Cantate bello, milites, quod morte tacebitis

SongficAllgemein / P16
Ernie Macmillan Justin Finch-Fletchey Roger Davies
27.06.2015
16.09.2020
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16.09.2020 6.327
 
Song: War of Change – Thousand Foot Krutch
Handlung:
Sally Smith (S) wollte nie kämpfen, sie hatte sich eigentlich nur um ihre Sicherheit gesorgt – bis sie bemerkt hatte, dass Zacharias sich wieder in die Schlacht geschmuggelt hatte. Und nun musste sie feststellen, dass Krieg die Menschen veränderte.
Ernie MacMillan (E) hatte eigentlich in dieser Schlacht für seine Ideale kämpfen wollen, doch jetzt muss er feststellen, wie seine Ideale ersetzt werden durch den brennenden Wunsch von Vergeltung.
Anmerkung: Aggressionen und Gewalt stehen hierbei im Kontrast zu Mitgefühl und Aufopferung.


War that changes

S
„Zach! Zach! Bitte sag was, bitte!“
Die blonde junge Frau hielt ihn fest umklammert, weinte.

Ausdruckslos starrte er sie an, als kümmerte es ihn nicht! „Zach! Alles wird gut, ich verspreche es dir, du bist jetzt in Sicherheit! Bitte, halt durch, der Heiler kommt gleich.“
Sie war zu spät, und sie wusste es, etwas in ihm war verloren, sie sah es in dem glasigen Blick der sonst so lebendigen und frechen blauen Augen. Er starrte einfach nur still durch sie hindurch, war sich ihres hysterischen Schreiens, mit dem sie ihn anflehte bei ihr zu bleiben, nicht bewusst…

Er atmete tief durch, bevor er die gefühlskalten und leeren –ja, fast toten Augen- schloss. Seine Seele war ein Schloss aus Glas gewesen, doch dieses Glas war nun in tausend Scherben zerbrochen- für immer.

It's a truth that in love and war,
World's collide and hearts get broken
Es ist eine Wahrheit in der Liebe und im Krieg
Welten kollidieren und Herzen zerbrechen

S
Er atmete noch, flach aber regelmäßig. Jede gravierende Verletzung war sorgfältig, und vermutlich sehr schmerzhaft, geheilt worden. Der Todesser, der ihn gefoltert hatte, war darauf bedacht gewesen ihn leiden zu lassen, aber dafür zu sorgen, dass er lebte. Wenigstens etwas…

Sally wusste, dass sie den Anblick von dem Mann, der seinen Zauberstab auf ihren Cousin gerichtet hatte, der tödliche Fluch schon halb vollendet, sie verfolgen würde. Er würde sie bis in ihre schlimmsten Alpträume jagen.
Sally strich Zach sanft die blutverklebten Haare von der Stirn ungeachtet der Tränen, die auf sein Gesicht tropften. Sie wusste nicht, wann sie das letzte Mal geweint hatte. Ewigkeiten, sie zeigte ihre Gefühle nicht offen, das hatte sie noch nie getan.
Das lag auch nicht in der Natur der Smiths, sie alle hatten schon in jungen Jahren eine Mauer aus Sarkasmus und Ironie um ihr Herz gebaut.

Ihre eigene Welt aus Provokation und Unnahbarkeit war zusammengestürzt, kollidiert mit einer Welt aus Mitgefühl. Dieser Krieg hatte die Mauer eingerissen, die sie um ihr Herz gebaut hatte, dieser Krieg hatte wie Dornen in ihr Herz gestochen, bis es zersplitterte und zerbrach. Und warum?
Weil sie ihren Cousin liebte! Und das war nun mal der wahre Preis den man zahlen musste, wenn man liebte!

I want to live like I know I'm dying,
Take up my cross, don’t be afraid
Ich möchte so leben, als würde ich wissen, dass ich sterbe
Nehme das Kreuz ab, hab keine Angst

S
Wieder blickte sie in den Gang, hielt nach irgendjemand Ausschau, der ihr helfen könnte, der Zach helfen könnte. Ihr Blick fiel auf die Leiche des Todessers. Sie hätte ihn schocken können, ein Stupor wäre genauso effektiv gewesen wie jeder anderer Zauber, ein Petrificus Totalus zum Beispiel…
Trotzdem hatte sie ihn getötet, und sie bereute es noch nicht einmal. Es war so leicht über ihre Lippen gegangen, sie hatte den Fluch gesprochen, noch bevor sie überhaupt denken konnte, reflexartig, instinktiv, zu einfach…
Das war offensichtlich das Problem mit den Unverzeihlichen, wenn man bereit dazu war, waren sie ein Kinderspiel.

Der Todesser hätte wissen sollen, dass er in der Schlacht sterben könnte. Sally atmete tief ein. Sie war jetzt auch in der Schlacht. Sie könnte auch jederzeit sterben. Ihr Ausdruck wurde entschlossener. Sie würde ab sofort auch demnach handeln und leben, solange sie es noch konnte.

Ihre Hand fand den Weg zur ihrem Hals, dort wo seit ihrer Kommunion ein Kreuz als Kette baumelte. Eigentlich hatte sie eine religiöse Mädchenschule besuchen sollen, doch das war, bevor der Brief von Hogwarts kam und sie feststellten, dass sie doch keine Squib war.
Die 10 Gebote kannte sie trotzdem, vor allem das fünfte: „Du sollst nicht töten!“
Noch einmal spielten die Finger mit dem Anhänger,dann packte sie zu, und zog. Die feingliedrige Kette schnitt in ihren Nacken, in ihre Hand, doch irgendwann zerriss sie schließlich.
Sally warf sie weg, hörte das leise Klirren, als die Kette auf dem Steinboden auftraf. In der Schlacht würde jene sie nur hindern.

Schritte kamen näher, und Sally umklammerte den Zauberstab fester. Sie war bereit zu kämpfen, sich an den Todessern zu rächen.
Sie hatte keine Angst vor ihnen, nicht mehr!

Is it true what they say, that words are weapons?
And if it is, then everybody best stop steppin',
Cause I got ten in my pocket that'll bend ya locket,
I'm tired of all these rockers sayin' “come with me!”
Ist es wahr, was sie sagen, das Worte Waffen sind?
Und wenn es so ist, sollte jeder am besten aufhören heran zuschreiten
Denn ich habe zehn in meiner Tasche, die deinen Schmuck zerbiegen
Ich bin müde von allen Rockern, die sagen „Komm mit mir!“

S
Sally hatte immer verstanden, warum man sagte, dass Wörter wie Waffen waren. Sally hatte sehr schnell gelernt wie sie mit Worten verletzten konnte, noch bevor sie bemerkt hatte, dass ihre Worte deutlich mächtiger waren als die ihrer Mitmenschen. Bevor sie wusste, dass ihre Worte und ein Zauberstab unvorstellbare Dinge tun konnten, wusste sie genau welches Wort ihren Gegenüber zerschmettern würde.
Flüche zu lernen, war für Sally nie ein Problem gewesen, im Gegenteil, es war so einfach gewesen, fast wie atmen.

Sie war bereit für die Person, die gleich um die Ecke biegen würde, mehr als bereit. Wenn jene auch nur ein bisschen wusste, was gut für sie war, würde sie jetzt umdrehen, und keinen Schritt mehr tun. Denn Sally kannte keine Gnade – sie blickte zum apathischen Zacharias, der ausdruckslos ihr entgegen starrte – nicht mehr.

„Wirklich?“ Sally musste sich zusammenkneifen nicht hämisch zu grinsen. Am Hals der Todesserin baumelte ein Schutzmedaillon.
Diese Schmuckstücke wurden seit fast 2 Jahren an jeder Strassenecke verkauft und waren mit vergleichsweise schwachen Schutzzaubern ausgestattet. Ein paar gut gezielte Flüche und das Schmuckstück würde genauso zerbeult und zerbrochen auf dem Boden liegen wie ihre Kreuzkette.

Die Todesserin knurrte nur und streckte Sally den Zauberstab entgegen. „Gib auf!“
Jetzt musste die Hufflepuff lachen. „Ich hab es so satt, euren Befehlen zu folgen! Ich hab ein Jahr lang das brave Hündchen gespielt und bin gekommen, wenn ihr gerufen habt! DAS IST JETZT VORBEI!“
Die Todesserin hatte begonnen Zaubersprüche zu murmeln, doch Sally war schneller. „Speculum!“ Der Fluch der Todesserin reflektierte an Sallys Schutzschild und traf die dunkle Magierin selbst. Vollkommen erstarrt kippte sie nach hinten um.
Sally grinste sehr schadenfroh. „Schade,dass dein Billigklumps dich nur vor fremden Zauber schützt!“


Wait, it's just about to break, it’s more than I can take,
Everything's about to change
Warte, es ist gerade daran zu zerbrechen, es ist mehr als ich ertragen kann
Alles ist dabei sich zu ändern.

S
“Zach!” Sally schaute sich verzweifelt in der Gasse um. Ihr Cousin war doch gerade noch hinter ihr! Sie waren doch zusammen durch den Geheimgang zu diesem schrecklich heruntergekommenen Pub gelangt, sie hatten sich zusammen daran gemacht auf die Straße zu kommen, damit Sally sie nach Hause apparieren konnte. Aber zwischen dem Eberkopf und dieser stillen Gasse hatte sie Zach verloren.
Er war doch nicht etwa umgekehrt?

Sally wirbelte herum und rannte zurück. Das wurde zu viel! Schlimm genug, dass fast alle ihrer Klassenkameraden ihr Leben diese Nacht gefährden wollten, doch ihr Cousin war zu viel. Nicht Zach, bitte Gott, nicht auch noch Zach!
Da vorne rannte ein Schüler mit aschblonden Haar. Das konnte Zach sein! „Warte!“ Doch der Junge achtete nicht auf sie, sondern tauchte im Strom der unzähligen Menschen, die zum Schloss eilten, ein.

Sally hielt geschockt inne, droht zusammen zu brechen. Er konnte das nicht ernst meinen! Er konnte nicht einfach so in die Schlacht zurück und sie alleine lassen! Sie konnte das nicht! Das war zu viel!

„Was jetzt? Raus oder rein?“ Ein fremder, doch auf irgendeiner weise sehr vertraute, Mann hatte sie an gegrummelt und Sally starrte ihn fragend mit großen Augen an!
„Ich weiß es nicht!“ Kämpfen widersprach gegen ihre Natur, ihren Glauben. Sie hatte schnell gelernt wie leicht sie Menschen mit Worten zerstören konnte. Sie hatte schnell gelernt, wie kurz der Siegesrausch andauerte und wie lange das schlechte Gewissen. Irgendjemanden zu verletzten, sei es in Notwehr oder mit Absicht, richtete mehr Schaden an, als sie bereit war auf sich zu nehmen.
Doch Zach war in Gefahr! Ihr Cousin, der für sie quasi wie ein Bruder war, war in Gefahr! Sie musste auf ihn aufpassen! Sie hatte immer auf ihn aufgepasst! Sally zwirbelte an ihrem Kreuzanhänger.

„Ich kämpfe sonst nicht!“ Sie schaute noch einmal in die blauen Augen des nicht ganz so fremden Mannes. „Aber das wird sich heute Nacht ändern!“
Sie zog den Zauberstab und öffnete einen Teil von ihr, den sie seit Jahren gut verschlossen hielt. Der Teil von ihr, der wusste wie man Menschen mit einem simplen Satz vernichtete, der Teil, der Flüche kannte, die die normale Sally sich in ihren schlimmsten Träumen nicht vorstellen konnte. Doch auch das würde sich heute Nacht ändern.
Alles würde sich heute Nacht ändern.

I feel it in my veins, it’s not going away,
Everything's about to change.
Ich fühle es in meinen Adern, es geht nicht weg
Alles ist dabei sich zu ändern.

S
„Incarcerus!“ Sally fesselte vorsichtshalber die gelähmte Todesserin, bevor sie ihr Schutzmedaillon und Zauberstab abnahm.
„Schau nicht so sauer! Glaubst du ich wollte hier kämpfen?“
In ihr brodelte etwas, und sie wusste, dass sie das, was sie jetzt losgetreten hatte, nicht mehr aufhalten konnte.
„Der Unterschied zwischen dir und mir ist, dass ich wegen meinem gewissen kämpfe und du wegen eines Faschisten!“

Sally wusste, dass das nicht mehr richtig war, sie kämpfte nicht mehr um ihren Cousin zu retten. Wieder blickte sie zu dem verletzten Hufflepuff und ihr fröstelte. Sie hatte für ihn getötet.
Sie hatte das Feuer in den Adern gespürt, die Macht als sie den Zauber sprach und die kurze, oh so kurze Euphorie als er sein Ziel traf. Fast vergleichbar mit der Euphorie als sie die Todesserin mit nur einem Spruch besiegte. Sie wollte mehr von der Euphorie, nur ein bisschen mehr…
Sally wusste, dass sie danach wohl immer verlangen würde. Es würde nicht weggehen.

Die Hufflepuff blickte noch einmal zu Zacharias. Sie musste ihn beschützen, doch sie wollte kämpfen, sie wollte Todesser besiegen, sie wollte so viel mehr. Vorsichtig zog sie seinen leblosen Körper in eine Nische in der vor der Schlacht einige Rüstungen gewesen waren.
„Protego Totalum!“
„Salvia Hexia!“
Sally nickte zufrieden, als ein flimmernder Schutzzauber sich über Zacharias legte und er kaum noch zu erkennen war. Die richtigen würden ihn finden können.

Dann schritt sie langsam zur Todesserin, und ging bedächtig vor ihr in die Knie. „Ruf um Hilfe!“, wies Sally sie noch an, bevor sie mit dem Zauberstab auf das dunkle Mal drückte.
Sie lächelte als sie schnelle Schritte hörte. Sie würde ihre Rache und Euphorie wieder bekommen. Sie würde wieder die die Genugtuung bekommen, Menschen mit Worten zu vernichten.
Die alte Sally wäre zu schwach gewesen, sich hier durchzusetzen, doch die alte Sally war fort. Sie hatte sich binnen weniger Augenblicke geändert. Alles hatte sich geändert.

It creeps in like a thief in the night,
Without a sign, without a warning
Es schleicht hinein, wie ein Dieb in der Nacht
Ohne ein Zeichen, ohne eine Warnung

E

Ernie zitterte als er den Zauberstab hob. „Expecto Patronum!“
Ein silberner Eber brach aus dessen Spitze, dicht gefolgt von einem Hasen und einem Fuchs. Er hatte die Dementoren erst bemerkt, als es fast zu spät war. Sie waren lautlos und ohne Vorwarnung entgegen geschwebt, kaum unterscheidbar von der Schwärze der Nacht,und selbst die Kälte und Verzweiflung war ihm selbstverständlich vorgekommen. Sie befanden sich schließlich im Krieg.

Sein Blick fand die Personen, die sie gerade so vor den Dementoren schützten: Harry, Hermine und Ron…
Sie lebten noch! Es gab noch Hoffnung! Sein Eber leuchtete heller, doch es reichte nicht aus die Dementoren zu vertreiben, sie brauchten mehr, noch mindestens ein Patronus.

Luna hatte sich neben Harry gekniet, flüsterte ihre beruhigende Worte, von denen sie das vergangene Jahr alle abhängig geworden waren. Endlich gesellte sich der silberne Hirsch zu den Patroni, endlich verschwanden die Dementoren.

„Weiß nicht, wie ich euch danken soll“, sagte Ron zittrig, totenbleich, „ihr habt uns gerade das Leben -“
Einem Gebrüll und einem Beben, das die ganze Erde erschütterte, unterbrach ihn. Ein Riese brach aus der Dunkelheit vom Verbotenen Wald hervor und fuchtelte mit einer überdimensionalen Keule.
„LAUFT!“, rief Harry, etwas überflüssig: Sie waren schon längst auseinander gestoben, und Ernie sah geschockt, wie der riesige Fuß der Kreatur genau an der Stelle, wo sie eben noch gestanden hatten, landete und eine tiefe Mulde hinterließ.

Durch den aufgewirbelten Staub, sah Ernie, wie Harry und seine Freunde in der Dunkelheit verschwanden. „Kommt!“, flüsterte er. „Wir können ihnen nicht helfen!“
Also rannten Seamus, Luna und er weg von dem Riesen, weg von dem Trio, weg vom Verbotenen Wald, zurück in die Schlacht, wo sie tatsächlich etwas bewirken konnten.

But we are ready and prepared to fight,
Raise up your swords, don't be afraid.
Aber wir sind bereit und vorbereitet zu kämpfen
Erhebt eure Schwerter, hab keine Angst

E
In die Schlacht einzutauchen, war immer wieder schockierend. Doch vor allem der Schlosshof war absoluter Horror. Riesige Spinnen jagten über Trümmer und in der Mitte rang ein weiterer Riese mit einem kleineren Riesen.
„Bei den Gründern!“ Ernie erstarrte. Es war als würden alle Verteidigungszauber, die er in der DA gelernt hatte, aus seinem Kopf weggeblasen.
Seamus starrte ebenfalls panisch zu den Giganten„Bei Merlins Bart, wie…?“

Luna fasste ihre Hände und drückte sie fest. „Wir haben dafür trainiert!“, erinnerte sie die beiden Jungen. „Wir haben uns seit einem Jahr auf diese Schlacht vorbereitet! Wir können das!“ Sie zückte ihren Zauberstab und Seamus und Ernie folgten ihrem Beispiel, wenn auch nur zögerlich.
Ernie hatte vor dieser Nacht noch nie einen Riesen gesehen, er wusste wirklich nicht, wie sie das schaffen sollten. Und dann lächelte Luna ihr hoffnungsvolles Lächeln. „Wir müssen ihn klein machen! Diminuendo! Erinnert ihr euch?“
Sie nickten und hoben die Zauberstäbe empor. „Wir müssen ihn alle gleichzeitig treffen, nur so haben wir eine Chance, dass die Zauber nicht an ihm abprallen. Bereit?“ Ernie nickte wieder. Und begann simultan mit Seamus und Luna die Zauberformel auszusprechen.
Der Zauber traf und erleichter sah Ernie wie der Riese auf die Größe des kleineren schrumpfte und so ein fairer Kampf entstand.

Ein Schrei drang durch den Schlachtlärm hindurch und Ernie sah wie eine Gruppe von Todessern einen Kreuzgang hinuntereilten. „Ich mach das!“, rief er den beiden anderen zu und rannte den dunklen Magiern hinterher. Er hatte seinen ersten Riesen besiegt, er hatte keine Angst vor ein paar Todessern. Ernie umklammerte seinen Zauberstab fester.
Er war bereit!


Is it true what they say, that words are weapons?
And if it is, then everybody best stop steppin',
Cause I got ten in my pocket that'll bend ya locket,
I'm tired of all these rockers sayin' come with me,
Ist es wahr, was sie sagen, das Worte Waffen sind?
Und wenn es so ist, sollte jeder am besten aufhören heranzuschreiten
Denn ich habe zehn in meiner Tasche, die deinen Anhänger beugen
Ich bin müde von allen Rockern, die sagen „Komm mit mir!“

E
Ernie blickte entsetzt den Gang herunter in dem sich zwei bewusstlose und gefesselte Todesser stapelten und eine blonde Frau versuchte gegen zwei weitere anzukommen.
„Sally?“ Ernie war geschockt. Er wusste, dass Sally nicht kämpfen wollte. Er wusste, dass sie keiner Fliege etwas zuleide tun konnte; auch wenn die Fliegen faschistische Rassisten waren.

Ein grüner Blitz traf die Wand und Ernie fühlte sich als würde er den Boden unter seinen Füßen verlieren. Keiner der Todesser hatte den Fluch abgefeuert… sondern Sally… ihre Hufflepuff Sally, die ihren weichen Kern mehr schlecht als recht hinter Sarkasmus versteckte.
Sie war sarkastisch, keine Frage, doch nur gegen sich selbst, gegen Institutionen und gegen einzelne Verhaltensweise, nie, absolut niemals gegen andere Personen. Niemals.

Einmal hatte Ernie Sally gefragt, warum sie das tat. Warum sie sich jegliches, so manches gerechtfertigte Kommentar verkniff. ‘Weil Wörter Waffen sind‘, hatte die Hufflepuff mit ernster Miene gesagt. Ernie hatte ihr zu dem Zeitpunkt nicht widersprochen, auch wenn er das gerne getan hätte. Ein Wort mit einer verletzenden, zerstörerischen Waffe gleichzusetzen, fand er doch etwas extrem. Jetzt, als er sah, wie Sally mit Flüchen um sich warf, als wären es Kinderreime, verstand er, dass sie recht gehabt hatte.


Einer der Todesser ging zu Boden, blutig und zuckend, Schaum floss ihm aus dem Mund. Ernie wollte gar nicht wissen, wie Sally diesen Fluch gelernt hatte… Der andere Todesser nahm die Flucht, zumindest versuchte er das. Sally gab das beste ihn noch mit Flüchen zu treffen und setzte schließlich zur Verfolgung an…
„ES REICHT!“ Sally rannte gegen eine unsichtbare Wand und blickte sich suchend um. Ernie erschrak vor ihren Augen, als sich ihre Blicke trafen. Sie waren rot und verquollen und gleichzeitig voller absolutem Hass. Er wusste nicht, ob er so einen Hass schon einmal gesehen hatte. Ernie bezweifelte es. Er hatte so viele Wut, so viele Verzweiflung innerhalb des letzten Jahres gesehen, doch das übertraf alles. Diese absolute Abscheu, dieser ekel, dieser ultimative Hass… dem Huffepuff fehlten die Worte das zu beschreiben. Und ihm fehlten sehr selten die Worte!
„WAS SOLL DAS!“ In ihrer Stimme schwang so viele bestialische Wut mit. Ernie musste schlucken. „Jetzt ist der Todesser entkommen! Er hat es nicht verdient zu entkommen. Ernie, schau, was du angerichtet hast!“

Ernie blinzelte ungläubig „Was ich angerichtet habe? Schau, was du angerichtet hast“ Er deutete mit einer fahrigen Handbewegung auf die bewusstlosen Todesser und den nun röchelnden Mann am Boden. Es klang als würde jeder dieser Atemzüge sein letzter sein… Mist! Der Schutzzauber zerbrach, als Ernie zum Todesser eilte. Er kannte die ersten Hilfezauber, jeder in der DA kannte die. Doch er hatte keine Ahnung wie er das richten sollte. Er bewegte den Mann in die stabile Seitenlage und begann ihn von der schweren Maske der Todesser zu befreien. Eine Zauberstabspitze, die in Ernies Nacken gepresst wurde, unterbrach ihn. „Was glaubst du, was du da tust!“, zischte Sally in sein Ohr, und wieder schwang in ihre Stimme dieser Hass mit. Ernies Herz begann zu rasen, doch dieses Mal war es kein Riese, der ihn in Panik versetzte, sondern seine Verbündete, seine Freundin…

„Sally, bitte! Der Mann hat einen Krampfanfall! Er braucht Hilfe, wenn er das Überleben soll.“ Der Zauberstab wurde fester in Ernies Haut gedrückt. „Er soll das nicht überleben!“
„Was bei Merlin!“ Ernie drehte sich um und sorgte so dafür, dass sich Sallys Griff um den Zauberstab lockerte. Jetzt lag es an ihm seine Waffe auf Sally zu richten. „Wer bist du?“ Sally starrte abfällig zurück. „Jemand, der diesen Krieg tatsächlich gewinnen will!“ Sie näherte sich ihm, den Zauberstab erhoben. „Komm nicht näher!“ Ernies Stimme zitterte. „Sonst was?“ Sally schnaubte höhnisch. „Du willst nicht einmal einen Todesser streben lassen, ich bezweifle, dass du eine Mitschülerin angreifen wirst!“

Ernies Entwaffnungszauber traf sie, doch wurde trotzdem abgeblockt. Der Hufflepuff runzelte verwirrt die Stirn. Sally hatte tatsächlich eins dieser Schutzzauberschmuckstücke um den Hals baumeln.
„Es reicht!“ sagte er schließlich, die Stimme so viel ruhiger, als er sich tatsächlich fühlte. „Es reicht, dass mir alle erzählen wollen, wer es verdient hat zu leben und zu sterben! Es reicht, dass alle Menschenrechte mit Füßen treten! Du bist nicht besser als sie. Ich bin ihrer Propaganda nicht gefolgt und ich werde auch nicht bei deinem Rachefeldzug mitkommen! Wenn ich dich deswegen angreifen muss, wenn ich dich besiegen muss, um sein Leben zu retten, dann sei es so!“ Er sah wie Sally geschockt zusammenzuckte. „Ich bin Ernie Macmillan, ich bin Kämpfer von Dumbledores Armee, ich kenne Zauber, von denen du noch nie etwas gehört hast. Zauber, die dein lächerliches Medaillon zerschmettern würden. Du kannst mich nicht aufhalten!“

Und dann, fast simultan, griffen sie an!

Wait, it's just about to break, it’s more than I can take,
Everything's about to change
Warte, es ist gerade daran zu zerbrechen, es ist mehr als ich ertragen kann
Alles ist dabei sich zu ändern.

E
Ernies Hand zitterte während die ersten Zauber und Flüche zwischen ihnen hin und her schossen. Das Duell kam ihn unwirklich vor, wie ein Film, der in doppelter Geschwindigkeit ablief. Er wünschte sie würden aufhören, er wünschte Sally würde stoppen, damit er sich endlich um den verwundeten Mann kümmern. Er wünschte sie könnten kurz warten, damit er mit der Realität aufholen könnte, damit er verarbeiten könnte, dass er gegen seine Hausgenossin kämpfte, weil sie jemanden eines qualvollen Tods sterben passen wollte.
Etwas baute sich in ihm auf. Zu viele Emotionen, die er nicht mehr unterscheiden konnte, verschwammen zu einer gigantischen Welle, die so kurz davor war zu brechen. Ernie konnte nicht mehr. Das war zu viel…
Und dann fast unmerklich zerbrach etwas in Ernie.

„Stupor!“ Eine gigantische Schockwelle brach aus Ernies Zauberstab und ließ den Gang erzittern. Sallys Medallion zersplitterte in winzige Bruchstücke und die Hufflepuff war bewusstlos, bevor sie ebenfalls zu Boden geworfen wurde.
Ernie hatte in seinem Leben sehr viele Schockzauber ausgesprochen, damals als die DA noch eine Lerngruppe war, dann als die Todesser in der Nacht von Dumbeldores Tod durch das Schloss vorbei am Hufflepuff-Aufenthaltsraum rannten, als die DA zur Widerstandsgruppe wurde und schließlich in der Schlacht...
Kein einziges Mal war der Zauber mehr als ein roter, präziser Blitz gewesen. Kein einziges Mal waren seine Zauber mehr als präzise Kontrolle seiner Magie gewesen. Das hatte sich nun geändert. Seine Magie war nicht durch Ernies Verstand hervorgerufen worden, sondern durch seine Emotionen. Er hatte seine Kontrolle verloren…
Und Ernie bezweifelte, dass er sie wiederfinden würde.

I feel it in my veins, it’s not going away,
Everything's about to change.
Ich fühle es in meinen Adern, es geht nicht weg
Alles ist dabei sich zu ändern.

E
Er konnte die Wut in sich kochen spüren. Er konnte quasi fühlen wie ihn die rohe Magie umgab. Er konnte sie in seinen Adern pulsieren spüren. Und als er sich von der bewusstlosen Sally wegdrehte und zum immer noch zuckenden Todesser eilte, wusste er, dass diese Wut nicht weggehen würde.

Ernie wünschte sich sehr, dass einer der der DA-Heiler hier wäre. Sie wüssten, wie man den Schaum, Speichel und Schleim aus dem Mund und der Luftröhre des Todessers entfernen könnte. Alles was Ernie tun konnte, war mit seinen bloßen Händen den Mund frei zu machen und ihm seinen Umhang unter den Kopf zu legen, damit er sich nicht durch die Zuckungen ernsthaft verletzte.

Wie lange dauerte der Krampfanfall schon an? Ernie wusste, dass nach 5 Minuten ernsthafte Schäden auftreten könnten und nach 20 Minuten der Todesser in Lebensgefahr schwebte. Würde der Anfall von sich aus enden oder hatte Sally einen Fluch benutzt, der eine Entzauberung brauchte? Er brauchte Informationen, Details, die nur Sally wusste, die sie ihm aber nicht sagen würde. Nicht, wenn sie das Leben eines Todessers als unwürdig erachtete.

Ein Gedanke ergriff Ernie, eine Idee, so unverzeihlich, dass auch nur darüber nachzudenken, den Hufflepuff unter normalen Umständen zum Erschaudern gebracht hätte. Doch es waren keine normalen Umstände mehr. Die Welt hatte sich geändert, Sally hatte sich geändert und Ernie hatte sich geändert.
Also zögerte Ernie nicht, als er Sallys Zauberstab zu sich nahm und die Hufflepuff aus ihrer Schockstarre erweckte. Er zögerte nicht, als er in ihre großen, verzweifelten Augen starrte und seinen Zauberstab auf sie richtete. Und er zögerte nicht, als er schließlich den Zauberformel sprach und Sallys Blick von geschockt zu gehorsam wechselte.
„Imperio!“
Alles würde sich ändern.

This is a warning, like it or not,
I break down, like a record spinning,
Gotta get up, so back off
Dies ist eine Warnung, ob du es magst oder nicht
Ich breche zusammen, wie eine wirbelnde Schallplatte
Muss aufstehen, also tritt zurück

E
„Heile ihn!“
Ernie reichte Sally ihren Zauberstab und schaute zu wie die Blonde, einer Marionette gleich, ihren Fluch löste. Sofort hörte der Todesser auf zu zucken und atmete regelmäßiger.
„Fessel ihn!“
Der Mann wurde zu den beiden anderen Todessern an den Rand des Ganges gezogen und ebenfalls gefesselt und entwaffnet. Ernie blickte sich in dem Gang um. Erst jetzt entdeckte er die Leiche eines weiteren Todessers in der Nähe einer Blutpfütze. Er erschauderte, Sally hatte vor ihm einen der verbotenen verwendet.
„Was ist passiert?“ Anstatt zu antworten zog ihn die blonde Hufflepuff zu einer leeren Nische. Ernie seufzte, bereit den Zauber zu erneuern, doch dann sah er das Flimmern der Luft. Ein Schutzzauber… Sally löste das Feld und Ernie erkannte den verletzten, apathischen Jungen darunter, der ihm mit leeren, fast toten Augen entgegenblickte und doch nichts sah. Zacharias Smith…

Ernies Schrei ließ den Gang erzittern, wieder umgab ihn rohe Magie und erschütterte Säulen und zersplitterte Fenster. Sie war eine Warnung! Niemand verletzte Ernies Liebste und entkam.
Und dieses Mal war es Ernie egal, dass er die Kontrolle erneut verloren hatte. Die Worte seiner Eltern, die ihm einschärften, dass er als Kind einer der mächtigsten, ältesten magischen Reinblutfamilie immer Kontrolle bewahren sollte, waren ihm egal. Alles war Ernie egal, außer dass die Todesser bezahlen sollten. Die Todesser und… er…
Er hatte unbedingt gewollt, dass Zacharias mit ihnen kämpfte, er hatte gewollt, dass Zacharias mit ihnen sein Leben für das Gute riskierte. Am Ende hatte er wohl Zach überzeugt, und jetzt lag der junge Hufflepuff vollkommen zerbrochen vor ihnen und es war seine Schuld.

Ernie brach zusammen und strich Zach sanft durch die Haare. Alle würden dafür bezahlen.
Er schaute nochmal zu Sally, die immer noch unter dem Imperius-Zauber stand. „Beschütz ihn! Ich hole einen Heiler!“ Und dann würde er so viele Todesser wie möglich in seinem Rachefeldzug zerstören. Ernie hatte blutrünstige Vergeltung immer gehasst, doch jetzt würden andere Saiten aufgezogen werden. Jetzt würde eine andere Musik spielen und Ernie würde dafür sorgen, dass alle sein Rachelied hören würden.
Er stand auf und verließ den Gang, ohne sich umzudrehen. Zwei Rüstungen versperrten ihm den Weg zur Schlacht und er stieß sie achtlos aus dem Weg. Der rücksichtsvolle, immer höfliche junge Hufflepuff war fort. „Weg da!“, zischte er noch, bevor er sich in das Kampfgetümmel stürzte. Man würde ihn nicht aufhalten können.

This is a warning, like it or not,
I'm tired of listenin', I'm warning you, don't try to get up,
Dies ist eine Warnung, ob du es magst oder nicht
Ich bin müde vom Zuhören, ich warne dich, versuch nicht aufzustehen

S
Sally atmete schlagartig ein, als ihre Sinne wieder klarer wurden und das ständige, fremde Mantra „Beschütze ihn!“ verstummte. Ernie hatte tatsächlich einen unverzeihlichen Fluch verwendet… Der immer kontrollierte und höfliche Hufflepuff hatte ihr seinen Willen aufgezwungen.
Sie starrte in den leeren Gang, vollkommen ratlos, was sie jetzt tun sollte: weiter Todesser in den Gang locken und Vergeltung für Zach holen; auf Ernie hören und warten, bis der Heiler kam; oder Zach packen und wieder durch das Potraitloch fliehen?
Vor den zersplitterten Fenstern ging sie in die Hocke. Wie im Traum konnte Sally sich an Ernies Schrei erinnern. Doch das Gefühl, das er hinterlassen hatte, spürte sie immer noch. Eine Warnung, dass jeder der seine Freunde verletzte, seine Rache zu spüren bekommen würde.
´Unsere Rache!`, dachte Sally bestimmt. Sie würde dafür sorgen, dass alle wussten, dass sie sich der Warnung anschloss. Egal, ob es ihnen gefiel oder nicht.
Sally erneuerte Zachs Schutzschild und blickte sich erneut verloren im Gang um. Sie wusste immere noch nicht, was sie tun sollte.

[*]

Ein Räuspern ließ sie aufschrecken. Die erste Todesserin war aus ihrer Ohnmacht erwacht. “Ich bin ausgebildet in einigen Heilzaubern. Ich kann helfen.” Sally sah zur Todesserin, dann zum flimmernden Schutzschild und wieder zur Todesserin. Sie versuchte in den, halb von der Maske verdeckten Augen, zu erkennen, ob jene die Wahrheit sagte. Die Todesserin wandte den Blick ab, und das war Sally Antwort genug.
“Ich glaub dir nicht!” Bevor die Gefesselte widersprechen konnte, fuhr Sally auch schon fort. “Wieso glauben immer alle, dass ich zu naiv bin, irgendetwas zu hinterfragen? Wieso glauben alle, dass ich ihre Worte als Wahrheit hinnehme? Wieso glauben alle, dass, wenn sie nur genug erzählen, ich ihnen zuhören würde?” Sally umklammerte den Zauberstab fester und richtete ihn auf die Todesserin, die begonnen hatte sich unruhig zu bewegen. “Aber rate mal: Ich bin es leid euch zuzuhören! Also wag es nicht jetzt aufzustehen!”
Der Blick, den die Todesserin ihr zuwarf, hätte fast schon aufrichtig sein können. “Bitte, ich will nur helfen!” Sally fauchte nur.
“Letzte Warnung!”


There's a war going on inside of me tonight - don't be afraid
Ein Krieg findet heute Nacht in meinem Inneren statt – hab keine Angst

S
“Was bei Merlin hast du getan?!” Der Heiler schaute vom Todesser, der vor kurzen noch krampfend an Boden lag, auf. Der Junge blickte entsetzt mit großen Augen zu Sally. Sally wusste, dass er Angst vor ihr hatte. Ein Teil von ihr genoss es.
“Destilliertes Wasser in seine Adern beschworen und einen Elektrolytenmangel ausgelöst. Das übliche eben…”
Sie sah wie seine Gesichtszüge entgleisten.
“Destilliertes Wasser beschwören ist ein Bügelzauber! Wie.. Warum…”
Der andere Teil von ihr stellte die selben Fragen, der Hufflepuffteil von ihr schrie, fluchte und kämpfte mit der selben Panik, die sich in den Augen des Ravenclawschülers spiegelte.
Ein Kampf fand in ihrem Inneren statt. Ein Kampf zwischen ihren idealen, ihrem Glauben und dem Verlangen jeden Todesser brennen zu sehen. Sie wusste genau, welche Sally gewinnen wurde.
Seitdem ihre Kreuzkette zerrissen auf dem Boden lag, war die Stimme, die nach Vernunft schrie und Nächstenliebe verlangte, leiser geworden. Bald würde sie ganz verstummen.

Sally konnte nicht sagen, dass sie deshalb Trauer fühlte, oder überhaupt irgendetwas…
“Du musst keine Angst haben!” Der Heiler schaute unglaubig, und Sally konnte es ihm nicht verübeln. Sie hatte heute schon ihren Zauberstab auf einen ihrer besten Freunde gerichtet.
“Und jetzt kümmer dich um meinen Cousin!”

There's a war going on inside of me tonight - don't be afraid
Ein Krieg findet heute Nacht in meinem Inneren statt – hab keine Angst

E
Ernie zerfetzte die dritte Spinne in der Luft.
Sectumsempra war ein verdammt mächtiger Zauber und seitdem Harry Potter ihn an Draco Malfoy verwendet hatte, hatte sich die Formel wie ein Lauffeuer durch die Schule verbreitet. Die meisten hatten nur zu viele Skrupel um ihn anzuwenden.
Doch Skrupel waren etwas für Menschen, die nicht ihren Freund verloren hatten.

Ein Schluchzen unterbrach seine verzweifelte Suche, nach dem nächsten Spinnenopfer seines Rachefeldzuges. Ein Ravenclawschüler war mit dem Rücken an Trümmerhaufen gepresst. Die dritte Spinne hatte ihn wohl in die Enge getrieben.
Ernie hatte gar nicht bemerkt, dass er in seinem Vergeltungswahn tatsächlich jemanden das Leben gerettet hatte. Einen Teil von ihm war es auch egal. Ein Teil von ihm wollte nur Blut vergießen und seinen Rachedurst stillen.
Und dann gab es den Hufflepuffteil in ihm, der kämpfen wollte, um seine Freunde zu retten und die Welt ein besseren Ort zu machen.
Die beiden Teile waren in einem fast so starken Krieg wie sie alle in der Schlacht. Ein Kampf fand in seinem Kopf statt, und Ernie wusste nicht, welcher Teil gewinnen sollte.

Der Ravenclawschüler schluchzte erneut, und ohne nachzudenken war Ernie schon auf den Knien neben ihm.
„Hey, hab keine Angst!“ Vorsichtig strich er den Staub und die Trümmerstücke vom Umhang. Aus dem Augenwinkel erkannte er die weiße Binde der Heiler. Er hatte einen Sanitäter gefunden.
Der schwarzhaarige Junge zuckte zurück, und etwas in Ernie brach. Der Junge hatte Angst vor ihm. Ernie ekelte sich vor sich selbst.
Alles ist gut. Es tut mir leid, ich wollte nicht…“ Große Augen blickten ungläubig zurück.
„Sophie hatte recht, ich hätte nie hier alleine kämpfen sollen…“ Tränen liefen über die Wangen des Heilers. Wieder versuchte Ernie sich seinem weinendem Mitschüler zu nähern und dieses Mal wich er nicht zurück.
Du bist nicht alleine, ich pass auf dich auch!“
Große Augen blickten ungläubig ihm entgegen.
„Glaub mir, bitte, ich war gerade selber etwas verloren!“
Ernie half dem Ravenclawschüler auf die Beine.
Zusammen schaffen wir das!“



Wait, it's just about to break, it’s more than I can take,
Everything's about to change
Warte, es ist gerade daran zu zerbrechen, es ist mehr als ich ertragen kann
Alles ist dabei sich zu ändern.

E
“Ich kann nicht helfen!”
Die Worte von Stephen Cornfoot ließen etwas in Ernie zerbrechen.
“Wie meinst du das?” Der Hufflepuff starrte den Ravenclaw-Heiler panisch an. “Bitte, es muss doch irgendetwas geben? Du musst doch irgendetwas tun können?” Stephen schüttelte resigniert den Kopf.
“Ich bin auch ratlos. Im großen und ganzen geht es ihm körperlich gut. Jeder Diagnostikzauber bestätigt das. Die Problematik ist psychischer Natur, und da bin ich nicht ausgebildet… Es tut mir leid!”
Ernie nickte, versuchte irgendwie doch noch Hoffnung zu fassen. “Aber es gibt Heiler, die ihm helfen können?”
“Nunja…”
Wieder erlosch der winzige Hoffnungsschimmer.
“Nunja was?”
“Diese Apathie, diese Symptomatik… Solche Fälle gab es schon mal und-”
Ernie unterbrach ihn. “Aber das ist doch gut. Das bedeutet, dass man schon Strategien hat, oder nicht?” Doch ein Blick in Stephens Augen verriet dem Hufflepuff, dass das ganz und gar nicht gut war.
“Kennst du den Fall Longbottom...?”

“Warte was?” Ernie unterbrach die Aufzählung, die ziemlich sicher gegen jegliche Datenschutzrechtlinien verstieß. Das ging zu schnell. Zach könnte in diesem apathischen Zustand für ungewisse Zeit gefangen sein, womöglich für immer?
Das war zu viel.

Er würde nie wieder Zachs schnippischen, und teilweise herzlich ehrliche Kommentare hören. Er würde nie wieder bei Zachs warmen Lachen, das so anders war als sein hämisches Feixen, so viel echter, so viel inniger, aufmerken…
Sein Freund war fort. Die Person, die für ihn eine Stütze geworden war, war weg. Zachs immer währende Kritik, die teilweise nervig und übertrieben war, doch in Zeiten, in denen man weder der Regierung noch der Presse trauen konnte, überlebensnotwendig, war für immer verklungen.
Und Ernie bemerkte plötzlich die Leere in seiner Brust. Etwas in ihm war nicht nur zerbrochen, sondern wie Zach, verschwunden…
Ernie zitterte, als er feststellte, dass es keine Rolle spielte, wie die Schlacht ausging. Denn egal ob Voldemort verlor oder nicht, nichts würde so sein wie vorher. Nicht wenn Zach, nicht wenn ein Teil von ihm für immer verloren war.

I feel it in my veins, it’s not going away,
Everything's about to change.
Ich fühle es in meinen Adern, es geht nicht weg
Alles ist dabei sich zu ändern.

E
Ernie wusste, dass ihm etwas fehlte. Er spürte es bei jedem Zauber den er sprach, bei jedem Fluch, dem er auswich, und bei jedem Verletzten, den er zu Stephen in Sicherheit brachte.
Er fühlte es mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag und mit jedem Puls, der Blut durch seine Adern pumpte.
Er spürte die Leere und er wusste, dass sie nie wieder weggehen würde.
Zach war fort. Alles würde sich ändern!
Doch Ernie würde dafür kämpfen, dass er es nicht tun würde.
Er würde loyal, hilfsbereit und vor allem gut bleiben.

It's just about to break, it’s more than I can take,
Everything's about to change
Es ist gerade daran zu zerbrechen, es ist mehr als ich ertragen kann
Alles ist dabei sich zu ändern.

S
“Kennst du den Fall Longbottom…”
Sally zuckte bei Stephens Worten zusammen. Sie musste nicht zuhören. Sie hatte den Sommer als Praktikantin in der Psychatrie von St. Mungo verbracht. Sie kannte den Fall auswendig.
Es konnte nicht sein. Doch als sie noch einmal zu Zach blickte erkannte sie die Ähnlichkeit. Sie erkannte die ausdruckslosen Augen. Sie erkannte die Apathie. Wie hatte sie das übersehen können?

Sally entfernte sich von den beiden, als Ernie erschrocken aufschrie. Sie konnte das jetzt nicht sehen, sie konnte nicht zusehen wie Ernies Herz brach. Sie konnte das jetzt nicht.
Etwas in ihrer Brust schnürte sich zusammen und Sally begann zu rennen. Sie warf sich ins Schlachtgetümmel und begann mit Flüchen um sich zu werfen. Sie musste sich ablenken, sie konnte jetzt nicht zulassen, dass ihr Herz ebenfalls zerbrach.

Doch als der nächste Todesser die Flucht ergriff und sie immer noch nicht richtig atmen konnte, wusste sie, dass sie nicht davor weglaufen konnte. Es war zu viel. Sie hatte ihren Cousin verloren, ihren Bruder, ihren besten Freund. Sie konnte das nicht ertragen.
Sie war allein. Zach war fort. Alles würde sich ändern und sie war nicht dafür bereit.
Also jagte sie dem Todesser hinterher. Sie musste nicht denken, wenn sie kämpfen konnte.

I feel it in my veins, it’s not going away,
Everything’s about to change
Ich fühle es in meinen Adern, es geht nicht weg
Alles ist dabei sich zu ändern.


S
Sally konnte es nicht verdrängen. Egal wie aggressiv ihre Zauber wurden, wie oft sie nach der Euphorie des Todesfluches jagte, Zach war immer bei ihr.

Er war bei ihr mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag und mit jedem Puls, der Blut durch ihre Adern pumpte.
Sie konnte ihm nicht entkommen. Sie konnte nicht das Bild von seinen leeren, apathischen Augen vergessen. Sie versuchte zu atmen, doch egal, wie sie stark sie versuchte ihre Lunge mit Luft zu füllen, etwas fehlte.
Sie spürte die Leere und sie wusste, dass sie nie wieder weggehen würde.
Zach war fort. Alles würde sich ändern!
Und sie würde dafür sorgen, dass die Todesser dafür zahlen würden.



[*]
Hier entschied sich mein Schreibprogramm, dass Gänsefüßchen ab sofort anders auszusehen haben. Sorry wegen der Unregelmäßigkeit.
I lowkey ship Zach x Ernie, aber ich wusste nicht, wie ich das besser verdeutliche. Falls ihr Tipps habt, gerne raus damit.
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