Guten Morgen, liebe Sorgen

KurzgeschichteHumor / P12 Slash
John Egbert Karkat Vantas
29.06.2015
29.06.2015
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Schon als Karkat an diesem Morgen erwachte spürte er, dass heute kein guter Tag für ihn werden würde. Um genau zu sein: Er spürte, dass dieser Tag verfickt nochmal scheiße werden würde! Nicht dass dieses Gefühl etwas besonderes für den Troll gewesen wäre. Er hatte ja praktisch jeden Morgen die Vorahnung, dass der folgende Tag der schlimmste seines Lebens werden würde. Aber heute, ja heute war er sich dessen ganz besonders sicher!
Kurz lag der Troll nur regungslos in dem grünen Schleim, starrte an die Decke und dachte darüber nach ob er heute überhaupt aufstehen sollte. Ihm fielen bedeutend mehr Punkte ein die dagegen sprachen, was möglicherweise auch daran lag, dass ihm kein einziger Punkt einfiel der dafür sprach.
Das hieß...doch einen gab es tatsächlich: John wollte ihn heute besuchen kommen.

Unwillig knurrend stieg Karkat aus seiner Schlafstädte, fuhr sich durch die pechschwarzen Haare, schritt durch seine Zimmertür um ins Bad zu gelangen...und schrie voller Entsetzen auf. In dem Moment in dem er seine nur angelehnte Tür geöffnet hatte war ihm etwas auf den Kopf gefallen.
Etwas, das zuvor noch mit einer Flüssigkeit Wasser(!) gefüllt gewesen war, das sich nun über ihm ergossen hatte.
Etwas, von dem er eigentlich gar nicht wissen wollte worum es sich dabei handelte.
Etwas, das er nun gaaanz langsam von seinem Kopf nahm.
Etwas... das ein Eimer war!!

Für einige Sekundenbruchteile starrte Karkat den Eimer – in eine Art Nagetierschockstarre versetzt –  an. Dann drang ein markerschütternder Schrei in dem sich Entsetzen, Abscheu und Wut (aber vor allem WUT) vereinten aus seiner Kehle. Der junge Troll schleuderte das Schandobjekt mit einer Kraft die er sich selbst niemals zugetraut hatte aus dem Fenster. Das leise „aua“, dass er daraufhin von draußen hörte war vermutlich nur eine von Zorn bedingte Sinnestäuschung gewesen.
„*EGBERT*!!!“
Keine Reaktion... Karkat spürte wie eine Ader ab seiner Stirn zu pulsieren begann. „VERDAMMT NOCH MAL *EGBERT *!! ICH *WEIß * DASS DU DAS WARST! KEIN ANDERER WÜRDE SO SCHARMLOS MIT...“, Karkat zögerte kurz bevor er das Wort aussprach, wobei sein Gesicht hochrot anlief, „EIMERN UM SICH WERFEN!“
„offenbar doch.“, ertönte plötzlich eine Karket viel zu bekannte Stimme von draußen. „der eimer den du geworfen hast hat mich genau am kopf getroffen...aua...pass doch bitte besser auf“
„JOHN?!“ Aufgebracht stürmte Karkat zu dem Fenster, das er soeben zerschmissen hatte um in seinen Vorgarten blicken zu könnten. Und tatsächlich: Dort – in der unmittelbaren Nähe seines Nestes – schwebte das dämliche Menschlein und grinste ihn – dumm wie immer – an. Verdammte Godtier Class..
„VERKACKT EGBERT! WAS WAR DAS FÜR EIN SCHEIß MIT DEM...DU WEIßT SCHON?! UND WAR DAS WASSER DA DRIN? OH JEGUS, BITTE SAG MIR, DASS ES WASSER WAR!!“
„du meinst dieser total coole prank mit dem eimer?“, erkundigte sich John gespielt unschuldig.
Karkats Auge zuckte bei der Erwähnung des bösen Wortes verdächtig.
„hehe. ich habe dir doch gesagt, dass ich der MASTER of pranking bin.“, verkündete der Junge währenddessen stolz ohne auf die Wasserfrage einzugehen.
„EGBERT VERDAMMT!! WAR! DAS! WASSER?!?!“
John blinzelte ihn irritiert an. „natürlich war das wasser krakat? was soll es sonst gewesen sein?“ Dies war der Zeitpunkt, an dem sich der rotblütige Troll entschloss das Thema nicht weiter zu vertiefen. Nie wieder.
„JA, JA“, knurrte Karkat ihn wütend an. „DU BIST EINFACH NUR WIEDERLICH. UND JETZT KOMM VERFICKT NOCH MAL REIN. UND MERKE DIR EINS DU ARSCH: MACH NIE NIE *NIE * WIEDER SO ETWAS MIT EIMERN!“
John allerdings schien nicht einmal daran zu denken das Nest des Trolles zu betreten. Stattdessen grinste er ein weiteres Mal dämlich. Dieses Grinsen begann Karkat langsam gewaltig auf die Nerven zu gehen.
„jaaaaaaaa, ich könnte zu dir hineinkommen“
„HÖR AUF MIT DIESEN 8TEN. DAS IST SEIT DU MIT VRISKA SCHREIBST NE GANZ ÜBLE ANGEWOHNHEIT! UND WAS HEIßT *KÖNNTEST *?“
„aaaaaaaalso...“, verkündete  John triumphierend.
„ICH HASSE DICH.“
„du könntest auch einfach raus kommen. vorausgesetzt natürlich...das du mein prankinglabyrinth überlebst!“. Nachdem er diesen Satz beendet hatte brach der Master of Pranking in ein böses Gelächter aus. Nun, es sollte wohl ein böses Gelächter darstellen. Allerdings klang es nicht sonderlich böse. Eher seltsam. Bestenfalls hätte man es wohl als niedlich bezeichnen können...
„BITTE *WAS *?! EGBERT WAS SOLL DIESES BESCHISSENE PRANKINGLABYRINTH SEIN?!?“
„das wirst du noch früh genug merken“, kicherte der Heir of Breath vergnügt. „ich habe mir wirklich viel mühe gegeben. hoffentlich hast du deine Spaß daran“ Bevor der Troll auch nur in irgendeiner Form auf diese treudoofe Aussage reagieren konnte, hüllte sich diese Sackratte von Mensch auch schon in einen Schleier aus Wind...und war dann verschwunden.
Die Wutader an Karkats Stirn stand kurz davor ein eigenständiges Individuum zu werden. Er HASSTE John Egbert und der HASSTE es es recht, wenn er diese verfickte, windige Sache machen. Er empfand einfach nur so unfassbar viel HASS! Das schlimmste an dieses Situation war allerdings: Er musste es tatsächlich irgendwie schaffen nach draußen zu gelangen, weil er verdammt nochmal John sehen wollte und zwar nicht nur von seinem dummen Fenster aus!
Und verdammt nochmal, er würde es diesem Idioten schon zeigen! Er würde mit Leichtigkeit hier raus finden! Immerhin war das sein eigenes Nest!  Prankinglabyrinth? Was sollte dieser Mist überhaupt sein?! Tz, wie schlimm konnte es schon werden?

OH GOTT! Karkat hatte ja nicht im entferntesten ahnen können wie schlimm es werden würde. Er bereute es sich in diesen Pranking-Scheißdreck begeben zu haben. Er bereute es überhaupt aufgestanden zu sein. Jegus, war war bloß falsch im Kopf von John? Warum tat er ihm etwas derartiges an?
Karkat wusste nicht wie lange er schon hier drin herumirrte. Er war sich jedoch sicher, dass es sich bereits um Stunden handeln musste! (Tatsächlich waren erst ca. 5 Minuten verstrichen). Genügen Zeit jedenfalls um in unzählige, kleine, fiese, verfickte Fallen zu treten und nun von oben bis unten mit Kuchen vollgeschmiert zu sein. Für Karkat jedenfalls...
Aber natürlich waren die Unmengen von Kuchenmatsch die nun in seinen Haaren, an seinen Klamotten und in seinem Gesicht (!) klebten nicht das einzige was dem Troll gerade mächtig auf die Eier ging! Nein,das wäre doch viel zu simpel für diesen beschissenen „Master of Pranking“-Egbert gewesen! Beispielweise war sein kompletter Flur mit Postern von diesem seltsamen Menschen-Schauspieler zu gekleistert den John und Vriska so verkackt toll fanden. Sein kompletter Flur! Wie hatte er das bloß hinbekommen in nur einer scheiß Nacht?!

Letztendlich hatte der junge Troll es doch noch geschafft sich seinen Weg durch diesen verfickten Pranking-Scheißdreck zu erkämpfen. Er war zwar von oben bis unten mit Kuchen zugesaut, aber er hatte es geschafft!
Nun stand  er vor der letzten großen Tür. Hinter dieser befand sich nur noch ein einziger, kleiner Raum, ähnlich einer Eingangshalle. Und dort, ja dort würde er zu der Haustür hetzen, sie aufreißen, nach draußen stürmen, auf Egbert zulaufen und ihm erst mal gewaltig eins in die Fesse schlagen! Karkat war sich ziemlich sicher, dass er den Menschen mehr als jemals zuvor hasste. Und wenn er sich mit einer Sache auskannte, dann war es Hass!!
Wäre Karkat in diesem Moment nicht so unendlich wütend und dementsprechend abgelenkt gewesen hätte er vermutlich gezögert bevor er die Tür geöffnet hätte. Er hätte darüber nachgedacht, ob hinter diese Tür nicht vielleicht der letzte, ultimative Prank lauern könnte und wäre etwas bedachter vorgegangen.Unglücklicher Weise war er aber so wütend und dementsprechend abgelenkt.
Ruckartig riss der aggressive Troll die Tür auf. Dann sah er nur noch einen roten Blitz der auf hin zuschoss. Sekundenbruchteile später  klebte etwas kleines, schuppiges in seinem Gesicht und brüllte ihm „naknaknaknak“ ins Ohr.
„WAS ZUM FUCK?!“ Wutentbrannt riss er sich das nervige Vieh vom Kopf. Er funkelte den Alligator kurz hasserfüllt an, bevor er ihn achtlos in wegwarf (das empörte „NAKNAKNAKNAK!!“ ignorierend) und seinen Blick wieder nach vorne richtete. Es dauerte ein paar Sekunden bis Karkat realisierte was genau er dort vor sich sah: Ein gigantischer Kuchen! Geformt wie eine autofahrende Katze! An der ein Timer befestigt war! Der bedrohlich vor sich hin tickte! Und an dem unzählige bunte Kabel befestigt waren.

Sobald der Troll seine Situation begriffen hatte entschied er sich für die nächstliegende und bei weitem beste Reaktion darauf. Verfickt nochmal FLUCHT!
Karkat hastete so schnell er konnte zur Tür. In dem Moment in dem er sie aufriss hörte er eine Explosion hinter sich! Kuchenmatsch flog in alle Himmelsrichtungen und entsetzte „NAKNAK!!“, rufe waren zu hören.
Karkat segelte, vor Entsetzt und WUT, laut schreiend durch die Luft, genau auf einen äußerst überrascht dreinblickenden John zu. Das letzte was der Troll sah, bevor er hart auf dem Boden aufschlug war der geschockte Gesichtsausdruck des verfickten „Master of Pranking“! Dann gab es einen lauten Knall und die beiden Jungen schlugen hart auf dem Boden auf. Karkat lag über John un funkelte ihn mit zusammengekniffenen Augen an „EGBERT...“, grummelte er. Seine Stimme bebte vor Wut.
„Oh...Hi Karkat“ John lächelte ihn freundlich, wenn auch etwas verängstigt an.
Der Troll wollte gerade etwas ganz und gar nicht freundliches erwidern als plötzlich etwas ganz und gar unerwartetes geschah: Der rote Alligator, der wie Karkat aufgrund der Explosion das fliegen gelernt hatte landete genau auf dem Hinterkopf des Trolles.
Karkats Kopf wurde nach unten gedrückt und so pressten sich seine Lippen genau auf Johns. Die Augen des rotblütigen Trolles weiteten sich für einen Augenblick geschockt bevor er sie schloss und den Kuss vertiefte. Was zum Fuck war heute bloß für ein Tag...?
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