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Das Herz der sieben Schwestern

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Asuna Kirito Leafa Sinon Yui
11.07.2015
25.03.2018
20
47.580
15
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Dieses Kapitel
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11.07.2015 1.219
 
Hallo, meine lieben Leser und Leserinnen da draußen!
Ich begrüße euch recht herzlich zu meiner neuesten FF. Bevor ihr loslest, sei hier noch einmal vermerkt, dass diese Geschichte auf einer Sage der griechischen Mythologie aufbaut von der Story her. Vorwissen braucht ihr dafür nicht, da ich im Laufe der ersten Kapitel alle grundlegenden Dinge erläutern und aufgrund des Fandoms einige Elemente der Vorlage abändern werde.
Wünsche, Äußerungen und Verbesserungen sind gern gesehen, also scheut nicht, mir eure Meinung in einem Review zu schreiben.
Ich würde mich freuen x3
Nun aber viel Spaß beim Lesen!

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„Es war nur der Bruchteil einer Sekunde, aber als ich in deine von Tränen erfüllten Augen sah, weckte das in mir nur diesen einen Wunsch… ich wollte dich beschützen.“

Heutzutage war diese Begegnung nichts weiter als eine schöne Erinnerung. Das Ganze lag nun ungefähr zehn Jahre zurück und doch verblasste das Bild niemals. Er wusste es noch, als wäre es erst gestern gewesen. Wieder einmal hatte sein Spieltrieb ihn ins große Tal geführt, wo er liebend gern die Tiere beobachtete und herumtollte. Nur war er an diesem Tag nicht allein…
Zusammengekauert saß das kleine Mädchen da und weinte bitterlich. Ihr Wimmern hatte ihn erst auf sie aufmerksam gemacht. Noch nie zuvor hatte der Kleine ein Wesen wie sie gesehen und es beeindruckte ihn sofort. Vorsichtig näherte er sich wie ein Tiger, der seine Beute ins Visier nahm – Natürlich nur mit dem Unterschied, dass er sie nicht überfallen und fressen wollte. Gebückt hockte er eine Weile neben ihr, doch sie schien ihn nicht zu bemerken. Weiterhin drehte sie ihm ihr Rückrat zu und gab sich voll und ganz ihrem Gefühlsausbruch hin. Sollte er sie einfach ansprechen? Was hatte er schon zu verlieren?

„Warum weinst du?“
Als wäre sie von einer Biene gestochen worden, schnellte sie hoch und entfernte sich stolpernderweise von dem Spriggan, der sie nur verwundert anblinzelte. Dann schlussfolgerte sie allerdings nach wenigen Sekunden, dass von diesem Kerlchen keine Gefahr ausging. Sofort wischte sie sich wild im Gesicht herum. Dabei verteilte sie darauf die eine oder andere Dreckspur, die zuvor noch an ihren zarten Fingern klebte, mit denen sie sich wiederum auf der schmutzigen Erde abgestützt hatte.
„Ich habe nicht geweint!“, antwortete sie und versuchte möglichst überzeugend zu klingen. Dass man ihrer Stimme aber noch eine gewisse Spannung anhörte, entging ihr wohl dabei.
„Aber ich hab’s doch gesehen!“
Diesem Widerspruch hatte sie nun tatsächlich nichts mehr entgegenzusetzen. Als ihr die Worte ausgingen, streckte sie ihm nur frech die Zunge heraus und drehte ihm erneut ihre Hinterseite zu.
„Ist doch nicht schlimm. Jeder muss weinen, wenn er traurig ist.“
Etwas unschlüssig wagte sie es, im Augenwinkel wieder zu ihm zu schauen und musste sich eingestehen, dass sein erwartungsvolles Lächeln sie doch überzeugte. „Wie heißt du?“, fragte er und richtete sich auch wieder auf, dabei die Grasreste an seinen Knien ignorierend.
Zuerst zögerte sie, setzte dann aber zu einem leichten Hofknicks an und antwortete etwas leiser: „Asuna. Das ist mein Name.“
„Wow, du benimmst dich ja wie eine richtige Prinzessin!“ Ein entzücktes Kichern konnte er sich an dieser Stelle nicht verkneifen. Inspiriert von ihrem Auftreten, beugte er sich auch hinab und begrüßte sie: „Und ich heiße Kirito. Freut mich sehr, deine Bekanntschaft zu machen!“
Jetzt war sie es, die belustigt schmunzelte. Er sah schon sehr amüsant aus, wie er diese noble Geste vollzog und das bei seinem doch mehr als wilden Äußeren. Die Haare verstrubbelt, löchrige Hose, Matschflecken im Gesicht. Wie ein Kind in seinem Alter nun einmal aussah, wenn es vom Spielen kam. Das kannte sie gar nicht und trotzdem faszinierte es sie. „Sag mal… wo sind wir hier? Ich fürchte, ich habe mich verlaufen“, rückte sie endlich mit der Sprache heraus und blickte sich unsicher um.
„Wir sind im großen Tal. Die nächste Stadt ist ein gutes Stück weg von hier. Wie bist du denn hergekommen?“
„Meine Mama und ich sind auf dem Weg zum Weltenbaum, aber ich bin ihr weggelaufen…“

Begeistert glänzten seine Augen, als er dieses Wort hörte. Der Weltenbaum war in ganz Alfheim bekannt. Er überragte alles und galt als Sitz der Königsfamilie. Erst vor Kurzem war in den Medien die Rede davon, dass das neue Oberhaupt des Landes, Queen Titania, auf dem Gipfel leben und von dort aus über alle Kreaturen wachen sollte.
„Zum Weltenbaum? Wie aufregend! Was wollt ihr denn da?“
„Meine große Schwester lebt da. Wir können sie zwar nicht besuchen, aber…“
Enttäuschung machte sich in ihrem erst noch so freudich dreinschauenden Gesicht breit, davon ließ sich ihr Gegenüber aber nicht beirren. Ganz im Gegenteil. „Wer ist denn deine große Schwester?“
Es war sehr unhöflich, das arme Mädchen so viele Löcher in den Bauch zu fragen, doch die Neugier in ihm wurde so unermesslich groß, dass ihm keine andere Wahl blieb.
„Sie heißt Titania“, gab Asuna zurück und brach damit endgültig seine Zurückhaltung. „DIE Titania?!“ Ungläubig schüttelte er den Kopf. „Das heißt ja, dass du wirklich eine Prinzessin bist!“
Schüchtern senkte sie ihr Haupt und hoffte, ihm würde die Schamesröte auf ihren Wangen nicht auffallen. Nervös krallte sie sich in ihrem Kleid fest. „J-Ja, das stimmt. Mama sagte, ich soll das für mich behalten, weil es gefährlich ist, wenn ich mich zu erkennen gebe…“
Ihre Beunruhigung konnte er nicht teilen. Statt die Fragerei zu bereuen, nahm er sie an der Hand und strahlte sie an. „Keine Angst. Wir sind doch Freunde! Ich werde dein Geheimnis ganz sicher nicht weitersagen, versprochen!“
„F-Freunde?“
Als Tochter aus gutem Hause war es ihr verboten, hinauszugehen und mit anderen Kindern zu spielen. Aus Gründen der Gefahr für Leib und Seele, die sie aber nie wirklich nachvollziehen konnte. So hatte sie nur selten die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und auch die waren nie von langer Dauer. So glaubte sie ihren Ohren nicht zu trauen, als sie dies von ihm hörte.
„Ich helfe dir, deine Mama zu finden. Vertrau mir, ich kenne mich hier aus!“

>Vertrauen< war ein so großes Wort, hinter dem so viel an Bedeutung steckte. Obwohl sie sich kaum kannten, hielt sie seine Hand ganz fest und ließ sich von ihm durch das weite, grüne Tal leiten. Er zeigte ihr die Wunder der Natur, niedliche Tiere, kleine Feen, die ihnen auf dem Weg begegneten und erklärte ihr genau, was es mit den verschiedenen Dingen dort auf sich hatte. So etwas Spannendes würde sie wohl so schnell nicht wieder erleben und sie war für jede Sekunde dankbar, die sie mit ihrem neuen Spielkameraden teilte.
Nahe der Stadt wartete bereits eine Frau in Dienstkleidung, die den Kindern sogleich entgegenkam und die junge Undine sogleich von ihm wegschleifte. Erst wollte er dagegen protestieren, stoppte aber abrupt, als Asuna dann von einer zweiten Frau mit grimmigem Blick eine Backpfeife verpasst bekam. „Was hast du dir dabei gedacht?! Wag es ja nicht, noch mal wegzulaufen! Das ist gefährlich!“
Schnell zog sie ihrer Tochter eine Kapuze über den Kopf. Nur noch ein sehnsüchtiger Blick ging in Kiritos Richtung, der ihr einfach nur hilflos nachschaute.
Das war das erste und letzte Mal, dass die beiden sich gesehen hatten.
Und wie versprochen, verlor Kirito nie ein Wort darüber, wen er an diesem Tag kennenlernte. Doch die Erinnerung aneinander hüteten sie über Jahre hinweg in ihrem Herzen wie einen Schatz. Irgendwann… Ja, irgendwann würde das Schicksal sie wieder zusammenführen. Da waren sie sich ganz sicher.
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