Schätze des Sturms

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Eridan Ampora Sollux Captor
03.07.2015
03.07.2015
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03.07.2015 1.076
 
Wow, wenn du nach 3 Jahren deine alten Fanfictions wiederfindest und plötzlich den Drang verspürst, die letzte zu überarbeiten und weiter zu schreiben...^^
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Genervt, dem Brummen des Motors lauschend, saß Sollux Captor auf dem unbequemen Bussitz ganz vorne im wirklich kleinen Fahrzeug. Es war schon eher ein Büßchen. Gerademal ca. 6 Leute passten herein. Er seufzte und sah nach hinten. 5 weitere, im Schlaf versunkene Landdweller schliefen dort. Ein weiterer gelbblütiger, wie er selbst, ein olivblütiger, eine braunblütige, die anderen konnte er nicht wirklich identifizieren, da sie ganz hinten hinter den geschmacklosen Sitzpolstern verschwunden waren. In seiner 2 monatigen Zeit in dieser Lerngruppe hatte er es noch nicht einmal fertig gebracht, sich die Blutfarben von jedem der Mitglieder zu merken. Ja, Lerngruppe. Nicht Klasse. Bei den Trollen gab es 2 verschiedene Grundarten von Schulen: Die normalen Schulen, in denen es Klassen von ca. 30 Trollen gab, und die sogenannten Hochschulen, welche von besonders begabten oder klugen Trollen besucht wurden, an denen es in jeder Klasse nur ca. 6 Trolle gab und diese „Lerngruppe“ genannt wurde. Da Sollux eine gute Lernfähigkeit hatte und herausragend gut in Mathematik und Informatik war, schickte ihn sein Vater auf eine Hochschule. Man würde vermuten, er wäre stolz. Das war er auch etwas. Aber die meisten an seiner Schule waren so eingebildete Highbloods, die entweder in Kunst oder Musik etwas auf dem Kasten hatten. Der Schlimmste war seiner Meinung nach Gannon. Gannon Dorcas. Er war ein lilablütiger Troll. Dies war die höchste Blutklasse die es gab – zumindest auf dem Land. Sollux hatte einmal gehört, dass es Trolle geben soll, die im Wasser lebten, und die in 2 noch höhere Blutklassen eingeteilt wären. Doch er war sich nie sicher gewesen, ob dies nur ein Gerücht war oder ob es der Wahrheit entsprach. „Alles aussteigen, wir sind am Hafen der Storm Sea!“, schrie der türkisblütige Busfahrer mit einer lustlosen Stimme durch den Bus. Man hörte viel verschlafenes Gestöhne. Sollux, welcher die ganze Busfahrt lang wach gewesen war, erhob sich von seinem Sitz und ging gezielt die Treppen hinunter, am Busfahrer vorbei in die Freiheit. Er nahm einen tiefen Atemzug und sah hinab in die unruhige See, welche nicht umsonst Storm Sea genannt wurde. In der Ferne konnte man schon die Gewitterwolken ausmachen, welche wie Wachhunde über dem Wasser schwebten und nur auf Opfer warteten. Sollux hoffte inständig, dass ihnen auf ihrer kleinen Klassenfahrt von 6 Tagen nichts passieren würde. Er wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als er plötzlich neben sich hörte, wie die braunblütige Trazie und ihre jadeblütige Freundin Raspah dämliche Klatschspielchen machten. Es nervte ihn ungemein, denn sie gingen dieser dummen Tätigkeit ziemlich laut nach. „Würdet ihr bitte damit aufhören, dass nervt extremst!“, fuhr Sollux sie an. Die beiden Mädchen erschraken etwas und Trazie antwortete schnippisch: „Sei doch nicht immer so schlecht gelaunt, Lispy“, und ging mit Raspah ein paar Schritte von Sollux weg. Ein weiteres Mal wurde sich über seinen angeborenen Sprachfehler lustig gemacht. Er seufzte erneut und setzte sich an den Rand des Stegs, das Meer beobachtend. Für einen Moment meinte er einen Schatten unter dem Wasser auszumachen. Er kniff seine Augen zusammen und nahm sich die 3D-Brille ab. Doch, irgendetwas war da. Es sah aus, als hätte es – Hörner? Er sah noch genauer hin, doch da wurde der Schatten auch schon von der Gestalt des kleinen Segelschiffs bedeckt, das sie abholen kam. „Dann lasst uns mal loslegen. Haben alle ihre Sachen?“, fragte ihr indigoblütiger Lehrer. „Ja“, sagten alle fast im Chor und betraten, zusammen mit ihren Taschen, das Schiff.

„Eridan! Was tust du denn?!“, hörte der violettblütige Seadweller Eridan Ampora sich nun schon zum zweiten Mal die Standpauke seiner „besten Freundin“ an. Eigentlich war sie ihm als Freundin aufgezwungen worden, da sie neu in der Gegend war und er keine anderen Freunde hatte. Er mochte sie überhaupt nicht. Sie war zickig, blöde und nervte nur rum. Doch er durfte nicht unhöflich zu ihr sein, sonst bekam er Ärger. Das Leben war so unfair. „Unsere Eltern sagen uns doch extra immer, dass wir nicht zu nah an die Landdweller und ihre komischen Maschinen gehen sollen!“ „Jaja…da war halt viel Gerede…und ich wollte schauen, was da los ist…und dann hat dieser eine angefangen, mich anzustarren, “ antwortete Eridan, während er zu Boden schaute. „Dieser Eine?!“, fragte Feferi, seine „Freundin“. Eridan sah hoch: „Ja…“ „Eridan, du bist echt ein hoffnungsloser Fall!“, beendete das Trollmädchen ihre Rede und schritt übertrieben elegant aus dem Zimmer. „Blöde Zicke…“, murmelte der violettblütige und setzte seine Brille ab, um sie kurz zu putzen. „Ich meine, ja…diese Maschine hätte mich fast erwischt, aber immerhin kann ich sie jetzt verfolgen!“, sagte er motiviert und schwamm aus seinem Zimmer und aus seinem Hive entgegen der Meeresoberfläche, wo er den Schatten des großen Ungetüms sehen konnte. Es schien so, als ob sie gerade ablegen wollten. Er würde ihnen folgen. Der Strömung nach zu urteilen müsste es oben mittlerweile so stürmisch sein, dass sie bei dem Wind ihre eigene Stimme nicht mehr hören konnten und die Wellen fast bis auf das Deck klatschten. Gute Vorraussetzungen, um weitgehend unentdeckt zu bleiben.

Und genau das entsprach ungefähr dem momentanen Zustand der Lerngruppe. „Uuuund – hepp!“, sagten alle fast wie im Chor als sie alle zu sechst das Segel hissten. Nunja, zu fünft…Sollux hatte sich derweil in seinem Zimmer unter Deck verkrochen, um nicht mithelfen zu müssen. Er hatte selbst hier unten Probleme, gerade stehen zu bleiben, da die Strömung und der Wind zu stark waren. „Gottverdammt. Es gäbe ca. 100 Orte, an denen ich gerade lieber wäre, als hier. Sogar mein geistig behinderter Bruder Mituna und mein nerviger Vater wären mir gerade lieber!“ Er seufzte und entschied sich schließlich doch noch, an Deck zu gehen. Er nahm seine gelbe Jacke vom Haken und schlich sich nach oben. Er half jedoch nicht mit, sondern stand nur an der Reling und beobachtete die monströsen Strömungen und Wellen. Da! Schon wieder dieser Schatten mit den Hörnern! Was war das bloß und warum lungerte es hier im Hafen herum? Der Gelbblütige entschied sich zu winken. Das Wesen würde es wahrscheinlich sowieso nicht seh- was?! Der Schatten…hatte zurückgewunken. Was zum…okay. Er würde das auf jeden Fall im Auge behalten. Was es auch war, es hatte auf jeden Fall Sollux‘ Interesse geweckt.

Eridan sprang fröhlich herum. „Er hat mir zugewunken! Ich weiß genau, dass er es war! Das ist so aufregend!“ Und so legte das Schiff ab und Eridan folgte dem Schatten…
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