Liebe mit Hindernissen

GeschichteDrama, Fantasy / P12
28.06.2015
20.01.2019
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Melina Sicht
Als ich die Augen aufschlug und das trübe Licht des Tages erblickte war das erste was mir auffiel, das mir tierisch heiß war. Ich blickte mich im Zimmer um und einen kurzen Moment war ich verwirrt. Es war nicht mein Zimmer, ein kleines Zimmer in weiß gehalten, viel Platz für Möbel blieb nicht, einen dunklen großen Holzschrank und einen Nachtisch in derselben Farbe. Ein Wecker stand auf dem Nachtisch, dessen Ziffern zeigten 7:48 Uhr. Ein lautes Geräusch erklang, man hätte es fast mit dem röhren eines Motors verwechseln können. Langsam ganz langsam drehte ich meinen Kopf und entdeckte Jake. Der weiterhin tief und fest vor sich hin schnarchte. Er sah so ungemein friedlich aus, ich dachte automatisch an unser gestriges Gespräch und nun allmählich sickerte die Erkenntnis zu mir durch. Er liebte mich. Nur die Sache dass mich sein Wolf ausgesucht hatte machte mich ein wenig skeptisch, seine Worte das er nicht besser hätte auswählen können rühren mich andererseits. Allerdings hätte er mich nie kennengelernt wenn er sich nicht auf mich geprägt hätte und er einige Zeit später mein etwas zu groß geratener Schatten wurde. Es spielte auch keine Rolle zu spekulieren was wäre wenn.... Nein es war eine Tatsache, dass er mich liebte. Ob gewollt oder nicht, nun musste ich mich mit dem Auseinander setzten was ich für ihn empfand. Liebte ich ihn? Ich wusste es nicht. Was ich aber definitiv wusste war das er mir etwas bedeutete, vielleicht mehr als mir jetzt im Moment klar werden würde. Jake schnarchte noch einmal laut. Ich fragte mich wie ich bei diesem Lärmpegel der wahrscheinlich so laut war wie ein Rockkonzert überhaupt schlafen konnte. Kein Wunder ich hatte die letzten Tage so gut wie gar nicht geschlafen, nun holte sich mein Körper das was er brauchte, Schlaf.
So nun allmählich fing ich an zu schwitzen, ich sah an mir runter und stellte fest das Jacob sein Arm auf mir drauf lag. War eh Zeit zum aufstehen, lange rumliegen ist nicht mein Ding, also versuchte ich seinen Arm von mir runter zu schieben. Die Umsetzung dieses Planes gestaltete sich nicht ganz so einfach wie ich mir das Gedacht hatte, denn selbst sein Arm war schwer. Als ich mich endlich befreit hatte kletterte ich leise aus dem Bett. Beim aufrichten stieß ich mir dummerweise laut den Kopf an. Ich hielt inne und schielte zu Jake. Dieser schnarchte noch immer friedlich vor sich hin, als wäre nichts gewesen. Also unterließ ich das jetzt mit dem extra leise sein. Da höchstwahrscheinlich nicht mal ein Blasorchester ihn wecken könnte. Also schnappte ich mir meine Klamotten und ging in Richtung des Badezimmers. Es war noch still im Haus also nahm ich an das auch Jake sein Vater noch schlief. Ich huschte ins Bad, beim Blick in den Spiegel stellte ich fest das ich nicht mehr so schlimm wie gestern aussah. Meine Augenringe waren nahezu verschwunden auch mein Blick war nicht mehr so leer und trüb. Es könnte noch immer besser sein aber ich will mal nicht meckern. Ich wusch mir noch das Gesicht um meine letzte Müdigkeit weg zu waschen. Ich zog mich um, huschte dann wieder zu Jake ins Zimmer. Ich legte die Sachen von Jake ordentlich zusammen gefaltet ans Bettende. Ich mag es einfach wenn es ordentlich ist. Bella würde schon wieder sagen ich lebe meinen Putzfimmel aus aber das bestreite ich jetzt. Es ordentlich zu mögen wenn etwas seinen festen Platz hat finde ich nicht unnormal.  Ich beschloss in die Küche zu gehen und erstmal Frühstück zu machen. Da Jakes Vater wie ich wusste Probleme haben wird mit dem Kochen, da der Rollstohl ja nicht Größen verstellbar ist. Jake wird Hunger haben wenn er aufwacht, wie er fast immer Hunger hat. Einfach unfair was er alles verdrücken kann und dabei noch immer gut aussieht.
Also begab ich mich in die Küche, ich sah einfach in den erstbesten Schrank und fand sofort eine Pfanne. Nach einigen ratlosen Drehungen fand ich auch einen Schneebesen. Soweit so gut. Nun musste ich nur alle Zutaten zusammen suchen. Als erstes und wichtigstes für Pancakes brauchte man Mehl. Mehl. Mehl. Mehl, wenn ich Mehl wäre wo würde ich mich verstecken? Ich suchte weiter in der Küche rum und fand noch Zucker. Was immerhin etwas war, Butter fand ich auch aber kein Mehl. Das wird wahrscheinlich schreiend zum Nachbarn gerannt sein, wie auch dieser Männerhaushalt ist absolut ungeordnet und chaotisch. Ich stöhnte genervt auf. Haben sie irgendwas außer Fertigpizza im Haus? Antwort Nein.
Also schnappte ich meine Tasche es soll ja angeblich in La Push einen Supermarkt geben. Ich trat aus den kleinen Häuschen und zur Überraschung regnete es. Die Wolken machten diesen Tag düster und nass. Ein prima Tag für einen Waldspaziergang. Ich versuchte mich zu orientieren, aber alles was ich sah, war einen matschigen Weg und Bäume überall Bäume. Also blieb mich nichts anderes übrig als den matschigen Weg lang zu laufen und zu hoffen das ich in die Zivilisation finde, ich bog rechts ab und fand zur Überraschung noch mehr Bäume. Hier sah absolut alles gleich aus, ich lief unbeirrt weiter, bog hier und dort ab und dachte ich würde gut voran kommen. Ich sah einen kleinen Weg der zu einem Häuschen führte und stellte mit erschrecken fest das ich genau von hier gekommen bin, denn ich konnte meine Fußabdrücke im Matsch sehen. Also lief ich im Kreis.
Frustriert stöhnte ich auf und überlegte. Ich kramte in meiner Tasche rum und fummelte nach meinem Handy, ich bin ca. eine halbe Stunde gewandert durch diese immer gleich aussehende Gegend. Plötzlich hörte ich Stimmen hinter mir die wild zu diskutieren schienen. Langsam drehte ich mich um und sah zwei von Jake seinen Freunden. Ich wusste nicht ob ich froh sein sollte oder nicht. Noch bevor ich flüchten konnte oder nur den Gedanken daran hatte rief schon einer der beiden.

„Hi Mel, was machst du hier draußen?“

„Schrei sie doch nicht so an Quil, sie ist doch nicht taub.“, antwortete der andere. Ahh also hatte ich es mit Jake seinen besten Freunden zu tun. Jake erzählte mir viel von den beiden. Ich überlegte wie ich den beiden am besten erklären könnte das ich zum einkaufen will. Während ich überlegte kamen die zwei näher aber blieben auf einen gewissen Abstand zu mir stehen.

„Was machst du eigentlich hier draußen?“, fragte mich der kleinere. Haha klein. Ich staunte durch Jake seine permanente nähe fürchtete ich mich nicht mehr so sehr wie noch vor einigen Monaten. Neben Jake waren die beide aber auch klein. Jake der größer als zwei Meter war. Egal nun stellte ich fest das ich keine Panik bekam mich nur unbehaglich fühlte.
„Quil sie spricht nicht.“, merkte dann wohl Embry an. Guter Junge. Dennoch sagen mich beide erwartungsvoll an. Da fiel mir etwas ein, wie ein Spiel das Kinder spielten. Scharade. Ich tat so als hätte ich einen Einkaufswagen. Also fuhr ich meinen Imaginären Einkaufswagen durch die Gegend.
„Du willst Rasen mähen?“, fragte Quil geistreich. Verdattert sah ich ihn an und ließ meine flache Hand gegen meine Stirn klatschen. Mir fiel auch wieder ein wie schlecht ich in Scharade war.
„Quil man, wieso sollte sie Rasen mähen wollen?“, fragte Embry genervt.

„Ja keine Ahnung, weil so ein herrlicher Tag ist und Rasen mähen toll ist?“, antwortete der Angesprochene.

„Quil echt jetzt? Rasen mähen ist toll? Ja klar weil du das so oft machst und es regnet.“,

„Es regnet hier fast immer, ja ich find Rasen mähen auch toll.“, gab Quil überzeugt von sich. Ja klar mach ich mal eben Sonntag früh um halb neun, da mähe ich mal flott den Rasen der Blacks.

„Quil du hast erst einmal Rasen gemäht.“

„Ja richtig und eben weil ich es nur einmal gemacht habe finde ich es super, so ist mir der Spaß daran erhalten geblieben.“, grinste er seinen Freund an.

„Quil nein. Das wird es sicherlich nicht sein was sie hier draußen macht.“, gab Embry augenrollend von sich. Dieser sah mich nun wieder erwartungsvoll an.
Also versuchte ich es noch einmal, ein bisschen blöde kam ich mir schon vor aber was sollte ich tun. Also schob ich wieder meinen Wagen diesmal packte ich noch imaginäre Lebensmittel rein.
„Du willst Traktor fahren, ganz klar. Das ist das Lenkrad und das die Schaltung. Ja das wird es sein.“, plärrte Quil. Ich seufzte laut auf und gab damit auf. Ich weiß nicht ob ich zu doof bin oder gegeben falls die beiden.

„Traktor fahren? Man Quil! Stell dich doch einmal nocht so blöde an.“, zischte Embry, der meine Reaktion mit bekam. Allmählich mit meiner Geduld am Ende suchte ich in meiner Tasche nach einem Zettel, mit Stift dazu wäre ja perfekt. Allerdings wurde ich nicht fündig. Nicht mal ein Stift. Stattdessen fand ich mein Telefon, ich könnte Bella eine SMS schreiben. Auf einmal klingelte es bei mir. Natürlich wie doof ich doch wieder mal bin. Ich nahm es heraus und öffnete ein Schreibfeld.
>Ich möchte einkaufen<, tippte ich zügig, weil die beiden jungen Männer schon wieder diskutierten. Keiner  der beiden beachtete mich gerade also Hustete ich einmal laut. Wie erwartet flogen ihre Blicke zu mir, nun hob ich das Telefon hoch.

„Ahh einkaufen, ergibt mehr Sinn als Rasen mähen.“, überlegte Quil laut.

„Quil alles ergibt mehr Sinn als Rasen mähen.“, konterte Embry.

„Brauchst du etwas Bestimmtes? Wir könnten dir beim tragen helfen.“, fragte Embry. Wieder tippte ich auf meinem Telefon ein. Die beiden lasen meine Antwort.
„Du hast dich verlaufen?“, lachte Quil laut auf. Beschämt sah ich zur Seite. Ich hörte nur ein gemurmeltes Aua.

„Trottel, denk dran sie kommt nicht von hier.“, faltete Embry ihn zurecht. Ich sah wieder auf mein Telefon und biss mir auf die Lippe, langsam begann ich erneut zu tippen.

„Du wolltest Frühstück machen?“, fragte Embry erstaunt. Zaghaft nickte ich und sah wieder aufs Telefon, bevor ich schon wieder begann zu tippen. Unsicher hielt ich ihm mein Telefon erneut entgegen.

„Wieso sollte es eine blöde Idee sein? Ich hab nur gefragt, weil ich auch grade Hunger habe und Jake beneide. Da er anscheinend Zuhause etwas bekommt und wir zu Sam und Emily laufen müssen um was Leckeres zu bekommen.“, schwärmte Embry laut. Kurz blühte in mir eine für mich mutige Idee auf, ich tippte sie schnell bevor mein Gehirn realisiert so wirklich was ich da tippte. Embry und Quil sahen neugierig auf mein Telefon, während Embry sein Gesicht sich allmählich in ein breites Grinsen verwandelte, las Quil noch laut meine Worte.
>Helft mir doch und ich mache euch auch Pancakes<, als die Worte zu ihm durchgesickerten nickte er eilig und zu dritt liefen wir los. Nun hatte ich Reisebegleiter also kann ja nichts mehr schief gehen.
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