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日本の夢 (Nihon no yume) - Okumuras Reisen zu den Grenzen des Vorstellbaren | Teil 2 - Der Pol der Unzugänglichkeiten

von Odras
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P12 / Gen
OC (Own Character)
13.07.2015
02.08.2015
35
16.689
 
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13.07.2015 318
 
Teil 1 - Die Pyramiden von Visoko
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15. August 1919

Während wir auf dem Balkan unterwegs waren, hat mich ein Brief von meinem Bruder erreicht. Er schreibt, dass es allen gut geht. Außerdem enthält der Brief die Ergebnisse seiner Recherchen der Zeichnung, um die ich ihn auf Mycrofts Bitte kurz nach unserer Abreise hin gebeten hatte.

Yukio bestätigt in seinem Brief meine Vermutung, dass es sich bei  dem auf der Zeichnung erkennbare Mon um das Familiensiegel des Ashikaga-Klans handelt, ein altes Geschlecht des japanischen Kriegsadels, das im Jahre 1336 an die Macht kam und das Ashikaga-Shogunat begründete. Dieses herrschte – mehr schlecht als recht – von Kyoto aus, bis 1573 Yoshiaki, der 15. und letzte Shogun der Ashikaga-Linie – von dem legendären Feldherrn Oda Nobunaga aus der Hauptstadt vertrieben wurde. Die Vereinigung der zersplitterten Kleinstaaten Japans unter Oda, Hideyoshi und Tokugawa läutete das Edo-Zeitalter ein.

Was den Schriftzug betrifft, sind auch Yukio und sein Kollege aus  der Sprachwissenschaft ratlos. "Vielleicht liegt ein Übertragungsfehler vor", spekuliert mein Bruder in seinem Schreiben.
Das einzige deutbare Zeichenähnelt dem Kanji "Kitsune". Das bedeutet im üblichen Sinne Fuchs, kann aber auch eine unaufrichtige Person oder einen Verräter beschreiben. Je nach Kontext und weiterer Kanji kann das Zeichen auch „Irrlicht“ bedeuten.



Der Fuchs spielt in der japanischen Mythologie eine besondere Rolle. Er gilt nicht nur als Bote Inari, der Kami (Shinto-Gottheit) der Fruchtbarkeit, des Reis und der Füchse. Er taucht auch in verschiedenen Legenden und Fabeln auf. Eine Geschichte aus dem 12. Jahrhundert berichtet von Tamamo no Mae, der Lieblingskonkubine des ehemaligen Tennō (Kaiser) Toba, die in Wahrheit ein böser Fuchsgeist war. Als der Tennō unter dem Einfluss der Füchsin erkrankte, wurde Tamamo no Mae von einem Seher enttarnt und in einen Stein verbannt.

Überhaupt taucht Kitsune in unseren Legenden oft gestaltwandelnd als menschliche Frau auf – mal als die liebende und aufopfernde, mal als zerstörerische Verräterin.
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