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Bleeding Love

GeschichteFreundschaft, Tragödie / P16
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
30.06.2015
13.10.2018
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30.06.2015 1.460
 
Vor zwei Jahren, Teiko

Sie standen vor dem 24-Stunden-Laden und aßen Eis. Allerdings nicht als Freunde. Nicht als Team. Als eine Einheit. Nein, sie standen da, als wären sie so platziert.
Das Mädchen blieb bei ihnen stehen. „Warum? Warum müsst ihr so sein?“, fragte sie aufgebracht.
Aomine sah sie gelangweilt an. „Warum regst du dich so auf?“
„Weil ihr verdammt nochmal gefälligst anfangen solltet, euch zu bessern! Ihr seid unangenehme Bastard!“
Akashi fixierte sie mit einem seine kühlsten Psychoblicke und Aomine kam plötzlich auf sie zu gestürzt.
Aus Reflex machte sie einige Schritte zurück und verlor das Gleichgewicht. Sie landete auf der Straße. Im selben Augenblick kam ein kleiner Laster.


Heute

Still saß sie auf der Bank im Park und sah sich die spielenden Kinder an. Das hatte sie früher auch gemacht. Gespielt. Mit ihren Freunden. Bis sie nicht mehr ihre Freunde waren. Sie seufzte und wandte sich wieder dem Zeichnen zu.
Auf ihrem Block hatte sie ein Liebespaar grob skizziert. Das Paar saß einige Meter vor ihr auf einer Decke und hielt sich an der Hand.
Aus dem Augenwinkel bemerkte sie eine Bewegung. Als sie den Kopf umwandte, sah sie die zwei Kerle, die sie schon seit Wochen jeden Tag nervten.
„Ach, bist du mal wieder hier. Wie haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen“, säuselte der Eine. Der Andere lachte.
„Könnt ihr auch was anderes machen, als Leute zu nerven?“ Die Stimme gehörte zu einem jungen Mann mit schwarzen Haaren. Die Jungs sahen ihn beleidigt an und gingen. Das Mädchen lächelte amüsiert. „Und du könntest auch mal was sagen!“
„Warum? Hat doch alles gut funktioniert“, antwortete sie mit einer wunderschönen Stimme. Eine Stimme, die so rein war wie das klarste Wasser.
„Ich hätte dann aber nicht eingreifen müssen. Du musst mit deiner Stimme ja nur einen Befehl sagen und alle tun was du willst“, murrte er und ließ sich neben sie auf die Bank fallen.
„Armer Ichido“, sagte sie sarkastisch. Dafür bekam sie eine Kopfnuss.
„Jetzt musst du aber auch was für mich singen!“, beschloss er. Sie kicherte. „Na gut.“ Mit einem Lächeln nahm sie ihre Gitarre zur Hand und begann einige Takte zu spielen. Es war ein leichtes Lied. Keine schnellen Wechsel im Griff. Sie sang und Ichido schloss lächelnd die Augen.
Plötzlich stand ein Junge vor ihnen. Er hatte dunkelblaue Haare und gleichfarbige Augen. Außerdem war er braungebrannt und sehr gut trainiert. Sie kannte ihn und hasste ihn. Mehr als sie sagen konnte. Wenigstens würde er sie nicht erkennen. Denn sie hatte sich verändert.
Ihre früher kurzen Locken hatte sie nun bis weit über die Schultern wachsen lassen. Auch hatte sie sie sich braun gefärbt. Früher waren sie hellrot gewesen. Ihre Augen konnte sie leider nicht so krass verändern. Aber mit farbigen Kontaktlinsen konnte sie die eigentliche Farbe abschwächen, bis sie fast unkenntlich war.
Nur Ichido wusste, warum sie sich so drastisch verändert hatte. Warum sie die Schule und ihren Wohnort, ihre Handy- und Telefonnummer geändert hatte. Warum sie den Nachnamen ihrer Mutter trug. Und das auch nur, weil er ihr Bruder war. Halbbruder, aber dennoch ihr Bruder.
„Wie heißt du?“, fragte Aomine.
„Geht dich nichts an“, antwortete sie reserviert und stand auf. Sie packte ihre Zeichenutenilien ein und schnallte sich sowohl Tasche als auch Gitarre um. Ichido stand mit ihr auf und gemeinsam gingen sie zum Ausgang. Wobei sie etwas schräg ging. Ihr linkes Bein war anders. Es fehlte etwas.

Aomine sah ihr nach. Diese Stimme kannte er irgendwoher. Er hatte sie schon lange nicht mehr gehört. Kopfschütteld machte er sich wieder auf den Weg zum Basketballplatz. Akashi hatte sie alle überzeugen können, sich nochmals zu treffen.
Dort angekommen sah er schon Kuroko und Kagami passen. Er konnte es nicht fassen, dass die Beiden die wahre Zone geknackt hatten. Außgerechnet Bakagami! Doch daran war jetzt nichts mehr zu ändern.
Kise sah ihn. „Aominecchi!“ Der Gerufene seufzte. Warum hatt er das verdient?
„Du siehst nachdenklich aus, Daiki“, bemerkte Akashi.
„Ich hab grade eine Begegnung mit einer Person gehabt, die ich irgendwoher kenne. Aber mir fällt nicht ein, woher“, erklärte er grübelnd.
Dann hörte er ihre Stimme in der Nähe. „Vergiss es! Du hast das letzte Mal schon gewonnen.“ Sie lachte. Schon kamen sie um die nächste Kurve. Ihr Lachen verschwand mit einem Schlag. „Belegt. Gehen wir wo anders hin.“
Doch der Junge hielt sie am Arm fest. „Komm. Hab dich nicht so. Die siehst du nie wieder.“ Sichtlich wiederwillig ließ sich sich auf den Platz führen. „Können wir das zweite Feld haben?“, fragte er gut gelaunt.
„Klar“, stimmte Himuro zu.
Der Junge grinste und warf dem Mädchen den Ball zu. „Komm schon. Zeig mir deinen gefürchteten Wurf“, spornte er sie an. Sie verzog den Mund. „Kannst du vergessen“, entgegnete sie und ging mit ihrem komischen Gang auf den Jungen zu.
Aomine runzelte die Stirn. Warum lief das Mädchen so komisch.
„Ichido, könntest du bitte aufhören so dämlich rum zu wackeln? Das sieht aus als hättest du etwas unterm Shirt, was du los werden willst“, lachte sie.
Nun sah nicht nur Aomine zu den Beiden. Der Junge hüpfte vor ihr herum und wedelte mit den Armen. „Ich will mich nur aufwärmen“, verteidigte er sich grinsend. Das Mädchen lächelte traurig. „Dann tu das mal lieber gründlich“, riet sie ihm.
Sie selbst ließ den Ball ein paar Mal auf dem Boden aufkommen, ehe sie ihr in hohem Bogen in den Korb warf. Der Junge schmollte. „Du musst mir das jetzt endlich bei bringen.“
„Vergiss es, Ichido. Wenn ich das mache, kann ich gar keine Punkte mehr sammeln“, verneinte sie.
Er lachte. „Klar, ich verliere gegen ein Teiko-Mädchen. Und von was träumst du nachts?“
„Du hast schon gegen mich gewonnen!“
„Ja, zusammen mit Sato und Kato.“
„Aber du hast gewonnen. Außerdem kannst du mehr tun.“
Er sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. „Willst du darüber jetzt wirklich streiten?“
„Ich wusste nicht, dass wir uns streiten“, erwiederte sie unschuldig und holte den Ball. „Wollen wir jetzt spielen oder willst du mich weiter ärgern?“
Aomine dachte nach Teiko-Mädchen? Während er ihnen beim Spielen zusah, bemerkte er einige Dinge. Zuerst, dass sie mit dem linken Bein igendwie falsch lief. Dann, dass sie scheinbar alle Schritte des Jungen voraussah. Und zuletzt, dass sie sich so bewegen konnte wie einige seiner Generationskammeraden und er.
Schnaufend stand der Junge da, die Hände auf die Knie gestützt. „Du bist ein Monster, Rima!“, beschwerte er sich.
Aomines Kopf ruckte hoch. Und nicht nur seiner. Rima! Dieser Name. Aomine sah das Mädchen vor sich, welches er mit dem Namen Rima in Zusammenhang sah.
Kurze, rote Locken und Regenbogenaugen. Fröhliches Lachen und eine bezwingende Stimme. Eleganter Gang, kein Stolpern. Sportlich bis in die letzte Nervenzelle.
Dieses Mädchen hatte so rein gar nichts mit dieser Rima gemeinsam. Ihre Haare waren lang und braun. Die Augen ebenfalls. Wenn auch seltsam braun.
Akashi ging zu ihr. „Entschuldigung.“ Sie sah ihn ausdruckslos an. „Kann ich kurz deine Augen sehen?“
Sowohl das Mädchen als auch der Junge sahen ihn, als sei er verrückt geworden. „Kannst du vergessen“, schlug Rima die Bitte aus und packt den Ball.
Akashi riss sie am Arm herum und sah ihr in die braunen Augen. „Du trägst Kontaktlinsen.“
Sie riss sich los. „Und? Ich will eben keine Brille tragen“, fuhr sie ihn an. „Komm, Ichido.“ Sie machte anstalten den Platz zu verlassen, als Murasakibara sie plötzlich hoch hob. Vor Schreck quietschte sie und ließ den Ball fallen.
„Du bist Ri-chin“, sagte der Riese gelangweilt. „Lass mich runter!“, befahl sie wütend.
Murasakibara ließ sie fallen. Beim Aufprall machte ihr linkes Bein ein seltsames Geräusch.
Fluchend rappelte sie sich vom Boden auf und funkelte den Riesen wütend an. „Das hättest du auch sanfter machen können!“
Ichido lachte schallend. „Wie ein Stein“, lachte er sie aus. Dafür bekam er mit einem solchen Karacho den Ball in den Bauch, dass er umkippte.
„Klappe!“, murrte sie und verließ mir ihrem seltsamen Gang die Umzäunung.
„Willst du mich töten?“, schrie Ichido ihr nach und hielt sich den schmerzenden Bauch.
„Nein, aber du solltest aufhören mich auszulachen“, erwiederte sie mit sanft.
Sofort war Ichiso still und schien auf ihre Stimme zu hören. Zu spät fiel Rima ein, dass sie nicht alleine waren.
Ohne zurück zu sehen rannte sie los. Ihr linkes Knie schmerzte. Eigentlich sollte sie mit der Prothese nicht so schnell rennen. Aber es gab keinen Ausweg.

Aomine starrte dem Mädchen mit offenem Mund nach. Das war sie. Ihre Rima! Die Rima, die damals plötzlich verschwand. Nach dem Unfall war sie nicht mehr gekommen. Als wäre sie gestorben.
Die gesamte GdW hatte um sie getrauert. Sie war ihre Freundin gewesen. Hatte mit ihnen zusammen trainiert. Auch, als die Generation so kalt und unnahbar geworden war, war sie bei ihnen geblieben. Bis zum Unfall. Dem Unfall, den sie verursacht hatten.
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