Attack on Titan's next topmodel

von Caarelia
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
14.07.2015
02.05.2016
13
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Attack on titan’s next topmodel


Das muss es sein, dachte Eren sich aufgeregt, als vor dem riesigen Gebäude stand. Nervös schluckte er. Das war seine große Chance. Er durfte es nicht vermasseln. Um gar keinen Umständen. Unsicher überprüfte Eren noch mal seinen Look. Er hatte sich ganz einfach ein dunkelblaues Hemd, eine beige Hose und dunkelbraune Schuhe aus seinem Kleiderschrank gekramt und gehofft, dass es stylisch genug für die Modeagentur aussah. Schon seit zwei Jahren war Eren Model und hatte bis jetzt nur kleinere Aufträge und Auftritte gehabt. Jetzt war der entscheidende Moment gekommen. Das könnte sein großer Durchbruch sein.
Noch einmal atmete Eren tief durch und betrat das klobige Glasgebäude. Erschlagen von der Helligkeit, kniff er erst mal die Augen zu und befand sich mitten im Getummel, als er sie wieder öffnete. Überall huschten beschäftigte Leute umher, die entweder telefonierten oder Kleiderständer durch die Gegend schoben.
„Ah, Eren! Hier drüben!“, rief eine schrille weibliche Stimme, die Eren bekannt vorkam. Sofort kam eine Frau mit Brille und braunem Pferdeschwanz auf ihn zu gehüpft, die ihn versuchte zu umarmen.
„Hallo, ich bin Hanji, wir hatten telefoniert“, stellte sie sich mit einem überdimensionalen Lächeln vor, während Eren erst mal versuchte zu fangen.
„J-Ja“, brachte er nur hervor und versuchte die Frau anzulächeln.
„Ich weiß, ziemlich viel los hier, aber keine Sorge. Da wo wir hingehen ist nicht so viel los“, versprach sie ihm und hakte sich bei ihm ein. „Wollen wir?“
Eren nickte nur stumm und ließ sich von der übermotivierten Frau zum Fahrstuhl mitschleifen. Hanji drückte den obersten Knopf und schon schlossen sich die Fahrstuhltüren. Mit großen Augen starrte sie das junge Model an und Eren könnte schwören ihren aufgeregten Atem zu hören.
„Unser Gebäude ist schon ziemlich groß, nicht?“, fragte Hanji und Eren nickte nur mit roten Wangen. „Wir haben hier nicht nur unsere Kreativabteilung, wo sich unsere Designer zusammensetzten. Wir haben auch ein ganzes Stockwerk für die Schneider, die unsere Outfits letztendlich herstellen, diverse Büros für Marketingangelegenheiten, eine Etage für Greenscreens und selbst noch eine alte Fotokammer! Und wir zwei Hübschen fahren jetzt in die oberste Etage, wo wir uns beraten, ein kleines Fotoshoot mit dir machen und wo du schließlich unseren besten Designer kennenlernst.“
Eren schluckte laut. Bis jetzt hatte er höchstens nur für 08/15-Kataloge gemodelt und bei Amateur Walks mitgelaufen. Das alles hier war so groß und unübersichtlich. Alles war so professionell und Eren fühlte sich, als würde er kein bisschen reinpassen.  
„Ich bin schon gespannt was sie zu dir sagen werden“, platzte es aus Hanji heraus und Erens Herz fing an zu rasen. Heute würden viele Leute beim Shooting dabei sein. Leute, die ihn ansehen würden. Erens Herz machte einen Satz, als der Fahrstuhl anhielt und sich die Türen öffneten.
„Da hinten sind sie schon! Huhu, Levi! Erwin!“, rief Hanji und winkt wild mit einer Hand, während sie Eren mit der anderen hinter sich her schleifte. Geradewegs liefen sie auf einen großen blonden und einen kleinen schwarzhaarigen Mann zu.
„Hm?“, machte der kleine schwarzhaarige Mann und sah von der Kamera des blonden Mannes auf.
„Das hier ist er. Das ist Eren“, präsentierte Hanji den erröteten unsicheren Mann neben ihr stolz und Levi durchbohrte ihn mit seinem kühlen Blick. Erens Wangen waren nun tiefrot und er streckte Levi die Hand aus. Flüchtig gab Levi ihm die Hand und ein Kribbeln durchfuhr Erens Körper. Beruhig dich Eren, sagte er sich immer wieder und versuchte nicht in Levis Augen zu versinken. Beschämt wischte Eren sich den Schweiß von der Stirn, als Levi seine Hand losließ. Kritisch legte er seine Stirn in Falten und musterte Eren von oben bis unten. Nachdenklich legte er seine Hand ans Kinn und umkreiste ihn. Eren traute sich kaum Erwin oder Hanji ihn die Augen zu gucken und hoffte, dass dieser Musterungsvorgang endlich vorbei war.
Nun blieb Levi direkt vor ihm stehen und studierte sein Gesicht. Er stellte sich auf die Zehenspitzen und legte seine Hände an Erens Gesicht, wobei dieser befürchtete, dass er jeden Moment in Ohnmacht fallen könnte. Vorsichtig strich Levi Erens Haare etwas beiseite und sah sich sein Gesicht genauer an. Eren versuchte so vorsichtig wie möglich zu atmen und Levi nicht in die Augen zu sehen.
„Die Augenfarbe ist nicht schlecht“, murmelte Levi und Eren zuckte schlagartig zusammen.
„Nicht schlecht? Levi, man versinkt in diesem unerkundeten Ozean! Und sieh dir erst mal seine Bäckchen an!“, schwärmte Hanji und Eren wünschte sich einfach nur im Boden zu versinken.
„Hm“, machte Levi nur leise und gesellte sich wieder zu Hanji und Erwin. „Und du hast ihn wirklich in einem Katalog gefunden?“ Hanji nickte eifrig und Levi warf einen letzten Blick auf Eren.
„Gut, dann versuchen wir’s“, sagte er emotionslos, wobei Hanji vor Glück in die Luft sprang.
***
„H-Hi“, stotterte Eren, als er vor dem großen braunhaarigen Model stand. Gelangweilt schaute der Mann von seinem Handy auf und gab ein genervtes „Hmhm“ von sich.
„Ach, du und Jean lernt euch also gerade kennen, ja?“, fragte Hanji begeistert und klatschte einmal in die Hände. „Also, ihr zwei werdet zusammen posen und zwar dort drüben.“
„Bitte was?“, fragte Jean entsetzt und packte sofort sein Handy weg. „Mit dem Amateur da?“
„Jean, bitte sei nett. Eren ist neu hier, also bitte reiß dich zusammen“, bat Erwin ihn, als er seine Kamera einstellte.
„Nix da. Ich arbeite nicht mit Anfängern, kommt gar nicht in Frage!“, protestierte Jean und verschränkte eingeschnappt die Arme vor der Brust. Plötzlich legte Levi seine Hand auf seine Schulter.
„Es ist nur für heute. Sehe dich als eine Art Vorbild für ihn“, versuchte Levi Jean umzustimmen. Stirnrunzelnd seufzte dieser und zog eine Schnute.
„Na gut…“, murmelte Jean schließlich und bewegte sich zum beleuchteten Set.
„Also gut. Jean, du setzt dich locker auf diesen weißen Block und du Eren, du posierst einfach ein bisschen um ihn herum“, erklärte Erwin und stellte seine Kamera ein. Gelangweilt setzte Jean sich auf den weißen Block und Eren stellte sich neben ihn. Nach seinem zickigen Verhalten, traute Eren sich kaum ihn auf irgendeine Weise anzufassen und dennoch legte er vorsichtig seinen Arm auf Jeans Schulter.
„Alles klar, los geht’s!“, sagte Erwin und gebannt sahen Levi und Hanji zu. Im Sekundentakt schoss Erwin seine Fotos und es fiel Eren schwer immer wieder neue Posen zu erfinden.
„Eren, entspann dein Gesicht. Sei ganz gelassen“, wies Levi ihn kühl an und Eren atmete tief durch. Er hat Recht. Entspann dich. Sie sind gar nicht da. Mach einfach deinen Job und gut ist.
„Beweg dich ein bisschen mehr. Dreh dich zur Seite“, sagte Levi und tuschelte etwas mit Hanji. Eren gab sein Bestes, wobei Jean mit einem Mal aufstand.
„Es tut mir leid, aber mit Amateuren kann ich einfach nicht arbeiten“, beschwerte Jean sich und verließ das Set.
„Da geht unsere kleine Diva“, murmelte Hanji und sah ihm nach. Erens Herz blieb stehen. War es das schon? Hatte er es wirklich so sehr verbockt?
Levi seufzte nur genervt und rieb sich die Augen.
„Wenn er nicht so gut wäre, wäre er schon längst hier raus“, sagte er trocken und sah Erwin mit hoffnungsvollem Blick an.
„Haben wir etwas Brauchbares?“, fragte Levi und Erwin zog schon gleich eine Miene. Tief in Gedanken versunken sah Levi Eren noch an, bevor er sich in sein Büro zurückzog.
„Wir rufen dich an“, versprach Hanji bevor sie ihrem Boss folgte. Erwin schenkte Eren noch ein aufmunterndes Lächeln bevor er ihn ganz alleine am Set ließ. Niedergeschlagen begab er sich zur Umkleide um dich umzuziehen.
„Nein, nein diese Lumpen sind nicht meine“, hörte Eren Jean sagen und just in dem Moment lagen Erens Klamotten auf dem Boden. Mit trockener Kehle nahm er seine Sachen, zog sich um und schlich sich klammheimlich aus der Agentur.
***
„Also ich weiß nicht recht“, zögerte Levi, als er sich die Bilder ansah. Eren wirkte auf fast allen Bildern ziemlich verklemmt und verschlossen und er sah sehr wenig Hoffnung für ihn.
„Aber sieh dir das mal an, das ist doch gut!“, sagte Hanji laut und deutete auf den kleinen Kamerabildschirm.
„Aber das ist nur eins von zwanzig. Er ist nun mal sehr unerfahren und wir haben gerade keine Zeit hier irgendwelche Amateurmodels auszubilden“, meinte Levi und blieb stur bei seiner Meinung. „Ich weiß auch überhaupt nicht was du an ihm findest.“
„Er ist natürlich und nicht aufgesetzt. Man sieht ihm an, dass er ein gutes Herz hat und das siehst du auch. Außerdem ist er ziemlich süß, oder?“, argumentierte Hanji augenbrauenzuckend und Levi seufzte. Fragend sah er Erwin an.
„Wir können es gerne mit ihm probieren. Ich vertraue auf Hanjis Geschmack“, sagte Erwin und Hanji sprang vor Freude in die Luft. Mit großen Kulleraugen sah sie ihren Chef und besten Freund an, bis er schließlich seufzte und nickte. Mit einem lauten „Wuhuu“ umarmte sie ihn stürmisch und Levi hoffte, dass er diese Entscheidung nicht bereute.
***
„Und wie war es in dieser riesen Agentur?“, fragte Armin aufgeregt während Eren sich nur müde auf den Holzstuhl in der Küche fallen ließ.
„Mies. Ich bin ein totaler Anfänger dort. Ich passe da überhaupt nicht rein…“, erzählte Eren niedergeschlagen und rieb sich die Augen. „Das hat mir dieser Jean auch deutlich klar gemacht.“
„Wen soll ich verprügeln?“, fragte Mikasa leicht abwesend und legte das Geschirrhandtuch weg.
„Niemanden“, wehrte Eren müde ab und rieb sich den Nacken. „Passt schon. Ich geh dann mal ins Bett.“
„Vielleicht rufen sie dich noch an, wer weiß“, versuchte Armin seinen besten Freund aufzumuntern. In dem Moment klingelte Erens Handy und er rollte mit den Augen.
„Das könnten sie sein“, vermutete Mikasa und Eren stand auf.
„Ich glaube eher nicht“, sagte er und verließ den Raum. Einige Momente sahen sich Mikasa und Armin fragend an, bis sie Eren aus dem Flur jubeln hörten.
„Das waren sie“, sagte Armin und Mikasa trocknete zufrieden das Geschirr weiter ab. Eren hatte den ersten Schritt für eine größere Karriere getan. Doch was demnächst auf ihn zukommt, sollte nicht gerade einfach werden.
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