Neues aus Coopers Crossing - One Shots, Drabbles und mehr

von mops1980
GeschichteAllgemein / P12
12.07.2015
27.03.2020
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11.11.2015 1.170
 
„Hatschi!“ Kelly stöhnte auf und nahm sich ein Taschentuch, um sich die Nase zu putzen.
„Gesundheit!“, tönte es aus Richtung des Funkgerätes. „Das ist jetzt schon das dritte Mal innerhalb von zehn Minuten. Und ganz ehrlich, du siehst beschissen aus.“, meinte DJ ganz unverblümt.
„Na vielen Dank auch, DJ.“, gab Kelly genervt zurück.
„Entschuldige, aber es ist ja wohl offensichtlich, dass es dir nicht gut geht. Wäre es nicht besser, ich fahre dich nach Hause?“
Wenn Kelly ehrlich war, dann ging es ihr wirklich nicht gut. Schon am Morgen war sie mit einem Kratzen im Hals und Kopfschmerzen aufgewacht. Im Laufe des Tages war das Kratzen im Hals zu Halsschmerzen geworden und Gliederschmerzen waren auch noch dazu gekommen. Die Aussprache mit Tom vor ein paar Tagen im Regen war wohl nicht ohne Folgen geblieben.
„Ich denke, du hast Recht. Aber du brauchst mit nicht fahren. Ich fahre mit dem Fahrrad.“, meinte Kelly und stand auf. Ihr wurde schwindelig und sie musste sich an der Schreibtischkante festhalten. DJ hielt sie am Arm fest.
„Auf keinen Fall. Du kannst dich kaum auf den Beinen halten. Ich fahre dich, keine Widerrede.“
Kelly gab sich geschlagen. DJ nahm das Handfunkgerät und Kelly ihre Tasche. Einige Minuten später saß sie neben DJ im Auto auf dem Weg nach Hause.
Dort angekommen schloss Kelly völlig erledigt die Tür auf. Sie entledigte sich ihrer Schwesterntracht und schlüpfte in bequeme Kleidung. Ein heißer Tee und eine gute Portion Schlaf würden hoffentlich dazu beitragen, dass es ihr am nächsten Tag besser ging.
Als sie ihren Tee getrunken hatte und sich auf den Weg ins Schlafzimmer machte, klopfte es an der Tür. Kelly schlurfte zur Tür und öffnete diese missmutig. Sie wollte doch einfach nur ins Bett.
„DJ hatte also Recht, du hast dir was eingefangen.“, wurde sie von Tom begrüßt, der den ganzen Tag auf Kliniktour gewesen war.
„Ja, scheint so!“, wollte Kelly sagen, aber aus ihrem Mund war nur ein Krächzen zu hören und sie bekam einen Hustenanfall.

Schon als Kelly ihm die Tür öffnete, sah Tom, dass es ihr nicht gut ging. Und als ihr Versuch, etwas zu sagen in einem Hustenanfall endete, eilte er zu ihr.
„Du gehörst ins Bett.“, meinte er, legte seinen Arm um ihre Schulter und führte sie ins Schlafzimmer.
„Du wirst es nicht glauben, aber da wollte ich gerade hin.“, krächzte Kelly.
„Na, dann ist ja gut.“, meinte Tom. „Ich werde dich mal kurz anschauen.“
Gut, dass DJ ihm erzählt hatte, dass es Kelly nicht gut ging, als er von der Tour zurück war. Eigentlich hatten sie sich heute nicht privat sehen wollen. Nach ihrer Aussprache vor ein paar Tagen wollten sie es langsam angehen lassen, aber nach DJs Bemerkung hatte er sich Sorgen gemacht und war zur ihr gefahren. Die Sorgen hatte er sich zu Recht gemacht. Sie schleppte sich regelrecht in Schlafzimmer und ließ sich aufs Bett fallen.
Tom setzte sich auf die Bettkante und fühlte ihre Stirn, die ganz heiß war. Er hatte seine Tasche dabei und holte ein Fieberthermometer heraus, welches er ihr in den Mund steckte. Eine Haarsträhne war ihr in die Stirn gefallen, die er sanft zurück strich.
Er legte seine Hand an ihre Wange, die sehr heiß war. Als das Fieberthermometer sich piepsend meldete, nahm Tom es ihr aus dem Mund und sah sich den Wert an.
„39,8! Da hast du dir aber richtig was eingefangen, Liebes! Wahrscheinlich hast du auch Kopf- und Gliederschmerzen, oder?“ Das war mehr eine Feststellung, denn eine Frage gewesen.
„Halsschmerzen habe ich auch.“, erklärte Kelly krächzend.
Ohne Kommentar nahm Tom einen Spatel und eine Lampe aus seiner Tasche. Kelly öffnete den Mund, sodass Tom sich ihren Hals ansehen konnte. Dieser war stark gerötet.
„Okay, wie ich’s mir gedacht habe.“, sagte er mitleidig und strich wieder über ihre Wange. „Na komm, du nimmst etwas Paracetamol gegen das Fieber und die Schmerzen, dann versuchst du zu schlafen. Ich bleibe heute Nacht hier, okay?“
Kelly nickte müde und schloss die Augen. Sie war froh, dass Tom gekommen war. Dieser verließ kurz das Zimmer, um Wasser für die Tabletten zu holen. Als er ins Schlafzimmer zurück kam, half er ihr die Tablette zu nehmen. Nachdem das erledigt war, legte Kelly sich wieder in die Kissen und Tom steckte die Bettdecke um sie fest. Er strich nochmal über ihre heiße Wange und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Schlaf gut!“, sagte er sanft und ging dann hinaus. Die Tür ließ er einen Spalt offen, damit er Kelly hören konnte, falls etwas sein sollte.

Irgendwas hatte ihn geweckt. Für einen Moment war Tom verwirrt und musste sich kurz orientieren. Dann fiel ihm ein, dass er ja bei Kelly war. Er musste wohl auf der Couch eingeschlafen sein.
Da hörte er wieder das Geräusch, welches ihn geweckt hatte. Heftiges Husten war aus dem Schlafzimmer zu hören. Er rappelte sich auf und eilte zu Kelly, die von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt in ihrem Bett lag.
„Hey, ganz ruhig!“, sagte er und half ihr, sich aufzurichten. Fast augenblicklich beruhigte sie sich. Tom goss ein Glas Wasser ein.
„Hier, trink das.“ Kelly nahm das Glas, trank ein paar kleine Schlucke und legte sich zurück in die Kissen.
„Danke!“, krächzte sie. Tom griff in seine Tasche und holte sein Stethoskop raus.
„Ich werde dich kurz abhören.“, erklärte er und steckte sich das Stethoskop in die Ohren.
„Das klingt ganz nach einer Bronchitis.“, meinte er, nachdem er Kelly abgehört hatte. „Damit bist du erst mal ein paar Tage außer Gefecht.“ Aber das hörte Kelly gar nicht mehr. Sie war wieder eingeschlafen.

„Hatschi!“, war einige Tage später wieder in Niesen in der Zentrale zu hören. Tom stöhnte auf und nahm sich ein Taschentuch, um sich die Nase zu putzen.
„Gesundheit!“, hörte er DJ sagen, der zufällig gerade an seinem Büro vorbei ging. „Das ist jetzt schon das dritte Mal innerhalb von zehn Minuten. Hast du dich bei Kelly angesteckt?“, fragte der Funker.
„Ich hoffe nicht!“, meinte Tom nur. Aber er hatte schon seit dem Morgen die Befürchtung, sich angesteckt zu haben. Kelly war inzwischen wieder genesen, jetzt schien es ihn erwischt zu haben.

„Wie, Tom ist nach Hause gefahren?“, fragte Kelly erstaunt, als sie von der Kliniktour zurück war. Es war ihr erster Arbeitstag nach ihrer Grippe.
„Er fühlte sich nicht gut. Um ehrlich zu sein, sah er echt beschissen aus. Er hat ein paar Mal heftig geniest und gehustet.“, erklärte DJ. „Ich hatte irgendwie ein Déjà-vu.“, sagte er mit einem Grinsen. Kelly lächelte ihn an.
„Na, das hört sich ganz so an, als wenn ich mich jetzt revanchieren kann für die Pflege in den letzen Tagen.“, meinte sie und machte sich auf den Weg zu Tom.

Als Tom ihr die Tür öffnete, hatte Kelly ebenfalls ein Déjà-vu. Nur, dass es diesmal umgekehrt war. Tom hatte einen hochroten Kopf. Kelly fühlte seine Stirn, die kochend heiß war.
„Oh mein armer Schatz! Na komm, ab ins Bett mir dir. Zeit, dass ich mich bei dir revanchiere.“, sagte sie nur und schob ihn Richtung Schlafzimmer.

E*N*D*E
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