Back in Lazy Town

von Zarizarah
GeschichteRomanze / P16
Freddie Faulig Sportacus Stephanie
13.07.2015
04.09.2016
10
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Der nächste Tag war angebrochen. Trotz dem schönen Tag, den Stephanie gestern gehabt hatte, hatte sie sehr schlecht geschlafen. Ihre Gedanken an Sportacus ließen sie nicht mehr los, seit sie wieder in Lazy Town war.
Erst wollte sie sich nicht so recht eingestehen, dass es ihr der blaue Held selbst noch nach so vielen Jahren anscheinend etwas angetan hatte.
Seit sie ihrem Onkel zugesagt hatte, dass sie zurück kommen würde, hatte sie dieses Gefühl im Magen, welches sie strickt als Aufregung abgetan hatte. Doch mittlerweile musste sie einsehen, dass ein ganz bestimmter Mann in ihren Erinnerungen dieses Gefühl besonders verursachte.
„Irgend etwas muss ich doch dagegen tun können.“, sagte sie zu sich und rieb sich schläfrig die Augen.
Nachdem sie sich in ihrem Badezimmer fertig gemacht und gefrühstückt hatte, begab sie sich wieder an das Auspacken ihrer Kisten, da sie gestern noch nicht alles geschafft hatte.

Nach einer Stunde war sie mit dem letzten Umzugskarton fast fertig, als sie ganz auf dem Boden dieser ein kleines Buch fand. Mit erstaunen stellte sie fest, dass es sich um ihr altes Fotoalbum handelte, was sie in ihrer Zeit in Lazy Town gemacht hatte.
Lächelnd nahm sie es heraus, setzte sich auf ihre Couch und blätterte die erste Seite auf.
Dort war ein Bild von ihr mit Koffern in der Hand zu sehen. Stephanie erinnerte sich noch gut an dieses Foto. Onkel Meinhard hatte es von ihr gemacht, als sie gerade angekommen war.
Stephanie musste schmunzeln bei dem Anblick ihrer pinken Haare und dem pinken Cheerleader Kostüm, das sie früher immer so gerne getragen hatte.
Auf der nächsten Seite fand sie ein Gruppenfoto mit all ihren Freunden.
Stephanie verbrachte einige Minuten damit, gedankenverloren durch dieses Album zu blättern, bis sie an einem Bild hängen blieb.
Was sie dort stocken ließ, war weniger das, was im Vordergrund zu sehen war, sondern mehr der Hintergrund, in dem etwas längliches und silbernes aus dem Boden zu ragen schien.
Als sie mit ihrem Kopf näher an das Bild heran ging, um dieses Objekt besser betrachten zu können, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.
Es war das Postrohr, mit dem Stephanie öfters mal Sportacus kontaktiert hatte.
„Wie konnte ich das nur vergessen?“, fragte sie sich selbst und schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf.
Sie legte das Album zur Seite und begann zu überlegen:
„Ob Sportacus wohl immer noch ein Superheld ist?“
„Und wenn ja... kann ich ihn wohl noch immer mit diesem Rohr kontaktieren?“
„Existiert dieses Rohr überhaupt noch??“
Sie sprang auf und beschloss , dass sie nachschauen würde. Sie setzte sich an ihren Esstisch, nahm sich einen Briefumschlag, ein Papier und einen Stift und begann zu schreiben:

Lieber Sportacus,
ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass du diesen Brief irgendwie bekommst.
Ich bin zurück in Lazy Town. Es ist schon sehr lange her, als wir uns das letzte mal gesehen haben und ich hoffe, dass du mich nicht vergessen hast.
Wenn du diesen Brief bekommst, dann komm doch mal nach Lazy Town und besuche mich, wenn du Lust hast.
-Stephanie

Zögernd betrachtete sie das, was sie gerade geschrieben hatte. Irgendwie erschien ihr ihr Text lächerlich. Doch trotzdem faltete sie den Brief zusammen, steckte ihn in den Briefumschlag, zog sich ihre Schuhe an und schloss die Wohnungstür hinter sich.
Da sie nicht weit von dem Stadtzentrum entfernt wohnte, ging sie zu Fuß.
Nach ein paar Minuten erreichte sie ihr Ziel.
„Irgendwo hier muss dieses Ding doch sein.“, sagte sie und schaute angestrengt umher.
Dann plötzlich entdeckte sie etwas silbernes in hohem Gras. Wie damals an ihrem ersten Tag in Lazy Town rupfte sie es ab, bis das Postrohr komplett zu sehen war. Neben dem Postrohr lag das dafür vorgesehene, zylinderförmige Behältnis, welches voll mit Dreck besudelt war, in das man den Brief hineinstecken musste. Sie hob es auf, machte es mit der Hand etwas sauber und steckte ihren Brief hinein. Dann steckte sie das Behältnis in das Rohr und versuchte an dem Hebel zu ziehen, der es in die Luft schleudern sollte.
Erst tat sie sich schwer damit, den Hebel zu ziehen, da er anscheinend eingerostet war. Doch kurz bevor sie es aufgeben wollte, löste sich der Hebel mit einem lauten „Knack“ und ihr Brief flog in die Luft, durch die Wolken hindurch, in den Himmel.

Schlagartig machte sich leichte Panik in Stephanie breit. Was war, wenn Sportacus sich gar nicht mehr an sie erinnern konnte? Oder wenn er gar kein Superheld mehr war? Stephanie wusste nicht einmal, wie alt er mittlerweile überhaupt war. Früher hatte sie ihn nie gefragt.
Etwas unsicher stand sie nun da und wusste nicht so recht, ob es sich überhaupt lohnen würde hier zu warten, oder ob sie lieber wieder gehen sollte. Doch ihre Unentschlossenheit wurde schnell unterbrochen, als sie durch die Wolkendecke etwas großes, blaues entdeckte.
Ihr Herz rutschte ihr in die Hose, als sie erkannte, dass es sich um ein Luftschiff handelte. Noch bevor sie bis zehn zählen konnte, flog eine lange Strickleiter von dem Luftschiff aus zum Boden und in der Ferne erkannte sie einen blau gekleideten Mann, der mit flinken Bewegungen hinab stieg.
Stephanies Herz pochte bis zum Hals.