)
Wenn euch die Story gefällt, dann lasst doch bitte ein Review da (oder wenigstens ein Favoriten Eintrag, das ist ja nun wirklich nicht viel Aufwand :D), damit ich sehen kann, ob sie euch gefällt :D
Kritik (solange sie gut begründet ist) ist auch erwünscht :)
Dann halte ich euch mal nicht länger vom Lesen ab :)

Liebe Grüße,
SaeJin :)

-----------------------------------------

POV Tylee

Ich schob eine Strähne, die sich aus meiner Frisur gelöst hatte, hinter mein Ohr. Nervös trommelte ich mit meinen Fingernägeln auf dem Klemmbrett in meinem Arm und versuchte, mich zusammenzureißen.
Ich hoffte, dass die Reaktion des Nächsten nicht so qualvoll sein würde, wusste aber bereits, dass meine Hoffnung vergebens war.
In meinem Kopf kreisten immer die gleichen Gedanken. Es ist so grausam. Warum machst du da überhaupt mit? Es ist viel zu grausam. Du quälst nicht nur andere Leute, sondern auch dich selbst, das ist einfach nur grausam. Warum bist du so grausam?
Ich mache das für meine Eltern, wenn ich aufhöre, bedeutet das ihren Tod. Nein, du machst es für dich, weil du deine Eltern nicht verlieren willst, das ist egoistisch und grausam! Du bist nicht besser als die grausamen Menschen, wegen denen du das machen musst. Du bist bereits selbst einer von ihnen. Du bist grausam. GRAUSAM.
Meine Gedanken drehten sich immer zu um ein und dasselbe Wort. Ich hörte auf zu versuchen, alles aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wenn man in einem dunklen Raum stand konnte man springen und sich auf den Boden herum rollen, man würde ohne Licht trotzdem nichts sehen. Einen überkam nur langsam die Verzweiflung, dass man nichts an der Situation ändern könnte.
Die Tür öffnete sich, was mein Signal zum Eintreten war. Auch dieses Mal blieb der Krankenhausgeruch nicht aus. Dieser Raum war genau so wie das Krankenzimmer davor eingerichtet, es war ein seltsames Gefühl einzutreten.
Ich hatte die selbe Aufgabe wie davor, was nicht hieß, dass es jetzt leichter war. Während ich mich zum Bett bewegte hatte ich ein extremes deja-vu Gefühl, nur dass ich dieses Mal das Leben eines Anderen zerstören sollte.
Ich fühlte mich ebenfalls in die Situation von vorhin hineinversetzt, als ich mehr in das Gesicht eines kleinen Jungen anstatt in das eines erwachsenen Mannes sah. Kaum vorstellbar, dass er älter als ich war.
Dieses Mal zählte ich beim Warten die Sekunden, die verstrichen. Es waren 326, bis sich die Person vor mir rührte. Er blinzelte verwundert und zuckte zusammen, als er mich sah.
,,Tut mir leid Luhan, ich wollte dich nicht erschrecken. Du bist einem Behandlungszimmer…’’, ich ratterte die Rede herunter, die ich vorbereitet hatte.
Ich beobachtete ihn während ich erklärte und bemerkte, dass er mehr angekabelt war als Xiumin. Außerdem hatte er seine Beatmungsmaske aufgelassen. Ich setzte sie ihm ab und meinte, dass es nicht mehr notwendig sei, sie zu tragen.
Er nickte langsam und schien die übrigen Informationen noch zu verarbeiten. ,,Wo sind die anderen Members? Ich kann mich erinnern, dass ich inoffiziell einen Ausflug mit allen anderen gemacht habe, also wo sind sie? Sind sie auch hier?’’
Ich sah in seine schönen, braunen Augen, die mit Angst gefüllt waren. Jeder andere würde es nicht bemerken, aber ich spürte es bereits. Spürte seine Angst, dass den anderen etwas passiert sein könnte.
,,Die anderen Members werden immer hier bleiben, wohin du auch gehst. Das wird dir niemand nehmen können, egal was passiert.“, flüsterte ich, nahm seine Hand und legte sie auf sein Herz. Er sah mich völlig entgeistert an, mit offenem Mund.
Nach ein paar Sekunden schloss er ihn und auch die Augen. Luhan fragte nicht weiter nach, er hatte verstanden, was ich ihm sagen wollte, wahrscheinlich hatte er es bereits an meiner Körpersprache bemerkt. Oder er wollte nicht fragen, weil er nicht wusste, ob er die Antwort verkraften würde, obwohl er sie unterbewusst doch schon zu wissen schien.
Er rollte sich wie Xiumin zu einer Kugel zusammen und fing bitterlich an zu weinen. Es war eine etwas andere Trauer als die von Xiumin, aber dadurch nicht weniger intensiv. Mein Herz zog sich bei diesem Anblick zusammen und ich tat mein Bestes, Luhans Gefühle nicht zu spüren; das würde mich komplett fertig machen.
Er hatte einen Nervenzusammenbruch und ich wusste nur zu gut, dass es kein schönes Gefühl war, wenn die heile Welt um einen herum ohne Vorwarnung zersplitterte.
Ich wollte etwas sagen, aber meiner Intuition nach würde er es gar nicht mitbekommen. In seinem aktuellen Zustand war er praktisch nicht zu gebrauchen.
Ich verließ das Zimmer mit den Tränen kämpfend. Ich hasste mich selbst dafür das zu tun, aber noch viel mehr hasste ich die Personen, wegen denen ich es überhaupt machen musste.
Die Tür schloss sich hinter mir. Mit Sicherheit würde der Doktor einen Arzt zu ihm ins Zimmer schicken, um seinen Zustand zu überprüfen. Er sah wirklich nicht gut aus. Es sah so aus, als hätte ihn der Unfall mehr getroffen als den anderen.
Ich überlegte, was passieren würde, wenn ich mich weigerte weiter zu machen. Sie würden sicher einen Ersatz finden und weitermachen, außerdem wären meine Eltern dann verloren.
Noch dazu konnte es sein, dass jemand kommen würde, der noch grausamer ist und skrupellos die Worte auf den Tisch knallt. Jemand, der auch keine Probleme damit hat zu lügen. Das würde ich ihnen nicht wünschen. Jeder hat es verdient, die Wahrheit zu wissen.
Ich biss mir auf die Lippe, weil ich wusste, dass selbst ich ihnen die Wahrheit enthalten musste. Wegen dem Doktor. Ich musste strikt seinen Aufforderungen folgen. Dafür hatte ich sie noch nicht angelogen.
Aber ich ließ sie eine Lüge denken, das war auch nicht viel besser. Im Grunde genommen lief es sogar aufs Gleiche hinaus. Auf dem Weg zur nächsten Tür fühlten sich meine Füße bleischwer an. Zwei waren bereits geschafft, zehn hatte ich noch vor mir.
Ich sank innerlich zusammen und hoffte, dass die Reaktionen der anderen weniger krass ausfallen würden, doch tief in mir wusste ich, dass es immer noch schlimmer werden konnte.
Ich richtete meinen Blick auf die nächste Tür, versuchte mich weitgehendst zu wappnen und steuerte auf sie zu…

-----------------------------------------

So... das war auch schon wieder das Kapitel...
Freu mich über Rückmeldungen :)

Liebe Grüße,
SaeJin :)
Review schreiben