Gedanken eines Musikers

KurzgeschichteAllgemein / P6
28.06.2015
25.07.2015
3
1836
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo,
das hier soll eine kleine Sammlung von Oneshots werden. Der Name des Msuikers soll nicht genannt werden, aber ich würde mich über Ideen wer es sein soll freuen.

Ich verdiene damit natürlich kein Geld und habe auch keine Rechte an meiner Hauptperson.

Nun viel Spaß mit dem ersten Teil!
Eure Mione


Der Abend des alternden Künstlers

Leise keuchend stehe ich hinter der Bühne, die Hände auf die Oberschenkel gestützt um zu realisieren, dass ein weiteres Konzert zu Ende ist. Schon wieder ein erfolgreiches Konzert. Die Besucher sind zufrieden, der Manager ist zufrieden und auch der Veranstalter freut sich über das gelungene Konzert. Nur ich bin nicht zufrieden. Meine Leistung war gut, trotz dem ich angeschlagen bin. Doch das ist nicht das Problem für mich, da etwas anderen als eine sehr gute Leistung nicht in Frage kommt.

Mein Problem ist, dass ich mich einsam fühle. Meine Erfolge bereiten mir kaum noch Freude, da ich sie viel zu selten mit meiner Familie teilen kann. Meine Lieben sitzen weit entfernt auf einem anderen Kontinent und denken vielleicht auch an mich. Natürlich ist der Moment des Applauses berauschend. Es ist der Moment von purem Adrenalin und Endorphinen; doch dieser Moment endet mittlerweile mit dem letzten Händeklatschen. Und schon kurz danach fühle ich nur noch Leere in meinem Herzen.

Schnaufend gehe ich erschlagen in meine einsame Umkleide, obwohl ich eigentlich eine, für mein Alter, sehr gute Kondition habe. Leider bin ich hier nicht alleine. Natürlich ist mein Manager da. Ich kenne ihn seit vielen Jahren, doch fehlt mir meine Familie.

Nun steht noch eine Signierstunde auf dem Programm. Lauter Fans, die nichts von meinem Leben wissen, als das, was die Presse veröffentlicht. Sie wissen nichts von meinem inneren Chaos, was vielleicht auch ganz gut für die Verkaufszahlen ist. Doch ich bin zu sehr Gentleman um sie das merken zu lassen.

Und ich habe, wie so oft, leider recht mit meiner Annahme. Lauter Menschen, die mir atemlos versichern, wie toll ich bin. Eigentlich der Traum für jedes Ego, doch meinem bedeutet nur die Anerkennung einer Person etwas: meine große Liebe. Doch die ist ja leider nicht hier. Nur in meinen Gedanken kann ich sie erreichen. ... Ich habe es überstanden und kann zurück in die Garderobe um endlich den offiziellen Teil des Abends zu beenden.

Endlich habe ich das Prozedere des Abschminkens hinter mir und bin umgezogen. Es geht mit einer unauffälligen Limousine in ein weiteres teures, aber unbekanntes Hotel. Ein weiteres kaltes Bett, in dem ich alleine liege und nichts bekanntes, außer meinem Schlafanzug habe.

Bis ich meine Sachen aus dem Koffer gesucht habe, ist es mitten in der Nacht. Doch nach meiner inneren Uhr, gestellt auf eine weit entfernte Zeitzone, ist es mitten am Tag. Schlafen kann und will ich eigentlich nicht, obwohl ich doch müde bin. Nicht schon wieder alleine einschlafen und aufwachen, obwohl ich mich über die Jahre eigentlich daran gewöhnen hätte müssen. So gerne würde ich telefonieren, doch das würde meine Einsamkeit noch verstärken. Fans sind zwar eine leicht zu beschaffende Ablenkung, aber trotzdem nicht der vertraute, geliebte Körper, der sich an mich schmiegt.

Durch das Konzert bin ich erschöpft; da macht sich eben noch einmal, wie schon nach dem Ende des offiziellen Konzerts, doch mein Alter bemerkbar. Das Aufhören wird aber hoffentlich noch eine Weile auf sich warten lassen, wenn meine Stimme es zulässt, denn trotz aller Beschwerden ist es doch mein Leben, dass ich, falls es denn möglich wäre, noch einmal so führen würde. Ich muss also doch schlafen, wenn ich halbwegs munter die Rückreise überstehen wollte. Ich putze meine Zähne, gönne mir noch einen langen Blick auf die Stadt, die ich kaum kenne. Ich weiß noch nicht mal, was es hier für Sehenswürdigkeiten gibt.

Mit einem Seufzen lasse ich mich endlich unter die viel zu kalte Bettdecke gleiten. Hoffentlich bin ich morgen Abend wieder zurück. Zu Hause bei meinen Geliebten und in vertrauterer Umgebung. Und so schaffe ich es doch noch mit einem Lächeln, und versöhnt mit diesem Tag, diesem Konzert und meinem selbst gewählten Leben, einzuschlafen, in dem Wissen: Am nächsten Morgen würde die Welt schon wieder positiver aussehen.

*ganz lieb guck* Wie wärs mit nem Review? Und nem Tipp, was ich noch verbessern könnte? DANKE!