Die Macht der Worte

von Roheryn
DrabbleAllgemein / P16
Galadriel Ingwe Maedhros Maglor
09.07.2015
24.09.2018
45
16444
9
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Ich heiße dich herzlich willkommen zu meinem neusten Projekt, es handelt sich um dmit Zitaten durch das ganze Jahr   die hinter diesen Worten zu finden sind.

Zeitgleich bildet eine kleine Drabblegeschichte den Auftakt, diese Geschichte mag ungewohnt sein und ist Súlimes Geschenk für die Sommerdrabbles. Sommerdrabbles.
Ihr sei auch die ganze Sammlung gewidmet.

Sollte einer der Texte Fragen aufwerfen, dürfen diese gerne gestellt werden und werden auch (früher oder später) beantwortet.

liebe Grüße und viel Spaß beim lesen,
eure Roheryn

Familienbande


"Andere Menschen sind die Hölle." - Jean-Paul Sartre


Ein Land zerrüttet von Kriegen, einmal mehr und was war der Grund? Macht… zumindest vermutete er das. Er hatte aufgehört die Taten jener um sich herum genau zu betrachten – er hatte es sich vorgenommen, nicht immer gelang es ihm.
 Hin und wieder beobachtete er die Sterblichen doch, es war selten geworden, kam aber noch vor. Zuletzt waren es Brüder gewesen, zwei an der Zahl, die er gesehen hatte, als sie das Land verlassen hatten. Er hatte in den Augen des jüngerem – in Kinderaugen – gesehen, dass sie in ein Exil aufbrachen und ihre Zukunft ungewiss war.
 Er kannte den Blick, der einst in seinen Augen gelegen haben musste, damals vor zahllosen Jahren.

Mehr als der Blick des Kindes hatte ihn aber auf eine Weise gefangen, wie es lange nichts mehr getan hatte. Es waren auch die Gesichtszüge gewesen, die ihn an die seinen erinnerten. Sie waren Menschen, daran bestand kein Zweifel und doch hatten ihre Züge etwas, dass ihn an seine Sippe erinnerten und das so heftig, dass er sich unweigerlich fragen musste, ob einer seiner Brüder nicht doch ein Geheimnis mit ins Grab genommen hatte, das lebte. Von all seinen Brüdern gab es nur einen, der vielleicht Nachwuchs gehabt haben könnte, zumindest welchen, der von einer der Edain kam.
 Konnte es sein?
 Er glaubte es nicht und versuchte die Gesichter zu verdrängen.

Wenig Erfolg war ihm beschienen und er stellte fest, dass es ihm keine Ruhe ließ.
 Es verfolgte ihn in seinen wachen Stunden, beinahe so sehr, wie es einst seine eigenen Verluste und Taten die er begangen hatten. Schließlich – in der Hoffnung Frieden mit sich machen zu können – brach auch er auf, um den Kanal zu überqueren.
 Es war ein Zufall, der ihn sie wiederfinden ließ und er beobachtete sie aus der Ferne und den Schatten heraus.
 Je länger er sie beobachtete, desto mehr glaubte er, dass sie zu den Noldor gehören könnten, wären sie nur größer und langlebiger. Auch ihr Temperament entsprach dem seines Volkes, wenn nicht sogar dem seiner Familie.

‚Gehören sie zu dir, Dachs?‘, fragte er sich immer und immer wieder, an den veränderten Blick seines Bruders denkend. Aber selbst wenn, dann war es Jahrtausende her… wie könnte es sein, dass das Erbe so deutlich hervortrat?
 Über Jahre war er ihnen gefolgt, zwei Brüdern, von denen der Jüngere erwachsener wurde. In Zeiten, die dunkel waren und unter widrigen Umständen. Immer häufiger ertappte er sich dabei, wie er überlegte, wie er mit den Männern in Kontakt treten konnte. Doch er wusste es nicht. Vorsichtig und misstrauisch waren sie, obgleich der Ältere ein Mann war, dem andere bereitwillig zu folgen schienen und der in seiner Loyalität und Ergebenheit kaum zu überbieten war.

Dazu kam es nie, er sah, wie der Jüngere in einer Schlacht erschlagen wurde und auch, wie dessen Bruder sich – schwer verletzt und verraten von seinen eigenen Leuten – in eines der Gotteshäuser retten konnte. Ein Haus, in das sich auch andere Verletzten gerettet hatten und in dem die Kirchenmänner ihr bestes gaben, ihre neuen Schützlinge zu verteidigen und zu Pflegen. Er hatte sich unter sie gemischt, hielt sich unter einer geborgten Kutte gebeugt, damit man seine Größe nicht sah.
 Zum ersten Mal kam er dem Älteren der beiden Brüder näher und noch immer zerschlug sich das Bild der Ähnlichkeit nicht…

Doch – wie es immer war – wenn er etwas gefunden hatte, dass ihm etwas bedeutete, währte es nicht lange. Das Gotteshaus war gestürmt worden und sie hatten den Mann herausgezogen, der ihn selbst an seine Brüder erinnerte.
 Es gab Widerstand, als ihn die Männer eines – in seinen Augen –  bedeutungslosen Königs mitnahmen, aber nicht von dem Kriegsführer selbst.
 Maglor war am Tag der Hinrichtung dabei und er fragte sich immer und immer wieder, ob er in den beiden Brüdern nicht zwei weitere Verwandte verloren hatte und ob es weitere gab und ob er sie suchen sollte. Schließlich rang er sich dazu durch, um sie vor den Höllen, die andere Menschen waren, zu behüten.
Review schreiben