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Blade of Love

Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
30.06.2015
11.07.2015
2
5.693
 
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30.06.2015 3.082
 
Prolog


Es war ein später Abend in „Joe’s Spundloudge“. Die Räumlichkeiten in der Bar waren etwas älter schon und nicht galaktisch hoch modern wie die in Korhal. Etwas morsch sahen die Tische bereits aus und verleiten den ganzen ein nostalgisches Flair. Der Barkeeper verteilte den Gästen frisch gezapftes Bier und Mixdrinks gab es auch.
Die Gäste der Bar unterhielten sich, lachten zusammen und andere wiederum schauten auf den großen TV Flat Screen der die neusten Nachrichten über den Imperator Edward Klinton. Natürlich wussten die ‚einfachen‘ Leute, dass all die Medien gefakt und umgeschrieben wurden und falsche Informationen preisgaben. Das, was die Leute hören sollten. Nicht, was die Wahrheit ist. Es wurde wie immer viel Propaganda gemacht wie toll Imperator Edward Klinton doch war und die galaktischen Paladine unerschrocken und Tapfer ihr Leben geben für den Imperator und die Sicherheit der Menschheit.
In der Bar hockte ein Mann jedoch alleine und einsam an einem Tisch, trank gerade sein Bier aus und ließ seine Haare offen hängen über seine Schultern. Er hatte lange dunkelbraune Haare, einen kurzen unregelmäßigen Vollbart der teilweise schon grau war an bestimmten Stellen, einen etwas trüben und traurigen Blick, als auch Falten der Sorge kennzeichneten sein Gesicht. Seine Augenfarbe war blau, so blau und klar wie das Meer es nur sein konnte. Er trug Teile einer galaktischen Ritterrüstung, den Haft eines Lichtschwertes hing an seinen Gürtel als auch eine hochmoderne galaktische Laserpistole. Er hatte einen Helm bei sich, der zwei gewellte Hörner hatte sowie eine blaue Schutzklappe, durch die er hindurchsehen konnte. Es ähnelte den Bau des Helms eines Space Marines. Seine Rüstung war silbern als auch sein Helm. Seine Rüstung hatte teilweise blaue Streifen an den Hüften, am Bauch, am Helm als auch an den Hosen und den Knieschützern als auch bei den Stiefeln. In der Mitte des Helms befand sich ein blaues Emblem, welches eingraviert war. Die Rüstung strömte nur so vor Energie und hatte einen eingebauten Schutzschild mit sich.
Der Mann trank seinen Drink aus und seufzte besorgt. Dieser Mann kannten viele aus der Vergangenheit. Es war kein anderer als Erik. Ein Mann mittleren Alters um die 32 Jahre. Er dacht viel nach, über das was war. Über das, was jetzt ist. Und über das, was in Zukunft noch kommen mag.
Nach langen Überlegungen holte der ehemalige galaktische Ritter ein Fotoalbum aus einer kleinen Leder Tasche heraus, die er mitbrachte in die Bar. Eingraviert waren in einer lyrischen Schrift sein Name und ein anderer in Gold. Erik schaute das Fotoalbum bedrückt an, und seine Augen wurden feucht, bis schließlich eine dicke Träne sich herauszwängte und runterfiel, diese landete an dem Tisch. Er nahm seine rechte Hand, zögerte erst ein wenig und schlug das Fotoalbum, welches in ein aufwendig, teures, luxuriöses goldenes und gebundenes Buch festgemacht wurde. Er las es erst wie ein Buch, die ersten Zeilen.
„Heimat meiner geliebten Asmeralda, Planet Aiurus, Uhrzeit: 14:30 Galaktische Zeitzone. Jahr: 2050“
Es hörte sich erst wie ein Logbuch an, denn Erik gewöhnte sich an, seit er ein galaktischer Ritter war, möglichst die wesentlichen Details aufzubewahren. Doch er schrieb auch etwas Emotionales herein, als auch die Beschreibung des Planeten auf den er war zu dieser Zeit.
„Der Planet Aiurus, etwas Schöneres und mystisches hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Millionen von Wäldern die eine milde Temperatur hatten, kalten Gebirge, warme Seen und lauwarme Meere zeichnete die Flora dieses Planeten aus. Die Fauna dieses Planeten war wild, aber gleichzeitig auch scheu. Die drakonischen Echsen, die Hyianer, die wie uhrzeitliche Säbelzahntiger aussehen wie man sie aus der Erde kennt, aber doch wesentlich anders, jagten Riuka, eine Pferdeartige Rasse. Viele exotische als auch bizarr aussehende Vögel, Echsen, Füchse, Wölfe und Igel sah ich in Hülle und Fülle auf diesem Planeten. Die Fische hingegen waren scheu, friedlich, lebten harmonisch in Schwämmen zusammen und ergaben am Abend, als die Sonne langsam unterging, wunderschöne Muster auf der Oberfläche des Meeres.
Ja, ich muss zugeben dass die Elvianer über einen einzigartigen Planeten verfügen, und sich nicht als absoluter Herrscher sehen. Jedoch leider musste ich feststellen, dass die Elvianer keinen Deut besser sind als wir Menschen, was die Politik angeht. Eine konservative Konklave, bestehend aus einem Senat voller alter Leute, die an ihren aussterbenden Traditionen festhalten, versucht den Kontakt mit uns Menschen so gut es geht zu verhindern, redet aber insgeheim mit Imperator Edward Klinton über ‚gemeinsame politische Ziele und Bündnisse‘ Ein Widerspruch in sich selbst, mehr nicht.
Die Elvianer… wie kann ich sie beschreiben? Sie haben eine humanoide Form wie wir Menschen und leben jedoch völlig anders. Auf eine Art, die sich unsere unfreie, keusche und eingeschränkte Gesellschaft nicht einmal in Tausenden von Jahren hätte vorstellen können; Sie leben in keinen richtigen Häusern oder Gebäuden, sondern eher eine Mischung aus sehr hoch entwickelten galaktischen vergoldeten Wänden, kombiniert mit Ästen, Baumkronen und den Wurzeln von Bäumen. Die Elvianer hatten alle spitze und mittellangen Ohren die aber eher gewellt sind. Ihre Gesichtszüge können zwischen kindlich, verspielt, verführerisch, traurig, depressiv, spielerisch, diebisch, warmherzig, verständnisvoll, liebevoll, ernst aber niemals wütend wechseln. Wenn Elvianer wütend sind, haben sie einen eiskalten Blick drauf und die inneren Pupillen ziehen sich zu einem kleinen winzigen schwarzen Punkt zusammen. Aber sie schauen jemanden nicht wirklich angestrengt oder kochend vor Wut an, wenn sie es erst einmal sind. Sie scheinen ausgeglichen mit sich selbst zu sein, können trotzdem sehr viele und vor allem überwältigende Emotionen zeigen, wenn man diese nicht gewohnt ist. Ihre Hautfarben unterscheiden sich zwischen blau, pink, violett, Kreideweiß und giftgrün. Die Kleidung der Elvianer ist sehr freizügig. Während die Männer kurze Unterwäsche zeigen, laufen die Frauen mit kurzem BH und einem String herum, ihre Kleider bestehen aus Blättern, sonst nichts. Sie grämen sich nicht ihrer Natur, verfügen aber trotz allem über Rüstungen aus Titan, Edelsteinen und galaktischem Erz, die sie schützen in Kriegszeiten. Zudem schützt ein energiegeladener magischer Schutzschild sie doppelt in einem Kampf. Ist die Energie, oder besser formuliert, die Magie, erloschen, fällt der Schutzschild aus. Sie verfügen über hohe Moralvorstellungen, Vorstellungen von Werten wie Ehre, Tapferkeit, Mut und Treue. Das merkt man vor allem wenn man ein elvianisches Liebespaar sieht, sei es Mann und Mann, Frau und Mann oder klassisch Mann und Frau. Man merkt, dass der eine Partner den anderen nicht eifersüchtig macht und beide jederzeit Händchen halten. Ein elvianischer Ältester erzählte mir mal das dies zur Ethik gehört der Elvianer. Also ein Volk mit hohen Vorstellungen von Sitte, Würde, Moral, Toleranz, Gleichberechtigung, Verantwortungsgefühlen und gegenseitigem Respekt. Gefällt mir.“
Erik musste schmunzeln und schaute sich das Buch, welches sein Fotoalbum enthielt, sehr genau an. Auf den Bildern waren Mammutartige Bäume, 2 Meter hohe Büsche und viele goldglänzende Gebäude zu sehen, als auch ein paar Elvianer, mit deren sich Erik befreundet hatte. Darunter der Exekutor Vanix, der Templer Nassadar als auch der dunkle Templer Aratul, nicht zu vergessen der Templer Anwärter Zátenius. Diese halfen Erik, nicht von Imperator Edwards absolutistischem Denken beeinflusst zu werden. Denn Erik stellte schon immer Fragen, war neugierig, redete viel und gern, er gab sehr offen, freizügig und ohne Schamgefühl seine Meinung kund.
Eine Elvianerin galt immerzu seinen Augen, sie war auf einem Foto des Fotoalbums zu sehen, gemeinsam mit ihm umarmten sie sich auf den Foto. Sie hatte lichterfülltes blondes Haar, Baumkronenfarbene Augen und ihr Körper war ziemlich üppig, die Dame verfügte über eine sehr großzügige Oberweite. Es waren sehr große Blätter vonnöten, ihre Oberweite zu verdecken. Ihre Hautfarbe war kreideweiß, doch glänzte sie so wunderschön silbern, dass es Erik die Sprache verschlag. Die beide lernten sich kennen, wollten sogar eine Beziehung eingehen. Aber dies war ein schwieriges Unterfangen, denn die Konklave ließ keine Elvianer intim mit Menschen verkehren. Sie empfanden es als „Beschmutzung ihres Volkes“ Und deswegen mussten Erik und besonders Asmeralda – so hieß die junge Elvianerin – darum kämpfen und mit viel Mühe und Not wurde das komplette Gesetz geändert, dafür aber wurden Erik und Asmeralda als ewige Feinde der Konklave gesehen. Das war der letzte Tag von Erik und Asmeraldas gemeinsamen Leben auf dem Planeten Aiurus. Die beiden gingen zurück auf den Planeten der Menschen und dort fingen sie an ihr gemeinsames Leben auszukosten.

Erik nahm einen weiteren Schluck Bier zu sich und schwelgte indessen weiter in Erinnerungen. Er blätterte um, Seite für Seite und schaute sich jedes Bild haargenau an. Er erreichte schlussendlich das letzte Bild, wo Erik in all seiner Pracht als stolzer Ritter stand und neben ihm die sehr freizügig aussehende Asmeralda. Seine Augen wurden wieder feucht und heiße, salzige Tränen der Trauer drückten und er seufzte Traurig, ließ sie einfach nur laufen und erinnerte sich an das letzte Mal, wo er Asmeralda sah.
Es war ein epischer und siegreicher Tag für die Menschheit, aber ein verlustreicher und trauriger Tag für Erik selbst.
Das erste, was Erik in seiner Ausbildung zum galaktischen Ritter des Ordens von Vikirias der Liga lernte, war Dämonen zu töten. Der Sinn und Zweck der galaktischen Ritter und Paladine war, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen als auch gegen die Bedrohung durch die Dämonen, einer feindlichen Rasse die die Menschen schon seit Äonen von Jahrhunderten hatten, zu kämpfen.
Aber auch sollten die galaktischen Ritter die gleiche Ethik vertreten wie die der Elvianer. Das tat Erik mit voller Inbrunst, vor allem da er diese Werte mit eigenen Augen sah und auch fühlte mit seinem Herzen, als Asmeralda und er sich verliebten. Sie beide schworen sich, bis zum Tag des jüngsten Gerichts zusammen zu sein, und auch zu heiraten wenn die Zeit dafür gekommen ist.
An diesem einem Tag belagerten und stürmten die Dämonen sich vor zur Hauptstadt Braxian, wo der feige Imperator Edward Klinton auf seinem Thron saß und allen Befehle erteilte. Es war eine grausame, bestialische, beinah aussichtslose Schlacht, alle Zivilisten wurden so schnell und gut es ging evakuiert, aber nicht alle schafften es. Erik kämpfte an vorderster Front als Imperator Edwards rechte Hand, höchster Elite galaktischer Paladin.
Erik befahl alle Truppen und führte die Menschheit zum Sieg. Aber dann passierte es. Erik kämpfte gegen den Erzdämon Azurodan der vermeintlich Asmeralda entführte. Als Erik ihm den Kopf abschlug mit seinem Lichtschwert, hatte er leider den falschen getötet. Er sah, wie eine Gruppe Dämonen Asmeralda entführte, die ebenfalls im Schlachtfeld sich befand und Erik half bei den befehlen. Doch verirrte sie sich in der Schlacht. Ehe sie sich versah, wurde sie überwältigt und verschleppt. Erik wollte ihr nachrennen und die Dämonen töten die sie verschleppten, doch er durfte nicht. Die Schlacht war vorbei und wenn Erik seine Pflicht als galaktischer Ritter der Liga verletzte, würde er als Verräter abgestempelt werden und im Kriegsgericht zu Tode verurteilt werden. Das Gesetz des Imperators war kalt, grausam und brutal. Er kannte keine Verräter, weil all jene „Verräter“ die der Imperator so nannte, gestorben sind. Erik ging zurück zum Mittelpunkt der Hauptstadt, ließ sich feiern und lächelte schwach die unzähligen Witwen, Waisen an, als auch gab er sein schwaches Lächeln und seinen kriegsmüden Blick den verletzten Soldaten und den Kommandeuren, die zu feige dafür waren beim Schlachtfeld selbst zu helfen.
Aber in diesem Moment fühlte sich Erik nicht wie ein Held. Er selbst fühlte sich schrecklich, verantwortlich und einsam nun, als er gezwungen wurde dazu, Asmeralda den Dämonen zu überlassen. Hätte er sie gerettet wäre er nun glücklich, aber dafür wäre ihm das Kriegsgericht in den Nacken gesprungen und ihn hinterrücks zu Tode verurteilt. Das hätte weder ihm noch seiner Geliebten gefallen. Überall ertönten Siegesrufe, Rufe voller Ehre, Mut und Tapferkeit. Das Wehklagen der verwitweten Frauen und Kinder, die Waise geworden sind, hörte man nicht. Im Gegenteil, die Regierung des Imperators ließ diese in das sogenannte „Armenviertel“ einweisen, mit der Begründung dass diese zu Ihresgleichen gehören und den Prunk des Imperators nicht beschmutzen sollen.
Erik ging langsamen Schrittes in das Büro des Imperators, wo er ihn freudig erwartet hatte.
Es war niemand anders als Imperator Edward Klinton der Erste. Er trug mittellange graue Haare die ihm bis zu seinen Ohren reichten und einen grauen kurzgeschnittenen Vollbart. Er schaute mit seinen habgierigen, machthungrigen, egozentrischem und absolutem Blick an, der voller Sieg, Macht und Hunger war. Er hatte dunkelbraune Augen, die umschattet waren und viele Falten hatten. Der Mann war ein wenig kleiner als Erik. Er war gekleidet in einem prunkvollen, reich verzierten und luxuriösen Lederanzug, hatte goldgelbe Schulterschützer, eine piratenähnliche Lederweste die in der Mitte zugeschnürt war und man sah ein eingenähtes Kreuz an der rechten Seite der Lederweste. Seine Lederstiefel waren hoch und reichten bis zu seinen Knien, diese waren ebenfalls zugeschnürt.
Er empfing Erik mit einem selbstsicheren und arroganten Lächeln, begrüßte ihn mit einer leichten Umarmung:
„Sei mir gegrüßt, Paladin Erik.“

Er seufzte nur und schnaubte:
„Bitte nicht so formell, Imperator. Sie wissen doch, dass wir uns darauf einigten, dass Sie mich nur Erik nennen.

Darauf lachte der Imperator nur neckisch:
„So Bescheiden wie immer. Nicht wahr, Erik? Ich muss dir danken dass du diesen Krieg in Namen der Menschheit und natürlich besonders für deinen Imperator geführt hast dem du immer zur Seite stehst. Ist es nicht so… Paladin Erik?“
Dabei gab er Erik die Hand und schüttelte diese herzlich, natürlich nur vorgeheuchelt wie immer.

Diese Kaltschnäuzigkeit und Arroganz die von dem Imperator ausging, hasste Erik immer. Aber es war seine einzige Chance damals, ein galaktischer und konföderierter Ritter zu werden.
Erik war nicht hier, um ein ‚ Toll gemacht! ‘ zu bekommen vom Imperator, sondern mit ihm persönlich abzurechnen. Denn es war sein erlassenes Gesetz, was verhinderte das Erik glücklich zusammenleben konnte mit Asmeralda. Schlimm genug das die Konklave der Elvianer verbot, Asmeralda und Erik zusammenzuleben auf ihrem Heimatplaneten. Erik zögerte nicht lange und sprach in einem gefassten, höchst ärgerlichen und ernsten Ton, schaute Edward Klinton direkt in die Augen
„Jetzt hören Sie mal zu!“, dabei trat er auf den Imperator zu, dass dieser sich ein wenig überrascht und verängstigt hinter seinem Bürotisch versteckte und fuhr fort, als er seine rechte Hand in eine Faust ballte und auf den Tisch hämmerte, den Tisch eine große Delle zufügte denn Erik hatte noch seine komplette Rüstung an. „Sie haben mir meine geliebte Asmeralda genommen! Sie arroganter, kaltschnäuziger, egozentrischer und machtbesessener Arsch! Ihr Gesetz ist es, was mir meine geliebte Asmeralda genommen hat! Sie wussten ganz genau, dass Asmeralda beim Schlachtfeld dabei war, nur weil Sie sie gezwungen hatten! Edward! Ich verlange Antworten von Ihnen!“ schrie er den Imperator wütend und voller Zorn an.

Der Imperator wurde langsam auch wütend und ging auf Erik zu, denn als Imperator musste er Manns genug sein, um seine Meinung dominant und absolut ihm entgegenzusetzen:
„Was soll der ganze Unfug, Erik? Du weißt ganz genau, dass wir diesen Krieg auch verlieren hätten können, wärest du mit Asmeralda nicht auf dem Schlachtfeld gewesen! Du wagst es, mich zu beleidigen und meine Rechtsprechung in Frage zu stellen?! Liebe ist nichts im Vergleich zu Macht… das weißt du ganz genau. Liebe reicht nicht aus, um ein Volk zu führen und es zu befehligen. Was war denn mit der alten konföderalistischen Liga?! Diese hatten dich in ein Gefängnis gesteckt weil du nur deine Kameraden gerettet hast! Ich hätte das niemals getan! Ich bewundere deinen Heldenmut, deine Tapferkeit, deine Nächstenliebe und deine Barmherzigkeit zu den Schwachen. Doch diese Werte sind es, die einen Ritter ausmachen, und nicht einem Imperator! Deswegen hatte ich dir befohlen, sofort nach dem Sieg zurückzukehren! Ich bin dir keine Entschuldigung schuldig. Du gehörst mir, und allein mir, verstanden?!“ schnaubte er Erik an.
Jetzt hatte Erik das Maß endgültig voll. Der Imperator war keinen Deut besser als die alte Liga der Konföderation. Dies musste er mit Schrecken feststellen. Er fragte sich auch, warum er so blind war und diesem half, die alte Liga zu zerstören und Korhal einzunehmen? Es war zu spät für eine Antwort. Aber Erik hatte eine Möglichkeit… und diese nutze er jetzt auch:
„Dann… desertiere ich!“ Er riss sich den Umhang von seinen Schulterblättern ab, warf diesen den Imperator vor die Füße und spuckte darauf.
„Ab dem heutigen Tag diene ich nicht mehr Ihnen, Edward Klinton! Ich entsage mich dem Orden und desertiere! Ich werfe meinen Titel ab und kehre Ihnen den Rücken. Doch seien Sie versichert! Ich drohe Ihnen nicht, nein… ich würde niemals jemanden etwas androhen. Ich verspreche Ihnen, dass der Tag kommen wird an dem Sie für das büßen werden, was Sie mir und insbesondere meiner geliebten Asmeralda angetan haben! Ich wollte mich mit ihr verloben und endlich unsere Beziehung damit festigen! Aber Sie… Sie haben mein Leben mit den Füßen oft genug getreten! Nicht nur, dass sie mich damals ausnutzen die alte Liga zu vernichten, sondern auch mir verboten hatten, meine liebste zu retten. Wir sind…fertig!“
Mit diesen Worten ging Erik eiskalt aus der Tür hinaus, zerstörte diese mit seinem Lichtschwert und ließ den erschauderten Imperator alleine in seiner Starre der Angst.

Die Erinnerung verblasste und Erik fand sich mit seinen Gedanken wieder in der Bar.
Plötzlich hörte er eine sehr bekannte, zärtliche, liebevolle und sanfte Stimme, die so melodisch klang wie es nur eine Harfe sein konnte:
„Erik…“

Erik schaute um sich nervös hin und her mit geweiteten Augen, hatte Tränen der Sehnsucht in den Augen bekommen durch die Stimme und zitterte am ganzen Körper, hielt sich seine Hände vor den Mund, um seinen offenen Mund zu verbergen. Er schluckte und trank den restlichen Schluck seines Drinks aus:
„Erik, ich bin es, Asmeralda…. Hör zu, ich muss dir etwas mitteilen.“

Es konnte nicht sein. Es war mittlerweile zehn Jahre her, und endlich war ein Hoffnungsschimmer zu sehen, es war so unglaubwürdig... aber erschien auf der anderen Seite so echt. Er versuchte ruhig zu bleiben und sich ganz auf die Stimme in seinen Kopf zu konzentrieren.

„Du wirst mich finden, vertrau mir. Eine mächtige Bedrohung der Dämonen wird kommen…Du wirst mich sehen…wieder finden. Mich in deinen großen und starken Armen halten, so wie früher. Deswegen musst du fort von hier. Du musst reisen und versuchen, mich zu finden, bevor es zu einem Kampf kommt… Ich kann spüren, wie inbrünstig der Imperator versucht dich zu schnappen, deswegen musst du weg von hier. Versuche ein großes Raumschiff zu steuern und eine Crew zu finden. Nur so…kannst du mich finden.“

Damit erlosch die Stimme und Erik sah aus, als hätte er ein Gespenst gesehen. Er stellte das leere Glas auf den Tisch, stand auf und ging erhobenem Hauptes aus der Bar heraus, zu seinem Raumschiff eilte er voller Enthusiasmus. Endlich hatte er wieder einen Grund zum Leben gefunden. Endlich ergab alles wieder einen Sinn. Er schöpfte neue Gedanken, Ideen und Pläne und war wieder kreativ. Nun hatte Erik ein neues Ziel gehabt.

Seine geliebte finden und retten.
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