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;´,´;  Raining Memories  ;´,´;

von May Bee
Kurzbeschreibung
GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
02.07.2015
05.07.2015
4
9.287
 
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1 Review
Dieses Kapitel
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02.07.2015 2.307
 
Autorin: NijiNoKakera
Disclaimer: Protagonisten, Ereignisse und Plätze in dieser Geschichte sind  frei erfunden. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind purer Zufall. Jedoch möchte ich so fair sein und zugeben dass ich, vor allem bei dem Charakter für Nobu, von einem Film Namens "Kurumaisu de boku wa sora wo tobu" inspiriert wurde.

Autor Note: Wieder etwas neues von mir, diese Geschichte schreibe ich eigentlich für das Camp NaNoWriMo: http://campnanowrimo.org/campers/pikazu/novels/raining-memories
Auch wenn ich andere Projekte habe, hoffe ich doch ich schaffe es mit diesem mitzhalten ^^;
BTW: Ich bin noch in keiner Cabin also falls dies jemand ließt der noch Plätze frei hat  PM??^^;BIn nun in der Cabin
Hoffe diese Geschichte gefällt ein paar Leuten, das würde mich bereits immens motivieren ♪
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Es regnete.... Mira liebte Regen. Den Sound des Regens, den Duft des Regens, und die Nostalgie die mit dem Regen kam.
Wie meist wenn es regnete konnte sie es nicht abwarten aus dem Bett zu kommen, so auch heute. Es war vielleicht erst nach neun Uhr früh aber das Frühstück konnte warten.
Noch immer in ihren gepunkteten Nachhemd bekleidet schlüpfte das Mädchen in ihre Pantoffel, schnappte sich eine warme, blaue Wollweste um sich diese über zu werfen und schlich sich aus dem Krankenhauszimmer welches sie schon seit einigen Wochen alleine bewohnte.
Sie begrüßte ein paar Krankenschwestern am Weg mit einem freudigen “Guten Morgen”, lief dann zur Glastür des Innengartens und öffnete diese um raus zu schlüpfen in das kühle Nass. “Uwah..”, stieß sie aus als der Regen ihre blasse Haut befeuchtete und stellte sich in die Mitte des Hofs auf einen Fleck wo sich bereits eine kleine Pfütze gebilded hatte.
Mira schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken, ihre langen, schwarzen Haare wurden bereits nass und hingen etwas schwer von ihrem Skalp, ihre Augenlieder zuckten leicht von jedem Tropfen der darauf landede.
Das Gefühl von Regen auf dem Gesicht war eines der schönsten Gefühle für Mira. Es gab viele Dinge die sie glücklich machten aber Regen war vermutlich auf Platz eins der endlos langen Liste.

“Mira! Du erkältest dich nur, komm wieder rein.”, das Mädchen öffnete die Augen und sah zurück zu der Stimme. Eine Krankenschwester war auf sie Aufmerksam geworden, hatte die Tür geöffnet und sah sie etwas streng vom Trockenen aus an. “Aber der Himmel weint!”, damit zeigte Mira nach oben und streckte danach die Arme aus als könnte sie damit mehr von dem Regen einfangen.
“Der Himmel wird auch nicht aufhören zu weinen, selbst wenn du da noch eine Stunde stehst.”, sprach die Frau und Mira drehte sich zu ihr um. “Soll er auch nicht! Weinen ist in Ordnung, vor allem wenn es so schön ist”,  sprach die fünfzehn jährige. Die Krankenschwester musste nun doch etwas schmunzeln, schimpfte aber erneut “Nun komm schon, wir wollen nicht dass du wieder mit einer Erkältung im Bett liegst.”
Mira gab schließlich nach, ließ es sich aber nicht nehmen mit ihren völlig durchnässten Pantoffeln noch in eine Pfütze zu springen bevor sie durch die Tür wieder ins Trockene stieg.
“Sieh dich doch an Kind..”, seufzte die Krankenschwester die dem Mädchen die Wollweste auszog die nun völlig aufgesaugt mit Wasser war.
“Loslos, in dein Zimmer, und zieh dir was trockenes an.” befahl sie als nächste und Mira nickte nur  und machte sich auf den Weg zurück in ihr Zimmer.
“Sie liebt den Regen.. “ sprach nun eine dritte Stimme. Es war einer der Doktoren der mit einer Akte in der Hand stehen blieb und Mira beobachtete, die zurück in ihr Zimmer schlufte und dabei eine nasse Spur im Gang hinterließ.  
“Dieses Kind ..”, seufzte noch die Krankenschwester, sah auf die tropfende Wollweste in ihren Händen, ging dann aber wieder ihre Arbeit nach, nicht aber ohne noch einmal leise zu lachen.

Jeder hier kannte Mira inzwischen. Das immer kranke junge Fräulein das fast ihr ganzes Leben in diesem Krankenhaus verbrachte. Ihre wohlhabenden Eltern hatten nicht viel Zeit und somit wurden die Angestellten hier wie eine Art Familie für das kränkliche Mädchen.
Vor einigen Wochen, nach einer weiteren gründlichen Untersuchung fanden sie heraus dass Mira einen Hirntumor hatte der auf’s neue herangewachsen war. Schon vor Jahren hatten sie einen Tumor, wie sie dachten, erfolgreich bekämpft doch es schien dass dieser nun erneut, und um einiges Stärker als davor wieder heranwuchs.
Dieser Tumor saß in einer Region fest die die Behandlungsarten streng einschränkte. Eine Operation war eher ausgeschlossen, da niemand daran glaubte dass das schwache Mädchen diese überleben würde, und wenn doch, wäre sie vermutlich ihr restliches Lebens gelähmt und ans Bett gefesselt, wie auch auf minimale Funktionen eingeschränkt.
Kurz gesagt, sie wäre nur noch imstande selbst zu atmen, und noch nicht einmal da waren sich die Ärzte sicher.
Deswegen hatten Mira’s Eltern sie eigentlich schon aufgegeben..und kamen sie noch nicht einmal besonders oft besuchen. Vor allem aber weil sie Angst davor hatten sich zu sehr an ihre Tochter zu klammern, die bald nicht mehr hier sein würde.  
Es waren Befürchtungen aufgestellt dass Mira ohnehin nicht mehr lange zu leben hatte, vielleicht nur noch Wochen, höchstens ein paar Monate. Ihre Symptome wurden schlimmer, mit jedem Tag, und davon gab es einige.
Mira hatte eine furchtbar schlechte Visumotorik oder auch Auge-Hand Koordination. Und somit griff sie oft völlig daneben wenn sie versuchte etwas das sie sah anzufassen.
Dies war noch eine der harmlosen Dinge mit denen das Mädchen tagein tagaus lebte. Sie litt auch unter einem schrecklichen Kurzzeitgedächnis und vergas oft Dinge die erst vor ein paar Sekunden passiert waren.  Dieses Leiden kam in Schüben und so war dieser Gedächnisverlust manchmal stärker und manchmal schwächer.
Was den Leuten aber die meiste Sorge bereitete war, dass sie ohne Vorwarnung oder Anzeichen des öfteren einfach in Ohnmacht fiel, sich dabei auch das ein oder andere mal schon den Kopf verletzt oder sogar aufgeschlagen hatte.
Jedes Mal wenn Mira ihr Bewusstsein verlor, dann wusste keiner ob sie auch wieder aufwachen würde. Ihr Körper war einfach zu schwach.
Deswegen lebte sie in diesem Krankenhaus, um die ständige Beobachtung der Mediziner zu haben, die nie wussten wann es soweit war und das Mädchen zum letzten Mal ihre Augen schloss.

Doch Mira war nicht, wie man vermuten wollte, in Trauer erstickt, ängstlich oder hatte die Lust zum Leben verloren. Nein, eher das Gegenteil. Mira wusste sie hatte ein kurzes Leben, und sie wollte es so gut es ging auch genießen bevor sie diese Welt schließlich verlassen würde.
Sie liebte viele Dinge in diesem Leben, und sie genoss alles doppelt so toll wie andere Menschen es taten. Sie war immerzu am Lächeln und sie fand es war eine Verschwendung einen Tag zu leben in dem man nicht lächelte, neue Bekanntschaften machte, oder etwas neues lernte.
Klar, hier im Krankenhaus waren diese Dinge eingeschränkt. Aber Mira hatte trotzdem ihre ganz eignenen Wege ihr Leben hier so gut es ging auszukosten.

Wie auch an diesem Tag. Mira saß nun in ihren trockenen Kleidung, einen warmen Strickpullover der ihr bis zu den Knien reichte und dicke Strümpfe an ihren Beinen im Aufenthaltsraum. Es regnete noch immer und sie ruhte bei dem großen Fenster auf der Fensterbank und beobachtete die Tropfen an den Fensterscheiben. Stellte sich dabei vor wie die kleinen Tropfen auf der Scheibe ein Wettrennen nach unten in die Kante des Festers veranstalten.
Die langen Haare des Mädchens fielen dabei manchmal über ihre Schulter und versperrten ihr die Sicht. Sie strich sie dann mit den Fingern wieder hinter ihr Ohr und hatte im nächsten Moment schon wieder vergessen dass sie diese eigentlich zu einem Pferdeschwanz binden wollte, sodass sie nicht weiter störten. Das Mädchen schreckte etwas hoch und erwachte von ihrer halb Trance als sie einen Krach hinter sich vernahm.
Schnell drehte sie sich um und erkannte einen Jungen. Dieser saß im Rollstuhl und war scheinbar etwas unbeholfen diesen zu lenken denn er war in einer der Stühle gefahren und fluchte leise vor sich hin.

Der Junge musste in etwa in Mira’s Alter sein. Er hatte dunkelblondes Haar, das ihm ins Gesicht hing, seine Haut war ebenso blass wie Mira’s und seine Arme mit denen er eher hilflos versuchte den Rollstuhl zu lenken wirkten schwach. Sowieso sah der junge eher schwach und gebrechlich aus.
Mira hopste schließlich von ihrem Fensterplatz und rannte auf den Jungen zu. “Brauchst du Hilfe?”, fragte sie als dieser noch immer damit kämpfte den Stühlen auszuweichen.
Der Fremde sah nun zu ihr auf, seine dunkelbraunen Augen verengten sich als er zischte “Ich brauch keine Hilfe von einer Grundschülerin.”
Mira stemmte gleich die Hände in die Hüften “Na hör mal ich bin bereits 15!”, beschwerte sie sich. Der Junge zog eine Augenbraue hoch, murmelte ein “Sieh’st aus wie zehn”, eher zu sich selbst und versuchte mit dem Rollstuhl nun rückwärts zu fahren, stellte sich dabei aber eben so tollpatschig an.
“Sitzt du das erste Mal in einem Rollstuhl?”, fragte Mira nun neugierig und der blondhaarige seufzte erneut genervt “Du bist ja immer noch hier!”
Das Mädchen ging hinter den Rollstuhl und klappte die zweite Bremse auf der Seite des Rollstuhls nach oben, welche die ganze Zeit nach unten geklappt war und deswegen das lenken für den Jungen erschwerte.  “Vielleicht fährst du einfacher ohne dass die Bremse an ist”, sagte sie dabei und der Junge sah sie über seine Schulter an. “Fühl dich nicht so schlau! Das weiß ich selbst!”, motzte er da er natürlich nicht zugeben wollte dass ihm dieser dumme Fehler unterlaufen war.
Was wollte dieses Mädchen ohnehin von ihm? Das Letzte das er brauchte war nun jemand der sich über ihn lustig machte.

Schließlich hatte er erst vor drei Tagen erfahren dass er vielleicht nie wieder auf eigenen Beinen stehen konnte. Nobu war eigentlich immer ein normaler Teenager gewesen. Er hatte die Schule normal besucht, war an Nachmittagen mit seinen Kumpels abgehangen und hatte manchmal unnötiges Gerangel mit anderen Schülern. Er mochte Musik, Baseball und hübsche Mädchen wie die meisten anderen Teenager Jungs vermutlich auch.
Aber letzte Woche war Nobu in eine Schlägerei mit ein paar Gangmitgliedern der Nachbarschaft geraten, und als er von dieser Schlägerei entkommen wollte war er vor ein Auto gerannt und von diesem über die Straße geschleudert worden. Er hatte sich dabei die untersten zwei Halswirbel gebrochen, eine Frakur, bei der das für die Bewegung zuständige Rückenmark verletzt wurde, was zu einer inkompletten Querschnittslähmung führte.
Nobu wurde zwar sofort operiert, um den Druck vom Rückenmark zu nehmen. Die Operation verlief auch erfolgreich, doch die Folgen blieben: keinerlei Gefühl oder Bewegung in seinen Beinen, und der Grund warum er nun in diesen verdammten Rollstuhl fest saß.
Heute war der erste Tag an dem er auch aus dem Bett konnte und in seinem neuen, ständigen Wegbegleiter saß. Seine Beine, so sagten die Ärzte, waren aber nicht völlig verloren. Mit einer ausgiebigen Physiotherapie und viel Arbeit war es ihm möglich vielleicht zumindest wieder auf Krüken gehen zu können.
Nicht dass das genug für den jungen Baseballer war, der immer davon geträumt hatte einmal in der großen Liga zu spielen. Das konnte er nun vermutlich vergessen. All seine Träume waren mit diesem Unfall zunichte gemacht, und er wusste nicht warum er überhaupt noch hier war. Vielleicht wäre es besser gewesen, wäre er ganz einfach bei diesem Unfall verreckt. Das dachte er seit er mit diesen gelähmten Beinen aufgewacht war, jeden Tag.

“Soll ich dich wohin bringen?”, riss ihn die Stimme des Mädchen wieder aus den Gedanken. “Ich kenn mich aus mit solchen Dingern, ich kann dich anschieben wenn du magst.”, sprach sie weiter. “Kannst du die Atmo nicht lesen? Ich will nichts mit dir zu tun haben!”, fuhr er sie nun zurück an.
Das Mädchen schien sich aber nicht beirren zu lassen und lächelte noch immer “Ist gut!",  sie trat etwas zur Seite, drehte sich aber wieder zu den Jungen und zeigte auf ihn "Aber manchmal solltest du Hilfe annehmen! Es ist okay wenn man nicht immer alles alleine schafft, das heißt nicht dass du dann Schwach bist.”, sprach sie und dem Jungen platzte nun auch schon der Kragen “Du hast gut reden! Du kannst deine Beine ja auch noch benutzen! Sprich nicht mit mir als ob du mich nur annähernd verstehst!” , damit schaffte er es nun auch endlich weiter zu fahren und ließ das Mädchen etwas schmollend zurück.

Nobu war schon immer eher von mürrischer Natur und deswegen auch noch immer etwas sauer als er sich vor dem Fahrstuhl stellte und nach oben griff um den Knopf zu erreichen. Er musste damit aber auch wieder kämpfen da die Knöpfe doch recht hoch waren. “Du hast unsere Mira kennengerlernt.”, wurde er plötzlich angesprochen und sah zur Seite.  Sein behandelnden Arzt, Doktor Kato stand dort und drückte auch für ihn gleich de Knopf damit sich die Tür öffnete.
“Sie redet ne Menge..”, war alles was der Junge zurück gab bevor er in den Aufzug rollte. Der Arzt betrat diesen ebenfalls und wählte das Stockwerk in dem sich Nobu's Zimmer befand. “Sie hat sich vielleicht gefreut jemanden in ihrem Alter hier zu treffen. Passiert ihr nicht so oft.. “ erklärte der Doktor. “Sie ist Patientin? Sieht nicht so krank aus..”, Nobu sprach eher zu sich selbst doch der Arzt antwortete ihm “Du solltest nett zu ihr sein, sie hat nicht mehr besonders lange.” Diese Worte bereiteten den Jungen ganz plötzlich ein stechendes Gefühl in der Magengegend.
Er war wirklich kalt zu ihr gewesen und nun wo er darüber nachdachte auch wirklich gemein.

Dieses Mädchen hatte also nicht mehr lange zu leben, und er kam um die Ecke und machte sie einfach so blöd von der Seite an an. Nobu fühlte sich auf einmal furchtbar deswegen.
Vielleicht sollte er später nochmal nach ihr suchen und sich bei ihr entschuldigen.. auch wenn das normalerweise nicht seine Art war. Doch er fühlte dass er ihr das schuldig war, nachdem sie auch nur ein Lächeln für ihn übrig gehabt hatte.
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