Osteogenesis imperfecta

von Shiv
GeschichteDrama, Romanze / P16
13.07.2015
06.12.2018
19
166633
53
Dieses Kapitel
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A/N: Bitte entschuldigt die wenigen Wellchen im Kapitel, aber ihr wisst ja, Grell und diese Wellchen. xD
Und da ich mir sehr wohl bewusst bin, das es hier Kriege wegen Grells Geschlecht gibt, etc. und ich mich ein wenig weigere eine Person als 'es' zu bezeichnen (wie im englischen Wiki, wo dann auch manchmal 'sie' steht; im deutschen Wiki steht dann wieder 'er'), habe ich mich einfach entschieden den originalen Untertiteln der originalen DVDs, sowie dem offiziellen Artbook und allen bisher erschienenen Mangas zu folgen und ihn erstmal als 'er' bezeichnet und wie gehabt es so gelassen, das er sich manchmal als 'sie' bezeichnet. Freiheit für alle also.



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Leichte Bedrängnis




Für einen Moment herrschte vollkommene Ruhe, nachdem die Worte durch den Raum schallten. Von Ciel hörte man noch im gleichen Atemzug ein leises aber schwerfälliges Seufzen.
„Sebas~chan!“
Eben jener befand sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht einmal im Raum, weswegen Damian schließlich auch sichtlich verwirrt war, als er plötzlich von hinten umarmt wurde.
„Hast du dir die Haare wachsen lassen? Ich habe schon immer gewusst, dass dir das einfach viel besser steht und… Könnte es sein, das du ein wenig kleiner bist, als ich dich in Erinnerung habe?“
In jenem Augenblick wurde der schwarzhaarige Asbury beinahe von Worten ertränkt. Nicht einmal Isaiah wusste in jenem Moment, was sie eigentlich sagen sollte. Selbst für sie war diese Situation doch mehr als suspekt sowie auch andersartig und nicht einschätzbar. Ciel schüttelte einfach nur den Kopf und hielt sich die Stirn.
Wieso hatte er es eigentlich bereits geahnt?
Früher oder später musste es wohl passieren. Wahrscheinlich hätte man die Uhr danach stellen können, dass er von dieser Art des Besuchs natürlich nicht verschont blieb.

Leicht räusperte sich Damian schließlich und versuchte sich aus der Umarmung dieses Mannes zu befreien, dies jedoch, wollte ihm einfach nicht gelingen.
„Verzeihen sie, wenn ich sie enttäusche, aber ich bin nicht Sebastian… Ich bin Damian, Damian Asbury. Hätten sie bitte die Güte mich loszulassen?“, fragte er, wenn auch etwas irritiert.
Immerhin war er solche Situationen wirklich nicht gewöhnt, natürlich war er schon in die ein oder andere unangenehme Situation hereingeraten, doch etwas dergleichen hatte er bisher noch nicht erlebt. Der Griff des Mannes hinter ihm, war ziemlich stark und auch wenn er es nicht zugeben wollte, so fühlte er sich in diesem Moment mehr als nur ein wenig bedrängt. Schließlich wurde er jedoch auch schon losgelassen und zu dem anderen umgedreht. Der Rothaarige, welcher vor ihm stand und sich leicht zu ihm vorgebeugt hatte, war Damian in jenem Moment so nah, dass dieser bereits zu glauben begann, dass er ihn so nicht einmal mustern konnte. Leicht zog er eine Augenbraue hoch, gab dem Schwarzhaarigen in jenem Moment Zeit, ihm für wenige Sekunden in die Augen zu sehen.

Anschließend grinste er ihn jedoch auch schon wieder an, wenn er schließlich auch nur indirekt mit ihm redete.
„Ciel, du hast mir gar nicht gesagt, dass ihr einen neuen Angestellten habt! Dann wäre ich sicher schon früher einmal vorbeigekommen.“, murrte der Rothaarige schon beinahe und wirkte ein wenig beleidigt.
Dies jedoch, bezog sich einzig und allein auf Ciel, Damian hatte eigentlich gar nichts mit dieser ganzen Angelegenheit zu tun. Dem jungen Earl jedoch, schien all dies auch auf eine gewisse Weise vollkommen egal zu sein. Er antwortete nicht einmal darauf, schien sich seinen Teil einfach nur zu denken. Aus diesem Grund hatte er ihm immerhin nicht Bescheid gegeben – aus diesem Grund sagte er ihm nie wegen irgendetwas Bescheid. Eigentlich wollte er diesen Mann auch nicht in seinem Haus haben – nicht einmal in der Nähe, wenn es denn möglich war. Jedoch war dies leider ein wenig schwieriger als gedacht, da sich der Shinigami ohnehin nichts sagen ließ.

Der Asbury wusste in diesem Moment nicht, was er tun sollte, allerdings entschied er sich zunächst für eine sanfte Art, dem Anderen zu zeigen, dass er ihm deutlich zu nah war. Immerhin konnte man diese Begrüßung schon fast als zu aufdringlich benennen. Kurzerhand legte der fünfundzwanzigjährige ihm die Hände an die Schultern und schob den Brillenträger ein Stück von sich und atmete leise auf, dieser Rothaarige war ihm in diesem Moment wirklich viel zu nah.
„Währen sie wohl so freundlich mir ihren Namen zu verraten? Es ist unhöflich Menschen so nahezutreten, ohne sich vorzustellen.“, schnaufte der Diener, während seine Schwester einfach nur fragend dreinblickte.
Man hätte die Fragezeichen über ihrem Kopf schon beinahe sehen können. Doch Damian war noch im gleichen Moment vollkommen bewusst, dass er in dieser Situation wenig zu sagen hatte. Dennoch bedrängte man Menschen nicht – nicht einmal, wenn man sie verwechselte.
„Grell. Du kannst mich Grell nennen. Aber sag mal, wie lang arbeitest du jetzt schon hier? Hätte ich dich schon einmal gesehen, würde ich mich sicher erinnern.“, gab der Rothaarige wieder und legte sich einen Finger an die Lippen.

Das man ihn immer wieder wegschob, war er immerhin bereits gewohnt. Sebastian schien dies immerhin auch mit Vorliebe zu tun, wenn er ihn auch nie so sanft von sich entfernte. An William brauchte er in dieser Hinsicht nicht einmal zu denken, dieser ließ ihn ja nicht einmal soweit an sich herankommen. Wie überfordert der Asbury war, sah man ihm wahrscheinlich an, dennoch lächelte er und strich sich durch sein Haar. Leise seufzte er und dachte nach.
„Noch nicht sonderlich lang.“, nickte der Schwarzhaarige, „Erst seit… Einigen Wochen.“
Damian wurde langsam nervös, so vielen Fragen hatte man ihn bisher noch nicht ausgesetzt. Leicht schluckte er und schloss für einen Moment die Augen, bevor er zu eigenen Worten ansetzte. Er wusste, dass er sich in diesem Moment komisch benahm.
„Grell? Ein… Ein wirklich außergewöhnlicher Name.“, lächelte er schließlich leicht und betrachtete den Anderen, welcher immer noch vor ihm stand.
Grinsend stemmte der Shinigami anschließend auch schon seine Hände in seine Hüfte.
„Du brauchst nicht so nervös zu sein, immer mit der Ruhe.“, lächelte der Rothaarige schließlich und legte dem jungen Mann anschließend auch gleich eine Hand auf die Schulter.

Er selbst hatte immerhin kein Problem mit Körperkontakt – hatte er eigentlich nie. Und so unangenehm konnte es Damian auch gar nicht sein, wenn dieser ihm auch noch Komplimente machen konnte, oder es in seinen Augen zu versuchen schien. Leise räusperte er sich, als er die Hand des Rothaarigen, von seiner Schulter nahm und sie einfach losließ. Immerhin war es doch mehr als nur unhöflich, einen Menschen zu berühren, welchen man gerade einmal einige Minuten kannte. Selbst wenn er sich auch noch nie an diesen Vorsatz gehalten hatte, doch er wirkte ohnehin bereits komisch.
„Ich bin nicht nervös… Ich habe nur noch nie eine so… Kontaktfreudige Persönlichkeit kennenlernen dürfen.“, lächelte er leicht und trat einen kleinen Schritt nach hinten, um wieder ein wenig Abstand zwischen ihnen zu schaffen.
So konnte er ihm wenigstens ein wenig ausweichen, wenn dies auch keineswegs freundlich war, allerdings wollte er nicht mehr Körperkontakt als notwendig. Kurz strich sich der Asbury noch einmal durch sein Haar und zog sich dabei das Haarband heraus, dies ließ ihn leise schnaufen. Somit musste er seine Harre wieder in das Haarband bekommen, ohne das er diese Person aus den Augen ließ, war dies allerdings etwas schwer.

Jedoch hatte er in jenem Moment auch nicht damit gerechnet, dass der Rothaarige sogleich nach seinem Haarband greifen würde, um es vorerst auch nicht mehr zurückzugeben.
„Manchmal bist du anscheinend genauso kalt wie Will~“, begann Grell erneut und steckte sich während dieser Worte schon einmal das Haarband in die Hosentasche.
Jedoch wollte er die Situation anscheinend auch nicht unaufgeklärt lassen.
„Die offenen Haare stehen dir – im Übrigen – wesentlich besser.“, zwinkerte er dem jungen Mann schließlich noch hinzufügend zu.
Isaiah verstand in jenem Moment einfach gar nichts mehr, war nur noch fähig dieses ganze Geschehen stumm zu verfolgen. Hin und wieder wechselten ihre Blicke zwischen Ciel und Grell. Es interessierte sie in jenem Moment wirklich sehr, wer diese Person eigentlich war, doch den jungen Herrn danach zu fragen, wagte sie sich in jenem Moment auch nicht, da dieser anscheinend nicht sonderlich gut auf den Besuch zu sprechen war. Dennoch musste auch sie zugeben, dass sie eine Person wie diese noch nie zuvor gesehen hatte, wenn sie sich auch ein wenig über die Tatsache belustigen konnte, wie er ihren großen Bruder in diesen Sekunden in Verlegenheit brachte. Es war keine Schadenfreude, was sie empfand. Sie amüsierte sich einfach nur ein wenig über das Wortgefecht, welches die beiden austrugen.

Verwirrt blickte Damian den rothaarigen an, hielt ihm allerdings nur wenige Momente später seine Hand entgegen.
„Geben sie bitte mein Haarband zurück, wenn ich kürzere Haare hätte, wäre es mir gleich. Doch hier nicht, bitte.“, forderte er Grell auf und betrachtete ihn mit einem strengen Blick.
Natürlich, er wusste, dass er sich dergleichen nicht leisten konnte, doch hatte der Brillenträger ihm sein Eigentum entwendet. Darauf war der Schwarzhaarige nie gut zu sprechen. Grell jedoch, schien nicht einmal die Anstalten zu machen, dem jungen Mann das Haarband wiederzugeben. Immerhin wollte er nicht, dass der Schwarzhaarige sich mit seiner Schönheit zurückhielt.
„Du machst mich ja ganz verlegen, aber… Nein. Wenn du es haben möchtest, kannst du es dir ja zurückholen.“, grinste der Rothaarige nun und hob schon einmal die Hände.
Isaiah musste sich in diesem Moment wirklich zurückhalten, nicht zu lachen. Für sie war diese ganze Situation beinahe wie ein kleines Schauspiel, das sie beobachten durfte. Ciel jedoch, schien von Sekunde zu Sekunde gereizter auf die Anwesenheit des Shinigami zu reagieren. Wahrscheinlich dauerte es nicht mehr sonderlich lang, bis er ein Machtwort sprach, denn was den Rotschopf anging, war seine Geduld ohnehin nur begrenzt. Jedoch musste der Earl nicht einmal etwas sagen, denn gerade als Damian erneut zu Worten ansetzten wollte, wollte er dem Rothaarigen doch sagen, dass dies nicht so funktionierte, trat auch schon Sebastian ein.

Der Dämon lächelte bedrohlich ruhig, als er den Shinigami betrachtete.
„Herr Sutcliff, würden sie mich wohl nach draußen begleiten? Sie sind hier nicht erwünscht.“, erklang die Stimme des schwarzhaarigen Dämons, welcher scheinbar ebenso begeistert von der Situation war, wie sein junger Herr.
Der Blick des Rothaarigen hellte sich in Sekundenschnelle noch einmal um einige Nuancen auf und er schien augenblicklich Feuer und Flamme zu sein. Natürlich, genauso hatte es der Teufel immerhin auch geplant und sein Plan schien in jenem Moment vollkommen aufzugehen. Der Butler wusste immerhin, wie er mit diesem Rotschopf umgehen musste.
„Aber natürlich, Sebas~chan! Wie könnte ich eine solche Bitte auch abschlagen?“, entgegnete er gleich.
Mit Sicherheit wusste er genau, was der Dämon plante und dennoch ging er mit ihm. Davon würde er sich jedoch sicher nicht abhalten lassen, den abendlichen Ball zu besuchen… Oder weiterhin zu hausieren. Immerhin hatte ihn etwas dergleichen noch nie aufgehalten. Sebastian gab ihm mit einer einladenden Geste zu verstehen, dass er schon einmal das Zimmer verlassen sollte. Dass er den Shinigami mehr oder weniger des Hauses verweisen würde, konnte man ihm wirklich nicht verübeln, immerhin hatte der Earl in der Gegenwart des Brillenträgers einen viel zu kurzen Geduldsfaden. Damian schnaufte und schüttelte leicht den Kopf.
„Könnten sie mir wenigstens noch mein Haarband wiedergeben?“, fragte er.
Sebastian deutete ihm einen Moment zu warten. Er würde sich um diese Angelegenheit kümmern.

Der Rothaarige schüttelte einfach nur den Kopf, war wirklich nicht gewillt, in dieser Hinsicht auch noch nachzugeben.
„Du kannst es dir gerne abholen, aber wenn du die Haare offen trägst, siehst du besser aus.“, flötete der Rotschopf schon beinahe, „Jetzt habe ich aber erst einmal eine Verabredung.~“
Der Asbury strich sich verzweifelt durch sein Haar und verfluchte eben jenes in diesem Moment, hätte er sich doch bereits die Haare schneiden lassen, dann wäre es auch nicht zu dieser Situation gekommen. In jenem Augenblick hoffte er einfach nur, dass der Brillenträger noch einmal zur Vernunft kommen, und ihm sein Haarband wiedergeben würde. Schließlich sah er zu seiner Schwester und lachte leise.
„Eine sehr interessante Persönlichkeit… Auch wenn ich nicht weiß was ich über diese Person denken soll.“, nickte er und betrachtete nach diesen Worten den Earl, welcher scheinbar wieder aufatmen konnte.
„All das war ziemlich überraschend, aber auch ziemlich aufregend.“, bestätigte sie schließlich und nickte noch einmal, bevor sie schließlich zu Ciel blickte und die nächsten Worte dann auch schon an eben jenen richtete, „Kennen sie diese Person schon länger?“
Ciel schüttelte einfach nur den Kopf.
„Kennen ist das falsche Wort.“
Mit diesem einfachen Satz stiftete der junge Herr augenblicklich ein wenig Verwirrung. Mit den fragenden Blicken, welche auf diese Worte folgten, musste er in jenem Moment einfach rechnen, denn genauso folgten sie schließlich auch.
„Dürfte ich fragen… Ob diese Bekanntschaft schon immer so war?“, stellte Damian die Frage, wenn auch wirklich vorsichtig, denn er wollte auch nichts Falsches sagen.

Kurz seufzte Ciel und nickte leicht.
„Diese Bekanntschaft, wenn man sie denn so nennen kann, ist eine der sehr fragwürdigen Sorte. Ich lernte ihn nur zufällig kennen, scheinbar ist er ein Bekannter von Sebastian.“
Bei diesen Worten blickte er doch sehr genervt, denn Grell war wirklich keine Bekanntschaft, auf die er stolz sein wollte. Zudem wollte er in jenem Moment auch nicht unbedingt die Wahrheit sagen. In diesem Fall hätte er die ganze Angelegenheit zwischen dem Shinigami und seiner Tante offenlegen müssen und die beiden Geschwister brauchten – in seinem Sinne – wirklich nicht zu wissen, dass es noch etwas Anderes als Menschen in dieser Stadt gab. Dann hätten sie sich wahrscheinlich nur unnötige Gedanken gemacht und sich möglicherweise – wenn auch ungeplant – in den Weg seiner Arbeit gestellt. Alles unter Verschluss und Kontrolle zu halten, würde an jenem Nachmittag ohnehin schwer. Vor allem, wenn er dann auch noch darauf aufpassen musste, dass gleich zwei Mädchen keinen Verdacht schöpften.
„Also… Er schien ziemlich vertraut mit Sebastian zu sein, schade, dass er schon gehen musste. Ich hätte mich gern ein wenig mit ihm unterhalten.“, meinte Isaiah schließlich.
Sie wusste, dass dem jungen Herrn diese Worte wahrscheinlich nicht gefallen würden, doch dies war ihr weitaus lieber als zu lügen oder irgendetwas zu verheimlichen. Lieber blieb sie ehrlich und natürlich gefiel dem jungen Earl dieses Thema auch ganz und gar nicht, doch er schien sich damit abzufinden, zumindest für diesen Moment.

Leise seufzte der junge Earl, schien in jenem Augenblick nicht von diesem Brillenträger reden zu wollen, doch andererseits wollte er der jungen Asbury auch nicht ihre Antwort verweigern. Abwimmeln lassen, würde sich Grell ohnehin nicht so leicht, das wusste Ciel.
„Ich denke, dass sie diese Möglichkeit mit Sicherheit noch haben werden.“, nickte er schließlich, wenn auch ein wenig genervt.
In jenem Moment betrat Sebastian den Raum erneut und verbeugte sich schließlich leicht.
„Die Lernstunden dürfen auch an einem so schönen Tag nicht ausfallen.“, lächelte der Butler, doch im nächsten Moment hörte man auch schon wieder die Tür des Hauses.
Ein erneutes seufzen entfuhr Ciels Lippen, da dieser eigentlich vorerst davon ausging, dass der Shinigami sich erneut einen Weg in das Anwesen gebahnt haben würde, doch mit dieser Vermutung sollte er schließlich falschliegen. Dennoch schaffte er es wenigstens noch, ein paar Worte herauszubringen, bevor auch die Tür des Speisesaals ein zweites Mal aufschwang.
„Ich denke nicht, dass wir heute noch dazu kommen werden, den Unterricht durchzuführen.“, gab er einfach nur wieder, bevor er auch schon von einer glockenhellen, weiblichen Stimme beinahe unterbrochen wurde.
„Ciel!“
Eine blonde, junge Frau rannte an dem Butler vorbei und umarmte ihren Verlobten augenblicklich. Jedoch löste sie sich auch recht schnell wieder von ihm und ging zu der jungen Asbury, nahm ihre Hände vorsichtig in die ihren und lächelte liebevoll.
„Ich wünschte dir alles, alles Gute! Ciel schrieb mir, dass du heute Geburtstag hast!“, kicherte sie leise.

Lizzy war in dieser Hinsicht wohl unverbesserlich, doch wenigstens verschwieg sie den Ball und somit die Überraschung des Abends. Sebastian musste leicht lächeln und verbeugte sich leicht, dass die junge Blondine bereits so früh zu ihnen stoßen würde, hatte er nicht geplant. Doch auf der anderen Seite kannte man Lizzy auch nicht anders. Wenn es ihr möglich war, erschien sie jedes Mal ein wenig früher als die anderen Gäste, damit sie noch ein wenig Zeit mit ihrem Verlobten verbringen konnte, wenn dieser über sie auch mehr wie eine Schwester, ein enges Familienmitglied dachte. Im ersten Moment musste Isaiah überlegen, doch dann erinnerte sie sich schnell, die blonde Dame schon einmal gesehen zu haben – wenn auch nur mehr als flüchtig.
„Vielen Dank, Lady Elizabeth.“, gab das schwarzhaarige Mädchen gleich wieder.
Wenigstens hatte sie sich ihren Namen durch Sebastians Worte merken können, anderenfalls hätte sie sich mit Sicherheit blamiert. Auch wenn sie sich dennoch fragen musste, warum Ciel ihr denn wegen dem Geburtstag einer Bürgerlichen Bescheid gegeben hatte. Nachfragen wollte sie in jenem Augenblick jedoch auch nicht. Dafür war sie auch zum Teil zu überfordert.
„Bitte, sei nicht so förmlich! Nenn mich Lizzy, das genügt vollkommen.“, kicherte die Kleinere und betrachtete Isaiah.
Sie musste unweigerlich gestehen, dass die junge Asbury ein wunderschönes Kleid trug, welches unheimlich gut an ihr aussah. So konnte sie den Ball an diesem Abend sicherlich genießen. Allerdings löste sie ihre Hände von den Händen der schwarzhaarigen und begann anschließend zu lächeln.
„Ich habe mir etwas wirklich Wunderschönes überlegt, etwas, das nicht jede Frau in London hat und es würde wirklich unglaublich gut zu deinem Kleid passen! Dürfte ich dir das Geschenk geben? Bitte!“

Natürlich sollten die Geschenke erst am Abend überreicht werden, doch Lizzy hatte eine Haarschleife in reinem Weiß gekauft, ohne zu wissen, dass die junge Frau am Tag des Balls ein solches Kleid tragen würde. Diese Haarschleife wollte sie der Asbury wirklich unbedingt überreichen. Damian musste leicht lächeln, dieses Mädchen schien eine wirklich aufgeweckte Persönlichkeit zu sein. Sein erster Eindruck schien sich somit zu bestätigen. Isaiah hingegen, war in jenem Moment einfach nur vollkommen überwältigt und viel zu perplex, um irgendetwas zu sagen. Zum einen war diese junge Frau einfach nur erstaunlich vorsichtig, ohne überhaupt etwas von ihr zu wissen und zum anderen wollte die Blonde sie einfach beschenken, ohne sie überhaupt richtig zu kennen. Die beiden Mädchen hatten sich immerhin bis zu jenem Zeitpunkt nur ein einziges Mal gesehen und dies allein konnte man beim besten Willen noch nicht als wirkliches kennen bezeichnen.

Aus eben jenem Grund konnte die Schwarzhaarige schließlich nichts weiter tun, als kurz zu nicken und sich währenddessen schon einmal ein paar Worte zurechtzulegen, dennoch konnte sie keine finden. In jenem Moment war sie sich nicht einmal sicher, ob es ihr eigentlich zustand, dieses Geschenk anzunehmen. Genau dies war der Grund, warum sie ihren Geburtstag nicht mochte. Sie konnte nicht wirklich damit umgehen, Geschenke zu bekommen, wusste dann nie, ob sie diese denn auch wirklich verdient hatte und war sich nie sicher, ob sie eben jene überhaupt annehmen konnte. Deswegen wollte sie eigentlich auch nicht, dass ihr Bruder darüber sprach. In eben jenem Moment schien es jedoch bereits zu spät zu sein. Demzufolge wussten alle im Anwesen davon und die Möglichkeit, dass sie eben jenen Geburtstag wieder vergessen könnten, war ziemlich gering. Auch wenn das junge Mädchen es nur ungern zugab, sie hoffte es. Zudem war dieses Geschenk mit Gewissheit auch noch teuer und sie wusste noch nicht einmal, wie sie sich eigentlich bedanken sollte. Möglicherweise brauchte sie sich auch gar nicht zu bedanken, dies war ihr vollkommen bewusst und dennoch war es ihr eindeutig lieber. Warum sich dies so verhielt, konnte sie sich selbst nicht erklären, doch vielleicht resultierte dies auch nur aus dem einfachen Grund, dass sie sich dann nicht gänzlich nutzlos fühlte. Aber eventuell ergab sich ja doch noch eine Möglichkeit für sie, sich zu revanchieren, dann, wenn sie den Unterricht annehmen konnte und endlich zu sticken lernte. Jedoch stand all dies noch immer in den Sternen und Isaiah wusste genau, dass sie sich besser nicht darauf versteifen sollte.

Wenn sie ehrlich zu sich selbst sein sollte, dann konnte sie nicht einmal davon ausgehen, dass sie es jemals lernen würde. Vor allem erachtete sie es in der Zeit, welche sie noch zum Leben hatte, nicht als möglich. Immerhin brauchte alles immer ein wenig Zeit und sie war sich schon beinahe sicher, dass sie eben jene Zeit beim besten Willen nicht zur Verfügung hatte. Sagen konnte sie dies jedoch auch nicht. Schließlich konnte sie auch nur wieder beobachten, wie Lizzy sich ihr erneut zuwendete. Diese hatte ihr schließlich auch – schneller als Isaiah überhaupt hätte reagieren können – eine kleine Schachtel in die Hände gedrückt und begann schließlich leicht wissend zu lächeln. Die Blonde war sich sicher, dass dem älteren Mädchen dieses Geschenk gefallen würde, wenn sie auch im ersten Moment ziemlich ratlos schien. Lizzy legte ihre Hände aneinander und betrachtete die junge Frau.
„Bitte, öffne es!“, kicherte sie leise und nickte schnell, um ihre Worte noch einmal zu bestätigen.
Damian musste leicht lächeln. Dieses blonde, aufgeweckte Mädchen schien wirklich eine freundliche Person zu sein und diese Freundlichkeit schien seiner Schwester gut zu tun. Selbst wenn eben jene noch immer ein wenig überfordert wirkte. Übelnehmen konnte man ihr dies jedoch nicht, immerhin hatte sie bei Weitem mit allem gerechnet, nur nicht damit.

Schließlich nickte die Schwarzhaarige aber dennoch und öffnete im Anschluss auch schon das Geschenk. Sie wollte die junge Dame nicht auch noch warten lassen, wenn sie bereits ein Geschenk – extra für sie – gekauft hatte. Kurz darauf hielt Isaiah auch schon das Haarband in der Hand. Es war eine wunderhübsche Schleife, welche einen vollkommenen Kontrast zu ihrer Haarfarbe bildete. In ihren schwarzen Haaren würde die Schleife mit Sicherheit wie reiner, weißer Schnee wirken.
„Vielen… Dank.“, gab sie augenblicklich wieder.
Selbst wenn sie sich in jenem Moment mehr als nur dumm fühlte, konnte sie in diesen Sekunden nicht mit mehr Worten antworten. Sie war einfach nur sprachlos, wusste nicht, was sie sagen sollte und hatte Angst, dass die junge Dame ihre Worte vielleicht falsch gedeutet haben könnte. Auf keinen Fall wollte sie unhöflich sein. Sie wollte sich bedanken, doch sie wusste einfach nicht, wie sie dies machen sollte. In jenem Moment wurde ihr erst bewusst, dass sie wirklich keine Ahnung hatte, wie man sich eigentlich angemessen bedankte.
„Freust… Du dich denn nicht?“, fragte die junge Frau, welche ihre Hände in jenem Augenblick sinken ließ und zu Boden sah.
Sie hatte sich eigentlich darauf gefreut, die junge Asbury einmal Lachen zu sehen. Doch scheinbar hatte sie – in ihrem Sinne – das falsche Geschenk gekauft, welches sie somit ein wenig zu hassen begann. Augenblicklich jedoch, schüttelte die schwarzhaarige den Kopf. Innerlich hatte sie eigentlich schon beinahe eine solche Situation erwartet. Sie war sich immerhin bereits von Beginn an bewusst, dass sie mit Sicherheit irgendwann etwas falsch machen würde und wenn es nun einmal in einer derart unpassenden Situation geschah, konnte sie auch nichts dagegen machen.
„Doch, natürlich. Es ist wunderschön, ich bin es einfach nur nicht gewohnt, Geschenke zu bekommen… Das… Das ist für mich eine unglaublich ungewohnte Situation. Bitte verzeiht, sollte ich unhöflich gewesen sein.“, entschuldigte Isaiah sich sofort.

In jenem Moment konnte sie nicht einmal in Worte fassen, wie sehr sie sich eigentlich für ihre Reaktion schämte, dass sie so starr war. Hätte sie ihre Worte zurücknehmen können, hätte sie es augenblicklich getan, zumal sie das Mädchen, welches ihr in jenem Moment gegenüberstand, auch nicht enttäuschen wollte. Zu jenem Zeitpunkt jedoch, hatte sie das Gefühl genau dies zu tun und dafür konnte sie sich eigentlich nicht genug entschuldigen. Leicht wank die Midford ab und lächelte schließlich auch wieder.
„Wenn dem so ist, dann bin ich beruhigt. Ich dachte die Schleife würde dir nicht gefallen… Doch wenn sie dir gefällt, bin ich glücklich!“
Bei ihren Worten legte sie ihre Hände aneinander und kicherte leicht, legte sogar den Kopf ein wenig schief. Sie schien doch recht schnell ihre gute Laune wiederzufinden. Dies wirkte auf eine gewisse Art und Weise sicherlich sehr fragwürdig, zumindest auf Fremde, doch darüber wollte sich in jenem Moment auch niemand den Kopf zerbrechen. Schnell war die blonde schließlich einen Schritt vorgetreten.
„Darf ich dir das Haarband ins Haar binden? Ich werde auch vorsichtig sein.“, nickte sie schnell.
„Sehr gern, allein würde ich es wahrscheinlich nicht schaffen.“, bestätigte sie die Worte der Blonden somit.
Natürlich, sie wusste, dass sie auch ihren Bruder hätte fragen können, doch sie sah ebenfalls, wie sehr sich die junge Dame darauf freute, diese Arbeit selbst übernehmen zu dürfen. Zudem konnte sie dann auch einmal ihren Bruder entlasten, wenn ihr der Gedanke auch nicht unbedingt gefiel, die Arbeit auf Lizzy abzuwenden, selbst wenn es bei Weitem nichts Anstrengendes und Aufwendiges war.

Für einen Moment klatschte Lizzy in die Hände und kicherte leise. Sie schien darüber wirklich froh zu sein, wenn Isaiah auch noch nicht ganz nachvollziehen konnte, wieso die junge Dame sich allein über etwas Derartiges so sehr freuen konnte. Aber wahrscheinlich lag dies wiederum auch nur daran, dass sie es nur so lang nicht nachvollziehen konnte, wie es bei einer Angelegenheit um sie ging. Dennoch hatte sie in jenem Moment auch kaum Zeit, noch einmal darüber nachzudenken, denn kaum hatte sie den Gedanken begonnen, nahm die Blonde der Schwarzhaarigen auch schon das Haarband aus den Händen und ging einmal um die junge Frau herum. Vorsichtig hob sie die Haare der jungen Frau an, bemerkte dabei, dass ihre Haare wirklich gut gepflegt waren. Selbst wenn die sechzehnjährige dies niemals von sich selbst behaupten wollte, hatte es ihr anscheinend wirklich gutgetan, auch ein wenig des Luxus zu genießen, welchen sie in dem Anwesen hatte. Dennoch machte sie sich in jenem Moment wahrscheinlich schon wieder viel zu viele Gedanken, während Lizzy bereits mit ihrer Arbeit begann. Allein das weiße Band der Schleife wirkte tatsächlich wie Schnee in den schwarzen Haaren der Asbury.
„Du bist wirklich hübsch.“, hauchte die Blondine als sie mit ihrer Arbeit fertig war und nickte.

Damian konnte nur nicken und bestätigte die Worte der jüngeren Frau somit. Seine Schwester wirkte mit der Schleife im Haar wirklich wie eine schwarzhaarige Alice. Dies konnte er nur immer wieder betonen, selbst wenn seine kleine Schwester dies noch immer für viel zu hochgestapelt hielt. Trotzdem sagte sie in der Zwischenzeit bereits nicht mehr sonderlich viel dazu, wusste genau, dass sie in dieser Hinsicht nicht gegen ihren großen Bruder ankam. Er hätte sie in dieser Hinsicht immer wieder überstimmen oder sie wenigstens zum Nachgeben verleiten können. Trotzdem konnte die junge schwarzhaarige Dame sich nach den Worten der Blonden nicht anders helfen, als leicht zu erröten, wenn sie dies eigentlich auch gar nicht wollte. Sie schämte sich jedes einzelne Mal, wenn man ihr Komplimente machte – konnte einfach nicht damit umgehen und bezweifelte inzwischen auch, dass sie es jemals lernen könnte. Wahrscheinlich waren ihr solche Situationen auf ewig zu befremdlich, auch wenn sie dies eigentlich dringlich ändern wollte. So einfach war es jedoch nicht.
„Ich weiß gar nicht mehr, wie ich mich noch bedanken soll.“, kicherte die junge Asbury schließlich leicht verlegen, hielt sich die Hand dabei vor den Mund und erwiderte das Kompliment auch sogleich.
Denn – bei Weitem – sie musste gestehen, dass die Adlige unglaublich eindrucksvoll in diesem weinroten Kleid wirkte, welches sie in jenem Moment trug.

Allerdings wank die Jüngere sofort ab und ging wieder um den Stuhl herum, so dass sie Isaiah betrachten konnte. Dass die Kleinere wirklich eine so unglaublich liebevolle und freundliche Persönlichkeit hatte, machte sie ein wenig sympathischer als sie es für die beiden Geschwister ohnehin bereits war. Leise lachte die Blondine schließlich auf und nahm die Hand der etwas Älteren in die ihre. Sie hatte in jenem Moment sogar schon eine Idee, wie sich die junge Frau bedanken konnte. Allerdings würde sie die Sechszehnjährige auch zu nichts zwingen, was sie nicht auch selbst wollte. Es war immer noch die Entscheidung der jungen Frau.
„Ich weiß etwas, das du tun kannst, um dich zu bedanken! Erzähle mir doch etwas über dich, immerhin kenne ich bisher nur deinen Namen und weiß, dass du aus London stammst, doch mehr weiß ich nicht. Was magst du? Was magst du nicht? Was ist deine Lieblingsfarbe? Solche Dinge würde ich gerne erfahren.“, lachte die Kleinere, welche wirklich glücklich aussah, „Ich möchte, dass wir Freundinnen werden!“

Diese Worte sprach sie so glücklich aus, dass sie keinerlei Widerspruch duldeten. Das die junge Adelige ihre Freundin werden wollte, schien in diesem Moment unglaublich und doch war es wahr. Der Ältere der Asbury-Geschwister konnte darüber einfach nur schmunzeln, immerhin hatte er in diesem Moment doch recht wenig zu sagen. Zumindest in dieser einen Situation. In jenem Moment musste sich seine Schwester doch ein wenig von Fragen überhäuft fühlen, dabei war sich der junge Mann sicher und dennoch war es für sie eine gute Möglichkeit, weitere Kontakte zu knüpfen, aus welchem Grund er sich schließlich auch zurückhielt, noch etwas dazu zu sagen. Diese Angelegenheit wollte er seiner Schwester überlassen, welche schließlich auch leicht nickte. Sie hoffte einfach nur, dass sie unterdessen keine der Fragen der Blonden vergessen hatte, auch wenn es bei Weitem ziemlich viele waren. Leicht legte sie sich schließlich erst einmal den Finger an die Lippen und begann zu überlegen. Wenn sie die junge Adlige auch fragen wollte, ob diese sich vielleicht setzen wolle, wagte sie es nicht, da sie vermutete, dann wieder unhöflich zu wirken und noch einmal wollte sie dies beim besten Willen nicht.
„Ich mag Tiere, weil sie so unglaublich sanft sind, wenn man sie nicht verärgert oder gemein zu ihnen ist. Außerdem finde ich Blumen sehr schön und ich lese sehr gern… Aber ich habe kaum etwas, das ich wirklich nicht mag, außer sehr kaltes Wetter. Vielleicht ist es ein wenig schwierig zu erklären, doch ich muss gestehen, dass ich ein wenig Angst davor haben, zu frieren…“
Leicht senkte sie ihren Blick ab, denn an eben jener Stelle kam sie schließlich auch schon ins Stocken.
Was war noch einmal die letzte Frage?
Hatte die Blonde vielleicht doch ein wenig zu schnell gesprochen?

Egal wie sehr sie versuchte, sich daran zu erinnern, es wollte ihr einfach nicht noch einmal einfallen. Anscheinend hatte sie doch kein so gutes Kurzzeitgedächtnis, wie sie es eigentlich geglaubt hatte. Leicht biss sie sich schließlich auf die Lippe, zeigte schon in jenem Moment Reue für ihr vergessen.
„Ich mag Tiere und Blumen auch!“, lachte die Blonde und nickte auch gleich glücklich.
Sie mochte eigentlich alles, alles was niedlich und rosa war – zumindest alles Materielle. Was Tiere anging, liebte sie einfach alle kleinen Tiere, welche irgendwie niedlich wirken konnten. Vor allem aber mochte sie Hunde und Katzen, diese beiden Tierarten waren ihr die allerliebsten.
„Und deine Lieblingsfarben? Meine sind rosa… Rosa, rot und weiß!“, gab die Adelige ihr schnell wieder, sodass ihr Gespräch nicht abreißen konnte.
Dass sie eine Farbe dabei doppelt benannte, hatte sie geplant. Damit wollte sie nur noch einmal verdeutlichen, wie sehr sie diese Farbe eigentlich mochte. Dennoch befürchtete sie, dass Isaiah kein Interesse an diesem Gespräch mehr haben könnte, würde es in jenem Moment einfach abreißen. Lizzy setzte sich anschließend auch gleich neben die junge Frau. Immerhin musste sie bei ihrem Verlobten sicherlich nicht um Erlaubnis bitten. Eben jener hatte in diesem Moment ohnehin nicht sonderlich viel zu sagen – selbst wenn es sein eigenes Anwesen war, auch Lizzy hatte etwas bei dieser Angelegenheit mitzureden und dass eben jene sich wirklich nicht so einfach überstimmen ließ, war auch Ciel vollkommen bewusst.
„Grün, blau, violett und rot sind in meinen Augen wirklich schöne Farben, aber was das angeht, bin ich nicht wirklich wählerisch. Auch wenn ich gestehen muss, dass mir helle Farben ein wenig mehr zusagen. In dunklen Kleidern habe ich immer das Gefühl, durch meinen hellen Hautton zu blass zu wirken.“, gab Isaiah schließlich wieder.

Dass sie – in ihrem Sinne – einfach nicht richtig Antworten konnte, machte ihr in jenem Moment doch ein wenig zu schaffen. Die junge Dame wurde das Gefühl nicht los, das sie wirken könnte, als würde sie sich einfach nicht sicher sein, was sie eigentlich wollte.
War es in diesem Augenblick wirklich in Ordnung, zu erwähnen, dass sie nicht wählerisch war?
Immerhin sprach sie mit einer Adligen… Doch wahrscheinlich machte sie sich auch einfach nur zu viele Gedanken. Dennoch musste sie in jenem Moment leicht schlucken.
Oder war gar nicht dies das Problem?
Erzählte sie in jenem Moment zu viel?
Die Unsicherheit schien ihr in jenem Augenblick tatsächlich beinahe ins Gesicht geschrieben zu sein. Lizzy kicherte leise, hielt sich dabei die Hand vor den Mund.
„Ich mag helle Farben ebenfalls mehr. Ich denke, ein hellgrünes Kleid würde deine Augen wirklich wundervoll betonen mit einer etwas dunkleren Schleife, würdest du sicherlich wunderschön aussehen!“, hauchte die junge Adelige und schien erst einmal gar nicht zu bemerken, ob Isaiah um einiges Unsicherer wirkte.
Immerhin wollte sie ihr auch nicht zu nahetreten, indem sie die junge Frau darauf ansprach. Lizzy wollte nur etwas mehr über die andere erfahren, das war alles.
„Welche Tiere magst du denn? Ich mag Hundewelpen!“, lächelte Lizzy enthusiastisch, wollte die andere nicht gleich wieder mit ihren Worten überfallen.

Auch Isaiah musste in jenem Augenblick leicht lächeln. Ja, so fiel es ihr tatsächlich ein wenig leichter, auf die Frage zu antworten. Dennoch fragte sie sich, ob die junge Adlige, welche nun neben ihr saß, etwas von ihrer Unsicherheit bemerkt hatte. Innerlich musste sie über diese rhetorischen Gedanken den Kopf schütteln. Wahrscheinlich war sie so offensichtlich verunsichert, dass sie es ohne Zweifel bemerkt haben musste. Jeder weitere Gedanke war somit vollkommen überflüssig und dennoch dachte sie darüber nach. In dieser Hinsicht war wohl selbst ihr Unterbewusstsein ein wenig zu stur, um das sie es einfach lassen konnte. Selbst wenn sie eigentlich tatsächlich nicht darüber nachdenken wollte.
„Kätzchen. Ich mag Kätzchen – Katzen sind generell wundervolle, sanfte und unabhängige Tiere, auch wenn meine Cherish diesem Standard nicht so wirklich zu entsprechen scheint. Sie scheint doch sehr an meinem Bruder und mir zu hängen.“, lächelte die Schwarzhaarige leicht und strich sich schließlich eine Haarsträhne hinter das Ohr.
Natürlich fragte sie sich in jenem Moment auch gleich wieder, was die Katze in jenem Augenblick denn treiben könnte, doch da Sebastian bereits vor einer geraumen Weile den Saal verlassen hatte, war sich die junge Frau sicher, dass sie wenigstens versorgt war. Denn selbst wenn sie Sebastian nicht wirklich traute und ihr seine Nähe doch ein wenig unangenehm war – vor allem wenn er sie einmal zu Bett bringen musste – war sie sich sicher, dass er sich gut um ihre Katze kümmerte. Zumal auch das kleine, graue Tier den Butler zu akzeptieren schien.

Immerhin gab er ihr Streicheleinheiten wenn Isaiah es nicht konnte und fütterte sie zudem auch noch. Einen größeren Luxus könnte es für die Katze mit Sicherheit nicht geben.
„Oh du hast eine Katze? Sie lebt hier im Anwesen?“, fragte sie augenblicklich und kindlich.
Sie schien dieses kleine Wesen unbedingt einmal sehen zu wollen. Das sie somit einmal wieder mit der Tür ins Haus fiel war ihr in diesem Moment nicht bewusst, doch…
Wie sollte es ihr auch bewusst sein?
Sie hatte immerhin gelernt direkt zu sein, in diesem Sinne konnte sie nicht einmal etwas dafür. Lizzy fragte sich in diesem Moment zwar auch, wieso die junge Frau eine Katze im Haushalt ihres Verlobten hatte, doch schien dieser es auch in Ordnung zu finden daher sagte sie nichts dazu.

Kurz nickte Isaiah und sah dann auch schon wieder zu Lizzy herüber. Natürlich musste es für das junge Mädchen doch mehr als komisch wirken, dass die Asbury sich eine Katze halten durfte, doch die Blonde kannte immerhin auch die Umstände noch nicht.
„Ja, aber ich kann sie durch die Allergie des jungen Herrn nur auf meinem Zimmer halten. Im Moment müsste sich Sebastian um sie kümmern. Ihr Name ist Cherish und sie ist noch recht klein. Ich habe sie noch nicht so lang. Vielleicht ist das kleine Wesen inzwischen seit ein paar Monaten bei mir.“, gab sie schließlich wieder.
Das Eis zwischen den beiden Mädchen schien vorerst gebrochen, wenn auch nur bei diesem einen Thema, da sie alles andere doch nur recht scheu handhabte. Bei einem Gespräch über Tiere jedoch, schien sie sich vollkommen in ihrem Element zu befinden – wenn auch nur für die Dauer der Thematik.
„Dann wurde sie sicher ausgesetzt, nicht wahr? Dieses arme, kleine Ding… Aber jetzt hat sie es bei dir sicherlich besser.“, lächelte die junge Midford und kicherte einmal wieder.
Diese junge, aufgeweckte Persönlichkeit konnte es wahrscheinlich wirklich nur einmal geben, dessen war sich Damian schon fast bewusst.
„Aber, wenn du sie gefunden hast, dann war sie am Anfang sicher sehr scheu nicht wahr?“

Für Lizzy war es in diesem Moment wirklich nur wichtig, ein wenig mehr über ihre neugewonnene Freundin zu erfahren. Sie hatte nicht viele echte Freundinnen, was sie leider immer wieder zu gut merkte, doch nun hatte sie die Chance ihre – möglicherweise – neue Freundin und ihren Verlobten zur gleichen Zeit zu sehen. Dies war einfach wundervoll, zumindest für die junge Adelige.
„Eigentlich war sie nicht wirklich scheu, doch das lag wahrscheinlich daran, dass sie schon ziemlich ausgehungert war und in diesem Moment wohl nur an das Überleben dachte. Von meinem Bruder hat sie sich sogar hochheben lassen, damit sie dann etwas essen konnte. Möglicherweise war sie noch nicht sehr lang auf der Straße unterwegs als wir sie fanden.“
Bei diesen Worten musste die Schwarzhaarige beinahe augenblicklich lächeln. So lang lag eben jenes Ereignis immerhin noch nicht zurück und dennoch erinnerte sie sich ziemlich gern an dieses kleine, graue Fellknäul, welches in der Zwischenzeit doch um einiges gewachsen war.
„Wahrscheinlich hatte es sehr viel mit Dankbarkeit zu tun, dass dieses kleine Tier schließlich bei uns geblieben ist. Aber sie hat auch schon ein wenig Ärger gemacht, als sie einmal einfach durch das Anwesen gegeistert ist. Eigentlich wollte ich nicht, dass sie etwas dergleichen macht, nur hatte ich in diesem Moment anscheinend nicht gut genug auf sie aufgepasst.“, lächelte Isaiah und nickte leicht.

In diesem Moment wollte sie sich auch gleich noch einmal bei dem jungen Herrn entschuldigen, wenn auch nur unterbewusst. Doch zu eben jenem Zeitpunkt wusste sie immerhin auch noch nichts von Ciels Allergie. Sowohl der Earl als auch Damian schienen dem Gespräch der beiden jungen Frauen einfach nur zu lauschen. Genauso wie auch Soma und Agni in jenem Moment zuhörten, welche sich in der Zwischenzeit zu ihnen gesellt hatten. Sie wollten das Gespräch aber nicht stören. Der junge Asbury war in diesem Moment einfach nur froh das seine Schwester endlich einmal wie alle anderen Mädchen in ihrem Alter, mit einem Mädchen reden und lachen konnte.
„War sie denn sehr dünn als ihr sie gefunden habt? Wo habt ihr sie gefunden? Sie ist euch weggelaufen, aus Neugier denke ich, nicht wahr?“, fragte Lizzy gleich nach, wenn sie sich auch im gleichen Atemzug daran erinnern musste nicht zu viele Fragen auf einmal zu stellen.
Sie mochte das Gespräch, vor allem aber mochte sie Isaiah. Elizabeth war in diesem Sinne doch ein wenig neugieriger als sie es sich eingestehen wollte, sie stellte immerhin noch immer viel zu viele Fragen hintereinander und achtete nicht darauf, dass die junge Schwarzhaarige mit dem Denken nachkam.

Dennoch störte sie sich in jenem Moment einfach nicht daran. Auch sie hatte immerhin Gefallen an dem Gespräch gefunden. Schließlich nickte Isaiah jedoch erst einmal einfach nur schnell. Die letzte Frage konnte sie somit immerhin schon einmal bestätigen, auch wenn sie ohnehin noch plante, ihr auch eine mündliche Antwort darauf zu geben. Wenn es auch nicht unheimlich schnell ging, so glaubte die Sechzehnjährige wenigstens schon einmal daran, dass sie sich noch daran gewöhnen würde.
„Ich kann nicht genau sagen, ob sie sehr dünn war, da ich das normale Maß nicht wirklich kenne, aber sie war auf jeden Fall sehr leicht, als sie uns zulief. Obwohl dies wahrscheinlich das falsche Wort dafür ist, da ich sie eigentlich nur von unserem Fenster sah und ich sie nur beobachten konnte. Wahrscheinlich hat sie miaut, doch das konnte ich nicht hören. Ich erinnere mich noch, wie mein Bruder mich schließlich tadelte, da ich – um die Katze besser beobachten zu können – aus dem Rollstuhl aufgestanden bin. Aber ja, da sie noch recht jung ist, denke ich, dass sie tatsächlich aus Neugier erkunden ging. Immerhin war es das erste Mal für sie, dass sie eine andere Umgebung sehen durfte und ein Tier kennt sich mit der Manier immerhin auch nicht so gut aus.“, entgegnete sie schließlich.
Isaiah war in jenem Moment wirklich selbst von sich überrascht, wie viel sie doch reden konnte, kam sich dabei beinahe schon wieder selbst unhöflich vor. Ihr war es einfach nur unangenehm, dass sie in jenem Augenblick wie ein Wasserfall reden musste und dies war sie selbst nicht einmal gewohnt. Lachend hielt sich die Adlige die Hand vor den Mund und versuchte sich erst einmal zu beruhigen, doch dies schien in diesem Moment wirklich alles andere als einfach.

Immerhin stellte sie sich gerade eine Katze vor, welche mit einem Hund und einer Maus eine Teegesellschaft abhielt. Der Gedanke daran war wirklich sehr amüsant, wenn auch ein wenig absurd.
„Verzeih, dass ich gerade lache, doch stelle ich mir gerade vor, dass ein Hund, eine Katze und eine Maus zusammen Tee trinken. Dieser Gedanke klingt vielleicht ein wenig absurd, aber irgendwie ist er auch niedlich.“, kicherte Lizzy, immerhin sah man so etwas auch nicht alle Tage und niedlich war dies wirklich.
Ein wenig hätte eben jene Szenerie ebenfalls in ein ganz besonderes Wunderland passen können. Als die blonde sich ein wenig beruhigt hatte, nickte sie schließlich und deutete mit einem leichten nicken auf Isaiah.
„Ich wollte dich eigentlich nicht danach fragen, aber… Wieso sitzt du die ganze Zeit? Wenn du mir nicht antworten willst, musst du das nicht. In Ordnung?“, fragte sie, hatte in diesem Moment einmal eine ernste Miene aufgesetzt, denn immerhin kannte sie den Grund und auch die Geschichte nicht und sie wollte keineswegs unhöflich wirken, wenn sie lächelte oder lachte.
Isaiah selbst wollte eigentlich nicht jedem mit ihrer Krankheit auf die Nerven fallen, doch auf der anderen Seite wollte sie auch jegliche Missverständnisse verhindern, weswegen sie sich schließlich doch dazu entschied, ihr eine Antwort auf die Frage zu geben. Immerhin musste sie das Thema ja nicht vollkommen ausweiten. In diesem Fall genügte es mit Sicherheit, wenn sie es einfach nur anschnitt.
„Es ist schon in Ordnung, ich habe bereits gelernt, wie ich damit umzugehen habe. Ich leide unter einer Krankheit, welche meinen Knochenbau beeinträchtigt. Das bedeutet, dass meine Knochen wirklich sehr spröde sind und bei sehr starken Berührungen brechen könnten. Somit genügt es in manchen Fällen bereits, wenn ich mich etwas fester Stoße. Aus diesem Grund trage ich zurzeit auch einen Gips am Fuß.“, begann sie zu erklären und hoffte, dass Lizzy es verstanden hatte.

Die ganzen Gefahren, welche noch mit dieser Krankheit zusammenhingen, verschwieg sie in eben jenem Augenblick tatsächlich lieber. Zum einen wollte sie die fröhliche Stimmung nicht wieder kippen und zum anderen war sie sich beinahe sicher, dass sie die junge Dame richtig einschätzte, wenn sie dachte, dass eben jene sich dann nur um sie sorgen würde. Anschließend konnte sie nur noch hoffen, dass der Prinz ihre Worte nicht zu ergänzen versuchte, doch so schätzte sie ihn bei Weitem nicht ein, auch wenn er hin und wieder doch schneller sprach als er dachte. Selbst wenn er die Worte der jungen Frau ergänzen wollte, sein Diener hätte ihn davon abgehalten, welcher sich in der Zwischenzeit auch schon wieder zu seinem Prinzen gesellt hatte, nachdem er unterdessen noch einen Tee gebracht hatte. Immerhin wollten auch weder der Prinz, noch sein Diener die Stimmung des derzeitigen Tages kippen lassen. Nur Sebastian war noch nicht wiederaufgetaucht. Wenn dies den jungen Herrn auch kaum zu stören schien. Kurz sah die junge Blondine der schwarzhaarigen in die Augen und nickte leicht, immerhin hatte sie die Worte der Asbury verstanden.
„Dann war es sicher gut, dass ich so vorsichtig war. Ich habe diesen Begriff bereits einmal von Ciels Tante gehört, ich glaube, es nennt sich Glasknochenkrankheit.“, nickte Lizzy kurz, „Dann hast du sicher Schmerzen in dem Fuß, nicht wahr?“
Diese Frage schien der Midford ein wenig peinlich zu sein, denn sie senkte den Kopf peinlich berührt und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.
„Inzwischen habe ich eigentlich gar keine Schmerzen mehr, nur zu Beginn tat es ziemlich weh. Aber die Tante des jungen Herrn… Ist sie Medizinerin?“

Dass sie sich in eben jenem Moment, eben jene Worte vielleicht besser gespart hätte, konnte sie immerhin nicht wissen. Es interessierte sie einfach nur, woher die Blonde dies wusste, denn von einer solchen Krankheit hörte man immerhin auch nicht jeden Tag. Sie selbst hatte in jenem Augenblick eigentlich nur den Gedanken im Hinterkopf, dass sie sich auf diese Weise vielleicht einmal mit einer Frau unterhalten konnte, welche den Traum lebte, den sie nicht ausführen konnte. Allerdings dachte sie somit leider falsch, auch wenn sie es eigentlich nicht wollte. Kurz sah die Blondine auf den Tisch vor sich und schüttelte den Kopf.
„Sie war Medizinerin. Sie ist leider schon vor einer Weile verstorben, die genauen Hintergründe sind mir allerdings unbekannt. Sie war Kinderärztin und hat diese Arbeit wirklich geliebt, da sie Kinder unheimlich mochte.“, nickte die junge Adelige und lächelte bei diesen Worten.
Dass an dieser Angelegenheit der rothaarige Shinigami beteiligt war, welchen sie bereits flüchtig kennengelernt hatte, konnte sie immerhin nicht wissen. Zudem wusste sie auch nicht, dass ihr eigener Verlobter bei dieser schrecklichen Situation zugegen war.
„Ich denke, ihr beide hättet euch sehr gemocht. Ciels Tante, Angelina oder auch Madame Red genannt, hatte einen Fable für junge Frauen. Sie hätte dich sicher gemocht.“, gab sie der jungen Asbury wieder.
„Das tut mir wirklich leid, hätte ich das gewusst, dann hätte ich nicht darauf angesprochen, verzeiht.“, entschuldigte sich die junge Dame anschließend auch gleich.

Irgendwann musste sie immerhin wieder in ein Fettnäpfchen treten. Dies war – in ihrem Sinne – für sie nicht zu vermeiden. Sie wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, selbst wenn sie in diesem Fall wohl die einzige war, welche so dachte. Ihre Antwort sollte schließlich jedoch von Ciel folgen, welcher sich in diesem Moment räusperte.
„Lassen wir dieses Thema einfach ruhen.“, merkte dieser schließlich einfach nur an und Isaiah konnte eben jene Worte nur benicken.
Auch wenn sie dies eigentlich vermeiden wollte, hatte sie in eben jenem Moment doch wieder das Gefühl, dass sie die Stimmung dennoch zum Kippen gebracht hatte. Die junge Adlige nickte schließlich auch nur auf diese Worte hin und begann, sich schon einmal ein neues Thema zu überlegen, welches sie hätte ansprechen können, doch wollte ihr beim besten Willen keines einfallen. Der indische Prinz musste schließlich auch schlucken und räusperte sich leise.
„Wie wäre es, wenn wir uns ein wenig in den Garten begeben? Dort wird uns sicherlich ein anderes Thema einfallen, über das man sich unterhalten kann. Begrüßt habe ich dich immerhin auch noch nicht richtig.“, lächelte er.
Natürlich war die blonde junge Dame augenblicklich davon begeistert und sah zu der Schwarzhaarigen. In diesem Moment schien sie noch etwas zu überlegen, doch die unausgesprochene Frage wurde schließlich von Agni aufgeklärt.
„Soll ich euch in den Garten bringen, Lady Asbury, oder wäre es ihnen lieber, wenn euer Bruder euch in den Garten geleitet?“

In diesem Moment schien diese einfache Frage doch noch um einiges schwieriger als sie es vielleicht sein sollte. Dies kam immerhin einzig und allein darauf an, ob ihr Bruder nicht doch noch etwas Dringliches zu erledigen hatte. Aus eben jenem Grund stimmte sie Agni schließlich auch zu. Immerhin hätte sie es auch nicht mit sich vereinbaren können, hätte sie ihren Bruder von der Arbeit abgehalten. Sicher tat die frische Atmosphäre zur Abwechslung auch einmal ziemlich gut. Zudem herrschte an jenem Tag auch noch recht schönes Wetter. Das all dies zu einem kleinen Plan des Prinzen gehörte, konnte die Schwarzhaarige immerhin nicht wissen, denn in jenem Moment spielte er dem jungen Herrn und seinem dämonischen Diener nur in die Hände. Somit hatten eben jene genug Zeit, gegen Nachmittag die Gäste zu empfangen, ohne dass die junge Dame etwas davon bemerkte. Aus diesem Grund erhob Ciel schließlich auch noch einmal die Stimme, nachdem er sich kurz geräuspert hatte.
„Ich werde nachkommen, zuvor muss ich jedoch noch etwas im Arbeitszimmer erledigen.“, gab der Dunkelhaarige Earl gleich wieder.

In diesem Sinne hatte er mit diesen Worten nicht einmal gelogen, denn er musste tatsächlich noch etwas erledigen, nur ging dies so gut wie niemanden etwas an. Vor allem nicht die Menschen, die sich zu sehr sorgen könnten und schließlich somit ihre Nase in Angelegenheiten stecken könnten, die sie aus guten Gründen einfach nichts angingen. Immerhin war er zwar als Wachhund der Königin bekannt, doch bedeutete dies noch lang nicht, dass jeder wissen musste, was genau er zu erledigen hatte. Denn all dies spielte sich in einer Welt ab, die für normale Bürger nicht zugänglich sein brauchte. Der Prinz nickte verstehend, immerhin konnte Soma sich bereits denken das Ciel auch noch andere Dinge zu tun hatte, auch wenn es in seinen Augen wirklich schade war, immerhin war doch an jenem Tag ein ganz besonderes Ereignis. An einem solchen Tag sollte man sich nicht mit der Arbeit aufhalten, so dachte zumindest der junge Inder. Leicht lächelnd nickte Lizzy und wank ihrem Verlobten leicht zu. Sie wusste schließlich, dass er sich auch noch um eine Firma zu kümmern hatte. Diese führte sich immerhin leider auch nicht von allein. Sicher war es schade, dass er ein Teil des Gespräches nicht mitbekommen würde, doch dies machte dem Earl recht wenig aus.
„Streng dich nicht zu sehr an, Ciel.“, kicherte die Blondine leise und verschwand schließlich zusammen mit der Asbury und den beiden Indern im Garten, dort setzte Agni das Geburtstagskind auch erst einmal auf einen der Stühle.

Soma selbst setzte sich neben die Sechzehnjährige und lächelte diese an. In dem Moment als seine Schwester verschwand seufzte Damian und stich sich kurz durch das Haar. Somit begann der stressige Teil des Tages. Dies bedeutete für den jungen Mann, dass er erst einmal Sebastian finden musste und dies könnte sich doch als recht schwierig erweisen, wenn der Butler sich nicht in Isaiahs Zimmer aufhielt, um die Katze zu beschäftigen. Doch verschwunden konnte der Teufel immerhin nicht sein – nicht an diesem Tag, das konnte Damian sich einfach nicht vorstellen.

An der frischen Luft war es zwar deutlich angenehmer, das bemerkten alle Anwesenden, allerdings mangelte es dem Prinzen dann auch schon an einem Gesprächsthema. Immerhin wollte er die beiden jungen Frauen auch nicht anschweigen, dies empfand er selbst als sehr unhöflich. Lizzy schien jedoch ein wenig anders darüber zu denken. Sie genoss die Stille in diesem Moment, denn sie schloss für einen Moment ihre Augen und genoss den Duft der Blumen, welcher durch den sanften Wind zu ihnen getragen wurde. Anschließend öffnete sie ihre Augen auch schon wieder leicht und blickte die Schwarzhaarige an, lächelte und strich sich eine Strähne hinters Ohr.
„Liebste Freundin, welche ist deine Lieblingsblume? Meine Lieblingsblumen sind Orchideen und Rosen.“, sagte die junge Adlige und blickte wenige Sekunden später in den Garten, welcher wirklich wunderschön hergerichtet wurde.
All dies war Sebastians Werk, doch das wusste die junge Asbury natürlich nicht. Sie war in jenem Moment der Meinung, dass ihr Bruder und Finnian all dies zu verantworten hatten, doch dabei lag sie leider falsch. In jenem Moment fragte sie sich natürlich, wo sich der Blonde eigentlich befand, doch sonderlich viel Zeit, um darüber nachzudenken, hatte sie in diesem Moment auch nicht, denn sie wollte die junge Adlige auch nicht allzu lang auf ihre Antwort warten lassen.
„Ich kenne leider nicht sonderlich viele Arten von Blumen, doch die Sterlingrosen, welche hier im Garten blühen, sind wirklich wunderschön.“, merkte sie schließlich an, stützte ihr Kinn leicht auf ihre Handfläche und musste lächeln.

Wieso sie in jenem Moment lächeln musste, wusste sie nicht einmal, doch anscheinend war dieser Tag doch gar nicht so schlecht, wie sie es eigentlich geglaubt hatte. Vielleicht sollte sie auch an diesem Punkt endlich einmal beginnen, nicht an allem etwas Schlechtes zu suchen. Für den Moment klang dies doch nach einem ziemlich guten Plan.
„Die Sterlingrosen sind alles, was Ciel noch hat. Sie sind eine Erinnerung an seine Eltern, aber ich muss dir beipflichten, sie sind wirklich wunderschön.“, lächelte die junge Dame und faltete ihre Hände auf dem Tisch leicht zusammen.
Einen kurzen Moment herrschte Stille, dann begann die junge Blondine leise zu lachen, aus welchem Grund allerdings, wusste sie selbst nicht genau. Ihr war anscheinend einfach nur danach zu Mute.
„Darf ich einmal fragen… Du bist ja in einem Alter, in welchem man über eine Verlobung nachdenken könnte… Hast du schon Interesse an einem Adligen?“, fragte Lizzy vorsichtig aber dennoch interessiert.
Das Soma bei dem Gespräch ein wenig nervös wurde, schien in diesem Moment wohl vollkommen normal zu sein. Für einen kurzen Moment musste die junge Asbury unbemerkt nach Luft schnappen. Diese Frage hatte sie ebenfalls vollkommen unvermittelt und überraschend getroffen. Sie war so schnell ausgesprochen, dass Isaiah selbst es nicht einmal wirklich bemerkte. Schließlich konnte sie jedoch auch nur leicht errötet den Kopf schütteln.
„Ich denke nicht, dass ich mir etwas dergleichen als einfache Bürgerliche anmaßen darf, demnach habe ich nicht einmal darüber nachgedacht.“, gab sie schließlich ehrlich wieder.

Sicher hatte sie schon einmal über das heiraten nachgedacht, doch im Endeffekt hatte sie auch diesen Gedanken einfach viel zu schnell wieder verworfen. In ihren Augen machte es einfach keinen Sinn, über etwas nachzudenken, das sie besser nicht verwirklichen sollte. Es war wirklich nicht so, als würde sie es nicht wollen, doch sie durfte nicht. Wenn sie auch nur darüber nachdachte, würde sie wieder Menschen verletzen, welche ihr wichtig waren – in jenem Fall wahrscheinlich sogar zu wichtig – und dies wollte sie sich langfristig nicht herausnehmen.
Denn welcher Verlobte wollte schon mit dem Gedanken leben müssen, seine Verlobte möglicherweise noch vor der eigentlichen Hochzeit zu verlieren?
Nein, dieser Gedanke musste schrecklich sein und das Mädchen wollte wirklich nicht, dass auch nur irgendjemand dies durchmachen musste. Wahrscheinlich war dies einer der Hauptgründe, aus welchen sie sich bereits vor einigen Jahren schwor, sich nicht zu verlieben. Natürlich war die Liebe auch ohne ihre Krankheit meist mit Leid und Herzschmerz verbunden, doch ihr körperlicher Zustand machte all dies nur noch einmal schwieriger und das konnte sie einfach nicht verantworten. So schön sie sich eben jenes Gefühl in ihren Gedanken auch ausgemalt hatte, war es dennoch besser, wenn sie es einfach nicht fühlte.

Eben jenen Gedanken wollte sie jedoch nicht laut äußern.
„Allerdings ist es dir auch als Bürgerliche möglich, einen Adligen zu heiraten. Viele der weiblichen Adligen heiraten in die reichen und mächtigen Familien ein.“, nickte die blonde Adlige und schüttelte leicht tadelnd den Kopf – wenn sie dabei auch dennoch lächelte.
Die Worte der jungen Asbury schien sie nicht zu akzeptieren. Immerhin kannte sie sich selbst mit dem Regelwerk aus, selbst wenn sie noch recht jung war.
„Es ist dir möglich einen Viscount, einen Earl oder gar einen Herzog zu heiraten.“, fügte sie noch hinzu.
Dass sie die Gedanken der schwarzhaarigen nicht hörte, war sicherlich für alle Anwesenden besser, denn Lizzy hätte Isaiah wahrscheinlich nur liebevolle aber tadelnde Worte entgegengebracht und dies wusste die junge Bürgerliche ebenfalls nur allzu gut. Dennoch konnte sie auch durch dieses Wissen nicht verhindern, dass sie sich immer weiter in Verlegenheit gebracht fühlte. Inzwischen kamen ihr ihre eigenen Worte beinahe wie eine billige Ausrede vor. Selbst wenn sie sich tatsächlich nicht mit dem Regelwerk auskannte und in jenem Sinne eigentlich auch nicht nach einer Ausflucht oder dergleichen suchte.

Gerade wollte sie noch einmal zu Worten ansetzen, als ihr auch schon auffiel, dass sie einfach nicht die richtigen finden konnte. Somit brach sie ihr Vorhaben schließlich doch noch an der Wurzel ab und schwieg lieber für einen Moment, bevor sie noch zu unüberlegten Gedanken und losen Worten ansetzte.
Wie sollte sie sich auch erklären, ohne das preiszugeben, was sie wirklich dachte und wieso sie tatsächlich Abstand von eben jenem Thema hielt?
Auf diese rhetorische Frage konnte sie einfach keine Antwort finden, selbst wenn sie es eigentlich wollte. Dennoch versuchte sie schließlich, auch nicht allzu viel Zeit verstreichen zu lassen, selbst, wenn dies bedeutete, dass ihre Worte vielleicht nicht auf die Art und Weise überdacht waren, wie sie es sich eigentlich gewünscht hätte.
„Gut, ich kenne mich mit diesen Regeln nicht wirklich aus, aber bisher… Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Wäre es nicht ein wenig merkwürdig, mich mit einem guten Freund zu verloben? Immerhin kenne ich kaum jemanden, der nicht zu diesem Haus gehört und nahezu alle hier sind für mich wie Brüder oder Schwestern. Darf… ich denn fragen, wie das bei dir und dem jungen Herrn ist? Hat… Er dich gefragt?“, fragte sie schließlich, um ein wenig von sich selbst abzulenken.

Doch auf der anderen Seite interessierte es sie natürlich auch wirklich. Zwar war es ihr wirklich unglaublich unangenehm, diese Frage zu stellen und dennoch konnte sie sich auch keinen besseren Themenwechsel vorstellen. Zudem hatte sie so vielleicht endlich einmal die Möglichkeit, aus erster Hand – nicht nur aus einem Buch – zu erfahren, wie sich etwas dergleichen anfühlte. Somit hatte sie vielleicht endlich einmal wieder etwas Interessantes zu berichten, was sie in ihr kleines, provisorisches Tagebuch hätte schreiben können. Dennoch war dies bei Weitem nicht der einzige Grund, auch wenn sie in jenem Moment wirklich keinen anderen hätte benennen können. Unbewusst wusste ihr Unterbewusstsein über die wahren Gründe bereits Bescheid, ließ es das Mädchen nur nicht wissen – noch nicht. Die Zeit schien dafür noch nicht gekommen.
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