Nadel und Faden [Reader-Insert]

KurzgeschichteAllgemein / P12
05.07.2015
05.07.2015
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Titel: Nadel und Faden
Autor: FullmoonShadow - Juli 2015
Fandom: Bleach
Episode: pre-story (wird also nichts gespoilert)
Charaktere: Leser, Ishida Uryu
Wörter: 714
Pairing: Leser x Ishida
Rating: P12, One-Shot
Beta: - keiner - / Wer also Fehler findet, darf mich gerne darauf aufmerksam machen.
Feedback: Brauche ich neben Luft und Liebe zum Leben! <3

Zusammenfassung: Wen kann man wohl am besten bitten, ein kaputtes Stofftier zu reparieren?

Disclaimer: Die Charaktere gehören nicht mir und ich verdiene kein Geld mit dieser Fanfic.

A/N: Mir kam die Idee, als ich Band 5 las und Ishida ebenfalls - in sehr cooler Manier - die Nadel zückte und - ebenfalls sehr cool - das Stofftier wieder zusammen nähte. Sollte nur recht kurz werden und nur ein wenig was andeuten. :3
Ansonsten viel Spaß!




«Ishida-san?», sprachst du den jungen Mann mit den dunklen Haaren und der Brille höflich an, als du an seinem Pult standst.
Er sah ausdruckslos von seinem Buch auf, welches er gerade las, ohne sich um die Anwesenheit seiner Klassenkameraden zu kümmern.
«Ja?», fragte er dann.
Du schlucktest kurz und warst kurz davor, mit einem 'Schon gut, ich wollte dich nicht stören.' wieder zu verschwinden – irgendwie war es ja doch peinlich. Bevor dir die Röte zu sehr in die Wangen stieg, hieltst du ihm den Gegenstand in deinen Händen entgegen. Es war ein bereits sehr mitgenommener Teddybär, dem bereits ein Ohr beinahe abfiel und von dir selbst schon an einigen Stellen notdürftig geflickt worden war.
«Er ist schon etwas älter und der Stoff wird langsam etwas dünn. Ich habe Sorge, dass er bald vollkommen auseinander fällt. Und da ich weiß, dass du sehr gut mit Nadel und Faden umgehen kannst, dachte ich mir, du kannst vielleicht etwas für ihn tun?» Den letzten Teil deiner Erklärung ließt du wie eine Frage klingen. Im Grunde war es nichts Besonderes, Ishida Uryu wurde öfter von Klassenkameraden – vorwiegend weiblichen – darum gebeten, sich um ramponierte Stofftiere zu kümmern. Dennoch fühltest du die Röte deinen Nacken empor kriechen, denn du hattest etwas übrig für deinen sehr stillen und ernsten Mitschüler.
Nachdem er dich einen Moment ausdruckslos angeschaut hatte – und du bereits fürchtetest, er würde ablehnen und dich wegschicken – streckte er die Hand nach dem Teddy aus und nahm ihn dir ab. Als er dabei sacht und vermeintlich zufällig über deinen Handrücken strich, klopfte dir das Herz bis zum Hals und die Röte breitete sich mittlerweile bis zu deinen Ohren aus.
Statt wie gewohnt, das Etui aufzuklappen und in Windeseile seine Fähigkeiten zur Schau zu stellen, legte er zunächst sein Buch beiseite, ehe Ishida sich das Stofftier von allen Seiten besah und dann in aller Ruhe begann, das Ohr wieder anzunähen und deine eigenen Versuche, die Nähte wieder zu schließen ausbesserte. Dabei strahlte er eine Ruhe aus, die auf dich überging und dein klopfendes Herz beruhigte. Du nahmst dir einen Stuhl und setztest dich ihm gegenüber an den schmalen Tisch, während du ihn dabei beobachtetest, wie er mit geschickten Fingern die Nadel durch den Stoff drückte.
«Ich hatte es selbst ein wenig versucht, aber ich glaube, ich bin damit etwas gescheitert.», lachtest du leise und nervös in die aufgekommene Stille hinein.
Ishida schob seine Brille zurecht und schüttelte lediglich den Kopf. «Nein, so schlimm sieht es gar nicht aus.»
Du konntest dir ein leichtes Lächeln ob des wohl so gemeinten Kompliments nicht verkneifen.
Die restliche Pause saßt ihr still beisammen, während er den Teddy reparierte und du ihm dabei zusahst.
Als er fertig war, schnitt er den Faden mit einer kleinen Schere durch, knotete den Faden zusammen und gab ihn dir schließlich zurück.
Du hieltst den Teddybären in beiden Händen und konntest kaum fassen, dass er vor einer halben Stunde noch fast vollkommen kaputt war.
«Vielen Dank, Ishida-san!» Du warst überglücklich und das musste er wohl gemerkt haben.
«Er ist dir sehr wichtig, oder?»
Du schautest zu ihm auf und nicktest lächelnd. «Ja, ist er. Dürfte ich dich als Dank zum Essen einladen?», schlüpfte dir die Frage über die Lippen, bevor du nachdenken konntest.
Du wichst seinem Blick aus, der wie immer nicht darauf schließen ließ, was er dachte und fügtest schnell hinzu: «Zum Mittagessen, morgen. Oder so. Nur wenn du willst.»
Meine Güte, du stammeltest als wärst du noch in der Mittelstufe und keine siebzehn Jahre alt.
«Ich esse nicht gerne in der Schule.», riss Ishida dich aus deinen Gedanken und du wolltest eigentlich nur noch im Erdbogen versinken, war dir die Situation plötzlich sehr unangenehm.
«Aber ich hätte nichts gegen ein Essen in dem kleinen Restaurant in Yumisawa. Es ist nett dort.»
Einen Momenten blinzeltest du ihn erstaunt an, ehe sich ein Lächeln auf deinem Gesicht ausbreitete.
«Ja, sehr gerne!»
Selbst Ishida lächelte leicht – was man nur sehr selten von ihm zu sehen bekam – und schob daraufhin seine Brille wieder zurecht.
«Dann schlage ich vor, ich hole dich morgen Abend um sieben Uhr ab?»
Du nicktest eifrig und lächeltest ihn noch einmal zaghaft an. Mit roten Ohren und wild schlagendem Herzen verabschiedetest du dich von ihm und vergingst in Vorstellungen des morgigen Abends.



ENDE
(07.2015)