Nie wieder Liebe

von Kiiiki
GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
01.07.2015
14.02.2020
18
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Hallo zusammen^^
Nach sehr langer Pause, möchte ich mich wieder zurückmelden und sagen, die Story geht weiter, denn der Showdown steht langsam bevor.
Es tut mir sehr, sehr, sehr leid für alle die so lange warten mussten. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht und drei Jahre (!!!) um sind O__O
Ich hoffe es macht euch weiterhin Spaß die beiden und ihre Geschichte lesen zu können, auch wenn dieses Kapitel jetzt nicht das größte ist, oder wahnsinnig spannend, aber leider notwendig war um weiter zu machen, und damit ich meinen Hintern wieder hoch und an den Lapi bekomme ^^

Glg und bis bald (diesmal nicht so lange, fest versprochen ;)
Eure Kiiiki



***

Müde und als wären sie schwer wie Blei öffne ich verschlafen meine Lider und blinzle, um mich zu orientieren. Es ist dunkel und ich bin viel zu erschöpft, um gleich zu wissen, wo ich mich befinde. Das dauert noch ein paar Momente. Bis mir einfällt, dass ich wirklich in Andrews Bett liege.
Ich weiß zwar wirklich nicht, wie wir es dann doch noch in sein Schlafzimmer und in dieses riesige Bett, oder besser gesagt, diese riesige Spielwiese, geschafft haben und noch weniger weiß ich, woher wir noch die Energie gehabt haben, hier mit dem weiterzumachen, womit wir in der Bibliothek angefangen haben, aber ich bin mehr als zufrieden damit. Und mit einem breiten Grinsen kuschle ich mich in die weichen Kissen unter mir und spüre der wohligen Erschöpfung meines Körpers nach, auch wenn bei dem Versuch, mich auf den Rücken zu drehen, sehr schnell deutlich wird, dass ich nicht so schnell wieder gerade, ruhig oder über längere Zeit sitzen können werde. Aber auch das bringt mich nur noch breiter zum Grinsen und ich sehe mich um, jetzt wo meine Augen sich an das Zwielicht gewöhnt haben.
Die schweren dunklen Vorhänge vor den großen Fenstern, die ich nun erkennen kann, sind der Grund, weswegen es hier so dunkel ist. Obwohl es draußen bereits hell sein muss, wie die leichten Schimmer hinter den Vorhängen einen erahnen lassen. Wie lange haben wir eigentlich geschlafen?
Was heißt geschlafen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Andrew mich erneut in die sinnliche Bewusstlosigkeit gevögelt hat und ich dort dann irgendwann einfach verblieben bin.
Apropos Andrew…
Ich taste neben mich, fühle aber nur Kissen und weiche Decken. Ebenso hinter mir, was mich dazu bringt, mich schließlich doch umzudrehen und mich genauer umzusehen. Aber egal wohn ich schaue, er ist nicht hier im Zimmer und das Bett ist, außer an den Stellen, wo ich gelegen habe, kalt. Er muss also schon länger auf sein.
Trotz der atemberaubenden Nacht, die wir zusammen verbracht haben, ist er nicht verpflichtet neben mir zu liegen und mit mir zu kuscheln, als wären wir irgendwie…mehr als das, was auch immer wir eben sind und wofür mir kein freundliches Wort einfallen wird.
Er fehlt mir trotzdem, und mir kommt es sogar so vor, als würde ich seine Stimme hören.
Moment… ich höre ihn wirklich. Draußen? Vor dem Fenster?
Leise fluchend und keuchend quäle ich mich aus dem Bett und schleiche mich etwas breitbeiniger als eigentlich üblich an die Vorhänge heran und schiebe sie weit genug zur Seite, um ein wenig nach draußen und nach unten sehen zu können. Da wir ja hier im ersten Stock des Hauses sind.
Das Erste, was ich sehen kann, ist der strohblonde Kopf des mir so verhassten Riesen, den ich auf hundert Schritt Entfernung erkennen würde. Frank steht dort unten im Garten und unterhält sich mit drei anderen Männern und Anna, die wieder bei ihnen steht.
Habe ich mir Andrew doch bloß eingebildet? Ihn kann ich nämlich nicht sehen. Aber ich habe ihn doch gehört, oder nicht?
Frank fuchtelt mit den Armen herum und scheint Befehle zu geben. Er spricht in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Aber sein Befehlston ist auch so nicht zu überhören.
Ohne zu zögern nicken die anderen und eilen davon. Anna flüstert dem blonden Hünen etwas zu, woraufhin sie dann auch davonmarschieren und ich beuge mich weiter nach vorne, um vielleicht zu erkennen, wohin die beiden gehen.
Warum sind sie überhaupt schon wieder hier? Sie waren gestern Abend schon hier und haben unser…ja was? Date? Egal! Sie haben es gestört. Und auch wenn Andrew mich bei seiner Rückkehr mehr als zufriedengestellt hat, werde ich nervös, wenn ich die beiden schon wieder hier sehe. Nachdem sie gestern ja allesamt irgendwohin mussten. Ich glaube immer noch, dass es etwas Illegales ist, in das Andrew und seine Leute verstrickt sind, von denen da unten heute noch mehr herumlaufen - und die anderen habe ich noch nie gesehen! Auch nicht im Club. Wohnen die etwa alle hier im Haus? Sophia hat doch etwas in der Art gesagt, oder? Und die Zimmer hier oben, die zum Teil versperrt sind? Wohnt Frank wirklich hier mit Andrew Tür an Tür?
Ich spüre, wie das grünäugige Monster der Eifersucht in mir wütend die Zähne fletscht. Dabei habe ich dazu kein Recht. Das weiß ich. Andrew und ich sind nur…nun…eben kein Paar. Dennoch macht mich die Vorstellung allein schon verrückt.
„Suchst du etwas bestimmtes, Aaron?“ Die flüsternde, sinnliche Stimme so dicht bei mir, nahe an meinem Ohr, erschreckt mich fast zu Tode und mit einem quietschenden Aufschrei, springe ich etwas nach vorne, weg von der Stimme, die ich eigentlich nur zu gut kennen sollte. Der ich eigentlich entgegenspringen sollte. Aber vor Schreck klammere mich dabei an den schweren Stoff des Vorhangs, für den mein zusätzliches Gewicht auf jeden Fall zu viel ist und mit einem lauten Knacksen, begleitet von einem weiteren, erschrockenen Aufschrei meinerseits, begräbt mich der schwere Stoff unter sich, so dass es erst recht richtig dunkel um mich herum wird und ich zusätzlich das Gefühl habe, hier drunter zu ersticken. Das alles begleitet von Andrews schallendem Gelächter, welches ich trotz der Berge von Stoff über mir und um mich herum, gut hören kann.
„Das... das ist nicht witzig“, keuche ich atemlos unter dem schweren Stoff und strample planlos gegen selbigen an. Andrew scheint das anders zu sehen, denn ich kann ihn immer noch lachen hören, ehe er sich dazu erbarmt, mich zu befreien.
Mit einem tiefen Atemzug tauche ich wieder auf und funkle wütend zu dem immer noch lachenden Mann auf, der mir durch mein in alle Richtungen abstehendes Haar streichelt und mir dann die Hand entgegenstreckt, um mir hoch zu helfen. „Wenn du dich gerade sehen würdest, wärst du anderer Meinung“, erklärt er immer noch grinsend und zieht mich zu sich hoch. Wobei mir auffällt, dass er bereits frisch geduscht und angezogen ist. Angezogen für die Arbeit? Es ist auf jeden Fall zu schick, um daheim abzuhängen, wenn ich ihn mir so ansehe. Wie lange ist er schon wach? Und warum sieht man ihm die vergangene Nacht nicht so stark an wie mir?
„Möglich“, grummle ich und versuche meine Haare in Ordnung zu bringen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Außerdem brauche ich dringend eine Dusche. Die Nacht hat, im Gegensatz zu ihm, bei mir deutliche Spuren hinterlassen. Eine Tatsache, die meine Mundwinkel wieder dazu bringt, sich zu heben, erspäht mein müdes Auge einen Wimpernschlag später die Verfärbung an seinem Hals, für die ich verantwortlich bin. Der perfekt gebügelte Kragen schafft es nicht, sie ganz zu verdecken.
„Was hast du denn dort am Fenster gewollt? Hast du etwas Interessantes gesehen?“, fragt er jetzt und beobachtet mich und meine Reaktion. Das kann ich spüren und ich kann nicht verhindern, dass ich mich ärgere, wenn ich an Frank denke, und das tue ich, jetzt wo er mich so direkt danach fragt.
„Nur deinen europäischen Riesen“, knurre ich darum auch und sehe mich nun, da der Vorhang das Zimmer nicht mehr verdunkelt, in Selbigem um, um etwas zu finden, mit dem ich mich bedecken kann. Ich habe keine Lust vor Andrew nackt zu sein, wenn ich über Frank spreche oder gezwungenermaßen an ihn denken muss.
„Frank?“ Jetzt tut er noch so überrascht. Ich presse die Lippen aufeinander und finde meine Klamotten auf einem Stuhl, wo sie perfekt zusammengefaltet liegen. Sophia, wie ich meine, und sofort bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Ich weiß schließlich, wo ich sie ausgezogen und wie ich sie dort zurückgelassen habe. Hat sie dort saubermachen müssen? Vielleicht sollte ich mich bei ihr entschuldigen? Oder mich bedanken? Oder beides?
„Du bist eifersüchtig auf ihn“, stellt Andrew nun mit einem viel zu amüsiert klingenden Unterton in der Stimme fest, der mich fast noch wütender macht. „Bin ich nicht! Aber was macht der Kerl ständig hier? Hat er kein eigenes Zuhause?“
„Nein, du hast Recht. Du bist gar nicht eifersüchtig.“ Ich kann ihn grinsen hören, ohne ihn zu sehen. Komisch finde ich es aber nicht.
„Hör mal, Aaron“, ich spüre seine Hand auf meiner Schulter. „Frank und ich kennen uns schon sehr, sehr lange. In dieser Zeit haben wir schon viel zusammen durchgemacht. Das mit uns ist…“ Er scheint nach dem richtigen Wort zu suchen und ich bin es, der ihm dabei aushilft. „Etwas Besonderes?“, frage ich aus einem Gefühl heraus und spüre, wie mir diese Worte unbewusst Schmerzen verursachen, welche dann noch schlimmer werden, als Andrew wirklich nickt und mir damit zustimmt. „Ja, so könnte man das wohl am besten beschreiben.“
Na großartig, Aaron! Nicht nur, dass du ihn auf dieses blöde Thema gebracht hast, du hilfst ihm auch noch dabei, ihm bei seinen Gefühlen auf die Sprünge zu helfen. Denn es müssen Gefühle sein. Sonst würde er ihn nicht in Schutz nehmen. Es muss was zwischen den beiden laufen. Eine offene Beziehung? Irgendein komisches Spiel? Vielleicht stehen sie darauf, wenn der andere sich ‘nen Lover nimmt? Soll es alles geben. Die Frage ist… komme ich damit klar?
„Es ist aber keine Beziehung, falls du das denkst“, sagt er nun und scheint meine Gedanken gelesen zu haben. „Ich bin kein Typ für Beziehungen. Das habe ich dir schon einmal gesagt, Aaron.“
Schnell nehme ich meine Klamotten in die Hand und weiche seinem intensiven Blick jetzt aus, denn ich fühle mich nackter als nackt. Das war dann wohl eben der oft zitierte „Wink mit dem Zaunpfahl“, wie man so schön sagt. Nur dass das eben kein Zaunpfahl mehr gewesen ist, sondern bereits der gesamte Zaun. Auch wenn Andrews Stimme dabei ruhig und gar nicht verärgert klingt. Viel mehr als sei es eben einfach nur ein Fakt, den ich zu akzeptieren habe. Nur… kann ich das akzeptieren? Ich sage mir selbst, dass ich das kann, aber… wenn ich jetzt so in mich hineinhöre…
„Ich erinnere mich“, gebe ich zu und sehe zu der Tür zum Badezimmer hin. „Was dagegen, wenn ich kurz dusche, bevor ich gehe?“ Schließlich ist das eben mit dem „Kein Beziehungstyp“ sehr deutlich gewesen. Wir hatten unseren Spaß und jetzt kehrt jeder wieder in sein eigenes Leben zurück.
„Natürlich nicht. Nimm dir, was du brauchst und du musst dich auch nicht beeilen.“ Kurz flammt Hoffnung in mir auf. Hoffnung darauf, dass er mich doch nicht so einfach loswerden will und… „Wenn du fertig bist, sag Sophia Bescheid. Einer der Jungs bringt dich dann nach Hause. Ich muss jetzt sowieso los. Bin schon spät dran und habe noch einiges zu tun.“
Bämm! Direkt auf die Zwölf! Noch deutlicher geht es nur noch, wenn er mir ins Gesicht sagt, dass ich jetzt endlich abhauen soll, weil er schon genug Zeit mit mir vertrödelt hat und schließlich noch genug Besseres zu tun hat.
Ich schlucke alles hinunter, was mir auf der Zunge liegt. Denn es bringt nichts, es zu sagen. Es war deutlich und er hat Recht. Ich wusste das. Eifersucht steht mir also nicht zu. Tat es nie und wird es nie. Also nicke ich und bedanke mich.
Zwar würde ich im Moment lieber laufen, doch da ich nicht mal weiß, wo wir hier genau sind, könnte der Weg etwas mühsam werden. Also lasse ich mich nach Hause bringen. Wie es ein braves Spielzeug zu tun hat, denke ich verbitterter als es mir zusteht.
„Also gut dann“, meint Andrew nun und dreht mich nochmal an meinem Arm zu sich. Sieht mich an mit diesen verflucht tollen Augen und küsst mich überraschend, so dass mein Verräterherz einen wilden Galopp startet, ehe sich unsere Lippen trennen und seine Hand meine Wange streichelt. „Danke für die tolle Nacht, Aaron. Wir hören uns, ja?“
Ich sollte ihm sagen, dass das nicht passieren sollte. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht kann. Dass ich ihn schon zu weit in mein Herz gelassen habe, um ihn dort einfach so wieder auszuschließen. Auch wenn es gesünder für mich wäre, wie ich mir sicher bin. Aber ich bin eben ein verschossener Idiot und deswegen ist meine Antwort auch ein „Ja… wir hören uns“, ehe Andrew sich mit einem umwerfenden Lächeln verabschiedet und geht, und ich unter die Dusche fliehe, wo sich Tränen unter das warme Wasser mischen, weil ich das Gefühl nicht loswerde, dass ich mich mit meiner mir nicht zustehenden Eifersucht bereits noch weiter ins Unglück, und mit ziemlicher Sicherheit, auch gleich ins Aus geschossen habe. Denn wenn Andrew mir eines mit seinem Verhalten klargemacht hat, dann: Bis hierhin und nicht weiter!
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