Verblasste Bilder

von Nairalin
DrabbleDrama / P6
Théoden
08.07.2015
08.07.2015
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Huhu,

hier ist mein Wichtelgeschenk für Thainwyn zum Wichteln Satzdrabbles von ehemals AuctrixMundi.

Den Satz habe ich nur indirekt in den Text übernommen und nicht wortwörtlich, da es so besser passte. Ich hoffe, es gefällt dir trotzdem!

Sumoræðel = "OFC" oder eher namenloser CC, Schwester Théodens

Vorgabe: Satz: Manchmal erinnern wir uns besser an die Toten als an die Lebenden.
Verarbeitung des Satzes: Im Text
Drabbleform: Frei
Max. erwünschtes Rating: P16
Fandom: J.R.R.Tolkien, Das Lied von Eis und Feuer, Harry Potter, Assassin‘s Creed, Outlast, The Witcher, TES: Skyrim, FA
Sonstiges: Der Satz kann gerne im Gespräch zwischen zwei Figuren geäußert werden, muss aber nicht.

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Théoden starrte auf das Gras, welches mit weißen Blüten bedeckt war, gleich Schneeflocken im Winter, die den grünen Boden zum ersten Mal im Jahr bedeckten. Der Anblick war schmerzhaft vertraut und seine Kehle wurde ihm eng.

Er kniete sich hin und schloss die Augen, Qual war es, die ihn ergriffen hatte. Das wievielte Grab war es nun, das er ausheben hatte müssen? Wie viele würden noch folgen?

Wer war geblieben von seiner Familie?

Sumoræðel war neben seiner Mutter, die Einzige, die noch hier war. Théodwyn war tot, ebenso Éomund. Seine geliebte Gemahlin hatte er zu Grabe tragen müssen und einzig die Kinder waren noch am Leben. Seine anderen Schwestern waren in Süd-Gondor, weit weg von hier, und er hatte schon lange keine Nachricht mehr von ihnen bekommen.

Er erinnerte sich an jedes Detail, jede Geste der Verstorbenen; so klar und deutlich, dass es ihm vorkam, als würden sie vor ihm stehen. Wenn er hingegen versuchte, sich Denethors zu erinnern, den er Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte, dann war da nur mehr ein verschwommenes Bild eines hochgewachsenen Mannes mit dunklen Haaren und grauen Strähnen. Es war, als würde er sich der Toten besser erinnern als der Lebenden, und das machte ihm beinahe Angst.

Was wenn er die vergaß, die ihm geblieben waren?

Irritiert hielt er inne und schüttelte den Kopf. So weit durfte es gar nicht erst kommen. Seine Finger vergruben sich im Gras und er atmete tief durch. Sein Blick fiel wieder auf die Simbelmyne und er pflückte eine davon. Feine, weiße Blütenblätter leuchteten im fahlen Licht der Sonne. Für einen Moment glaubte Théoden, seine jüngste Schwester lachen zu hören, eher er bitter aufstand und die Gräber verließ.

Seine Finger ließen die Simbelmyne los, die Théodwyn so sehr geliebt hatte.

Die weiße Blüte fiel zu Boden und verlor ihre Blätter.
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