Winx! Beyond Common Sense

GeschichteHumor, Parodie / P16 Slash
Avalon Miss Faragonda Spezialisten Trix Valtor Winx Club
07.07.2015
14.01.2020
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WARNUNG!
In dem nachfolgenden Kapitel werden, im Rahmen unserer Darstellung möglichst vieler Lowlights des Originals aufzugreifen, verschiedene Handlungen beschrieben, die für jeden klar denkenden Menschen, der nicht im Winx-Produzententeam hockt und es als für Kinder angebrachte Unterhaltung einstuft, einer Rape/non-con - Warnung bedürfen.
Es sind keine graphischen Beschreibungen gegeben, und auch die expliziten Ausmaße sind weitestgehend dem geneigten Leser/Zuschauer überlassen.
Trotzdem wollten wir lieber einmal zu viel Bescheid sagen, und an dieser Stelle auch noch einmal betonen, dass wir uns leider Gottes weniger aus den Fingern saugen, als uns lieb ist.

Für weitere Referenzen verweisen wir auf Winx, Staffel 2, Folgen 4-6.

Und damit: Trotzdem viel Spaß beim Lesen!

Fake-Out Finale pt. 3

Schrilles, hysterisches Gelächter hallte zwischen den verfallenen Steinsäulen des alten Amphitheaters wider. Zitternd hob Stella ihren Stab, scheinbar unfähig, irgendetwas in dem minimal dunkleren Bereich außerhalb seines warmen Scheins zu erkennen.
"Bloom?"
Die einzige Antwort war mehr schrilles Gelächter, denn Bloom hatte nun die Phase des Böseseins kurz vor dem Finale erreicht, in der sämtliche vokale Äußerungen in schäbige Lache umgewandelt wurden.
Da die Relixdimension kaum die Ausmaße des Winx-Schlafsaals in Alfea erreichte – für wen das jetzt ein schlechtes Zeichen war, sei dahingestellt – brauchte Stella nicht lange, um ihre geliebte Anführerin zu finden.
Bloom stand breitbeinig, die Hände in die Hüften gestemmt auf den Überresten einer Säule und sah lachend auf Stella hinab.
"Bloom! Komm da runter!", rief Stella streng.
Dark!Bloom kicherte nur weiter vor sich hin. Hätte sie Bauchmuskeln, würden die nach diesem Tag mehrere Wochen verkatert sein.
"Bloom! Bitte! Alfea wird angegriffen und ohne dich sind wir verloren!"
Dark!Bloom blinzelte sie ein paar Mal verwundert an, während Blooms geschmeichelte dramatische Ader gegen die dunkle Magie ankämpfte. Aber es hielt nicht lange vor und kurze Zeit später erfüllte ihr Lachen einmal mehr die Relix-Dimension.
Stella seufzte leise und stieß sich vom Boden ab, um mit Bloom auf einer Augenhöhe weiterzureden.

"Wir schaffen es nicht mehr lange!", piepste Chatta. "Wo sind die anderen?"
"Keine Ahnung", jammerte Amore. "Und wo ist Lockette?"
Die Elfen sahen einander panisch an, als wäre es eine furchtbare Nachricht, dass Lockette, die Einzige, die es bislang geschafft hatte, den Zauber auf Bloom wenigstens für kurze Zeit zu brechen, sich auf den Weg gemacht hatte, Bloom zu helfen. Denn genau wie Bloom musste auch Lockette ihre heroischen Handlungen grundsätzlich zum Schock aller vollbringen.
Allerdings war Lockette doch nicht ganz Bloom und somit schnell vergessen, als eilige Schritte aus dem Gang zum Thronsaal erklangen.
Chatta drehte sich grinsend zu ihren Urhebern um. "Flora! Leute! Da seid ihr ja endlich!"

"Bloom!" Stella fuhr überrascht herum, als sie Lockettes piepsende Stimme vernahm. Dark!Bloom unterbrach ihre Lachsalven für einige Sekunden wütenden Starrens unterlegt mit gelegentlichen abfälligen Lauten, in denen Lockette unbeirrt auf sie zuschwirrte.
"Bloom! Das ist alles, was ich für dich tun kann", flötete sie. Mit gespitzten Lippen näherte sie sich Blooms Wange. Die riss erschrocken den Mund auf, gab ein wütendes Knurren von sich und schlug mit dem Handrücken nach der Elfe. Kreischend wurde Lockette zur Seite geschleudert, wo sie für den Rest des Kampfes in Blooms patentiertem Trauerscheinwerfer versank.
Währenddessen fand sich der Rest ihrer Gruppe am Sockel von Blooms Säule ein, um wie die Ölgötzen zu ihr aufzusehen.
"Hör auf, Bloom!",  rief Stella über Dark!Blooms erneut einsetzendes Lachen hinweg. "Bloom! Hörst du mich überhaupt? Bloom!"
Dark!Blooms Lachen ebbte ab und sie legte den Kopf schief, um Stella nachdenklich zu mustern.
"Du kannst mir doch nicht wirklich erzählen, dass du dich so von Valtor beherrschen lässt? Du bist viel zu stark und wichtig dafür! Du hast bis jetzt noch alles besiegt! Komm schon, wach auf!" Stella seufzte leise. "Bitte wach auf... Wir vermissen dich, Bloom."
Stella sah Dark!Bloom eindringlich an. Dark!Bloom sah misstrauisch zurück. Schließlich wandte Stella seufzend den Blick ab. "Es tut mir leid, Bloom. Ich...i ch krieg dich nicht aufgeweckt..."
Seufzend sank sie zurück auf den Boden, wo sie von Flora tröstend in Empfang genommen wurde.
"Meint ihr, wir sollten doch Sky dazuholen?", fragte Tecna leise. "Vermutlich würde sie auf ihn am stärksten reagieren..."
"Aber... er müsste sie anlügen", warf Helia ein, "Meinst du wirklich, dass das jetzt gerade angebracht ist?"
"Außerdem ist er wer weiß wie weit weg", gab Layla zu bedenken.
Tecna wiegte zustimmend ihren Kopf hin und her. "Okay... Aber was können wir sonst tun? Unser Feenstaub wird kaum wirken, ansonsten hätte Blooms eigener sie vor dem Zauber schützen müssen..."
Keiner von ihnen merkte, dass Dark!Blooms mit bösem Lachen beschäftigtes Gehirn erst jetzt zu verarbeiten schien, was Stella gesagt hatte. Sie riss erschrocken die Augen auf. Ihre bösartig gelben Iriden begannen zu leuchten, ein helles, goldenes Licht, das sich allmählich über ihren gesamten Körper ausbreitete, während Bloom in Flashbacks versank. Die, da sie mit Stella- im Gegensatz zu Sky - tatsächlich einiges erlebt hatte, etwas länger dauerten.
Stella war ausnahmsweise die Erste, die merkte, dass Bloom sich allmählich in einen Suchscheinwerfer verwandelte. "Bloom!"
Auf ihren Ruf hin wirbelten die anderen ebenfalls herum und ließen sich direkt die Netzhaut durchschmurgeln.
"Was zum Henker hast du nun wieder kaputt gemacht?", fragte Riven.
"Ich glaube, du hast es geschafft!", rief Flora begeistert.
"Ich denke auch", stimmte Tecna ihr zu.
"Oh, Stella." Sie alle verstummten, als Blooms Stimme aus dem langsam abklingenden Leuchten ertönte.
"Bloom!", quietschte Stella begeistert und raste zu ihr nach oben, um sie mit einer stürmischen Umarmung beinahe im wahrsten Sinne des Wortes vom Sockel zu hauen.
Es dauerte nicht lange, bis eine nun wieder blauäugige, rundpupillige Bloom inmitten ihrer Freundinnen auf dem alten Steinboden stand und sich feiern ließ. Zum ersten Mal in ihrem Leben allerdings ein wenig widerwillig; auch wenn sie ihre Lektion, wie alle Winx-Charaktere, noch innerhalb derselben Folge vergessen würde, hatte ihr eigenes Verhalten als Dark!Bloom sie durchaus ein wenig verschreckt.
"Entschuldigt, wenn ich hier ein bisschen Stress mache", unterbrach Riven die übliche, unangenehm lange Bloom-Zelebration, "aber Musa und Sky könnten etwas Hilfe dabei gebrauchen, Brandon vor seiner Zwangsehe zu retten!"
Bloom starrte ihn entsetzt an. Blinzelte ein paar Mal. "Ach, stimmt ja. Wo ist Sky hin?"

"Passt auf!" Ein goldener Schutzschild spannte sich über den kreischenden Statistenfeen auf und ließ den Hagel aus Eisspeeren zu feinem Staub zerbersten.
"Seid ihr in Ordnung?", wandte sich Palladium an seine Schülerinnen, die dank ihres an einen lobotomierten Backstein heranreichende Überlebensinstinktes nun wimmernd am Boden kauerten. Ein paar von ihnen nickten zögerlich.
"Bringt euch in Sicherheit", wies Palladium sie streng an, seine Stimme gepresst von dem Kräfteaufwand, den Schild gegen Icys Angriffe aufrechtzuerhalten.
Da dies einer der wenigen Befehle war, die Winx-Statisten unter allen Umständen einwandfrei verarbeiten konnten, beeilten die Feen sich, sich aufzurappeln und den Rückzug anzutreten.
Icys nächster Angriff ließ Palladiums Haut trotz des Schutzschildes vor Kälte brennen. Wenn die Winx nicht bald wiederkamen, konnten sie die Schule unmöglich halten.
Er beschwor einen halbherzigen, aber grell leuchtenden Angriff, den er in Icys Richtung schickte. Die Hexe stieß einen genervten Laut aus, ihre Reaktion eher die auf ein Insekt denn auf einen magischen Angriff. Aber es reichte, um sie den Blick abwenden zu lassen und Palladium die Zeit zu geben, im Eingang der Schule mit den Feen Zuflucht zu finden.
Keuchend wandte er sich an Amaryll, eine der wenigen wiederkehrenden Statistinnen mit dunkelblondem Bobschnitt und beunruhigend normaler Kleidung. "Schnappt euch so viele von euren Mitschülerinnen, wie ihr könnt. Knut wartet in der Bibliothek auf euch, er kennt einen Weg aus der Schule."
"Aber-"
"Kein aber", unterbrach Palladium sie streng, "wir haben keine andere Chance, als zu fliehen."

"Wir sollen in die Bibliothek", rief die namenlose Statistin Mirta über den um sie herum tosenden Sturm zu.
Mirta ballte in machtloser Wut die Fäuste. Nein. Nein, sie konnte nicht schon wieder weglaufen, Icy nicht schon wieder gewinnen lassen.
Ihre Sicht verschwommen von Zornestränen und dem von Stormy aufgewirbelten Staub sandte sie einen weiteren, nutzlosen Angriff gegen die Hexe. Verdammt. Sie schaffte es nicht einmal, überhaupt in Icys Nähe zu kommen.
"Mirta!", rief die Statistin erneut. Eine Hand schloss sich fest um ihren Arm.
"Nein! Wir können sie nicht einfach gewinnen lassen..." Lucy war noch irgendwo da draußen, überzeugt, dass Icy unbesiegbar war, dass Mirta Icy unterlegen war.
"Wenn die Winx wieder da sind, besiegen sie die Trix sicher", versuchte die Statistin es mit etwas Sue-Pushing, "aber wir können nicht viel machen."
Mirta bebte noch immer vor Wut, hatte noch immer Zornestränen in den Augen. Aber die Worte reichten, um sie zitternd durchatmen zu lassen. Ja. Flora hatte sie noch nie im Stich gelassen, sie würde auch diesmal kommen.
Sie zwang sich, Stormy den Rücken zuzukehren und ihrer Pappaufstellerkameradin in die Schule zu folgen.

"Und was jetzt?", flüsterte Musa nervös, als sie in der Karawane der Stoffträger durch die lächerlich hohen Hallen des Schlosses zogen. "Folgen wir denen bis zu Brandon?"
"Ja, aber lass uns versuchen, uns im Hintergrund zu halten, bis wir mit ihm allein sind."
Musa nickte.
Der Anführer ihres kleinen Umzugs stieß mit vor Nervosität zitternder Hand eine Tür auf und verkündete: "Lasst uns die Stoffe hier für die Schneider abladen und dann verschwinden, falls die Prinzessin unzufrieden ist..."
Der Raum war, bis auf ein paar wassergefüllte Vasen und einen Tisch, auf dem sie ihre Last abluden, beinahe vollkommen leer.
Also würden sie nicht zu Brandon geführt werden... Sky merkte, wie seine kurzzeitig abgeflaute Nervosität erneut aufwallte.
"Okay. Also müssen wir ihn auf eigene Faust suchen", murmelte er an Musa gewandt. "Kannst du ihn irgendwie... keine Ahnung... raushören oder so?"
Musa überlegte einen Moment. Ihre Fähigkeiten waren, was das anging, recht inkosequent. "Ich kann es versuchen."

Palladiums Schritte hallten ebenso laut in seinen Ohren wie das Donnern und Tosen der unaufhaltsamen Macht, mit der die Trix die letzten Reste Alfeas überrannten. Bereits in den noch nicht von ihnen betretenen Teilen, durch die er jetzt flüchtete, lagen Trümmer in den Gängen, wo Stormys Tornados Mauern eingerissen und die Inneneinrichtung zu Schutthaufen zusammengefegt hatten, und dickes Eis bedeckte ganze Abschnitte, verwandelte die umliegenden Zonen in beißende Winterlandschaften, statt in den kurz zuvor noch vorherrschenden sommerlichen Temperaturen allmählich zu schmelzen.
Er wollte sich nicht ausmalen, was geschehen würde, wenn sie ihn fanden, ehe er den Fluchttunnel in der Bibliothek erreichte. Mit Schaudern erinnerte er sich daran, wie der Schutzschild, der bislang noch gegen jeden Angriff und jedes Monster standgehalten hatte, unter wenigen, halbherzigen Angriffen Icys zerfallen war wie nasses Papier.
Er hoffte nur, dass die Schülerinnen sicher entkommen waren. Dass sie wenigstens ihnen und Faragonda genug Zeit hatten kaufen können.
Es war das letzte, was er dachte, ehe die Wand neben ihm in einem ohrenbetäubenden Lärm zerbarst. Er hob die Hände, Stein, Geröll und von aufgewirbelten Partikeln braune Luft prallten an seinem schwachen Schutzschild ab, aber die Kälte drang mühelos hindurch, umklammerte ihn, hielt ihn, wo er war, war das Einzige, das ihn auf den Beinen hielt, als sein Schild nachgab und dichter Staub seine Lungen füllte.
"Sieh an, sieh an", hörte er eine kalte, belustigte Stimme sagen. "Die Ratten verlassen das Schiff..."
Er wandte sich so gut es bei dem Husten, der ihn noch immer schüttelte, ging in die Richtung, in der er Icy vermutete. Langsam konnte er sie durch die verschmutzte Luft und die Tränen in seinen Augen vage erkennen, während sie auf ihn zukam.
"Wohin, meinst du, könntest du fliehen?"
Palladium zwang sich, ihrem Blick standzuhalten.
Icy lächelte süßlich. Hinter ihr erschienen die übrigen beiden Trix aus dem Staub, nicht minder triumphierend dreinblickend.
"Lass liegen", sagte Stormy gelangweilt. "Komm, ich will schauen, was die in der Küche haben."
"Nichts da", meinte Darcy. "Er kann uns sicher sagen, wohin die anderen verschwunden sind, oder?"
Palladium schnaubte. Was dachten diese Hexen, wie leicht es wäre, ihn dazu zu bringen, seine eigenen Schutzbefohlenen zu verraten?
Icy lachte. "Früher oder später wirst du schon reden..."
Palladium spürte, wie das Eis weiter über seinen Körper kroch, die Kälte stechend wie Nadeln. Vergebens riss er an seinem Gefängnis, magisch und physisch, ohne auch nur einen einzigen Splitter herauszubrechen.
Das Atmen wurde schwerer, während Icys Magie - wie immer, wenn es galt, Dramatik zu erzeugen - mit einem Mal tatsächlich Eis und nicht lediglich eine exotische Form von Dauerkleber erzeugte.
Palladium starrte die Hexe entschlossen an. Sollte sie ihn ruhig erfrieren lassen – er würde ihr nicht sagen, wie sie die anderen finden konnte.
Das Eis hatte seine Schultern erreicht, erschwerte ihm das Atmen nun nicht nur durch die unnatürliche Kälte sondern auch den festen, schmerzhaften Druck auf seinen Brustkorb.
"Nun?", fragte Icy süßlich.
Palladium öffnete den Mund, doch alles, was herauskam, war ein Keuchen, das in der Luft zu einer weißen Wolke wurde. Das Eis hatte mittlerweile seinen Hals erreicht...
Ein gleißendes, warmes Licht füllte den Raum. Die Trix schrien erschrocken auf, ihre Kraft, zurückzuschlagen, vollkommen vergessen. Aus dem Augenwinkel konnte Palladium einen leuchtenden, schneeweißen Flügel erkennen ähnlich dem eines Schwans. Palladium tat es den Trix gleich und kniff geblendet die Augen zusammen, während die Gestalt eines Mannes, heller leuchtend als Stella nach dem Sonnenbad, in ihrer Mitte landete. Die Trix riefen verwirrt durcheinander – "Wer ist das?"; "Was passiert hier?"; "Ich kann nichts sehen, Alter!" – während der Mann gemächlichen Schrittes auf Palladium zutrat. Da die Macher der Serie die Spannnung, wie der ominöse Retter denn nun aussah, selber nicht mehr aushielten, verblasste das Licht und gab den Blick frei auf Avalon, der seinen üblichen Anzug durch eine Mischung aus prunkvoller Rüstung und Skys weiß gefärbter Galauniform eingetauscht hatte. Aus seinem Rücken wuchs ein Paar langer Schwingen, die weiterhin strahlend leuchteten, um den Zeichnern die Darstellung der Details zu ersparen.
Er hob eine Hand über Palladium und das Eis löste sich unter Glitzern in Luft auf.
Dann wandte er sich an die Trix, die noch immer in derselben, ihre Augen abschirmenden Haltung neben ihm standen, und hob die Hände über den Kopf.  Unter Aufsagen einiger wichtig klingender Fantasieworte schleuderte er die Kugel nach den Trix, die laut aufkreischend von dem Licht eingeschlossen wurden ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, sich zu wehren. Avalon streckte einen Arm von sich, Zeige- und Mittelfinger erhoben, wie er es schon einmal bei irgendeinem Krieger gesehen hatte.
"Hy-yah!" Der Arm richtete sich auf die Trix.
"Hu!" Der Arm raste zur Seite, die Kugel mit den Trix mit ihm, als wären beide durch ein unsichtbares Band verbunden.
Achtlos ließ er die Kugel Kugel sein, sobald sie irgendwo im Schulhof verschwunden war, wandte sich Palladium zu und reichte ihm eine Hand.
Palladium legte seine Hand in Avalons und ließ sich auf die Beine ziehen. Keiner von beiden äußerte sich zu der ungeheuren Macht, die Avalon soeben demonstriert hatte, oder zu den Implikationen dahinter, dass dies das erste und letzte Mal war, dass sie zum Einsatz kam, oder der Tatsache, dass er die Trix in einer nicht ausbruchssicheren Kugel irgendwo in die Ecke geschossen hatte, statt sie zu stellen oder an die Autoritäten zu übergeben.
Schließlich war es nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal, dass Nebencharaktere spontan übermächtig wurden, um den halbherzigen Plot in seine unlogischen Bahnen zurückzulenken und sicherzugehen, dass die sechsundzwanzig geplanten Folgen gefüllt wurden.
"Gehen wir", meinte Avalon stattdessen noch immer Palladiums Hand haltend.
Als die Tür der Bibliothek hinter ihnen zufiel, konnten sie die Trix bereits im Hof wüten hören.
Zittrig schwenkte Palladium seine Hände in der Bewegung, die eines der Regale zur Seite wandern und den Blick auf eine schmale Treppe nach unten freiwerden ließ. Er bedeutete Avalon, als Erster die Treppe zu betreten, und beeilte sich dann, ihm zu folgen und den Eingang hinter sich zu schließen.
Eine Welle ungeheurer Macht brachte die Schule zum Beben, ließ die Wände erzittern und Staub von der Decke bröseln.
Palladium strauchelte die Treppen hinab und sie hasteten die Gänge entlang.
Erst nachdem sie den Raum, in dem die Gänge anfingen, sich zu einem gewaltigen Netz zu verzweigen, erreicht hatten, wagten sie, stehen zu bleiben und nach Luft zu schnappen.
"Ich glaube, wir sind sicher", sagte Avalon. Palladium gab sich einen Moment, um sich zu vergewissern, dass er nicht einfach nur versuchte, ihn zu beruhigen. Die gelegentlich über sie hinwegrauschenden Wellen magischer Energie waren weniger geworden. Das Donnern war verstummt, die Luft war still und roch nicht länger nach Schnee.
Es war wärmer geworden, auch wenn Palladium noch immer fröstelte. Er nickte matt und trat langsam auf Avalon zu.
"Kommen Sie klar?", fragte der besorgt. Statt einer Antwort krallte Palladium eine Hand in Avalons Ärmel, als seine Knie weich wurden.
"Hey..." Avalon legte einen Arm stützend um Palladium.
"Geht...", brachte Palladium keuchend hervor. "Aber... Sie..."
Avalon winkte ab. "Dank Ihrer Hilfe bin ich so gut wie geheilt. Bitte... lassen Sie sich helfen..."
Palladium nickte matt, sein Griff in Avalons Ärmel verfestigte sich, aber er schaffte es, ein paar zögerliche Schritte zu machen.
"Kommen Sie. In der Roten Fontäne wird man Sie besser versorgen können."

Langsam drehte sich Icy zu Valtor um, nachdem ihr stummer Wutausbruch die halbe Schule unter einer dicken Eisschicht vergraben hatte, und sah ihn herausfordernd an.
Valtor schien deutlich weniger beeindruckt, als sie gehofft hatte, und verschränkte lediglich die Arme vor der Brust.
"Das ändert nichts daran, dass ihr euch von einem Invaliden habt schlagen lassen, der ein halbes Jahr lang mühelos von meinem Vater gefangen gehalten wurde."
Icy atmete tief durch, um sich davon abzuhalten, Alfea endgültig in einen Gletscher zu verwandeln, und sagte: "Schade, dass du nicht mehr Kompetenz von deinem Vater geerbt hast."
Valtor hob eine Augenbraue. "Sei lieber dankbar, dass ich nicht die Ansprüche meines Vaters geerbt habe, denen würdest du bei Weitem nicht genügen."
"Wir haben gerade Alfea für dich eingenommen, während du die Mails deiner Modeagentur gecheckt hast!", fauchte Icy. Sie hatte die Schmach, als bloßes Demonstrationsobjekt für Avalons Macht hingehalten haben zu müssen, keineswegs verwunden und noch weniger die Schmach, von Valtor aus ihrer misslichen Lage befreit und anschließend gerügt worden zu sein.
"Und woher hattest du die Macht dafür?", brauste Valtor auf.
"Wer hat dir die Idee gegeben, diese Macht überhaupt zu verwenden?"
Hinter ihnen tauschten Stormy und Darcy einen resignierten Blick, ehe Stormy mit dem Daumen in Richtung der Cafeteria deutete. Darcy nickte erleichtert und folgte ihr.
"Oh ja, vielen Dank, dass du einmal etwas geleistet hast, statt permanent nur Ansprüche zu stellen!" Valtor verdrehte die Augen.
"Einmal?" Icy hatte das Gefühl, vor Wut zu kochen. Nicht nur, dass ihr großer, lang ersehnter Triumph in letzter Sekunde in eine erbärmliche Demütigung verwandelt wurde, eine Demütigung, die Valtor erspart blieb, sodass dieser sich nun überlegen fühlen konnte, nein, er nahm das auch noch als Anlass, sie als generell unzureichend abzustempeln! Direkt nachdem er behauptete, Gefühle für sie zu haben!
Sie baute sich zu ihrer vollen Größe auf und sah verächtlich auf Valtor. "Was bitte hast du denn bislang geleistet? Gemodelt? Vergeblich versucht, dein dämliches Bärtchen so zu rasieren, dass es nicht mehr wie ein Po-Kinn aussieht?"
Valtor schien sich gerade noch rechtzeitig dabei zu ertappen, wie er eine Hand zu besagtem Bärtchen heben wollte. Icy konnte seine unterdrückte Wut als Energiewelle spüren.
"Wenn dich mein Bart so sehr stört, will ich gar nicht wissen, wie deine Reaktion in der Roten Fontäne ohne den ausgefallen wäre."
Icy lief flammend rot an. Sie konnte die Hitze in ihren Wangen so stark spüren, dass sie beinahe bezweifelte, ihre Kräfte in diesem Moment anwenden zu können.
"Ich wusste nicht, dass es dir so sehr gefällt, einen Schwanz im Hintern zu haben! Aber ich bin mir sicher, dein stinkender Spezialist hilft dir da gern weiter!"
"Als würdest du da nicht eifersüchtig werden."
Icy wollte nichts sehnlicher, als das süffisante Grinsen aus Valtors Gesicht zu schlagen. Er hatte definitiv unrecht, es wäre ihr verdammt noch mal so egal, ob Valtor sich durch die gesamte Rote Fontäne vögelte!
"Es ist erstaunlich, was du dir alles einredest", zischte sie stattdessen, die Temperatur mit jeder Silbe drastisch absenkend.
"Es ist erstaunlich, wie dringend du mir die Bestätigung, dass ich mich in irgendeiner Form außerhalb deiner Macht für dich interessiere, abringen willst."
"Als ob ich dafür Bestätigung bräuchte, das nimmt dein Vater dir doch immer ganz gut ab."
"Mein Vater würde versuchen, mich mit Bloom zu verkuppeln, wenn ich sie schief ansehe!"
"Na, worauf wartest du dann? Ihr beide wärt bestimmt super zusammen, solange ihr keine Maden in die Welt setzt."
"Bloom ist immer noch attraktiver als du!"
"Und selbst Bloom hätte etwas besseres verdient als dich!"
Mittlerweile war die Luft um sie herum stärker mit magischer Energie aufgeladen als während der Schlacht und beide starrten einander an, als bräuchte es nur einen falschen Atemzug, um einen Kampf bis zum Tod zu starten.
Icy zog es in Betracht. Ihr gesamter Körper summte vor aufgestauter Energie, die nichts mit der neu erhaltenen Drachenflamme zu tun hatte, und sie wusste, dass sie sie nicht länger verschlossen halten konnte. Würde Valtors Drachenflamme nicht mit derselben Intensität den Gang erfüllen, wäre er bereits mit einer dichten Eisschicht bedeckt.
Sie ballte ihre Hände zu Fäusten. Es war ja nicht so, als hätte sie nicht bereits vorher in Betracht gezogen, ihn abzuschieben. Und ohne Valtor würde es keine Woche dauern, ehe die magische Dimension unterworfen war.
Sekundenbruchteile später ließ sie sich von Valtor gegen die Wand des Ganges pressen, während sie ihr Bestes tat, ihn näher zu sich zu ziehen.
Sobald es vorbei war, würde sie leugnen, dass es ihr überhaupt gefallen hatte, geschweige denn, dass sie das Gefühl hatte, noch nie etwas so sehr gebraucht zu haben. Sie würde behaupten, dass es an dem in der Luft liegenden Feenstaub gelegen haben müsse oder an den seltsamen Auswirkungen von Avalons Auftritt. Aber in diesem Moment, als Valtor sich keuchend von ihren Lippen löste und sie ansah, als wäre sie das Einzige, was er im Leben wollte, fiel ihr nichts Besseres ein, als mit dem Daumen in Richtung des nächstgelegenen Schlafsaals zu deuten.

"Sky ist also irgendwo hier?", fragte Bloom, eine Hand vor den zum 'o' gerformten Mund geschlagen, und sah sich in der kargen Stadt um, in die Stellas Zepter sie soeben transportiert hatte. Alle natürlich. Denn wie immer waren die Probleme der Protagonisten wichtiger als die Belagerung eines Haufens an Statisten.
"Ja, und Brandon auch. Diese verrückte Prinzessin will ihn heiraten!", fauchte Stella. "Er musste ihr zusagen, damit sie mich nicht hier unten verkommen lässt..."
"Also sollten wir zum Schloss gehen", meinte Tecna und deutete zu dem hinter der Skyline der Stadt aufragenden Bauwerk.
Riven nickte.
"Wir können noch nicht los!", unterbrach Nabu sie panisch.
"Hör auf, so zu tun, als hättest du was zu melden", murrte Riven und winkte den anderen zu, ihm zum Schloss zu folgen.
"Aber Amore ist weg!"
"Ja und? Die kann überall sein!"
"Wir können sie nicht einfach im Stich lassen", mischte sich Bloom ein.
"Wir könnten sie suchen", schlug Lockette eifrig vor.
"Vergiss es", meinte Riven, "Dann kommt ihr doch nur alle abhanden. Und ich such euch garantiert nicht."
"Aber was, wenn ihr etwas zustößt?", meinte Layla unsicher. "Ich hab bei denen gelebt, ich weiß, wie leicht die sich in Gefahr bringen."
"Müsste Stella das nicht spüren?", fragte Tecna verwirrt. Leider hatte die gerade aufgrund des ihre geistigen Kapazitäten überfordernden Konfliktes, zwischen Amore und Brandon entscheiden zu müssen, den Leidensscheinwerfer von Bloom geborgt und war bis auf Weiteres unansprechbar.
"Ich gehe hier auf jeden Fall nicht weg, bis ich nicht weiß, dass Amore sicher ist", beharrte Nabu.
"Dann bleib halt hier", knurrte Riven, "Ich geh auf jeden Fall Musa suchen."
"Wir sollten uns aufteilen", schlug Chatta vor.
Tecna seufzte leise. "Ich tue das zwar eigentlich-"
Aber sie hatte vergessen, dass Bloom mittlerweile wieder dabei war und prompt ihre Streitschlichterqualitäten rauskramte. "Nabu, dann gehen du und Stella Amore suchen, wir anderen helfen Sky und Brandon. Wir treffen uns am Eingang zu Tiefland wieder."

Unterdessen wurde Brandon in seiner neuen Bekleidung, die bis auf den zur Hälfte aus Stehkragen bestehenden blutroten Mantel ein verhältnismäßig gut konzipiertes exotisches Flair ausstrahlte und in einem älteren Fandom einer anatomisch ansprechenderen Serie ein klarer Fall von reinem Fanservice gewesen wäre, von zwei Wachen, die ihre Speere als Nordic-Walking-Stöcke missbrauchten, wie ein nasser Sack mit ausgekugelten Schultergelenken durch die Gänge geschleift.
Das Ziel der beiden war das Schlafgemach der Prinzessin, in welchem diese in bester Laiendarstellermanier begann, ein schlechtes "Lalalala" von sich zu geben, sobald sie in den Kamerafokus gerückt war. Kurz darauf den komplexen Text ihres vor sich hingesungenen Liedes vergessend wechselte sie zu "dudidöäh" und machte sich an das Styling für die Hochzeit. Ohne Hilfe, da sie trotz ihres Perfektionismus das Prinzip des Ressourcenmanagements weder erfasst noch an eine kompetente Fachkraft deligiert hatte und somit alle zehn ihrer Angestellten zum Blumenkauf in die Stadt entsandt hatte.
Im Moment kam ihr dies aber ganz recht, denn kaum hatte sie ihre Lippen mit den fragwürdigen Ausscheidungen eines beunruhigend roten Käferabdomens überzogen und sich damit zweifelsohne eine weitere Urheberrechtsklage von Ursula der Seehexe zugezogen, klopfte eine ihrer Wachen an ihre Tür und verkündete: "Eure Hoheit; Euer Verlobter."
"Gut", sagte Amentia in einem beunruhigend maliziösen Tonfall, "Lasst ihn bei mir.
Ich hoffe doch, dass alle Vorbereitungen für die Hochzeit wie geplant getroffen wurden?", fuhr sich fort, unbeeindruckt von der Tatsache, dass ihre Wachen ihren Verlobten soeben gewaltsam in ihr Zimmer gestoßen hatten.
"Wir tun alles, was in unserer Kraft steht, Euer Hoheit", beeilte sich eine der Wachen zu versichern. "Aber... es wird wohl eine...  kleine Verzögerung geben."
"Vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt", knurrte Amentia, als sie sich von ihrem Schminktisch abstieß und zu den Wachen herumwirbelte, bebend vor kaum unterdrückter Rage. "Ich erwarte im Mindestens Perfektion! Ich kann noch nicht einmal anfangen zu beschreiben, was euch erwartet, wenn auch nur die geringste Kleinigkeit schiefläuft!" Sie untermalte ihre letzten Worte, indem sie der Wache, die gesprochen hatte, mit dem Hinterteil ihres Lippenstiftinsekts ein leuchtend rotes Kreuz über das Gesicht malte.
Die beiden Wachen salutierten eilig, verwechselten sie mit ihrer vorgesetzten Wachkapitänin und riefen: "Ja, Ma'm", ehe sie sich eilig aus den Gemächern der Prinzessin zurückzogen.
Amentia schloss die Tür hinter ihnen und drehte sich mit einem lüsternen Kichern, das ihre beschämte Haltung Lügen strafte, zu Brandon um.
Der hatte noch nicht bemerkt, in was für einer Lage er sich befand, sondern genoß für einen kurzen, unwissenden Moment die Verspätung der Hochzeitszeremonie.
"Es tut mir außerordentlich leid, Euer Hoheit", versicherte er ihr hoffend, dass sie mit genügend Beschwichtigung eventuell die Verzögerung der Abläufe akzeptieren würde und er mehr Zeit für einen Fluchtplan hätte. "Es ist wirklich zu schade, dass unsere Ehe sich noch verzögern wir... d."
Brandon lief kreidebleich an, als sein Blick die Königin fand. Sie hatte ihre Arme ausgebreitet, die daran befestigten Schleier wie ein Fangnetz, und kam langsam aber unaufhaltsam auf ihn zu, ein gieriges Lächeln auf den Lippen. Ihr leises, genüßliches "Hmmm" ging, je näher sie ihm kam, immer mehr in dasselbe lüsterne Kichern über, das sie schon zuvor von sich gegeben hatte.
"Nein!" Brandon strauchelte bei seinem Versuch, nach hinten auszuweichen, "So... habe ich das nicht..." Wohl wissend, dass es vergebens war, hob er eine Hand schützend vor sich.
Amentia war mittlerweile in eine von hysterischem Auflachen durchzogene Dauerschleife von "Küss mich! Küss mich!" übergegangen.
Energisch gab sie Brandon einen Stoß, so dass sie über ihm auf ihrem Bett landete.
Brandon konnte nichts weiter tun, als panisch zu ihr aufzusehen, während sie sich über ihm aufbaute.
"Küss mich...", befahl sie ein letztes Mal, nachdrücklicher. Ihr Gesicht war nun beunruhigend nah an seinem.
"Warum sollten wir bis zur Ehe warten?", flüsterte sie lauernd. "Küss mich..."
Brandon gab einen Laut irgendwo zwischen Ekel und Panik von sich, als Amentia die Augen schloss und sie unter nassen Kusslauten zu ihm hinunterbeugte. Während Brandon der kalte Schweiß ausbrach, endete die Szene mit einem schwarzen Bildschirm, vermutlich da Amentia selber nicht wusste, was sie nun eigentlich mit ihm anstellen sollte.

Brandon! Es war beinahe wie ein körperlicher Angriff, so stark war das plötzliche, panische Gefühl, dass Brandon in Gefahr war.
"Wir müssen uns beeilen", sagte Sky entschieden in Musas Richtung. "Wir müssen jemanden finden, der uns zu ihm bringen kann, sofort."
Musa sah ihn verwirrt an.
"Ich spüre es", sagte Sky nur, "und jetzt komm."

Währenddessen hatte Amore es geschafft, den einzigen mit Statisten besetzten Teil der Stadt zu finden, und staunte Bauklötze, während sie durch die Straßen schwebte, als würde sie von einem schlechten Seiltrick in der Luft gehalten.
Es dauerte nicht lange, bis ein absolut erbärmliches Wimmern ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
Sie folgte dem Laut zu einem ziemlich eindeutig sturzbesoffenen Sponsus, der zur Untermalung seiner Trauer lieber vor seinem Haus auf dem Boden saß, als sich im Inneren ein Sofa zu suchen, während er sich literweise Flüssigkeit aus undurchsichtigen Tongefäßen hinter die Binde kippte.
"Und wer bist du?", fragte Amore sofort betroffen von dem Schicksal des Unbekannten.
"Der traurigste Tiefländer der Welt", schluchzte Sponsus und schlug die Hände vor die Augen, um die hervortretenden Wasserfälle nach seitwärts umzulenken.
"Du solltest keinen Grapefruitsaft auf leeren Magen trinken", beeilte sich Amore, die Jugendfreundlichkeit der Serie zu bewahren, während Brandon im Schloss von der Königin sexuell belästigt wurde. "Davon musst du sauer aufstoßen."
"Meine Liebe!", war Sponsus' einzige Antwort darauf, ehe er sich eine weitere halbe Flasche zu Gemüte führte.
"Liebe?", fragte Amore verwundert, während Sponsus lauchiger Körper mit einer Mischung aus Rülpsen und Würgen auf den exzessiven... Grapefruitsaftkonsum reagierte. "Aber Liebe sollte etwas Schönes sein, nichts Trauriges."
"Es war sogar in den Kristallen geschrieben, dass wir heiraten würden", jammerte Sponsus, sein Blick leidend in die Ferne gleitend.
"Kristalle?", fragte Amore vollkommen ernsthaft, da sie hackedichte Leute auf der Straße grundsätzlich als sehr vertrauenserweckend erachtete.
"Sie liebt mich nicht", jammerte Sponsus eindeutig zu weit weg, um in irgendeiner Form auf Amores Anteil der Konversation einzugehen.
"Wer ist sie?", fragte Amore. Sponsus schluchzte nur und Amore hakte noch einmal, diesmal nachdrücklicher, nach. "Wer ist sie?"
"Die Prinzessin!"
"Oh!" Amore schlug eine ihrer kleinen Händchen vor den Kirschmund. "Hey, ich hab genau, was du brauchst!", verkündete sie dann munter, während Sponsus die nächste Flasche entkorkte. Über ihrer ausgestreckten Hand erschien ein kleines rosafarbenes Retikül das je nach Blickwinkel einer Rose oder einer Rübe ähnelte. Lächelnd zog sie eine der Rosen aus ihrem Haar und bestäubte sie mit dem unsichtbaren Inhalt des Beutelchens.
Daraufhin schwoll die Rose auf die gut vierfache Größe an und entwickelte einen Stiel.
"Da", sagte Amore sanft und bedeutete Sponsus, die Blume zu nehmen. Vorsichtig streckte der Tiefländer eine Hand danach aus und nahm einen tiefen Zug davon, offensichtlich in der Annahme, sie hätte ihm lediglich eine Steigerung seines Grapefruitsaftes angeboten.
"Riecht sie nicht schön?", fragte Amore leise und ließ mit ihrem Verhalten so endgültig die Frage aufkommen, welcher Sexualstraftäter in dieser Folge als Gastautor eingestellt worden war.

Es gab keine Drohung, keine Beleidigung, keine einzige Form der Machtdemonstration, die Icy einfiel, die stark genug wäre, sie aus dieser Schande zu retten.
Sie verfluchte diese Schule und alles, was sie verkörperte, und sie war sich sicher, dass sie ohne den ekelhaft süßlichen Einfluss der Feen, die hier normalerweise hausten, niemals auch nur im Ansatz so gehandelt hätte. Sie war sich sicher. Definitiv. Sagte sie sich, zum wohl hundertsten Mal, während sie mit glühendem Gesicht ihr Oberteil wieder verschloss.
Sie war nicht sicher, was sie jetzt tun wollte; die Zeit zurückdrehen am liebsten. So weit, dass sie den Mann, dessen Kleidung sie jetzt hinter sich rascheln hören konnte, nie kennenlernen musste.
Aber das war wohl kaum eine Option, noch nicht zumindest.
Zunächst einmal musste sie sicherstellen, dass er niemandem, niemals, auch nur ein Sterbenswörtchen hiervon berichtete und dass er eindeutig wusste, dass sie das Ganze nicht womöglich aus so etwas wie Zuneigung zu ihm getan hatte.
Nach einer Weile konnte sie hören, wie Valtor von dem Bett, auf dessen Kanten sie beide bis dahin noch immer gesessen hatten, aufstand und langsam darum herum ging, bis er direkt vor ihr stand.
Sein Blick war irgendwo knapp über ihren Haaransatz gerichtet, und Icy fühlte sich ein klein wenig besser, als sie sah, dass auch seine Empfindungen von Scham dominiert schienen.
Sie erhob sich, nicht willens, ihn weiter als nötig auf sich herabblicken zu lassen, und sah ihn so direkt sie konnte an. Sie schaffte es nicht, ihm in die Augen zu sehen, konnte ihren Blick aber fest auf seinem dank faulen Zeichnern jederzeit gleich aussehenden Pony halten.
Sie wusste immer noch nicht, was sie sagen sollte, und ihm schien es ebenso zu gehen. Noch immer war die Luft zwischen ihnen angespannt, aber anders diesmal; eine zähe, drückende, unangenehme Spannung, die sich nicht in einem explosiven Ausbruch würde entladen können.
Langsam hob sie eine Hand und ohne auch nur hinzusehen, annihilierte sie das Bett hinter sich so endgültig wie Avalon das von ihr geschaffene Eis um Palladium.
"Ich werde mich in Faragondas Büro umsehen", sagte Valtor schließlich, sein Tonfall so alltäglich, als wäre nichts von alledem, was Icy momentan ein Magengeschwür nach dem nächste bescherte, geschehen.
Sie nickte. Sie fühlte sich ein wenig besser damit, so zu tun, als wäre nichts gewesen.
"Such die anderen und seht nach, ob ihr geheime Räume oder Passagen findet." Ohne ihr auch nur die Möglichkeit zu geben, diesem Befehl zu widersprechen, kehrte Valtor ihr schwungvoll den Rücken zu und verließ den Raum. Icy atmete zitternd auf. Nach einem vollkommenen Neustart der Zeit gefiel ihr dieses Szenario immer noch am Besten. Und früher oder später würde sie schon die Gelegenheit haben, ihren übrigen Frust an jemandem, vorzugsweise Valtor, auszulassen.

"Anundersiebn", krähte der Kakadu mit übergroßen Kammfedern und einer Handvoll verknickter Partystrohhalme anstelle von Schwanzfedern, der in der Wartekammer des Bräutigams auf einer zierlichen Goldstange saß.
Brandon drehte sich mit einem gequälten Lächeln zu dem leuchtend gelben Tier um.
"Hey. Du bist ja süß", sagte er, als er auf den Vogel zutrat. Jede Ablenkung vor dem Grauen, das sich im Hof des Palastes anbraute, war ihm nur allzu willkommen.
"Anundersiebn."
"Du wärst nicht so munter, wenn du wüsstest, was mir bevorsteht", erzählte er dem Tier. Er kraulte es sanft mit den Fingern unterm Kinn.
Von seinem Platz am Fenster aus hatte er sehen können, wie die Dienstboten in erstaunlicher Geschwindigkeit einen Altar in der Mitte mehrerer in einem Oval angeordneter Sitzreihen hergerichtet hatten. Das Ganze erinnerte mehr an ein Kolosseum als die Kulisse einer Eheschließung – treffenderweise, wie Brandon fand.
Eine Hinrichtung wäre ihm lieber gewesen.
"Anundersiebn." Der Kakadu sah ihn eindringlich mit schiefgelegtem Kopf an, als wüsste er etwas, was Brandon nicht wusste. Ihn schauderte bei der Vorstellung, um was es sich da handeln könnte.
"Sie haben mir keine Verhandlung gegeben, keinen Anwalt, nicht einmal einen Bluttest", sagte Brandon, ohne weiter auszuführen, wessen Blut warum getestet werden sollte. "Sie können mich nicht einfach so zu einer Ehe verurteilen."
Er seufzte leise. "Aber das verstehst du nicht, oder?"
"Anundersiebn."
Die Tür klackte, als irgendjemand von außen mehrfach versagte, sie aufzuschließen. Brandon drehte sich der Magen um. Er merkte erst jetzt, wie sehr er noch auf eine Rettung in letzter Sekunde gehofft hatte.
Die Tür schwang auf und eine der Wachen machte sich sofort im Türrahmen breit.
"Mr. Brandon, ich bringe gute Neuigkeiten. Sie werden von Königin Foeda zum Altar geführt werden."
Die Erde bebte als die Personifikation der vielfach in Witzen erwähnten "Muddah" auf Brandon zumarschierte.
Foeda hatte, abgesehen von einem Namen, als wäre einer der Autoren auf seiner Tatstatur ausgerutscht, sämtliches anderen Charakteren fehlendes Körperfett für sich beansprucht und sah somit in Kombination mit ihrer Kleidung aus, als hätte sie sich abwechselnd als Dragqueen und als Sumoringer betätigt und beides ausschließlich aus mit dem Toaster gefilmten YouTube-Tutorials eines zwölfjährigen Simon-Desue-Fans gelernt. Einmal ganz abgesehen davon, dass sie eine metallene Unterhose trug, die am Hintern einen Stachel von der Größe ihres Unterarmes besaß.
"Ah, meine Tochter hatte Recht, du gefällst mir!", quäkte sie, während sie Brandon in einer Weise, die sie eindeutig als Amentias Mutter bestätigte, zuleibe rückte. "Du bist kein Tiefländer, aber ein sehr gut aussehender Schwiegersohn!"
Sie klopfte ihm auf den Rücken und beförderte ihn mit dem Gesicht voran auf den Fliesenboden. Brandon hoffte vergebens auf einen erlösenden Genickbruch.
"Also, bereit für die einhundertsieben Schritte?"
Brandon stemmte sich zittrig vom Boden auf, bis er zu Foeda hinauf sehen konnte. Er hatte seit seiner Gefangennahme weder Nahrung noch Wasser heruntergebracht und nicht geschlafen. Stattdessen hatte er Stunden, die sich zeitgleich wie Wochen und wie Sekunden anfühlten, in Panik verbracht, war durch Räume geschleift, zu Boden geworfen und von Amentia herumgeschubst worden.
"Was?", fragte er matt.
"Siebn!", krähte der Kakadu.
Foeda zog ihn auf die Beine und legte ihm eine Hand auf den Rücken.
"Wenn du diesen Raum verlässt, hast du genau einhundertundsieben Schritte bis zum Altar. Einer für jede der Qualitäten eines guten Ehemannes. Warum so trübselig? Kopf hoch, Ehe ist für immer!"
Grinsend hakte sie Brandon unter und zerrte ihn hinter sich her aus dem Raum.
Brandon wusste nicht, ob er sich übergeben, weinen oder hysterisch lachen wollte. Das war's. Er war umgeben von Wachen und übermächtigen Tiefländern, es war niemand da, der ihm helfen konnte, und Amentia erwartete ihn am Altar.
"Komm, fang an zu zählen!", forderte Foeda den lasch an ihrer Seite hängenden Brandon auf, seine Apathie munter ignorierend.

"Lauft!" Layla packte Tecna, die noch immer darüber fluchte, dass ihre Kräfte nun ohne ersichtlichen Grund gar nicht mehr funktionierten, am Handgelenk und zerrte sie mit sich durch die Straßen Tieflands.
"Wo kommen die auf einmal her?!", knurrte Riven mit einem wütenden Blick über die Schulter auf die halbe Armee Tieflands, die sich Abrupto mittlerweile bei ihrer Verfolgung angeschlossen hatte.
"Wir können nicht ewig weglaufen! Wir müssen zum Palast!", rief Bloom. "Lasst uns-"
Das 'Kämpfen' ging in dem donnernden Erdbeben unter, mit dem vor ihnen eine atomar verstrahlte Riesenfilzlaus die halbe Stadt niedermähte, um sich ihnen in den Weg zu stellen. Seufzend ergaben sie sich diesem 1-A-Verteidigungssystem und wandten sich mit erhobenen Händen zu den anstürmenden Wachen um.

"Hilfe!"
"Lasst uns raus!"
Brandon sah mit zunehmender Übelkeit zu Königin Foeda auf, die ihn munter angrinste, während sie an den versiegelten Stahltoren, hinter denen verzweifelte Männer um Rettung flehten, vorbeimarschierten.
"Ist da jemand?!"
"Bitte!"
"Sie sind auch bald dran", grinste Foeda auf eine Art, die Brandon den Magen umdrehte. "Sie sollen an Hofdamen verheiratet werden."
In der Ferne konnte er eine Fanfare ertönen hören.
"Meine Damen und Herren: Prinzessin Amentia und König Enervus!", verkündete die weit tragende Stimme eines Dieners.
Neben ihm donnerten die verzweifelten Fäuste eines weiteren zukünftigen Ehemannes fruchtlos gegen die stählerne Tür seiner Zelle.

"Da vorn! Das muss das Zimmer für den Bräutigam sein, wenn dieser Schneider recht hatte!" Sky rannte bereits auf das Zimmer zu.
"Sky, warte!", rief Musa. Sie beeilte sich, zu ihm aufzuholen, doch er hatte bereits die Tür aufgerissen und war in ihr erstarrt.
Bis auf einen kleinen, gelb-orangefarbenen Kakadu war der Raum leer.
"Anundersiebn", krächzte das Tier zu ihrer Begrüßung.
Musa konnte sehen, wie Skys Schultern absackten, die Hoffnung, die er gehabt hatte, Brandon hier zu finden, nachließ.
"Er ist weg", seufzte er. "Wieso ist dieses verdammte Schloss so unübersichtlich?"
"Anundersiebn."
"Wir können ihn immer noch finden", sagte Musa entschieden. "Notfalls entführen wir ihn nach der Hochzeit."
Sky nickte grimmig. Er trat in den Raum hinein. "Es muss irgendeinen Hinweis geben. Hilf mir suchen."
Der Raum war, im Gegensatz zu vielen anderen in Tiefland, voll mit Möbeln, Dekorationen und Schnickschnack.
"Sein Anzug ist hier!", rief Musa triumphierend und riss das labbrige Gummiteil aus seinem Platz im Regal.
Sky reagierte nicht. Musa hielt verwundert inne und sah zu ihm hinüber. Er starrte aus dem Fenster hinaus, vollkommen still, bis er auf einmal so schwungvoll herumfuhr, dass sie erschrak.
"Der Altar ist im Hof! Komm!"

Als sie den Hof betraten, brach das Publikum auf den Rängen in tosenden Beifall aus.
Resigniert ließ Brandon sich die letzten Meter zum Altar schleifen, hin zu Amentia, die ihn mit einem selbstzufriedenen, gierigen Blick erwartete. Neben ihr standen ein ernst aussehender Tiefländer mit roten Latexhandschuhen und Haaren, die aussahen wie halbgerauchte Zigarren, und ein älterer Tiefling mit langem, grauem Bart und Halbglatze, der - im Gegensatz zu allen anderen - mit einer zeremoniellen Robe körperbedeckend bekleidet war und ein schweres Buch in der linken Hand hielt.
Als Amentia ihm mit wissendem Blick einen Kussmund zuwarf, wurde die aufkommende Panik zu viel für Brandons in Mitleidenschaft gezogenen Körper. Das letzte, was er wusste, war, dass er sich unnatürlich leicht fühlte.
"Der Bräutigam ist in Ohnmacht gefallen!", verkündete der Latexhandschuhe tragende Mann, dessen einzige ersichtliche Funktion das Weiterleiten offensichtlicher Geschehnisse für die ganz Blöden auf den billigen Plätzen war, theatralisch mit ausgestrecktem Arm.

"Brandon!"
Noch ehe Musa mehr verarbeiten konnte, als dass Brandon neben der gleichgültigen Prinzessin am Boden lag und zwei Dienerinnen versuchten, ihn wieder auf die Beine zu ziehen, war Sky mit gezücktem Schwert auf den Altar zugerannt.
"Brandon!"
Mit einem Mal kam wieder Leben in Brandons noch eben reglosen Körper und er stemmte sich auf, um sich zu ihnen umzudrehen. Seine Augen waren weit aufgerissen, als wüsste er nicht, ob er glücklich oder panisch war.
"Sky?"
Was auch immer er danach sagte, ging in dem Aufruhr der Wachen unter; aus den Reihen der Zuschauer sprangen gewaltige, vierarmige Soldaten und stürmten auf Sky zu.
Musa rannte zu ihm hinüber, entschieden, ihm mit der Kraft, die sie übrig hatte, zu helfen – nur um zu merken, dass sie keinerlei Kräfte mehr besaß. Sie brachte nicht mehr als einen gut gezielten Kick in die Lendengegend zustande, ehe zwei Paar Arme sich fest um ihren Oberkörper wanden und sie hilflos strampelnd in der Luft hing.
Sky schlug sich besser; sie konnte kaum mehr als einen blauen Wirbel ausmachen, dort, wo er gegen die ihn umzingelnden Wachen schlug. Brandon sprang auf, doch er kam keine zwei Schritte vom Altar weg, ehe die Prinzessin ihn am Arm packte und mühelos bei sich hielt, scheinbar unbetroffen von seinen Versuchen, sich freizukämpfen. Musa musste zugeben, dass sie widerwillig beeindruckt war.
Ein Knallen gefolgt von einem schmerzerfüllten Stöhnen ließ sie wieder zu Sky sehen. Mit demselben Gefühl, dass sie oft hatte, wenn sie Riven etwas um die Ohren gehauen hatte, dass im Nachhinein betrachtet zu heftig gewesen war, sah sie, dass die Wachen Sky zu Boden geworfen hatten. Eine von ihnen hatte ihm eine Hand vor den Mund geschlagen und hielt ihn fest bei sich, eine andere nahm sein Schwert in Gewahrsam und mindestens vier von ihnen richteten Speere auf Skys wütend um sich tretende Form.
"Sky!" Brandon hörte auf, an dem Arm der Prinzessin zu ziehen, und wandte sich ihr mit flehendem Blick zu. "Amentia bitte. Lass ihn gehen..."
Auf Amentias Lippen machte sich ein sadistisches Lächeln breit. "Vielleicht. Wenn du dich benimmst..."
Sie zerrte Brandon zurück zum Altar.

"Wenn irgendjemand einen Einwand gegen diese Ehe hat, möge er sich an König Enervus wenden", begann der Priester ungerührt mit der Zeremonie. Amentia sah mit einem erwartungsvollen Lächeln zu Brandon hinauf.
Sky konnte sehen, wie Brandon seine Faust ballte, als er sein Schicksal schweigend in Kauf nahm. Er hatte versagt. Er hatte es nicht geschafft, Brandon zurückzuholen, und jetzt waren seine Anwesenheit, sein Versagen es, die Brandon zwangen, jegliche Gegenwehr aufzugeben und weiß Gott was mit sich machen zu lassen.
Wenn er wenigstens rechtzeitig mit Bloom Schluss gemacht hätte. Wenn sie wenigstens mehr Zeit miteinander gehabt hätten...
"Der Bräutigam hat die einhundertundsieben Schritte hinter sich, nun wird es Zeit für die heiligen Gaben."
Der Priester blinzelte ein paar Male, ehe ihm einfiel, dass die Geschenke in der Regel nach der Ehe übergeben wurden.
"Knappe Brandon, nimmst du Prinzessin Amentia als deine Frau?", fragte er dann.
Amentia sah bedeutungsschwanger über ihre Schulter zu Sky. Brandon folgte ihrem Blick und seine braunen Augen fanden Skys. Sky hoffte, dass er, wenn er schon nicht sprechen oder lächeln oder gestikulieren konnte, wenigstens mit seinen Augen zeigen konnte, wie viel Brandon ihm bedeutete, und dass er ihn nicht damit allein lassen würde – und wenn es ihn umbrachte.
Brandons Lippen verzogen sich zu einem halb schmerzhaften, halb liebevollen Lächeln, ehe er sich erneut dem Priester zuwandte.
"Ja", presste er hervor, der Schmerz in seiner Stimme so eindeutig, dass es Sky die Tränen in die Augen trieb. Er wollte nicht weinen, wollte es nicht schwerer für Brandon machen, als es ohnehin war, auch wenn er das bereits tat, verdammt, aber er konnte nicht anders.
"Amentia", fuhr der Priester, vergessend, dass er hier seine Herrscherin und nicht seine gleichnamige Bowlingkollegin vor sich hatte, fort. Glücklicherweise hatte seine schwer perfektionistische Königin ihren eindimensionalen Charakter einmal wieder vergessen. "Nimmst du Knappe Brandon als deinen Mann?"
"Ja ich will", säuselte Amentia.
"Jetzt die beiden heiligen Gaben für Prinzessin Amentia", verkündete der Priester mit seinem erhabensten Blick, hoffend, seinen Faux-Pas zu überspielen.
"Die Blumen der Fruchtbarkeit und der Ehering."
Acht Dienerinnen erschienen, in zwei Viererreihen, jeweils die vorderste Frau mit einer der Gaben.
Allerdings ging die Beschenkung der Königin in einem erneuten Aufruhr unter. Sky war noch nie so froh gewesen, Bloom zu sehen, wie in dem Moment, als sie dicht hinter Stella an die Brüstung einer aus Gründen über den Schlosshof führenden Brücke erschien.
"Brandööön!", kreischte Stella.
"Sky!", rief Bloom aufgebracht.
Sky vermehrte seine Anstrengungen, aus dem Haltegriff zu kommen. Wenn Bloom hier war, konnten sie kämpfen. Brandon würde die Prinzessin nicht-
Eine Legion an Wachen erschien hinter den beiden Feen, gemeinsam mit dem Rest der Spezialisten und der Winx sowie Nabu.
Sky spürte die kurz aufkommende Euphorie abebben, als die Wachen Bloom und Stella am Arm packten und keine von ihnen Anstalten machte, sich zu verwandeln. Wenn Bloom sich verwandeln könnte, dann würde sie es jetzt tun, denn dramatischer wurde es sicher nicht mehr.
"Wartet!", rief Brandon.
Die Königin und ihr Gemahl, der besonders unter den in Tiefland geltenden laxen Ehevorschriften für Königinnen beunruhigend stark wie ihr Bruder aussah, erhoben sich genervt.
"Was ist denn jetzt los?", donnerte Enervus.
"Gefangene!", rief eine der Wachen auf der Brücke, die scheinbar mit einem übernatürlichem Gehör ausgestattet war.
"In eine Zelle mit ihnen dann", antwortete Foeda, sich nicht einmal die Mühe machend, ihre Stimme zu erheben. Die Wache hörte sie trotzdem.
"Nicht! Das sind... meine Verwandten", log Brandon. Glücklicherweise war Amentias Gedächtnis ähnlich gut wie das des Kraken und sie hatte Stella bereits wieder vollständig daraus verdrängt.
"Na, dann können sie halt zusehen. Aber wir behalten sie im Auge, der Verwandtschaft kann man nie trauen", beschloss Foeda.
"Was ein Aufwand für nichts", lamentierte Enervus. "Macht weiter."
"Diese Ringe symbolisieren die Liebe zwischen Mann und Frau", verkündete der Priester, während die besagten Ringe auf einem Samtkissen der Menge präsentiert wurden.
Sky wurde übel, als er auf die wie kleine, goldene Karabiner aussehenden Ringe starrte. Er sollte derjenige sein, der mit Brandon dort stand. Sie beide, niemand sonst. Nicht er mit Bloom, nicht Brandon mit Amentia. Es fühlte sich so falsch an, dass er beinahe glaubte, jeden Moment aus dem Albtraum erwachen zu müssen.
"Aber zuerst: Der Fruchtbarkeitssegen!"
Eine der Dienerinnen reichte Amentia einen Strauß Rosen, aus deren einheitlich roter Masse eine einzelne, pastellfarbene Blüte herausstach wie ein wunder Daumen, was Amentia aber dank ihres vergessenen Charakters nicht länger störte.
"Mögt ihr durch diese Gabe mit vielen Kindern gesegnet sein."
Als Brandon angeekelt zurücksprang, erwachte in Sky neuer Kampfgeist. Er rammte seine Zähne fest in die Hand des Soldaten, der ihn festhielt. Eine der Wachen klappte wimmernd zusammen, als sie seinen Absatz in die Magengrube bekam.
"Brandon, ich-urgh!"
Schmerz durchzuckte ihn, als das stumpfe Ende eines Speeres in seinen Unterleib gerammt wurde. Sofort war die Hand wieder über seinem Mund, fester und gröber diesmal. Er konnte spüren, wie sich Fingernägel in seine Wangen bohrten.
"Sky." Brandon wandte sich mit schmerzerfülltem Blick zu ihm um. "Bitte."
Mehr brauchte er nicht zu sagen. Sky sackte in sich zusammen, mit einem mal reglos in den Armen der Wachen. Brandon hatte Recht. Es brachte nichts.
Amentia sah ihn überlegen an, als sie den Strauß zu ihrem Gesicht hob und einen tiefen Atemzug nahm.
"Oh." Nach einem einzigen Atemzug erstarrte Amentia, ihre Augen weit aufgerissen, jeglicher Triumph, jegliche Begeisterung aus ihrem Gesicht verschwunden. Das Bouquet entglitt ihren Händen und ging raschelnd zu Boden. Aufgebrachtes Raunen ging durch die Menge.
"Was ist los, Euer Majestät?", fragte der Assistent des Priesters.
"Es..." Amentia faltete ihre Hände und senkte verliebt den Blick. "Es ist, als ob die Liebe in meinem Herzen millionenfach verstärkt wäre... Es ist überwältigend."
Sky sah panisch auf das Bouquet. Was war darin? Wollten sie Brandon mit irgendetwas manipulieren?
"Mein Liebling!" Amentia sah sich leidend in der versammelten Menge um. "Wo ist er, mein Liebling?"
"Was ist falsch bei dir, Mädel? Ist das ein Witz? Dein Mann steht vor deiner Nase", schnarrte ihre Mutter.
"Wer? Er?" Amentia fuhr zu Brandon herum. "Sieh ihn dir doch nur mal an! Wie könnte ich so eine hässliche Kreatur lieben? Mein Mann! Wo ist mein Mann?"
Der Assistent richtete ebenso theatralisch wie zuvor eine Hand in die Menge, als hätte er gewusst, was Amores Plan war, und rief: "Da ist er!"
Amentia seufzte begeistert auf.
Aus einer vollkommen anderen Ecke des Publikums, in deren Richtung weder Amentia noch der Assistent auch nur ansatzweise geschaut hatten, kam Sponsus auf zwei Stuhllehnen gesprungen und rief: "Prinzessin!"
"Sponsus! Sponsus!" Sie rannte einen Bogen, um sich durch sämtliche ihrer Zofen zu prügeln, die nicht schnell genug panisch ausweichen konnten, als sie auf Sponsus zurannte.
"Sponsus! Mein Liebling!"
"Prinzessin! Prinzessin!"
"Jajaja!", rief Amore eifrig in die Hände klatschend von ihrem Platz im Publikum, als Amentia Sponsus tackelte und mit Küssen überhäufte.
Ebenso schnell, wie sie ihre gesamte Streitmacht darauf verwendet hatten, sämtliche Eindringlinge zu stellen, verloren die Wachen jegliches Interesse an ihren Gefangenen.
Sky rappelte sich hastig vom Boden auf, kaum dass die Wache ihn achtlos fallengelassen hatte, und fand sich direkt vor Brandon wieder, der ihn prompt in eine etwas zu feste Umarmung riss.
Überglücklich klammerte er sich an Brandon. Es gab so viel, was er sagen wollte, aber im Moment war nur eine einzige Sache wichtig.
"Geht es dir gut?"
Brandon nickte und löste sich ein wenig von Sky, um ihn ansehen zu können.
"Jetzt ja."
"Wartet mit dem Knutschen, bis wir im Gleiter sind!", brüllte Riven von der Brücke. Stella und Bloom sahen ihn verwirrt an.
"Du bist doch nur neidisch!", rief Musa zurück, wandte sich dann aber an Sky und Brandon, den sie, so gut er sich von Sky lösen ließ, ebenfalls kurz umarmte. "Aber er hat recht. Lasst uns gehen, bevor die es sich anders überlegen."
Sky sah kurz ein wenig unwillig zu Brandon auf, nickte dann aber.

Tatsächlich war Amentia ihnen sogar dankbar dafür, mit einem potenten Aphrodisiakum abgefüllt worden zu sein, und ihre Wachen brachten die gesamten Gruppe sowie die Überreste von Sponsus beachtlichem Grapefruitsaftlager, die ihnen als Dank überlassen wurden, in Sekundenschnelle zum Ausgang des Höhlensystems zurück.
Spencer, der von Codatorta geschickt worden war, sie schnellstmöglich zurückzubringen, wartete bereits mit dem Gleiter auf sie.
Drinnen angekommen ließen sie sich erleichtert auf die Sitze fallen. Sky machte es sich auf Brandons Schoß bequem und ließ sich kaum eine Sekunde der Fahrt von dessen Lippen lösen.
Riven suchte, nachdem er sein eigenes Wiedersehen mit Musa gefeiert hatte, mit Layla nach einem geeigneten Versteck, um den Grapefruitsaft an Saladin vorbei in die Rote Fontäne zu schmuggeln.
Nabu lobte Amore ununterbrochen für ihren brillianten Plan.
Bloom saß ungewöhnlich still in einer Ecke und war sich nicht sicher, wie sie das Ganze verarbeiten sollte, während Stella sie über alles, was sie "wichtiges" verpasst hatte, informierte.
Timmy, Tecna, Flora und Helia arbeiteten tatsächlich an einem Plan für die Rettung Alfeas.
Und dann saß Bloom mit einem Mal kerzengerade im Gleiter. "Habt ihr das gehört?"
"Was?", fragte Stella sofort besorgt.
"Ich..." Bloom blinzelte einige Male. "Da! Wieder! Daphne... sie... sie ruft mich... Ich muss zum See Roccaluce!"

"Professor!", rief Mirta erleichtert, als Palladium vor ihnen im Eingang des Geheimganges erschien. Erschöpft ließ er sich von ihr aus dem Tunnel ziehen.
"Geht es Ihnen gut?", fragte es von mehreren Seiten besorgt. Palladium seufzte.
"Mir geht es gut, aber... Alfea..."
Er spürte eine warme Hand auf seiner Schulter und sah unsicher zu Avalon auf. "Legen Sie sich erst einmal hin."
Palladium wollte gerade einwenden, dass nicht er derjenige gewesen war, der bis vor Kurzem im Krankenzimmer gelegen hatte, aber er schwieg. Vermutlich hatte Avalon recht; sie alle brauchten erst einmal Ruhe.
Er nickte. "In Ordnung..."

"Bist du dir sicher?", fragte Tecna, als Spencer den Gleiter auf einer Lichtung nahe des Roccaluce-Sees landen ließ.
"Ja", antwortete Bloom nachdrücklich. "Es hat etwas mit Daphne zu tun. Mit meinen leiblichen Eltern, meinem Zuhause... meinen Kräften."
Sie sah ernst in die Runde. "Geht ihr nach Alfea. Ich komme nach, sobald ich mit Daphne gesprochen habe."
"Aber-", setzte Tecna an.
"Nichts da", nahm Stella es ihr ab, ihren berechtigten Einwand, dass Bloom ohne ihre Kräfte zu Fuß Stunden bis nach Alfea brauchen würde, an diese zu vermitteln. "Wir lassen dich hier nicht allein."
"Oh, Stella." Bloom seufzte und schloss ihre beste Freundin fest in die Arme. "Aber ich muss das allein schaffen."
Und weil in sicherer Entfernung warten, Bloom nicht allein genug war, blieb ihnen nichts anderes übrig, als Bloom ohne Kräfte, Waffen oder Fluchtfahrzeug in einem Wald voll gefährlicher Kreaturen während einer Offensive Valtors allein zu lassen, um sich in indirekter Demonstration von Blooms Überlegenheit von dem Endgegner die Fresse polieren zu lassen.

"Warum sollen wir uns überhaupt die Mühe machen?", murrte Stormy, während sie achtlos eine Hand über die ihr am nächsten stehende Wand streichen ließ.
"Valtor wird sich schon etwas dabei gedacht haben", meinte Darcy. "Vielleicht sucht er etwas Bestimmtes, das Faragonda versteckt hält..."
"Wenn ja, dann könnte er es uns ruhig sagen", schnaubte Icy. Eine weitere Wand barst in einer Explosion aus Eis und Geröll.
"Ich mein ja nur", sagte Stormy, gab ihre Suche auf und kramte stattdessen in ihrer Tasche nach einem Kaugummi. Icy streckte wortlos eine Hand in ihre Richtung, woraufhin ihr das erste zerdrückte Päckchen, das Stormy fand, überreicht wurde. "Tecna meint, die Räume hier kommen und gehen, wie es ihnen passt."
"Pass auf, dass Ronnie dir nicht noch eifersüchtig auf Tecna wird", zischte Icy aggressiv auf ihrem Kaugummi kauend. Darcy warf Stormy hinter Icys Rücken einen fragenden Blick zu.
Ehe Stormy allerdings etwas erwidern konnte, wurden sie von einer Krähe unterbrochen, die vor Stormy landete und sich in einer Wolke aus Federn in Ronnie verwandelte.
"Auf wen soll ich eifersüchtig sein?", lachte er.
Icy musterte seinen um Stormy gelegten Arm, als hätte er ihr persönliches Leid zugefügt, und Ronnie ruderte hastig zurück. "Ist auch nicht so wichtig... Ich wollte euch eigentlich nur mitteilen, dass die Winx bald hier sind."
Die plötzliche Kälte, die sich in dem Gang ausbreitete, ließ Darcy und Stormy einen weiteren fragenden Blick wechseln.
Ronnie flüsterte ein: "Was habe ich verpasst?"
Darcy warf ihm und Stormy einen warnenden Blick zu und bedeutete ihnen, Icy zu folgen, die bereits auf halbem Weg in den Schulhof war, die Gänge um sich herum mit einer dicken Schicht spitzer Eiszacken bedeckend.

Währenddessen war Bloom am von glitzernden Spezialeffekten umschwärmten Ufer des Roccaluce-Sees angekommen und genoß die minutenlangen Expositionsaufnahmen mit verwirrendem Randfilter und mystischer, in Schleife laufender Musik.
Zögerlich streifte sie ihre Schuhe ab und watete dann, ansonsten vollständig bekleidet, in den See hinein.
Am Grund einer unter Wasser liegenden Klippe fing eine leichte Bewegung ihren Blick.
Die Felswand, auf die Bloom von ihrer erhöhten Position herabsah, wackelte und nach einer Weile fiel das dazu prädestinierte, einheitlich graue, höhleneingangsförmige Geröll an einer Stelle hinab und eine Menge Blasen - vermutlich nicht wie unter realitätsnahen Umständen anzunehmen gebildet durch angestaute Faulgase - stieg unter lautem Blubbern an die Oberfläche.
Bloom sah ernst auf den See hinab, auf den nun kurz aufleuchtenden Höhleneingang.
Nach einer weiteren halben Minute szenischer Aufnahmen schloss sie die Augen. Als sie sie wieder öffnete, war sie unter Wasser in der weitläufigen Höhle. Sie hatte keine Probleme damit, zu atmen oder staunende Geräusche von sich zu geben. Oder zu sprechen, als ihre Schwester Daphne in der üblichen unnatürlichen Körperhaltung vor einer rosafarbenen, an eine phallisch gebaute Kanone erinnerten Felsformation erschien.
"Daphne? Träume ich?"
"Nein, Bloom, du träumst nicht. Komm mit mir, meine kleine Schwester." Daphne streckte eine Hand aus, zog diese aber zurück, als Bloom nah genug herankam, um sie zu ergreifen. "Du hast deine Kräfte nicht verloren. Sieh, da drüben."
Bloom drehte sich verwundert um und, da ein kleines Paket mit der Aufschrift "Bloom ihre Drachenflamme" vom Plotmagix-Versand dann doch etwas auffällig gewesen wäre, erblickte sie stattdessen...
"Das... ist das Haus meiner Eltern. Meiner Adoptiveltern, meine ich..."
"Ja!", rief Daphne viel zu begeistert. Flashbacks setzten ein, ersparten den Zeichnern einen Großteil des für diese Konversation nötigen Bildmaterials. "Du wurdest auf der Erde von zwei liebenden, verständnisvollen Menschen aufgezogen, die dich genug liebten, um dich gehen zu lassen, als die Zeit dafür kam!"
"Und ich habe sie enttäuscht", seufzte Bloom, für ein Mal nicht melodramatisch sondern einfach resigniert. "Genauso wie Alfea. Ich... ich habe nicht geschafft, das zu tun, was von mir erwartet wurde."
Und dann, um nicht zu brauchbares Drama zu erschaffen, setzte sie hinzu: "Ich gehöre nirgendwo hin!"
"Bloom, du bist noch immer, wer du warst", sagte Daphne, als wäre das nicht eine verkappte Art, Bloom als entwicklungsresistent zu bezeichnen, "und deine Vergangenheit gehört noch immer dir. Genauso wie deine Kräfte. Das kann dir niemand wegnehmen!"
"Und... was ist dann mit mir passiert?", fragte Bloom, kurzzeitig wieder in der Gegenwart, mit gesenktem Blick. Sie verstand nicht ganz, was ihre Schwester ihr sagen wollte – vielleicht, weil nicht einmal die Autoren selber wussten, was für eine Notfalllösung für ihren nicht zuende gedachten Plot sie sich gerade aus sämtlichen suspekten Körperöffnungen zerrten.
"Nichts, was nicht uns allen passiert", antwortete Daphne lächelnd. "Du hattest Zweifel. Angst. Du dachtest, das, was du am meisten liebst, könnte dir einfach weggenommen werden. Aber die Wahrheit ist: Niemand im ganzen Universum kann dir jemals deine Vergangenheit, deine Träume oder deine magischen Kräfte wegnehmen."
Was die Tatsache, dass diese drei Dinge Bloom am meisten bedeuteten, und nicht etwa etwas, das ihr tatsächlich weggenommen werden konnte, wie ihre Eltern, Stella oder Sky, über Bloom aussagte, übergingen die beiden Schwestern.
"Die Kraft gehört den Hexen nicht, sie gehört dir. Für immer."
Die Flashbacks endeten vollkommen und Daphne posierte ein letztes Mal für ihr Ein-Frau-Publikum.
"Wenn du deine Kräfte wiederfinden willst, Bloom – sieh tief in dein Inneres!"
In einer Wolke aus goldenem Licht verschwand sie.
Bloom sah sich hilflos am Boden des Sees um. "Daphne?! DAPHNE!"
Doch schließlich musste sie einsehen, dass ihre Schwester einmal mehr verschwunden war. Seufzend kehrte sie der Stelle, an der Daphne soeben noch gestanden hatte, den Rücken zu und musste sich, da alle Beteiligten vergessen hatten, dass sie mittels Astralprojektion auf dem Grund des Sees gelandet war, zu Fuß auf den elend langen Weg aus der Höhle machen.
"Daphne!", rief sie nach einer Weile noch einmal, weil ihr langweilig war.
Schließlich erreichte sie seufzend den Ausgang und, weil keiner Lust hatte, Geld in die Entwicklung eines emotional bedeutsamen Oneliners zu investieren, seufzte sie einfach noch einmal: "Daphne."
Sekunden später gab es ein Platschen an der Seeoberfläche, auf das kurz darauf eine erneut verwandelte Bloom folgte wie die Mundbewegungen dem asynchronen Ton in einer schlechten Videoaufzeichnung. Was aber noch immer bei Weitem eine geringere Verzerrung der Realität darstellte als die Tatsache, dass Daphne recht gehabt hatte, weshalb Bloom nun ihre bis dato verlorenen Kräfte, deren Verlust physisch als Flamme in Valtors Hand sichtbar gewesen war, deren Weitergabe an die Trix diesen einen nicht unerheblichen Kräfteschub verliehen hatte, einfach wieder besaß und munter wie eine akustisch behinderte Sylvesterrakete durch Magix schoß.

Angestrengt keuchend schirmte Flora sich gegen die auf sie einprasselnden Eissplitter ab.
Da Bloom dank ihrer Mary-Sue-ness und des allumfassenden Intellektmangels im Produktionsstudio selbstverständlich ohne Probleme den Energieerhaltungssatz unter ihrem breiten Hinterteil zerquetschen und etliche trillionen Joule magischer Energie aus dem Nichts erschaffen konnte, hatten die Kräfte der Trix durch Blooms Wiedererlangen der Drachenflamme nicht den geringsten Dämpfer erhalten und die Winx und Spezialisten konnte nichts tun, als ihre Verteidigung aufrecht zu erhalten.
Dank des Enchantix konnten ihre Schilde zwar die Angriffe der Trix aufhalten, aber keine von ihnen hatte es geschafft, auch nur ein einziges Mal selber in die Offensive zu gehen.
"Ich habe gleich gesagt, wir sollten auf Bloom warten!", heulte Stella, während tosender Wind von ihrem Schild um sie herum abgelenkt wurde.
Für ein Mal hatte keiner einen Grund, ihr zu widersprechen. Aber Bloom erschien nun einmal nicht von allen anderen begleitet taktisch sinnvoll, sondern erst, nachdem jeder einmal gezeigt hatte, dass es ohne sie nicht ging.
Weshalb auch erst, nachdem Stormy den Gleiter der Spezialisten mit einem Tornado hatte bruchlanden lassen, nachdem Flora von Darcy betäubt zusammengesackt waren und Layla und Musa von Icy an die nächstbeste Wand gepinnt worden war und Tecna und Stella hinter ihren Schilden kauernd bereit waren, zu kapitulieren, mit einem Mal ein leuchtend orangefarbener Drache über ihnen erschien, den Himmel erleuchtend wie eine Sonne.
"Bloom!", rief Stella begeistert.
In wenigen, vollkommen antiklimaktischen Sekunden hatte Bloom die drei Hexen dazu gebracht, nun ihrerseits auf dem Schulhof hinter einem Schild zusammengekauert zu hoffen, ihre Stellung halten zu können.
Eine plötzliche, heftige Druckwelle riss Bloom aus der Luft, fegte die übrigen Winx, die sich gerade zum finalen Schlag hatten sammeln wollen, gegen die Mauern und überlud die Systeme des Gleiters mit magischer Energie.
Stella kreischte. Bloom keuchte. Musa und Riven fluchten. Die Elfen suchten hysterisch bei ihren Feen Schutz.
Timmy tastete fahrig über die Amaturen des Gleiters, vergebens versuchend, ihn zu stabilisieren, während das System um ihn herum schrill piepsend und leuchtend Amok lief.
"Kannst du irgendetwas erkennen?!", brüllte Layla Tecna über den Druck auf ihren Ohren hinweg zu.
"Nein!"
Und dann war es vorbei. Stille, die beinahe ebenso laut schien wie zuvor der Kampfeslärm, breitete sich aus. Bloom realisierte endlich, dass es keine Gegner mehr gab, ließ ihren Drachen verlöschen und landete inmitten der übrigen Winx, die sich allmählich im verwüsteten Schulhof wieder aufrappelten.
Tecna schwebte hinüber zu dem Gleiter und nach wenigen Sekunden beruhigte sich das System und die Luke öffnete sich, um die Spezialisten hinausstolpern zu lassen.
"Was war das?", fragte Timmy, während er zittrig seine Brille richtete.
"Verdammt! Wo sind sie hin?!", rief Layla aufgebracht.
"Teleportiert", antwortete Tecna sachlich.
"Uuh, das war widerlich! Meine Haare sind eine Katastrophe!", schimpfte Stella, "Was war das?"
"Valtor", antwortete Bloom dramatisch.

"Willst du uns vielleicht erklären, warum du deine absolute Übermacht nicht verwendet hast, um die Winx hier und jetzt zu besiegen?", fauchte Icy aufgebracht. Es hatte ihrem desaströsen Tag gerade noch gefehlt, ein zweites Mal von Valtor gerettet zu werden.
"Weil ich meine Grenzen kenne. Es erspart mir die Art peinlicher Situation, in der ihr euch momentan vorzugsweise wiederzufinden scheint", antwortete Valtor herablassend und lehnte sich in Miss Griffins Schreibtischstuhl zurück. Icy starrte ihn finster an. Wie konnte er es wagen? Sie wusste nicht einmal genau, was sie damit meinte, oder was sie von ihm erwartete, aber sein Verhalten ließ in ihr das Verlangen aufkommen, ihn mit einem gut platzierten Eishieb aus dem Fenster des Wolkenturms zu befördern. Vorzugsweise in Richtung der gigantischen Müllkippe, die sich zur Unterstreichung der unangenehmen Atmosphäre in Ignoranz jeglicher Hygienevorschriften direkt neben der Schule auftürmte.
Sie stemmte eine Hand fest vor ihm auf den Schreibtisch. Sofort zogen sich messerscharfe Eiskristalle über das Holz um ihre Finger herum.
"Du bringst dich auch so in genug peinliche Situationen", zischte sie.
Valtor lächelte überlegen. "Das haben wir dann wohl gemeinsam..."
Icy spürte, wie Hitze in ihre Wangen kroch. Wütend krallte sie ihre Hand zusammen, bis ihre Nägel Spuren im Holz hinterließen und dichtes Eis den gesamten Tisch überzog, kehrte Valtor schwungvoll den Rücken zu und fauchte: "Das hättest du wohl gern, Tori!", ehe sie, die Tür hinter sich zuknallend, aus dem Raum stolzierte.
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