Geliebter Feind

von -Demon-
GeschichteDrama, Romanze / P18
Inu-Yasha Sesshoumaru
07.07.2015
27.05.2018
12
51.113
10
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15.07.2015 5.178
 
Weiter geht's!

Zuerst einmal danke für meine ersten beiden Reviewer und natürlich auch für die Favoriteneinträge, habe mich sehr gefreut :)

Heute kommt dann endlich auch ein bekannter Charakter ins Spiel ;) Mehr möchte ich auch gar nicht verraten.

Have fun :-)



Kapitel 2



Mit Unlust knurrte ich, drehte mich auf die andere Seite und ignorierte das sanfte Rütteln, welches mich aus meinem erholsamen Schlaf reißen wollte.

„Nur noch ein bisschen“, nuschelte ich undeutlich und zog stöhnend die Decke über meinen Kopf als das Rütteln energischer wurde. Wieso um alles in der Welt konnte ich nicht einmal ausschlafen?

„Akira, jetzt mach schon!“, drang es gedämpft an mein Ohr, da ich immer noch kampflustig die Decke um mich gewickelt hatte und diese auch nicht so schnell hergeben würde. Ich hatte es noch nie leiden können geweckt zu werden. Selbst meine liebevolle Mutter, die mich immer mit einem strahlenden Lächeln am neuen Morgen begrüßt hatte, hatte nicht die Fähigkeit besessen mich zu motivieren und das einlullende Bett zu verlassen. Daher übernahm diese undankbare Aufgabe normalerweise mein Wecker. Nur... wieso versuchte dann Keisuke mir gerade die Decke zu entwenden?

Mit einem Schlag kehrten die Erinnerungen zurück und noch halb schlafend fuhr ich in die Höhe und zwinkerte gegen die blendende Helligkeit, welche auf meine geweiteten Pupillen traf. Das gleißende Sonnenlicht, welches trotz des einbrechenden Winters, seinen Weg in mein Zimmer gefunden hatte, schien nicht nur die Schatten zu vertreiben, sondern auch die Unklarheiten aus meinem Verstand. Viel zu schnell verließ mich die wohltuende Ruhe des Schlafes und die Probleme von gestern kehrten zurück.

„Endlich... Manchmal frage ich mich echt ob ich dir einfach einen Eimer mit kaltem Wasser über den Kopf leeren sollte. Du schläfst wie ein Stein!“ Vorwurf schwang in seiner Stimme mit, dennoch hörte ich die Belustigung in seinem Tonfall und erlaubte mir ein Kichern, trotz unserer brenzlichen Lage.

„Das würdest du nicht wagen!“, lächelte ich und piekste ihm mit meinem Finger in die Brust. Seine Augen verengten sich ein wenig als er spitzbübisch grinste und kleine Lachfältchen um seine Mundwinkel entstanden. Oh ja, Keisuke durchlebte gerade ein einmaliges Kopfkino. Allerdings kehrten wir beide recht schnell wieder in die ernste Situation zurück und erst jetzt entdeckte ich die gepackten Koffer zu meinem Bettende. Eisige Kälte durchfuhr mich, ehe ich schluckte und einen fragenden Gesichtsausdruck machte. Wollte er wirklich gehen? Jetzt? Sofort?

„Wir dürfen keine Zeit verlieren. Ich habe dir alles eingepackt, Hayato hat das Haus schon verlassen. Die Schlüssel...“, er zog ein raschelndes Bündel hervor und hielt es mir vor die Nase „... für den Wagen habe ich bereits besorgt.“

„Du willst es wirklich durchziehen...“, stellte ich mit hohler Tonlage fest und starrte auf einen ausgedachten Punkt am Boden. Alles in mir weigerte sich dazu, endlich wahrhaben zu wollen, dass die Ruhe in unserem Land verschwunden war. Der Spaß hatte eindeutig sein Ende gefunden. Die Bevölkerung in Japan hätte wohl nie damit gerechnet, jemals auf ein Wesen zu treffen, welches mit seiner Intelligenz und seiner Kraft, dem Menschen bei Weitem überlegen war. Und was tut man wenn es doch geschieht? Richtig, man macht sie sich zum Feind!

„Akira, wir haben keine Wahl“, holte mich Keisuke schnell wieder aus meinen Gedankenschwärmen und blickte mir tief in die Augen.


„Die Umstände zwingen uns dazu. Vater wird zwar traurig sein, aber er wird es verstehen, da bin ich mir sicher“, fuhr er besänftigend fort, vermutlich weil er die Panik in meinem Gesicht sehen konnte.

„Kann ich ihm wenigstens einen Brief schreiben?“, fragte ich flüsternd und sah ihn flehend an. Ich musste ihm irgendwie erklären weshalb Keisuke und ich ihn auf unbestimmte Zeit verlassen würden. Andernfalls würde es mir das Herz brechen.

„Na gut, aber erwähne bloß nicht was wir vorhaben, geschweige denn, wohin wir gehen!“, mahnte er mich, allerdings weniger streng, wohl eher warnend. Natürlich bedrückte ihn das Ganze genauso, doch der Sinn unseres Handelns leuchtete mir nun auch ein. Unser Leben hing mehr oder weniger von dieser Entscheidung ab.

Bejahend nickte ich und eilte zu meinem Schreibtisch, aus dem ich mit zitternden Fingern ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber fischte. Meine Nerven lagen blank, während ich mit verkrakelter Schrift versuchte, das in Worte zu fassen, was so schwer auf meiner Seele lastete.


Mein geliebter Vater,

es tut mir leid was du nun lesen musst. Aber Keisuke und ich haben uns dazu entschlossen Tokio zu verlassen. Die Gefahr ist einfach zu groß. Bitte verstehe dass es für uns keinen anderen Ausweg gibt, als uns zu verstecken. Suche nicht nach uns, wir werden dich finden sobald alles wieder in Ordnung ist!

Ich liebe dich,
Akira



Keisuke seufzte und nahm mir den Stift aus der Hand. Einen flüchtigen Augenblick verweilte seine Hand beruhigend auf meiner Schulter, dann drängte er mich sanft in Richtung Badezimmer. Er wollte keine Zeit verlieren. Und ich tat wie mir geheißen, meine Ängste an den äußersten Rand meines Bewusstseins schiebend.


***



Mit geschlossenen Augen lehnte ich meine Wange gegen die kühle Fensterscheibe des Autos und lauschte dem monotonen Rauschen, welches die Reifen des schwarzen Mercedes CLS seit über zwei Stunden unablässig auf der Straße erzeugten. Keisuke und ich hüllten uns in dezentes Schweigen, doch keinem von uns war diese Ruhe unangenehm. Es gab sehr wenige Menschen mit denen ich ein stilles Einverständnis führte, aber mein Bruder zählte definitiv dazu. Zwar hatte er mich darüber informiert wohin die Reise gehen sollte, doch hatte ich es genauso schnell wieder vergessen, da es mir im Grunde genommen egal war, in welche Stadt wir flüchteten. Viel zu groß waren meine Sorgen um Hayato und meine Freunde. Noch immer fühlte ich mich schuldig. Es war nicht meine Art davonzulaufen, erst recht nicht, wenn Menschen die ich liebte, in Gefahr schwebten. Doch trotz allem waren mein Bruder und ich nun die Personen, welche am dringendsten von der Bildfläche verschwinden sollten.

„Akira?“

Erschrocken fuhr ich zusammen und schlug die Augen auf. Obwohl Keisuke nur meinen Namen ausgesprochen hatte, war es dennoch das erste Geräusch nach über zwei Stunden welches ich vernommen hatte, außer denen welches das Auto erzeugte. Neugierig wandte ich meinem Bruder den Kopf zu und musterte sein angespanntes Gesicht. Ohne Zweifel, auch Keisuke fühlte sich unwohl und kämpfte mit dieser Situation. Dafür kannte ich ihn gut genug, um diesen Umstand aus seiner Körperhaltung zu lesen.

„Wir sind bald da. Ich dachte du schläfst“, entschuldigte er sich und lächelte flüchtig, auch wenn es mehr gezwungen als ehrlich wirkte.

„Nein, ich habe nur die letzten Tage Revue passieren lassen“, antwortete ich und betrachtete nun die Umgebung außerhalb des Fahrzeugs. Wir befanden uns längst nicht mehr auf der Autobahn. Links und rechts von uns erstreckten sich unzählige Bäume, welche bereits in den unterschiedlichsten Farben leuchteten. Obwohl mir jegliches Zeitgefühl abhanden gekommen war, konnte es nicht später als zwölf Uhr sein. Die Sonne, welche sich heute tapfer gegen den einbrechenden Winter zur Wehr setzte, tauchte den Wald in ein atemberaubendes Farbenmeer und voller Faszination musterte ich den strahlend blauen Himmel. Keine einzige Wolke trübte die fröhliche Stimmung. Eigentlich lustig, wenn man bedachte, dass meine innere Unruhe das komplette Gegenteil war. Ein Gewitter mit unzähligen Regenschauern würde wohl eher zur Geltung bringen, wie Keisuke und ich uns im Moment fühlten.

„Was ich dir noch nicht erzählt habe...“, setzte Keisuke zögerlich an, die Hände fester als nötig um das Lenkrad geklammert, wieder der Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit. Sein Blick legte sich flüchtig auf meinen schief geneigten Kopf, ehe er gepresst ausatmete und rechts abbog in eine noch abgelegenere Straße, welche so uneben war, dass ich leicht auf und ab hüpfte in dem ledernen Sitz. „... wir werden in kein Hotel oder ähnliches einchecken. Ein guter Freund von mir hat uns Schutz angeboten, als ich ihm erzählte in welcher Gefahr wir uns befinden.“

Überrascht weiteten sich meine Augen.

„Du hast es jemandem... einem Freund von dir anvertraut?“ Keisuke selbst hatte mir doch eingetrichtert, dass ich es auf keinen Fall weitersagen durfte. Und woher kannte er diesen Freund, dem wir nun mehr oder weniger unser Leben in die Hände legten? Mir war nicht klar, woher Keisuke diese Kontakte besaß. Schließlich war diese Gegend, in welcher wir uns nun befanden, nicht gerade um die Ecke. Und eines war sicher... dieser Freund musste hundertprozentig jemand sein, der unseren Vater nicht persönlich kannte. Andernfalls besäße er mit Garantie das Bedürfnis unseren Aufenthaltsort an Hayato zu verraten.

„Ja das habe ich. Wir sind Freunde, schon jahrelang. Ich weiß schon gar nicht mehr genau wie lange es her ist dass wir uns kennengelernt haben.“ Ein seltsames Funkeln lag in Keisukes Augen während er von seinem mir unbekannten Freund erzählte. Nur selten hatte ich einen solchen Ausdruck im Gesicht meines Bruders vernommen.

„Er ist einer der wenigen Personen denen ich vertrauen kann Akira“, sagte er ruhig aber dennoch mit eindringlicher Tonlage. Ich registrierte nicht einmal dass wir längst angehalten hatten. Viel zu groß war meine Neugierde wem ich gleich begegnen würde und was sich hinter dieser Freundschaft verbarg.

„Woher kennst du ihn... und wie heißt er überhaupt?“, fragte ich gebannt und versuchte meinen Schwarm an Fragen zurück zu drängen. Meiner Meinung nach konnte Keisuke gar nicht schnell genug erzählen was es mit all dem auf sich hatte. Eigentlich war ich mir sicher gewesen, alles über meinen Bruder zu wissen, aber wie es schien, gab es doch die ein oder andere Sache, welche er mir verschwiegen hatte.

„Damals warst du vielleicht zehn Jahre alt, Hayato hatte uns über die Ferien zu unserem Onkel Akato geschickt weil er zu beschäftigt war um nach uns zu sehen. Kannst du dich erinnern?“

Bilder tauchten vor meinem inneren Auge auf. Es war nun fast neun Jahre her und für mich waren es mit Abstand die unspektakulärsten Ferien überhaupt gewesen, so viel wusste ich noch. Zudem waren Keisuke und ich zu diesem Zeitpunkt nicht so eng miteinander verbunden wie heute. Wir hatten so gut wie gar nichts zusammen gemacht. Während ich meinen Onkel an den Rande des Wahnsinns getrieben hatte, war Keisuke ständig unterwegs gewesen.

„Jedenfalls bin ich abends um die Häuser gezogen, du warst bei Onkel Akato geblieben, während ich die Stadt erkundete. Wir befinden uns übrigens keine fünfzig Kilometer entfernt von dort.“

Langsam dämmerte es mir woher Keisuke diesen Freund kennen musste, dessen Namen ich immer noch nicht wusste.

„Auf diesem alleinigen Stadtrundgang habe ich ihn damals schließlich getroffen.“

Keisuke hielt inne und sah mich mit einem undefinierbaren Ausdruck an. Irgendetwas war da noch, das konnte ich in den Augen meines Bruders sehen, aber ich vermochte nicht zu sagen was. Blitzschnell ergriff Keisuke meine Hände und drückte sie während seine grünen Augen sich in die meinen brannten.

„Er ist... anders, Akira. Ich möchte aber dass du ihm vertraust, genauso wie ich es seit Jahren tue“, flüsterte er nahezu und verstärkte unbewusst weiter den Druck auf meine Finger, welche in seinen Handflächen ruhten. Einer Maschine gleich nickte ich wild auf und ab und wartete darauf dass er weiter erzählte. Keisuke schnappte nach Luft, wich meinem Blick aus nur um mich im nächsten Moment noch eindringlicher anzustarren.

„Sein Name ist Inuyasha und er ist ein Halbdämon“, ließ er schließlich die Bombe platzen und starr vor Schreck versuchte ich das Gehörte in eine sinnvolle Erklärung zu bringen, was mir nicht so recht gelingen wollte.

„Er... Du meinst...“, stammelte ich mit hohler Stimme, die Augen weit aufgerissen während sich kalte Angst in meinem Nacken sammelte. Bisher hatte ich noch nie mit einem Dämon gesprochen. Natürlich hatte ich den ein oder anderen auf der Straße gesehen, als die Zeiten noch anders waren, allerdings immer nur aus der Ferne. Dämonen mieden es generell in der Öffentlichkeit zu verweilen. Noch dazu waren sie Wesen der Nacht, die ungern am helllichten Tag das Haus verließen. Einmal hatte ich sogar gehört, dass sie im Dunkeln besondere Kräfte besaßen, welche bei Tageslicht nicht dieselbe Wirkung erzielen konnten. Noch ein Grund mehr weshalb ich nahezu schlaflos Nacht für Nacht in meinem Bett lag. Denn bei einer Sache war ich mir sicher. Wenn sie uns holen würden, dann nur wenn die Sonne längst den Himmel verlassen hatte und blanke, kalte Nachtluft um die Häuser blies.

„Wenn du ihm nicht trauen willst, dann traue mir, Schwesterchen. Du weißt dass ich kein Dummkopf bin.“ Keisuke wirkte sichtlich entspannter, offenbar war es eine Last für ihn gewesen mir all das vorzuenthalten. Dafür war nun ich Diejenige die keinen Finger mehr rührte und verkrampft ihre Haltung beibehielt. Wie um alles in der Welt sollte ich einem Halbdämonen vertrauen? Natürlich, er war kein richtiger Dämon, aber zählte er nicht trotzdem zu unseren Feinden? Oder... konnte es vielleicht sein, dass er sich eher den Menschen angehörig fühlte? Meine Gedanken kreisten so schnell durcheinander dass ich glaubte davon Übelkeit aufwallen zu spüren. Vielleicht war ich auch einfach nur fertig mit den Nerven.

„Aber das Beste wird es sein wenn du dir selbst ein Bild machst. Wenn du ihn erst einmal kennengelernt hast wirst du mir eher glauben als jetzt.“

Mit diesen Worten schnallte er sich ab und verließ in einer fließenden Bewegung das Auto.
Da ich in keiner Weise reagierte, öffnete Keisuke meine Beifahrertür und streckte mir mit einer bittenden Mimik die Hand entgegen. Skeptisch beäugte ich erst ihn, dann das gigantische Haus in seinem Rücken, bis ich schließlich zitternd und doch neugierig seinem Drängen nachkam und aus dem Wagen stieg.

„Benimm dich einfach ganz normal“, flüsterte Keisuke beruhigend und zog mich von der Seite in eine flüchtige Umarmung, ehe er mich wieder los ließ und die Klingel mit dem Namen Takashi betätigte. Meine Knie schienen immer weicher zu werden während ich mit angehaltenem Atem darauf wartete, dass die Türe geöffnet wurde. Von drinnen waren keine Schritte zu hören, dennoch wurde die Klinke nach wenigen Sekunden nach unten gedrückt und die Eingangstüre, welche beinahe einem Tor glich, öffnete sich.

Mein Blick fiel auf einen jungen Mann. Ich musste mich beherrschen um ihn nicht offensiv anzugaffen, aber das war gar nicht so einfach bei dessen Aussehen. Er musste mindestens einen Meter neunzig groß sein, lange weiße Haare fielen über seine Schulter und übertrafen in ihrer Länge sogar meine eigenen. Auch wenn er normale Kleidung trug, ein weißes Hemd und eine dunkelblaue Jeans, so konnte man doch sofort erkennen dass seine Statur überirdisch gut war. Wie alle Dämonen sah er unverschämt attraktiv aus. Versteift beobachtete ich wie er Keisuke begrüßte und vergass erneut zu atmen als er sich nun mir zuwandte und zwei goldfarbene Augen mir entgegen strahlten.


„Hallo Akira, mein Name ist Inuyasha. Es freut mich dich kennenzulernen“, stellte er sich höflich vor und reichte mir seine Hand, welche ich nach kurzem Zögern in die meine nahm um seinen Händedruck zu erwidern. Unter dem Schatten seiner Basecap die er trug, lächelte mir ein freundliches Gesicht entgegen und ohne dass ich es wahrnahm erwiderte ich es. Nun konnte ich tatsächlich besser nachvollziehen wie mein Bruder einem Halbdämonen vertrauen konnte. Inuyasha schien wirklich aufrichtig und nett zu sein. So ganz anders als ich mir ein Verhalten eines Dämonen vorgestellt hatte.

„Freut... freut mich ebenfalls“, stotterte ich ein wenig unbeholfen und spürte wie mir augenblicklich die Hitze ins Gesicht stieg. Ob diese Reaktion normal war? Es war beinahe erschreckend wie anziehend sein gesamtes Wesen auf mich wirkte. Doch bei dem Gedanken dass dies eine reine Absicht der Natur war, da ich womöglich seiner Beute entsprach, verschwand die Faszination genauso schnell wie sie gekommen war. Vor mir stand ein Raubtier, ein Raubtier welches genau wusste wie es mich zur Strecke bringen konnte.

„Gab es irgendwelche Schwierigkeiten bei der Anfahrt?“, erkundigte sich Inuyasha und ich war froh ihm nicht weiter in das unverschämt hübsche Gesicht starren zu müssen. Mein Blick wich an ihm vorbei ins Innere des Hauses und mehr als beeindruckt wanderten meine Augen über weißen Marmorboden, bodentiefe Fenster, die nahezu die gesamte Rückseite des Hauses offen legten und edle Möbel, welche meinen Geschmack genau auf den Punkt trafen. Auch wenn ich verwöhnt war, musste ich doch staunen beim Anblick dieser Behausung.

„Nein, es verlief alles reibungsfrei. Wir wurden nicht verfolgt und außer dir kennt niemand unseren Aufenthaltsort.“

„Sehr gut. Kommt doch am besten herein, dann können wir uns besser unterhalten.“

Seiner Aufforderung nachkommend betraten Keisuke und ich das gigantische Haus. Inuyasha geleitete uns in ein Nebenzimmer, in welchem sich eine lederne Couch befand mit einem eckigen, gläsernen Beistelltisch. Auch hier war der Boden aus weißem Marmor und die Wände besaßen ebenfalls einen hellen Cremeton, welcher perfekt zum Raum passte und alles unglaublich freundlich erscheinen ließ. Wieder ein Faktor, den ich einem Dämon niemals zugetraut hatte.

Mit einem Lächeln deutete Inuyasha auf die einladende Couch und holte nach kurzem Erkundigen die gewünschten Getränke für uns, ehe er ebenfalls Platz nahm und tief einatmete. Wie es schien hatten nicht nur wir etwas zu erzählen. Meine Finger klammerten sich fest um das Glas mit dem Mineralwasser, welches in meinem Schoß ruhte.

„Euren Stand der Dinge kenne ich ja bereits sehr gut“, ergriff der Halbdämon das Wort. Ein mitfühlender Ausdruck lag in seinem Gesicht als sich flüchtig unsere Blicke trafen. Wieder durchfuhr mich dieses eigenartige Gefühl als er mich ansah. Es war einfach nur unglaublich wie heftig seine Präsenz auf mich wirkte. Ob es Keisuke genauso erging? Allerdings kannte er im Gegensatz zu mir unseren Gegenüber deutlich länger, noch dazu lag die Vermutung nahe, dass das andere Geschlecht einen heftigeren Einfluss besaß. Ich wollte gar nicht wissen wie ich wohl auf einen reinblütigen Dämonen reagieren würde. Wobei ich es mir kaum vorstellen konnte, noch stärker auf jemanden anzusprechen, wie es bei Inuyasha schon der Fall war.

„Aber ich habe einige Neuigkeiten erfahren, die mir alles andere als gefallen.“ Beunruhigt richtete ich mich auf und machte ein fragendes Gesicht. Es war eigentlich irrsinnig, da es nie gute Neuigkeiten gab, aber dennoch hatte ich gehofft das Gegenteil zu hören. Noch dazu besaß Inuyasha vermutlich Quellen, an welche wir nie heran kämen.

„Und die wären?“, fragte Keisuke alarmiert. Auch in mir wuchs die Unruhe.

„Mir sind Gerüchte zu Ohren gekommen dass...“, setzte Inuyasha an, doch die Worte schienen ihm schwerer zu fallen als alles andere. Zwar kannte ich ihn erst seit wenigen Minuten, doch war seine Befangenheit deutlich spürbar. Mich überkam das Bedürfnis ihn zu ermutigen, doch ich schwieg. Auch mein Bruder gab ihm die Zeit um sich zu sammeln, obwohl die Angst und auch die Neugierde kaum auszuhalten waren.

„Mein eigener Bruder ist vermutlich der Anführer dieser mordenden Dämonen“, wisperte er schließlich kaum hörbar, doch seine Worte waren deutlich... deutlich und riefen pures Entsetzen in mir hervor. Meine Reaktion setzte blitzschnell ein, reiner Instinkt übernahm die Kontrolle meines Handelns. Die anfängliche Sympathie für Inuyasha löste sich in Luft auf und mit dem Gefühl hintergangen zu sein kam ich auf die Beine und wich vor dem Halbdämonen zurück. Keisuke sprang ebenfalls auf und eilte mir hinterher als ich zum Ausgang des Zimmers stürzte. Protestierend schrie ich auf als er mich zurückhielt und mit beiden Armen meinen Oberkörper umschlang. Wie konnte er nur? War ihm nicht klar was Inuyasha gerade gesagt hatte? Der Verdacht war richtig gewesen! Seine eigene Familie gehörte diesen Mördern an, welche Stadt für Stadt niederstreckten und unschuldige Menschen töteten!

„Akira!“, fluchte Keisuke und keuchte als ich ihm mit unerwarteter Kraft meinen Ellenbogen in den Magen schlug. Die Wut über diesen Hinterhalt ließ mich zittern und einen kurzen Moment schien meine Umgebung zu verschwimmen als der Trieb zu flüchten alles andere überragte. Ein Energieschub erfasste meinen Körper und knurrend stemmte ich mich gegen den Klammergriff von Keisuke. Seine Umarmung löste sich unweigerlich.

„Verdammt, jetzt beruhige dich. Lass dir erst die ganze Geschichte erzählen. Inuyasha hat mit seinem Bruder nichts mehr zu tun, er hasst ihn genauso sehr wie wir es tun.“

Hilfesuchend wandte Keisuke sich an Inuyasha der mich erschrocken ansah. Eine unausgesprochene Frage glänzte in seinen Augen, ehe er sich stöhnend die eigene Hand vor die Stirn schlug. Vermutlich eine Geste dafür, dass er vergessen hatte mir diesen Umstand vorher mitzuteilen. Trotz alldem traute ich der Sache nicht, weshalb sollte ich ihm glauben, dass er seinen eigenen Bruder verabscheute, der der Anführer dieser Katastrophe war? Meine Gegenwehr wurde dennoch milder, aber alles in mir weigerte sich dazu, erneut auf die Couch zu sitzen und gelassen den Worten des Halbdämonen zu lauschen. So verweilte ich schließlich mit verschränkten Armen und wahrte einen Sicherheitsabstand. Mein Gesicht war angespannt während ich darauf wartete dass Keisuke und Inuyasha mir erklärten warum die Tatsache, dass der Teufel, welcher all die Menschen getötet hatte, Inuyashas Bruder war, nicht unsere Sicherheit gefährdete

„Entschuldige meine fehlende Vorsicht. Natürlich hätte ich dich zuerst über das Verhältnis zwischen mir und meinem Halbbruder aufklären sollen“, erhob Inuyasha das Wort und zu meinem Missfallen hörte sich die Reue in seiner Tonlage echt an.

„Es ist eine sehr lange Geschichte.“ Inuyashas Blick wurde ziellos, er schien regelrecht durch mich und Keisuke hindurchzusehen. Anhand des Gesichtsausdruckes kannte Keisuke die Geschichte, denn auch er sah betreten zu Boden. Gegen meinen Willen siegte die Neugier über meine Skepsis. Inuyasha schien zu spüren dass er wieder meine ungeteilte Aufmerksamkeit besaß. Ohne Umschweife begann er zu erzählen.

„Du musst wissen dass mein Halbbruder - Sesshomaru ist sein Name - kein Hanyou ist wie ich, sondern ein vollwertiger Dämon. Seine Macht ist nahezu beängstigend, selbst für einen Youkai ist er überirdisch stark und besitzt tödliche Waffen, welche du dir nicht einmal in deinem schrecklichsten Albtraum erdenken kannst.“ Seine goldenen Augen wirkten zum ersten Mal finster als er mich diesmal ansah und für einen kurzen Moment schwieg.

„Wir beide ehrten unseren Vater. Zu der damaligen Zeit gehörte er den stärksten Herrschern Japans an, seine Macht aber auch seine Güte waren uns immer ein Vorbild, vor allem Sesshomaru. Er sah unseren Vater nicht nur als seinen Erzeuger an, sondern auch als Vorbild, als Gebieter und als den Mann, der er selbst einmal werden wollte.“

Gebannt lauschte ich den Worten Inuyashas. Seine zuvor unbeschwerte und freundliche Stimme hatte einen völlig neuen Klang angenommen. Das Schimmern seiner Augen zeugte von unzähligen vergangenen Geschichten, von denen ich keine Ahnung hatte. Fragen brannten mir auf der Zunge und nur mit Mühe hielt ich sie zurück. Doch eine entfloh mir trotzdem.

„Wie alt bist du?“, stahl sich die dringendste aller Fragen aus meinem Mund und leicht verlegen wandte ich den Blick ab als Inuyasha ein wenig grinste, ob meines offensichtlichen Interesses.

„Wir zählen es ein wenig anders als Menschen. Für uns sind nur die Jahrhunderte entscheidend die wir durchleben“, setzte er an und mit geweiteten Augen wartete ich darauf dass er mir mehr verriet. Keisuke hatte inzwischen seine lauernde Position aufgegeben und verfolgte ebenfalls interessiert unser Gespräch. Dass ich nicht weiter vorhatte abzuhauen, war uns allen drei wohl klar.

„Für mich ist es nun das fünfte. Um genau zu sein bin ich 415 Jahre alt.“

Ich konnte sprichwörtlich hören wie meine Kinnlade auf dem Boden landete, zumindest konnte ich mein Staunen nicht zurückhalten. Vom Aussehen her, hätte ich Inuyasha höchstens auf zwanzig geschätzt. Er wirkte sogar ein klein wenig jünger als ich.

„Jedenfalls gab es einen Tiefschlag in Sesshomarus Leben. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ich war zu dieser Zeit noch ein Säugling, aber der Tod unseres Vaters nahm Sesshomaru all seine Emotionen, auch wenn er diese nie zeigte. Es zerstörte seine ohnehin kühle Seele und machte ihn zu einem Monster, welches die Menschen verabscheute“, erzählte Inuyasha betrübt weiter, meine erschrockene Reaktion auf sein Alter übergehend. Wahrscheinlich hatte er oft genug verblüffte Gesichter gesehen, wenn er seine Lebenszahlen preisgab.

„Aber wieso war dein Vater dann auch für dich ein Vorbild, obwohl du ihn nie kennengelernt hast?“, mischte sich nun auch Keisuke wieder ein und betrachtete seinen Freund mit einem nachdenklichen Ausdruck.

„Ich kenne und kannte niemanden der jemals schlecht von ihm geredet hat. Das Volk, welches er zu der damaligen Zeit regiert hatte, verehrte ihn zutiefst. Sein Tod erschütterte das ganze Land und so setzte ich es mir zum Ziel genauso die Liebe meiner Mitmenschen eines Tages zu gewinnen wie er es getan hatte, egal ob Dämon oder Mensch. Für ihn hatte das nie eine Rolle gespielt.“

Inuyashas Stimme zeugte von tiefem Respekt während er uns von seinem Vater erzählte. Nur schwer konnte ich mir diese längst vergangene Zeit vorstellen, doch ich konnte gut nachvollziehen, weshalb Inuyasha seinen Vater zum Vorbild nahm.

„Aber wieso hasst ihr euch dann, du und Sesshomaru?“, wollte ich in meiner unverfrorenen Neugierde wissen und konnte es kaum erwarten dass Inuyasha weiter erzählte. Inzwischen war es mir gleich, ob mein Interesse offensichtlich war. Viel zu sehr hatte mich die Sache in ihren Bann gezogen, als das ich jetzt die vielen Fragen hinunter schlucken konnte.

„Dafür musst du wissen wie mein Vater sein Leben verlor.“

Kurz schwieg er und ich befürchtete schon ihn mit meiner Frage verletzt zu haben, doch er schüttelte nur abwehrend den Kopf als ich eine leise Entschuldigung murmelte.

„Nein, nein. Das ist schon in Ordnung. Es ist wichtig dass du mir vertraust und dafür musst du die Geschichte auch kennen.“

Eifrig nickte ich, hielt mich jedoch zurück und nahm ohne es zur Kenntnis zu nehmen wieder auf der Couch platz, beinahe so, als wäre ich nicht vor wenigen Minuten Richtung Ausgang der Behausung gestürzt.

„Mein Vater, Inutaisho, war in dieser Nacht schwer verwundet gewesen. Ein Kampf gegen einen seiner Feinde hatte ihn viel Kraft gekostet, mehr als er erwartet hatte. Das gesamte Dorf in welchem meine Mutter und ich gelebt hatten stand in Flammen. Noch immer verteidigte mein Vater uns gegen die feindlichen Youkai, als ihm klar wurde dass ein glückliches Ende in weiter Ferne lag. Er schickte meine Mutter fort, zwang sie mit all seiner Willenskraft dazu unser Dorf zu verlassen und sich selbst und mich in Sicherheit zu bringen.“

Inuyasha atmete tief ein und verbarg das Zittern in seiner Stimme, welches mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Auch wenn ich wenige Minuten zuvor ihn für einen Schwindler gehalten hatte, so konnte selbst ein Blinder spüren, dass Inuyashas Worte ehrlich waren und von tiefem Schmerz durchzogen waren. Seine Augen, welche unter der Basecap in ihrem satten Goldton hervorstachen, schimmerten verdächtig, doch Inuyasha sammelte sich, dann fuhr er fort.

„Sie erzählte mir später dass es der schlimmste Tag in ihrem Leben gewesen sei. Selbst nach Jahren des Trauern und dem Hinterfragen des „Warum?“ gab sie sich die Schuld. Natürlich hätte sie, eine einfache menschliche Frau, niemals etwas ausrichten können, doch trotzdem besaß sie all die Jahre das Gefühl ihn im Stich gelassen zu haben.“

„Das... Das tut mir leid“, wisperte ich mitfühlend. Mich überkam erneut das Bedürfnis ihn in irgend einer Form aufzumuntern, diesmal noch heftiger als zuvor, doch Inuyasha winkte ab.

„Es ist schrecklich lange her. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, damit müssen wir alle leben“, murmelte er mit einem traurigen Lächeln und fuhr sich mit beiden Händen über sein makelloses Gesicht.

Keisuke nickte monoton und nippte gedankenverloren an seiner Cola Light. Auch ich verarbeitete das Gehörte und war froh über das kühle Nass welches mir das Mineralwasser lieferte und meine trockene Kehle zumindest ein bisschen wieder befeuchtete. Der Kloß, der sich gebildet hatte, ließ sich dadurch jedoch nicht bezwingen.

„Aber um nun zu dem Punkt zu gelangen, den ich dir erklären muss: Sesshomaru gab mir die Schuld am Tod unseres Vaters. In seinen Augen zählte nur die Tatsache, dass Inutaisho niemals in den Flammen gestorben wäre, hätte er meine Mutter mit mir in den Armen nicht fortgeschickt. Wäre er einfach geflohen, oder uns nie zu Hilfe geeilt, so würde er jetzt noch unter uns weilen.“

Protestierend schnaubte ich auf.

„Aber das ist doch Schwachsinn! Wie kann man nur so eine primitive Anschuldigung gegen dich erheben“, knurrte ich regelrecht und ballte meine Hände zu Fäusten. Umso mehr ich über diesen Sesshomaru hörte, desto mehr verspürte ich den wachsenden Hass in mir gegen diesen Dämon.

„Ich verstehe seine Gedankengänge, aber es ist dennoch nicht richtig, dass er den Hass des Verlustes und die Wut über den Tod unseres Vaters auf mich überträgt. Wäre ich damals alt genug gewesen, so wäre ich bis zum Ende an Inutaishos Seite gestanden. Niemals, niemals wäre ich wie ein Feigling davon gerannt!“

„Das weiß ich mein Freund“, bestärkte Keisuke ihn und packte Inuyasha ernst an der Schulter. Es verblüffte mich wie vertraut die Beiden miteinander umgingen. Ihre Freundschaft schien wirklich etwas besonderes zu sein.

„Sesshomaru hat unseren Vater geehrt, aber für ihn war es unbegreiflich wie Inutaisho eine menschliche Frau seiner reinblütigen, dämonischen Mutter vorziehen konnte. Er hasste die Menschen schon immer, aber zu sehen dass der eigene Vater sogar ein Kind mit einer Menschenfrau zeugte... Diese „Schandtat“ war in seinen Augen unverzeihlich, selbst bei unserem eigenen Vater. Dass er für sie dann auch noch sein Leben ließ...“ Inuyasha machte eine gestikulierende Handbewegung und schüttelte schließlich den Kopf. Er musste diesen Satz nicht beenden um Keisuke und mir deutlich zu machen, wo genau das Problem lag.

„Und du vermutest ihn hinter all diesen Angriffen?“ erkundigte ich mich erneut, diesmal deutlich milder gestimmt, da mir die Beziehung zwischen den beiden Brüdern nun klar war. Andererseits beunruhigter als jemals zuvor, da ich mir sicher war, dass ein solcher Dämon, der von Hass zerfressen die Macht in den Händen hielt, zu keiner vernünftigen Entscheidung fähig war. Vermutlich hatte er regelrecht nach einem Grund gesucht um die Menschheit auszurotten.

„Ich bin mir sogar sehr sicher. Es gibt da einige Kontakte, die mir Aufschluss liefern. Ihr müsst nämlich wissen dass nicht alle Dämonen gleich über die momentane Situation denken. Die meisten von ihnen stehen zwar auf Sesshomarus Seite, doch es gibt auch viele gutherzige, welche einen Krieg zu den Menschen meiden möchten. Einen davon zähle ich ebenfalls zu meinen Freunden. Er erzählte mir dass ein Bote meines Bruders bei ihm vorbeigesehen hat. Natürlich mit der Absicht ihn zu animieren sich Sesshomaru anzuschließen.“

„Aber inwiefern schließt du daraus dass Sesshomaru hinter alldem steckt? Hat sein Untertan seinen Namen erwähnt?“, fragte Keisuke irritiert und zog die Stirn kraus. Auch mir leuchtete noch nicht so wirklich ein, wo die Zusammenhänge lagen.

„Es waren seine Worte, die eigentlich keine andere Erklärung bieten. Er sagte: Im Namen des Herrn des Westens, mögen sich die Dämonen zusammenfinden und wieder die Macht in Japan erlangen, wie sie sie einst besessen hatten.“

Herrn des Westens?“, wiederholte ich ahnungslos.

„Mein Vater wurde zu jener Zeit der Herr des Westens genannt, da er der Herrscher der westlichen Gebiete Japans war. Da er tot ist, ist Sesshomaru als sein ältester Sohn, der offizielle Thronfolge. Und es gibt keinen Zweiten, der sich auf den Namen meines Vaters berufen würde. Und dann auch noch im Auftrage einer solchen Grausamkeit!“, fluchte Inuyasha und die vorherige Trauer machte einer ungeheuren Wut platz. Ich zuckte heftig zusammen als seine geballte Faust auf den Glastisch niedersauste und der massive Tisch mit einem lauten Schlag in der Mitte zerbrach und der Gewalt des Halbdämonen nachgab. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich Inuyasha an, der am ganzen Körper zu vibrieren schien, während Keisuke, der sich davon nicht beunruhigen ließ, leise mit ihm sprach. Er versuchte ihn milde zu stimmen, doch selbst mir war bewusst, wie nahe Inuyasha die Sache gehen musste. Der eigene Halbbruder führte eine Gewalt an rachsüchtigen Dämonen an, noch dazu missbrauchte er den guten Namen seines Vaters und vollführte das Ziel die Menschen zu vernichten.

„Ich werde ihn aufhalten... Egal wie“, knurrte Inuyasha und der Schein seiner goldenen Augen verschwand, als sich diese vor Zorn blutrot färbten.
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