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Toruna

von IchBinEs
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / MaleSlash
GermanLetsPlay Maudado OSaft/OrangenSaft Taddl/Meatcake Unge Zombey
13.07.2015
19.11.2017
82
179.435
38
Alle Kapitel
208 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
31.12.2016 1.325
 
956 Kreis nach Jorusaum, 1. Jahr des Erwachens, Feuerimperium, Wald der Flammen

Simon merkte schnell, dass etwas anders war.
Manu sah viel glücklicher aus und Taddl schien ausgeschlafener als sonst. Während die beiden am letzten Abend mehrere Stunden abseits der anderen saßen, musste also etwas passiert sein, das sie verändert hatte.
Fröhlich liefen die beiden hinter ihm her. Während Simons Blick ständig zwischen dem Boden und den Baumwipfeln wechselte, versuchte Manu hinter ihm vergebens die Luft zu manipulieren. Aber im Gegensatz zu den letzten Tagen wirkte es, als hätte er dabei spaß.
Wenn Simon sich umdrehte, sah er die glücklichen Gesichter der beiden. Er war sich ziemlich sicher, was sich zwischen ihnen verändert hatte. Schon seit Wochen hatte er Manus Reaktionen auf Taddl beobachtet und war sich sicher, dass da mehr war, als pure Freundschaft.
Jetzt war es anscheinend so weit gekommen.
Grinsend wechselte Simon seinen Blick und schaute wieder nach oben.
Er wusste, weit konnte es nicht mehr zu Handil sein. Irgendwo im Wald der Flammen sollte der Turm von ihm stehen.
Gut versteckt zwischen den Bäumen, die aus der Asche der Jahrzehnten langen Kriege der Geschichte emporgewachsen sind.
Vielleicht noch einen Tag bis zu ihm. Wahrscheinlich sogar noch weniger. Sollte die Geschichte wirklich stimmen, dann bekämen sie bald vielleicht Antworten.
Durch die hohen Baumkronen kamen nur wenige Lichtstrahlen. Das meiste waren Nadelbäume, es war also trotz des Herbstes nicht lichter geworden.
Trotzdem konnte man immer wieder zwischen den dunkelgrünen Nädeln in den bewölkten Himmel sehen.
Sein Blick schweifte umher.
Auf dem Boden suchte er den Weg zu einem übernatürlichen Wesen, in der Luft suchte er direkt eines. Der Drache musste gefunden werden, das war jedem klar.
Trotzdem. Der Himmel war weit und der Drache war eindeutig schneller. Wenn Cianna weg geflogen sein sollte, wäre es ein Wunder, fänden sie sie wieder.
Aber die Hoffnung bestand, dass sie in der Nähe war.
Immerhin war sie ja, so hörte es sich aus Manus erzählungen zumindest an, irgendwie an ihn gebunden. Das Halsband, das pulsierte wie ihr Herzschlag, das konnte nicht zufällig so sein.
Plötzlich spürte Simon eine Veränderung. Der Boden, über den sie liefen, war anders.
Optisch sah er noch genauso aus, aber irgendetwas hatte sich verändert.
Auch Taddl und Zimbel sahen sich erstaunt um. Sogar Osaft und Maudado schienen eine veränderung bemerkt zu haben. Irgendetwas durchdrang hier also alles, nicht nur die Erde.
„Was ist das?“, fragte Taddl, der ganz genau wusste, dass die anderen auch etwas spürten und dadurch seine Frage nicht genauer stellte.
„Keine Ahnung“, antwortete Zimbel. „Fühlt sich nach einer Art Zauber an.“
„Zauber?“, fragte Osaft. „Das meinst du nicht ernst, oder?“
„Du wirst kein kleiner grüner Frosch, wenn du das meinst, nein“, erwiderte Zimbel, „Zauber können auch einfach alte Mächte sein. Wenn wir Glück haben, ist das Handil. Ihn müsste, wenn er wirklich so ist, wie in der Geschichte beschrieben, ein Zauber umgeben.“
Es erstaunte Simon, dass Manu noch nichts gemerkt zu haben schien. Eigentlich müsste er ja, da dieser Zauber anscheinend alle Elemente durchsetzte, am dollsten die Veränderung spüren. Simon sah ihn an.
Manus Pupillen waren groß geworden und seine Hand zitterte unruhig. Bleich starrte sein Gesicht auf die anderen.
Simon sah sich um. Dann sah er den Schatten, der über sie hinweg fegte. Ein Blick nach oben genügte und er sah, wie die schwarze Schwanzspitze Ciannas über die Bäume hinweg flog.


Manu setzte seine Schritte in die andere Richtung. Er musste weg. Weg von der kleinen, hilflosen Truppe an Jugendlichen.
Sie hielten ihn die ganze Zeit auf. Er hatte einen Drachen. Er beherrschte das Feuer und den Stein und den Geist. Er musste seine Zeit nicht damit verschwenden, die Luft zu erlernen.
Er könnte einfach jetzt zu dem Feuerimperator. Er würde einfach zu Cianna gehen und mit ihr zu ihm fliegen und ihn dann töten.
In seiner Vorstellung war seine Drachendame zu einem riesigen Wesen von 30 Metern länge herangewachsen.
Vor ihm sah er den Drachen.
Den Kopf hoch erhoben überragte sie ihn um mehr als das vierfache. Breitete sie die Flügel aus, erreichte sie eine Spannweite von 20 Metern und mehr.
Stolz sah Manu seinen Drachen an.
Doch als er seine Schritte von den anderen wegbewegte, die sich über irgendeinen belanglosen Zauber unterhielten, merkte er, dass die feinen Linien auf dem Körper des Drachen nicht grün, sondern rot waren. Es war nicht sein Drache. Das hier war der Drache des Imperators. Erstaunt streckte Manu die Hand aus und ging näher an das große Geschöpf heran.
Es öffnete sein Maul und im inneren bahnte sich etwas helles, warmes an die Öffnung.
Aber Manu ging näher. Er war der Toruna, er ließe sich nicht von einem Drachen verbrennen.
Der Drache des Imperators zog seinen Kopf kurz zurück, um dann mit einem fürchterlichen Gebrüll den Feuerstrahl auf Manu zu schicken.
Doch kurz bevor er ihn erreichen konnte, spürte Manu den Schlag auf den Kopf.
Der Drache verschwand, die hitze ebenso.
Er war in dem Wald, Simon sah ihn wieder entsetzt an. „Wohin willst du?“, fragte er und deutete auf den Platz, auf den sie gerade eben noch standen. Er war zwanzig Meter weit entfernt. Auch Zimbel und Taddl, Maudado und Osaft sahen ihn komisch an.
Dann erinnerte sich Manu, was passiert war.
Wütend funkelte er Simon an. Irgendwo über sich spürte er Cianna, die gerade wegflog.
„Du.. ich habe den Drachen des Imperators gesehen, ich hätte ihn reiten können, ich war so kurz davor und wieder störst du mich dabei!“
„Hier war kein Drache, Manu. Glaube mir.“ Simon deutete auf den Waldboden. Überall standen dicht an dicht Bäume, hier wäre gar kein Platz für einen Drachen.
Manu spürte Cianna nicht mehr. Die Leere kehrte in seinem innersten wieder an den gewohnten Platz zurück. „Ich habe ihn gesehen“, beharrte Manu. „Ich weiß, was ich sehe. Ich bin der Toruna, ich habe einen Drachen. Du nicht. Ihr nicht“, sagte er in die Runde. „Ihr behindert mich ständig, wollt mir eure albernen Elemente beibringen, die ich nicht brauchen werde. Ihr wollt, dass ich-“
Er wurde unterbrochen, als eine warme Hand auf seiner Schulter lag.
„Ja, Manu“, sagte Taddl. „Wir sind nicht der Toruna. Aber wir können dir helfen. Du weißt, dass du das nicht bist, der da gerade redet. Irgendetwas ist in dir, was dort nicht sein soll. Höre auf dich, Manu, nicht auf dieses Etwas.“
Irgendwo in ihm drin kämpfen zwei Mächte gegeneinander. Manu spürte, wie die Welt sich zu drehen begann.
Doch als er Taddl sah, als er sah, wie der Junge, den er liebte, mit seinen fast schon traurigen Augen ihn ansah, merkte er auch, dass zumindest für den Augenblick dieser Kampf vorrüber war.
Die Welt hörte auf, sich zu drehen.
Manu spürte eine Veränderung auf dem Boden, auf dem sie sich befanden. „Was ist das?“, fragte er und deutete auf den Boden. „Spürt ihr auch, dass es anders ist?“
Mit gekräuselter Stirn nickte Zimbel. „Wir müssen weiter.“
„Es ist nicht mehr weit“, behauptete Simon, der sicher zu sein schien, dass sie bald ankommen würden.
Nur wenige Stunden später schob Simon sie alle durch einen dichten Busch und sie alle betraten eine Lichtung.
Ein schiefer Turm, gebaut aus groben Stein stand dort. Überall ragten Blätter und Ranken aus den Steinen, er strahlte eine gewisse ruhe aber auch bedrohlichkeit aus.
Und je näher sie dem Turm kamen, desto mehr spürten sie alle den Zauber.
Und in dem Moment, in dem wie aus Geisterhand die große Holztür zu dem Turm aufging, merkte Manu, dass auch in der Luft ein Zauber lag, der ihn durchsetzte.


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Hallo!
Heute mal wieder nicht so lange, dafür sogar im richtigen Zwei-Wochen-Abstand. Glaube ich zumindest ':D
Musste hier aber den Cut setzten. Die unklaren Dinge in diesem Kapitel werden sich in den nächsten Kapitel aufklären, dann wird’s hoffentlich auch wieder länger :D

Danke an LifeIsColourful und Lilith Jakson für eure Reviews :D
Wie immer sehr cool von euch!

Dann wünsche ich euch jetzt noch 'nen guten Rutsch ins neue Jahr!
Tschüss! :D
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