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Karamell

OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Gabriel Lightwood Jem Carstairs Will Herondale
14.07.2015
14.07.2015
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Ja, schon klar, ich bin vollkommen irre. Aber diese Idee zu dem Pairing spukte mir irgendwie tagelang im Kopfrum, da musste ich es einfach mal aufschreiben!
Ich hoffe es gefällt euch trotz des schrägen Pairings!

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Gabriel saß im Fechtsaal und dachte nach. Er wusste, dass es sich lächerlich anhörte, aber hier, inmitten von Waffen und grausamen Folterinstrumenten- so mussten es zumindest Leute sehen, die nicht zu den Nephilim gehörten- konnte er am besten nachdenken.
Er wusste noch nicht einmal, was ihn beschäftigte, doch sein Kopf fühlte sich an, als würde er vor Unmengen von Gedanken gleich platzen und so hatte Gabriel sich zurückgezogen, um nachzudenken- auch wenn er nicht wusste, worüber.
Er ließ seinen Gedanken einfach feien Lauf, dachte an Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges. Er dachte wehmütig daran zurück, als er noch ein kleiner Junge gewesen war und gemeinsam mit Gideon trainiert hatte- damals war sein Bruder gerade dreizehn geworden und brachte ihm bei, wie man ein Kurzschwert richtig hielt.
Außerdem dachte er daran, wie er seinen Vater getötet hatte. Dieser Gedanke ließ ihm keine Ruhe. Er wusste, er hatte das Richtige getan, er hatte es tun müssen. Und trotzdem fühlte es sich so falsch an, seinen eigenen Vater umzubringen, so falsch…
Aber besonders dachte er über seine Gefühle nach. Er konnte sie einfach nicht ordnen, sie wirbelten umher wie von einem Strudel ergriffen und Gabriel wusste nicht, was sie zu bedeuten hatten. Noch vor wenigen Tagen hatte er geglaubt, er sei in Will Schwester verliebt- Cecily. Doch das war er nicht. Sie war schön, keine Frage, doch das, was Gabriel für sie empfand, war keine Liebe, das wusste er jetzt.
Er verfluchte sich selbst, als sich zunehmend ein anderes Gesicht in seine Gedanken schlich: James Carstairs. Er konnte selbst nicht glauben, dass er tatsächlich an diesen Mann dachte: Halb tot und abhängig von einer Droge. Doch trotzdem hatte er immer nur sein Gesicht vor Augen: Blass oder von der Anstrengung eines Kampfes gerötet, mit silbernen Haaren, die ihm in Augen und Stirn fielen und Augen, die mal grau, dann weiß und schließlich silbern zu sein schienen. Wunderschöne Augen…
Gabriel schüttelte heftig den Kopf. Was dachte er da? Hatte er gerade ernsthaft gedacht, dass James Carstairs schön war? Das konnte doch nicht sein, oder? Er war schließlich nicht die Art von Mann, die sich zu anderen Männern hingezogen fühlte, doch trotzdem war da dieses Flattern in seiner Brust, wenn er an Jem dachte.
Er ignorierte das Gefühl und ging schließlich aus dem Fechtsaal. Er hatte keine Lust auf weitere verwirrende Gedanken und verließ den dämmerigen Raum, um sich abzulenken. Der Flur war von Elbenlicht beleuchtet, das einen angenehmen Schein erzeugte. Gabriel streifte durch die Gänge des Instituts ohne zu wissen, wohin er wollte. Er wollte nur abgelenkt werden.
Glücklicherweise konnte er schon bald eine Person ausmachen, die ihm vom anderen Ende des Ganges entgegen kam und er hoffte, dass diese Person, wer auch immer es war, ihn ablenken könnte. Seine Hoffnung erlosch, als er Will erkannte. Er trug seine Schattenjägermontur und war wahrscheinlich gerade auf dem Weg zum Fechtsaal, um zu trainieren. Sein schwarzes Haar fiel ihm in die Augen und er setzte eben jene grimmige Miene auf, die er immer aufsetzte, sobald er Gabriel sah.
„Was willst du hier?“, blaffte er Gabriel an und weckte in ihm das Gefühl, Will an die Gurgel springen zu wollen. „Das hier ist jetzt mein zu Hause; ich kann hingehen, wo ich will“, erwiderte er trotz allem ruhig und gefasst. Er wusste aus Erfahrung, dass es bei Will nichts brachte, wütend zu werden. Will musterte ihn argwöhnisch. „Dann geh hin, wo du willst, aber nicht in den Fechtsaal, ich will mit Jem trainieren“, meinte er, machte jedoch keine Anstalten weiter zu gehen.
Bei der Erwähnung von Jems Namen war Gabriel unwillkürlich zusammengezuckt. Er hoffte, dass man seinen Augen nicht ansehen würde, was er gerade im Fechtsaal gedacht hatte… Zu spät. „Was ist los?“ fragte Will gefährlich leise und trat einen Schritt näher. Gabriel versuchte, eine ausdruckslose Miene aufzusetzen, doch er hatte das Gefühl, als könne Will in ihm lesen wie in einem offenen Buch.
Eine Sekunde lang meinte er, Entsetzen über Wills Züge huschen zu sehen, doch dann meinte der Schwarzhaarige nur: „Wehe, du rührst Jem an. Denn ich schwöre dir beim Erzengel, Gabriel Lightwood, wenn du ihm auch nur ein Haar krümmst, werde ich dich umbringen!“ Er sprach leise, doch die Drohung in seiner Stimme war nicht zu überhören. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und ging in Richtung Fechtsaal davon, ohne Gabriel auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen.

Später, als Gabriel sich von dem Schock, den er erlitten hatte, als Will seine wahren Gefühle gesehen hatte, wieder ein wenig erholt hatte und seine Gedanken klarer waren, beschloss er, James Carstairs einfach aus seinem Kopf zu streichen. Nicht, weil er Will fürchtete, nein, er würde es sogar genießen, ihm eins auszuwischen, aber er fürchtete die Reaktion der anderen. Er fürchtete sich vor seinem Bruder aber auch vor allen anderen Bewohnern des Instituts, und er fürchtete sich vor Jems Reaktion, wenn er ihm seine Liebe- denn das war es, was er für ihn empfand, wie er sich eingestehen musste- gestand.
Und so ging er auf sein Zimmer, um vielleicht ein wenig zu lesen oder sich anderweitig abzulenken, aber es half nicht. Er war rastlos und schnell wurde ihm das Zimmer, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, zu klein und ehe er es sich versah, fand er sich wieder in den Gängen des Instituts wieder, wo er vollkommen planlos umherirrte.
Doch es dauerte nicht lange, bis er erneut jemandem begegnete. Die Gestalt war groß gewachsen und schlank und schon bald musste Gabriel halb schockiert, halb hoffnungsvoll feststellen, dass es sich um James Carstairs handelte. Er trug seine Kampfmontur, die ihm, genau wie seine Haare, schweißfeucht am Körper klebte. Anscheinend kam er gerade vom Training mit Will. Das bestätigte sein gerötetes Gesicht, das den Rest seiner Haut noch blasser erscheinen ließ.
Gabriel wollte ihn einfach ignorieren und an ihm vorbeigehen, doch Jem blieb stehen und meinte: „Du wolltest mich sprechen?“ Gabriel war nun ebenfalls stehen geblieben, direkt gegenüber von Jem und fragte vollkommen perplex: „Was?“ „Will meinte, du wolltest mich sprechen“, sagte Jem erneut und Gabriel war sprachlos. Will wollte, dass er mit Jem sprach? Warum? Er meinte doch, er würde ihn umbringen, wenn er seinen Parabatai auch nur anrührte. Hatte er seine Meinung geändert?
Nun, anscheinend, denn jetzt stand Jem vor ihm und wollte mit ihm sprechen, obwohl er behauptete, dass Gabriel ihn sprechen wollte, was jedoch nicht stimmte. Was tun? Gabriel hätte einfach behaupten können, er wollte nicht mit ihm sprechen. Aber das wäre eine glatte Lüge und außerdem eine vertane Chance. Doch trotzdem konnte er doch nicht einfach sagen „Ich liebe dich“. Und mit Worten war er noch nie gut gewesen, weshalb er schon dabei war, sich eine Ausrede zurechtzulegen, um nicht mit Jem reden zu müssen, doch dieser sprach erneut.
„Gabriel?“, fragte er und Gabriel fragte sich, wann sie angefangen hatte, sich zu duzen. Er drehte den Kopf und sah Jem in die Augen und jeglicher Fluchtversuch war vergessen. Er sah nichts anderes als Jem und den besorgten Ausdruck in seinem Gesicht, als der Braunhaarige noch immer schwieg. Was hatte er doch gleich gedacht? Wunderschöne Augen… Jetzt wurde Gabriel darin noch bestätigt. Wie zwei silberne Lichtfunken schwebten Jems Augen vor ihm und musterten ihn besorgt.
Besorgt? Vielleicht würde er ja… Gabriel schüttelte erneut heftig den Kopf, wie im Fechtsaal vorhin. Nein, er durfte nicht mal daran denken
Jem legte ihm eine Hand auf die Schulter und musterte ihn nun nicht mehr besorgt, sondern fragend. Und diese eine kleine Berührung war zu viel für Gabriel. Ein Sturm aus Gefühlen brauste auf ihn ein und in seinem Kopf machte es Klick. Jetzt war es zu spät, er konnte nicht mehr an sich halten, seine Gefühle nicht länger verschleiern…
Mit einer Hand auf der Brust des anderen presste er Jem an die Wand und küsste ihn. Hart und gierig, wie ein Verdurstender, der zum ersten Mal seit langem wieder Wasser auf seinen Lippen spürte. Doch das war besser, dachte Gabriel. Egal wie durstig er war, er würde alles Wasser der Welt für diesen Kuss hergeben. Jems Lippen fühlten sich unter ihm so weich an, so warm. Er versank förmlich in dem Kuss und spürte nicht, wie Jem sich unter ihm versteifte.
Schließlich ließ er von ihm ab, um nach Luft zu schnappen. Er fühlte sich voller Energie, so voller Energie…
Doch dann traf sein Blick Jems und er erstarrte. Er war nicht direkt abweisend, eher verwirrt aber Gabriel erkannte darin nicht die Tiefe seiner Gefühle in diesem Moment. „Ich…“, brachte er stotternd hervor und ließ den Kopf sinken. Er fühlte sich noch immer leicht benommen und hätte nichts lieber getan, als Jem erneut zu küssen, erneut diesem Rausch verfallen zu sein… Doch er konnte nicht.
„Es tut mir leid“, wisperte er und wollte sich gerade umdrehen und gehen, da er der festen Überzeugung war, das Falsche getan zu haben, als Jem antwortete: „Das muss es nicht.“ Verwirrt schaute Gabriel auf. „Muss es nicht?“, fragte er und seine grünen Augen blitzten verwirrt auf. Jem nickte. Als der Silberhaarige weiter nichts sagte, öffnete Gabriel nach einer Weile wieder den Mund: „Also… Aber… Heißt das…?“
Jem legte ihm den Zeigefinger auf die Lippen und sorgte dafür, dass sie kribbelten und Gabriel verstummte. „Warte“, meinte der Silberhaarige. „Ich will es hören.“ Gabriel wusste in der ersten Sekunde nicht, was er meinte, doch dann verstand er. Er holte tief Luft. Wenn er das hier tat, gab es kein Zurück mehr. Aber das wollte er auch gar nicht. Nicht, nach diesem Kuss.
„Ich liebe dich“, flüsterte er. Er hatte es getan. Er hatte Jem seine Liebe gestanden. Er wagte nicht den Kopf zu heben, um den anderen anzusehen, doch dann spürte er, wie zwei blasse Finger sein Kinn anhoben und silberne Augen ihn prüfend musterten.
Und plötzlich pressten sich Lippen auf seine, so weich, so geschmeidig und Gabriel konnte nicht anders, als den Kuss zu erwidern. Jems Lippen schmeckten nach Karamell, nach der Droge, die er einnehmen musste, doch es machte Gabriel nichts aus. Denn es wäre nicht Jem, den er hier küsste, wenn er nicht nach Karamell schmecken würde. Und es wunderte ihn, mit was für einer Inbrunst Jem ihn küsste, mit einer Leidenschaft, die er bisher nicht an ihm entdeckt hatte.
Gabriel nahm das als Bestätigung und er fand es viel besser als die Worte „Ich liebe dich auch.“

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Und? Ich persönlich finde es ein wenig... unrealistisch, sowohl das Pairing (was wohl auch wirklich so ist) als auch die Situation an sich und so, aber ich hoffe, ansonsten ist mir das ganz gut gelungen. Die fetten Logikfehler ignorieren wir jetzt einfach mal ; )
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