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Verliebt in den Feind

Kurzbeschreibung
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Homura Akemi Kyouko Sakura Madoka Kaname Mami Tomoe Sayaka Miki
09.07.2015
15.06.2020
18
77.760
5
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
15.06.2020 4.488
 
Hallo liebe Leser,

es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Kapitel gepostet habe.
Das lag daran, dass dieses Kapitel mich jeden Schritt des Weges bekämpft hat. Eigentlich sollte es schon längst fertig sein, aber dann hat es aus den unterschiedlichsten Gründen einfach nicht geklappt.
Der Hauptgrund ist meine immer mehr schwindende Motivation gerade überhaupt etwas zu schreiben, auch weil ich gerade einiges zu tun habe und daher nicht weiß, wann ich das nächste Mal zum Schreiben komme.
Und selbst wenn ich gerade Lust habe etwas zu schreiben, dann sind es fast nur Doctor Who Geschichten (mit meinem all time OTP Doctor/Master).^^'
Deswegen kann ich euch sagen, dass ihr euch auf eine längere Wartezeit einstellen müsst, was das nächste Kapitel angeht.
Ich habe zwar einen Plan wie es weitergeht, muss aber nochmal etwas umdenken weil eigentlich in diesem Kapitel noch ein essenzieller Plotpoint auftauchen sollte, es aber einfach nicht mehr ging und ich wirklich froh war, als ich dieses Kapitel endlich fertiggestellt habe. (Noch nie hat mich ein Kapitel so bekämpft.^^')
Ich hoffe ihr nehmt mir die lange Wartezeit nicht übel, aber falls es euch tröstet kann ich euch eines versprechen: Ich werde diese Fanfiction NICHT abbrechen!
Ich werde sie zu Ende schreiben, auch wenn das noch etwas dauern wird.
Deswegen danke ich allen Lesern, die so gespannt dabeibleiben und auf ein neues Kapitel warten.
Danke, dass ihr trotz der langen Wartezeiten dieser Geschichte treu bleibt! :-)
Aber nun genug der Worte ich hoffe euch gefällt das Kapitel!
Bis demnächst

Lg eure Setosgirlfriend/ Freya


AN: Noch eine kleine Warnung: In diesem Kapitel wird der Tod thematisiert. Wer also mit diesem Thema nicht umgehen kann oder sehr sensibel ist, den bitte ich ab der zweiten Hälfte nicht mehr weiterzulesen!
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" Homura-Chan. Ich liebe dich."

Homura stand wie vom Donner gerührt da. Sie wusste nicht was sie erwidern sollte, also starrte sie einfach nur mit leicht geöffnetem Mund das Mädchen vor sich an. Das Mädchen, das sie noch immer so fröhlich anlächelte und deren Augen wie Diamanten funkelten und das Homura vom ersten Tag an den Atem geraubt hatte.
Nein, sie musste sich verhört haben. Das konnte hier schließlich nicht wirklich passieren, oder? Das war vermutlich alles nur Einbildung. Ja genau, das war einfach nur ein wunderschöner Traum. Das musste es sein.
Aber warum konnte Homura dann die Wärme spüren, die von Madokas Händen ausging, die noch immer ihre eigenen Hände sanft festhielten? Und warum sonst würde sie ein Rauschen in ihren Ohren hören und fühlen wie ihr Herz schneller schlug und mehr Hüpfer machte als gut für es war?
Nein, das konnte einfach kein Traum sein, das war real! Und das bedeutete…

Die Augen der Prinzessin weiteten sich und sie sog scharf die Luft ein, als ihr bewusst wurde, dass Madoka ihr soeben ihre Gefühle gestanden hatte.
In all den Szenarien die sie sich vorgestellt hatte war es immer sie selbst gewesen, die Madoka ihre Gefühle gestanden und gelächelt hatte, während das pinkhaarige Mädchen sie nur sprachlos angesehen hatte und nun stand sie hier. Wie vom Donner gerührt und unfähig zu begreifen was da gerade passiert war. Der Gedanke war amüsant und Homura musste innerlich lachen, während ihre Lippen zuckten, das Vorzeichen eines Lachens.
Madoka hatte es wirklich getan. Sie war ihr zuvor gekommen und hatte ihr ihre Gefühle mitgeteilt und- Oh G-Lucifer! Madoka hatte ihr soeben ihre Liebe gestanden! Was sollte sie jetzt nur tun? Was sollte sie jetzt nur-

" Homura-Chan?", riss Madokas Stimme sie aus ihren Gedanken und Homura blickte etwas verwundert wieder zu dem kleineren Mädchen, das sie zwar immer noch anlächelte, jedoch zunehmend unsicher aussah.
Und da fiel dem schwarzhaarigen Mädchen ein, dass sie ihr immer noch nicht geantwortet- und sie eine lange Zeit einfach nur sprachlos angestarrt hatte.
Doch gerade als sie den Mund öffnete um etwas zu erwidern begann Madoka zu lachen.

" Entschuldige, dass ich dich überrumpelt habe, das war wohl zu vorschnell.", sagte sie, doch Homura runzelte nur die Stirn. Madokas Stimme war etwas zu hoch und sie schien nervös und unsicher zu sein. Ja ihr ganzer Körper strahlte geradezu eine Unsicherheit aus, die dem schwarzhaarigen Mädchen gar nicht gefiel.
"Madoka-", begann sie, doch das pinkhaarige Mädchen hob nur schnell die Hände bevor ihr erneut ein kleines Lachen entkam, das jedoch verzerrt und schmerzhaft klang und so gar nicht wie die Melodie, die Homura gewohnt war zu hören.
" Schon gut, ich...vergiss einfach was ich gesagt habe, Homura-Chan. Das war eh nicht so wichtig.", sprach Madoka schnell weiter und Homura konnte Tränen in den Augen ihrer Freundin entdecken. Oh nein, das durfte sie nicht zulassen!
" Also dann, wir sehen uns morgen in der Schule.", sagte Madoka etwas zu schnell, doch gerade als sie sich umdrehen und loslaufen wollte, bekam Homura sie am Handgelenk zu fassen.
Der Widerstand brachte Madoka dazu inne zu halten und nun erkannte Homura wie sich bereits erste Tränen ihren Weg über Madokas Wangen bahnten. Ihr Herz verkrampfte sich und schien zu zerbrechen, denn wenn Homura eines ganz sicher nicht wollte, dann war es ihre beste Freundin leiden zu sehen.
" Madoka ich-", begann sie genau in dem Augenblick, als Madoka sagte:" Homura-Chan, bitte…lass mich los."
Für einen Moment blickten sich die beiden Freundinnen stumm an, dann riss sich Madoka los, drehte sich um und rannte davon.
Weit kam sie allerdings nicht, denn nach nur wenigen Schritten spürte sie wie sich sanfte Arme um sie legten und ihr der Geruch von Lavendel in die Nase stieg. Sie versuchte Homura abzuschütteln, doch das Mädchen war einfach zu stark.
" Homura-Chan, ich-"
" Warte."

Madoka hielt inne.
Diese Worte waren so sanft und leise gesprochen worden, dennoch hatte sie sie klar und deutlich gehört. Ebenso wie den flehenden Unterton. Also hörte Madoka auf Homura abschütteln zu wollen und ließ zu, dass das schwarzhaarige Mädchen sie erneut zu sich herumdrehte. Sie wandte den Blick gen Boden, denn sie wollte nicht, dass Homura ihre Tränen noch weiter sah. Sie kam sich so blöd vor! Wie hatte sie nur annehmen können, dass Homura etwas für sie empfand?
"Madoka…"
Ja, so eine Schönheit würde sich doch niemals für jemanden wie sie interessieren. Mami hatte Recht gehabt, Homura spielte nicht in ihrer Liga.
"Madoka…"
Und überhaupt passte sie viel besser zu jemandem wie Mami-San und-
" Madoka."
Madoka wurde abrupt aus ihren Gedanken gerissen, als sie spürte wie Homura  zwei kühle Finger unter ihr Kinn legte und es sanft anhob. Und als Madoka erneut Homuras Blick begegnete war da kein Shock, keine Sprachlosigkeit. Nein, da war nur pure Freude zu sehen. Ja, ihre Augen schienen regelrecht zu glänzen. Doch bevor sich Madoka wieder in ihren Augen verlieren konnte, begann Homura zu sprechen:" Madoka ich-"

Sie stockte und atmete einmal tief durch, bevor sich ihr Blick wieder auf das pinkhaarige Mädchen vor ihr richtete und Madoka spürte wie sie begann rot zu werden. Ihr Herz schlug schnell und sie leckte sich unbewusst über die Lippen. Sofort folgten die Augen der Schwarzhaarigen der Bewegung und sie schluckte schwer, während sie sich etwas näher beugte und Madokas Gesicht in beide Hände nahm.
Madoka registrierte die Berührung nur am Rande ihres Bewusstseins, sie konnte nicht klar denken, denn das laute Pochen ihres Herzens und das kribbelnde Gefühl in ihrem Inneren schienen alles andere zu übertönen.
Homura lächelte sie an und für Madoka war diese kleine Geste wie ein Sonnenstrahl an einem wolkenverhangenen Tag, wie der lang ersehnte Regen nach der Dürre und für einen Moment vergaß sie zu atmen. Die Welt schien still zu stehen und den Atem anzuhalten und Madoka mit ihr.
Dann überbrückte Homura die letzten beiden Meter zwischen ihnen und legte ihre Lippen sanft auf Madokas.

Bei der Berührung schien eine Art elektrischer Schlag durch Madokas Körper zu fahren und sie seufzte glücklich, bevor sie den Kuss augenblicklich erwiderte. Ganz wie von selbst fand ihre Hand  die der Schwarzhaarigen und ergriff sie, während sich ihre Finger ineinander verschränkten. Madoka war sich sicher, dass ihr Herz bis zu diesem Moment noch nie so laut geklopft hatte und dass Homura es sicher hören würde. Aber auch das war ihr egal, denn das einzige woran sie denken konnte, waren Homuras weiche Lippen auf ihren und…
Homura küsste sie.
Oh Gott, Homura küsste sie!
Innerlich jubelte Madoka, während sie sich äußerlich einfach nur in den Kuss sinken ließ. Es war ihr erster Kuss und sie hoffte, dass sie nicht zu schlecht war, denn eins war sicher, Homura küsste echt verdammt gut!
Und als sie sich zwecks Luftmangel, sehr zu Madokas Bedauern, wieder lösen mussten, blickten sich die beiden Mädchen an. Beide mit geröteten Wangen, zerzausten Haaren und geweiteten Pupillen und...bildete es sich Madoka nur ein oder hatten Homuras Augen einen Hauch purpur an sich?
Einen Moment später beugte sich Homura für einen weiteren Kuss nach vorne und Madoka warf diesen Gedanken in Rekordzeit aus dem Fenster, als sie dem dunkelhaarigen Mädchen nur zu gerne entgegen kam.
Und als sich dieses Mal ihre Lippen trafen spürte Madoka ein warmes Gefühl in ihrem Inneren, begleitet von einem Gefühl der Lust. Und wenn sie Homura so ansah, dann schien es ihr auch nicht anders zu gehen. Und obwohl dieser Kuss bereits nicht mehr so zärtlich als ihr erster war und bereits wildere und leidenschaftlichere Züge annahm, so enthielt er doch ebenfalls eine Vorsichtigkeit, die Madoka rührte. Anscheinend wollte Homura nichts falsch machen. Auch schien Homura ihr damit die Wahl zu lassen, ob sie den Kuss weiterhin erwidern-, oder ob sie sich lieber zurückziehen wollte und Madoka war gerührt, nicht, dass sie sich aus dem Kuss zurückziehen würde. Dafür fühlte er sich zu perfekt an.

Doch auch der beste Kuss musste einmal enden und als die beiden Mädchen sich lösten und sich atemlos in die Augen schauten, während sie versuchten ihre jeweiligen Herzen wieder zu beruhigen, da konnte Madoka nicht anders als zu lächeln, denn das war alles was sie je gewollt hatte. Und sie hätte es sich beim besten Willen nicht vorstellen können, dass ihr Versuch der Selbstüberwindung dieses Ergebnis erzielt hatte. Das war fast zu schön um wahr zu sein und Madoka genoss es in vollen Zügen.
Sie war glücklich, dass Homura dieselben Gefühle für sie hegte wie Madoka es für sie tat und obwohl sie am liebsten die ganze Nacht hier gestanden und das schwarzhaarige Mädchen geküsst hätte, so wusste sie, dass sich im Laufe der Zeit noch mehr Gelegenheiten dafür bieten würden. Außerdem wurde es so langsam kalt und sie zweifelte nicht im Geringsten daran, dass ihre Mutter sie schon freudig erwartete, ohne Zweifel, um sie über die Details ihres Treffens mit Homura auszuquetschen.

Doch gerade als sie den Mund öffnen wollte um Homura darauf aufmerksam zu machen, lächelte die Schwarzhaarige, bevor sie sagte:" Das war schön, Madoka. Und auch wenn ich am liebsten die ganze Nacht hier stehen und dich küssen würde, habe ich das Gefühl, dass wir uns so langsam auf den Heimweg machen sollten."
Hier blickte sie in den sternenverhangenen Nachthimmel, bevor sie wieder zu Madoka blickte und fortfuhr:" Außerdem wird es langsam kalt und ich will nicht, dass du dich erkältest. Das ist kein Kuss der Welt wert."
Sie lächelte und Madoka spürte wie sich ihre Wangen röteten. Für einen Moment war das rosahaarige Mädchen wie festgefroren, dann lächelte sie ebenfalls, nickte und sagte:" Ja, wir sehen uns ja morgen wieder in der Schule, da ist es auch wärmer."
Nun spürte Homura wie sich ihre Wangen langsam zu röten begannen. Madoka schien das aber nicht zu bemerken, denn sie redete fröhlich weiter:" Also dann würde ich sagen...bis morgen."
" Bis morgen.", erwiderte Homura atemlos und bevor sie reagieren konnte, hatte Madoka sie schon an den Schultern gepackt und ihr einen Kuss auf die Wange gedrückt.
" Ich freue mich schon...gute Nacht."
Homura sah gerade noch Madokas lächelndes Gesicht, dann war das Mädchen auch schon wieder in der Nebenstraße verschwunden. Und Homura konnte nichts weiter tun, als ihr hinterher zu starren, während sie langsam eine Hand an ihre Wange legte. Die Stelle an der Madoka sie geküsst hatte kribbelte noch immer etwas und als Homura es schaffte sich schließlich aus ihrer Starre zu reißen, seufzte sie glücklich, bevor sie leise flüsterte:" Gute Nacht...Madoka."
Und an diesem Abend war sie sich ohne Zweifel sicher die beste Entscheidung ihres Lebens getroffen zu haben.


" Mami?"
Die Stimme war leise und doch holte sie das blondhaarige Mädchen so schnell aus ihren Gedanken, dass sie zusammenzuckte. Ihr Blick fiel auf Yuki, die ruhig neben ihr lief und obwohl sie lächelte, sah Mami, dass sie etwas bedrückte.
" Ja, Yuki?", entgegnete sie und biss sich auf die Lippen. Wollte Yuki vielleicht mit ihr über das Reden, was sie belastete? Jedenfalls war ihre Stimme nicht so voller Freude wie sonst, das hatte die blondhaarige Dämonin sofort bemerkt.
Yuki blickte sie an und schien kurz zu überlegen, dann seufzte sie und ihr Lächeln verschwand als sie mit ehrlicher Stimme sagte:" Danke, dass du mich nach Hause begleitest. Aber das hättest du nicht tun müssen."
Mami lächelte und winkte ab.
" Ach was, das macht mir nichts aus, Yuki-Chan. Im Gegenteil. Ich genieße die Zeit, die wir zusammen verbringen."

Mami stockte und schien für einen Moment über etwas nachzudenken, bevor sie lächelte und sagte:" Weißt du, im Grunde bist du meine erste Freundin seit Homura, Kyouko und ich hierher gezogen sind."
Daraufhin blickte sie Yuki erstaunt an.
" Wirklich?", fragte sie und Mami musste kichern, als sie ihren offenen Mund sah.
" Ja. Ist die Vorstellung denn zu komisch?", antwortete Mami und Sorge machte bei dem Gedanken in ihrem Inneren breit. War es denn nicht normal für Menschen niemanden zu kennen, wenn sie in eine fremde Stadt zogen? Oder zogen sie nur in Städte in denen sie Freunde, Familie oder andere Bekannte hatten?
Doch ihre Frage wurde beantwortet als Yuki die Hände hob und sofort abwehrend sagte:" Nein, nein, natürlich nicht. Ich dachte nur…" Ihre Stimme wurde leiser bis zu dem Punkt an dem sie flüsterte und Mami war dankbar für ihre dämonischen Sinne, denn ansonsten hätte sie Yuki wohl nicht gehört, als diese sagte:"...naja, dass jemand so schönes und beliebtes wie du schon einige Leute hier kennengelernt- oder Freunde hattest, die du besuchen wolltest."
Mami war zu erleichtert um das Stottern in Yukis Stimme oder die Röte ihrer Wangen zu bemerken. Alles woran sie denken konnte, war, dass ihr Cover nicht aufgeflogen war. Das wäre ja was schönes, wenn sie gleich mit ihrem Umzug einen Fehler, was die menschliche Verhaltensweise anging, gemacht hätten. Zum Glück war dem nicht so. Aber Homura war auch eine Expertin was solche Sachen betraf. Mami wurde einen Moment traurig, als ihre Gedanken bei dem schwarzhaarigen Mädchen verweilten, dann riss sie sich zusammen, schließlich redete sie hier gerade mit jemanden und es war sehr unhöflich bei einem Gespräch abwesend zu wirken. Vor allem, weil Yuki ihre Freundin war und Mami schenkte ihren Freunden immer ihre vollste Aufmerksamkeit.

Doch als sie wieder zu Yuki blickte merkte sie, dass das Mädchen den Blick von ihr abgewendet hatte. Und warum krallte sich ihre Hand so in die Schleife ihrer Schuluniform?
Doch bevor Mami Yuki darauf ansprechen konnte räusperte sich das braunhaarige Mädchen, bevor sie plötzlich stehen blieb und sagte:" Ab hier kann ich allein weitergehen, Mami-San. Mein Haus ist gleich um die Ecke."
Sie zögerte kurz und schien sich etwas unwohl zu fühlen, doch kaum hatte Mami geblinzelt war die Emotion verschwunden und stattdessen lächelte Yuki, als sie sagte:" Ich werde meinen Eltern einen Gruß von dir ausrichten. Danke, dass du mich nach Hause gebracht hast. Ich...wir sehen uns morgen in der Schule, ja?"
Und damit drehte sich Yuki von dem blonden Mädchen weg, doch gerade als sie einen Schritt gehen wollte, griff Mami nach ihrem Handgelenk und hielt sie fest. Im ersten Moment war Yuki viel zu erstaunt über die Stärke des Mädchens, als sich zu wehren. Dann registrierte sie die Bewegung und versuchte Mami abzuschütteln.

" Mami? Was soll das? Lass mich los!", beschwerte sich Yuki, doch als sie Mami in die Augen blickte sah sie eine Ernsthaftigkeit und Strenge in ihnen, die sie noch nie bei ihr gesehen hatte.
Die Stimme der Blondine war fest, als sie sagte:" Nicht, bevor du mir die Wahrheit sagst."
" Ich weiß nicht wovon du redest. Es ist alles in Ordnung.", erwiderte Yuki, doch ihre Hand zitterte.
" Das denke ich nicht. Weißt du Yuki, ich hatte schon seit unserer Rückfahrt die Vermutung, dass dich etwas bedrückt, doch ich wollte dich nicht darauf ansprechen oder eine unangenehme Situation erschaffen, aber mit diesem Lächeln gerade hast du dich verraten."
" Wieso? Was stimmt denn mit meinem Lächeln nicht?", erwiderte Yuki wütend, doch Mami sah die Nervosität in ihren Augen.
" Spätestens als wir zusammen gelaufen sind, wusste ich, das dich etwas bedrückt und hatte gehofft, dass du vielleicht darüber sprechen willst. Doch dann hast du versucht mich abzuwimmeln und mich angelächelt, so als ob alles in Ordnung wäre, obwohl es nicht so ist. Und ich werde dich nicht loslassen, bis ich weiß was los ist."
Doch als Yuki den Mund öffnete um etwas zu erwidern, hob Mami nur einen Finger und blickte sie ernst an.
" Und wag es ja nicht mich anzulügen, Yuki Akabane."

Als das Mädchen daraufhin eingeschüchtert, unsicher und auch mit einem Anflug von Angst zu ihr blickte wurde Mamis Blick etwas weicher und ihre Stimme wurde ruhiger, als sie seufzte und hinzufügte:" Ich mache mir nur Sorgen um dich, Yuki. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann kannst du es mir ruhig sagen. Ich werde es nicht weitersagen, versprochen. Aber du bist meine Freundin und ich möchte, dass es dir gut geht. Und, verzeih mir bitte diese Worte, aber so wie du dich verhältst ist das definitiv nicht der Fall!"
Daraufhin wandte Yuki den Blick von der Dämonin ab und es blieb eine kleine Weile still. Schließlich hob Yuki wieder den Blick und nickte Mami zu, bevor sie sagte: " Na gut, ich sag's dir, Mami. Folge mir bitte."
Mami nickte ernst und ließ Yukis Hand los, damit ihr die Braunhaarige den Weg zeigen konnte. Yuki führte sie um die Ecke der kleinen Straße und bog dann rechts in eine weitere kleine Straße ab, bevor sie schließlich an einem großen Haus stehen blieb. Doch was Mami erstaunte war, dass es im Gegensatz zu den anderen Häusern in der Straße nicht beleuchtet war. Stattdessen lag es ruhig und friedlich im Dunkeln.
Yuki ging direkt darauf zu und öffnete das kleine Metalltor, hinter dem ein kleiner Vorgarten lag, bevor sie langsam die Stufen einer Treppe erklomm bis sie schließlich vor der Haustür sah.
Als sie Mami vor dem Gartentor stehen sah, seufzte sie, bevor sie sie mit einer kleinen Geste zu sich winkte und Mami folgte ihr ohne zu zögern.

Als Yuki die Haustür aufschloss und Licht machte fiel Mami sofort der viel zu große Flur auf. Es war ein Flur wie er für eine mindestens drei-oder vierköpfige Familie gedacht war und überhaupt war so ein großes Haus für eine große Familie gedacht und nicht nur für ein einzelnes Mädchen wie Yuki. Aber wo waren dann alle?
Yuki, die in der Zwischenzeit die Haustür hinter ihnen geschlossen hatte, schien ihre Gedanken gelesen zu haben, denn sie lächelte leicht, doch es erreichte ihre Augen nicht, bevor sie sagte:" Ich wohne allein hier."
Auf Mamis fragenden Blick hin seufzte das Mädchen erneut, bevor sie sagte:" Ich habe gelogen. Meine Eltern sind gar nicht wegen ihrer Firma in Übersee unterwegs. Sie sind tot. Sie starben vor ein paar Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Technische Schwierigkeiten hat man mir gesagt."
Mami wusste nicht was sie dazu sagen sollte, also blickte sie Yuki nur an, bevor sie das erste tat, was ihr in den Sinn kam. Sie zog Yuki fest an sich.
Das Mädchen schien für einen Moment überrascht, dann erwiderte sie aber die Umarmung und Mami spürte wie ihre Freundin langsam zu zittern begann und sich ihre Hände in ihre Schuluniform gruben. Doch das machte ihr nichts aus, stattdessen  konzentrierte sie sich darauf Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.

"Hast du denn niemanden?", fragte sie ganz vorsichtig und leise und wieder hielt Yuki inne, bevor sie den Kopf hob und Mami spürte ein Ziehen in der Brust, als sie Tränen in den Augen ihrer Freundin erkannte.
" N-naja ich habe meine Tante Vanessa. Sie kommt mich jedes halbe Jahr aus Amerika besuchen. Sie hat mir angeboten zu ihr zu ziehen, aber ich will hier nicht weg. Das hier ist mein Zuhause und…"
Sie schluckte und blickte kurz zur Seite und als Mami ihrem Blick folgte erkannte sie ein kleines Bild an der gegenüberliegenden Wand des Flurs auf dem eine etwas jüngere Yuki zusammen mit einem nett wirkenden Mann mit Brille und dunklen Haaren und einer Frau, ebenfalls mit Brille und dunklem Haar zu sehen war. Alle drei lächelten in die Kamera und Mamis Herz brach etwas als sie sich vorstellte was Yuki in den letzten Jahren durchgemacht haben musste.

" Warum hast du gelogen?", fragte sie als sie sich langsam wieder voneinander lösten und Yuki schniefte, bevor sie sich eine Träne von der Wange wischte und sagte:" Ich will nicht, dass die anderen mich bemitleiden. Meine alten Klassenkameraden haben das getan und irgendwann habe ich ihre Blicke nicht mehr ausgehalten und habe die Lehrerin gefragt ob ich das Jahr in einer anderen Klasse wiederholen kann. Das war gut, denn in der Klasse kannte mich niemand. Und naja ich will kein Mitleid oder so. Denn was würde es mir nützen? Es ist zwar nett gemeint aber diese Blicke erinnern mich immer an den Tag an dem der Postbote mir einen Brief brachte und mich so anlächelte, als würde ich ihm leid tun. Und als ich den Brief ansah, da hatte ich schon eine Ahnung was darin stehen würde. Und als ich ihn schließlich öffnete...ich will einfach nicht, dass mich Leute deswegen so mitleidig oder traurig anschauen. Oder nur mit mir befreundet sind, weil ich ihnen leid tue. Das haben ein paar meiner alten Klassenkameraden getan. Ich habe es gehasst."
Yuki blickte ihr direkt in die Augen, als sie sagte: " Es ist immer so anstrengend diese Blicke ertragen zu müssen und sie erinnern mich an den schwärzesten Tag meines Lebens, den ich am liebsten vergessen würde. Deswegen habe ich es geheim gehalten  und gelogen. Bitte sei mir deswegen nicht böse, Mami-San."

" Oh, Yuki.", erwiderte Mami, bevor sie ebenfalls eine Träne von Yukis Wange strich und sagte:" Ich könnte dir nie böse sein, erst recht nicht wegen so etwas. Jemanden zu verlieren den du liebst...ich will mir das gar nicht erst vorstellen."
Ungewollt wanderten ihre Gedanken zu Kyouko und Mami musste ein leichtes Zittern unterdrücken. Wenn Kyouko Homura und sie nicht gehabt hätte…
Sie fasste einen Entschluss.
Ihre Hände legten sich auf Yukis Schultern und sie blickte ihre Freundin ernst aber auch liebevoll an, als sie sagte:" Keine Sorge ich werde es nicht weitersagen, versprochen. Aber falls du mal jemandem zum Reden brauchst, möchte ich, dass du weißt, dass ich immer ein offenes Ohr für dich habe, ja?"
"Okay.", erwiderte Yuki lächelnd und schniefte kurz, bevor sie sagte:" Entschuldige, wenn ich dir die Stimmung vermiest habe ich-"
"Keine Entschuldigungen. Es ist alles in Ordnung. Im Gegenteil. Ich danke dir, Yuki, dass du mir so einen großen Teil deiner Vergangenheit anvertraut hast. Das bedeutet mir wirklich viel."
Yuki nickte und Mami erwiderte das Nicken, bevor sie weiter in die Wohnung hineindeutete und sagte:" Kommst du zurecht? Oder soll ich die Nacht über hier bleiben? Ich bin sicher Akemi-San und Kyouko macht es nichts aus und-"
" Nein, nein, alles gut. Geh ruhig zu deinen Mitbewohnerinnen zurück. Ich komm schon klar.", erwiderte Yuki lächelnd. Dieses Mal war es ein ehrliches Lächeln, was Mami sehr freute. Allgemein wirkte Yuki nun viel fröhlicher, so als hätte man ihr eine große Last von den Schultern genommen.
Mami zögerte noch einen Moment und nickte dann.

" In Ordnung, aber sobald etwas ist, zögere nicht zu uns zu kommen, ja? Bei uns wirst du immer einen sicheren Ort zum Reden haben, ein Zuhause, wenn du so willst."
Sie zwinkerte ihr zu, bevor sie flüsterte:" Außerdem haben dich Kyouko und Akemi-San sehr gern, das weiß ich."
Dann drehte sie sich um und sah so nicht die Röte, die Yuki bei diesen Worten in die Wangen schoss.
" Wirklich? O-okay.", erwiderte sie und Mami drehte den Kopf und lächelte sie an, während sie die Tür öffnete.
Dann trat sie hinaus ins Freie, Yuki folgte ihr.
Doch sie stoppte, als Mami anhielt, bevor sie sich wieder zu ihr umdrehte und sagte:" Einen letzten Rat noch. Du solltest es Sayaka, Madoka, Kyouko und Akemi-San erzählen. Sie würden für dich da sein, das weiß ich."

Als Yuki sie unsicher anblickte lächelte ihr Mami ermutigend zu, bevor sie sagte:" In all meinen Jahren habe ich noch nie solche Freunde gesehen, die so zusammenhalten wie es unsere kleine Gruppe tut und ich bin mir sicher, dass sie dich auch nicht bemitleiden werden, wenn du ihnen die Lage erklärst."
Yuki schien zu zögern, dann lächelte sie ebenfalls bevor sie schließlich langsam nickte und sagte:" In Ordnung, ich überlege es mir."
Mami nickte.
" Es ist letztendlich deine Entscheidung, Yuki und ich will dich dabei auch gar nicht hetzen."
" Keine Sorge, das tust du nicht.", versicherte ihr Yuki, bevor sie hinzufügte: " Danke, dass du es verstehst."
" Immer.", antwortete Mami, bevor sie hinzufügte: " Schlaf gut, Yuki-Chan. Bis morgen."
" Du auch, Mami-San! Schlaf gut!", rief Yuki ihr hinterher als die Blondine sich auf den Weg zur Straße machte.
Sie winkte ihr noch nach bis sie sie nicht mehr sehen konnte, dann schloss sie die Tür hinter sich und lehnte sich dagegen.
Sie spürte wie ihr Herz pochte als sie an Mamis Lächeln zurückdachte und Wärme durchflutete sie, als ihr die Abschiedsworte des blondhaarigen Mädchens noch einmal durch den Kopf gingen.
" Bis morgen.", murmelte Yuki, bevor sie glücklich lächelnd und zum ersten Mal seit langem ohne Sorgen im Inneren ihres Hauses verschwand.
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AN: Eigentlich hatte ich einen anderen Plan für Yukis Eltern. Zuerst sollten sie wirklich von ihrer Firma aus unterwegs sein, jedoch habe ich vom Plot her etwas umgeplant, weswegen es jetzt so gekommen ist. Ihr werdet sehen warum. :)
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