matters-cares-meanings-hearts

von f f fan
GeschichteRomanze / P12
Charlie Claire
24.06.2015
24.06.2015
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Was wenn das Picknick doch stattgefunden hätte ohne Gefahr, dass Charlie stirbt. Ein Oneshot.


matters - cares - meanings - hearts

Ich wache auf und das erste, was ich sehe, ist wie immer Aaron. Und dann sehe ich ein Tablett mit wundervoll hergerichteter Ananas.
Ich richte mich auf und bevor ich richtig begreife, was das bedeutet, bist du da.
"Guten Morgen!", strahlst du mich an. Du bist so guter Dinge, seit Hurley mit dem Auto angefangen hat.
"Was ist das?", frage ich freudig überrascht.
"Och, nur eine kleine Vorspeise", verkündest du und erzählst voller Vorfreude von deiner Idee mit dem Picknick.
Ich lache glücklich und bringe Aaron grinsend zu Sun. Sie verspricht, auf ihn aufzupassen.
Das ist eine dieser Sachen, die ich an dir liebe, Charlie. Ich bin dir wichtig, aber Aaron ist dir mindestens genauso wichtig. Du würdest ihn nie für mich vernachlässigen. Manchmal denke ich, er bedeutet dir so viel wie mir. Ist das möglich? Du wärst ein besserer Vater gewesen. Im Grunde bist du ein besserer Vater. Der Wahrsager hatte Unrecht. Es war nicht wichtig, dass Aaron nur in meiner Liebe, sondern auch, dass er in deiner Liebe aufwächst.
Du führst mich garlant zu der Decke am Strand. Die Sonne ist gerade erst aufgegangen. Du spielst den englischen Gentleman. Rockstar, Ex-Junkie. Mit was für Leuten man sich auf dieser Insel umgibt, ist doch seltsam. Wären wir nicht hier gelandet, hättest du dich nicht in der ersten Nacht zu mir gesetzt und mich getröstet - ich hätte dich niemals auch nur schräg angeschaut.
Wir essen. Ich kann nur darüber staunen, wie viel Mühe du dir mit allen Sachen gemacht hast. Wir reden, lachen, du erzählst wieder von deiner Zeit mit der Band.
Das tust du nicht sehr oft. Willst du nicht damit angeben? Ist es dir unangenehm? Man hat das Gefühl, du hättest damit abgeschlossen. Und immer redest du nur von den frühen Zeiten Drifeshafts. Aber dann strahlst du. Also ist es für mich okay.
Aber heute bist du in einer anderen Stimmung.
"Weißt du", überlegst du laut, "Mein Bruder Liam ist jetzt verheiratet und hat ein Kind"
Ich sehe dich überrascht an. Du sprichst selten von Liam. Und seltener so ernst.
"Das Ironische daran ist, dass es bei ihm mit der ganzen Sache angefangen hat..."
Ich begreife nicht, wovon du redest und du scheinst das zu merken. Du holst weiter aus.
"Manche Leute sagen, es gibt keinen Rockstar, der nichts mit Drogen zu tun hat", erzählst du, "Ich war da lange Zeit die Ausnahme. Liam hat früh zum Heroin gegriffen, aber ich wollte nichts damit zu tun haben. Mein Glaube hat mich immer davor bewahrt..."
Ich erinnere mich an die Zeit, als du mit Eko die Kirche bauen wolltest. Und als ich gedacht habe, du seist ein religiöser Fanatiker, weil du eine Marienstatue in deiner Tasche hattest. Als du Aaron taufen lassen wolltest. Damals hatte ich wirklich Angst vor dir. Trotzdem haben deine Worte mich nachdenken lassen. Und ich habe Aaron  taufen lassen und mich auch. Jetzt begreife ich, dass das nicht eine bloße Phase war. Du bist religiös. Sicher kein Fanatiker, aber religiös. Und in gewisser Weise beruhigt mich das. Du bist auch getauft. Das bedeutet, dass, wo auch immer Aaron und ich einmal sein werden, du auch da sein wirst.
Du hast inzwischen weiter erzählt und ich höre überrascht zu. "Liam hat mal gesagt, er würde es vermutlich nie bis zu den 30ern schaffen, während ich heirate und Kinder kriege.... Nicht viel später griff ich dann zum Heroin. Ich war verzweifelt, ich wollte aufhören, Liam hat nicht auf mich gehört und dann konnte ich nicht einfach...ich bereue es bis heute. Und ich konnte Liam nie ganz verzeihen. Ich meine, ...er ist mein Bruder. Ich habe ihn geliebt, aber das konnte ich ihm dann trotzdem nicht vergeben.
Ich hatte es immer mehr unter Kontrolle als er. Die Band ist gescheitert. Im Grunde war es ja klar, dass wir nie weit kommen würden, aber er ist am Ende nochmal richtig abgestürtzt. Als seine Frau - damals Freundin - in den Wehen lag, war ich zuerst bei ihr. Aber er hat zu sich gefunden. Für die beiden... Ich habe darüber nachgedacht. Ich denke, ich habe für Aaron und dich zu mir gefunden."
Ich lächle und lege meinen Arm um dich. Du küsst mich.
Ich erinnere mich an den Charlie vom Anfang wieder. Den Jungen, der sich immer um mich gekümmert hat. Der als einziger bei mir geblieben ist, als die Wehen eingesetzt haben. Der versucht hat, mich vor Ethan zu beschützen und dafür fast mit dem Leben bezahlt hat. Ich hatte dich vergessen, als ich wieder kam. Und in meinen Tagebuch standen die Geschichten über diesen Charlie. Den Jungen, der mein Herz bewegte.
Ich habe mich später erinnert. Aber auch damals warst du für mich da und noch bevor alles wieder da war, hatte ich mich schon wieder in dich verliebt. Du bist für mich gestorben. Und zurück gekommen. Jack hat dein Leben gerettet. Und auch wenn wir Geheimnisse voreinander haben, haben wir die nicht mehr.
"Ich liebe dich Claire", sagst du leise und in diesem Moment bist nur du da, der zählt, "So vieles tut mir leid..."
"Nicht", bitte ich, "Mir doch auch."
Ich küsse dich. Weil du so gut bist. Weil du Charlie bist.
"Ich liebe dich auch."
Es war so vieles schief gegangen und langsam hast du dich wieder angenähert. Hast mich von außen beschützt. Ich habe den Schmerz in deinen Augen gesehen, weil du Distanz halten musstest. Und dann ist das mit der Station passiert und es gab so viele Fragen. Da tauchtest plötzlich du wieder auf und ich begriff, dass du dort gewesen warst und ich nichts gewusst hatte. Dass ich dich hätte verlieren können, ohne es zu merken. Und dann saßen wir da und du hast nicht geantwortet. Aber du hast gelächelt und ich wusste, dass ich mit dir sicher war. Und da habe ich dich geküsst. Ich konnte gar nicht anders. Dein überraschter Blick wäre fast zu viel gewesen für mein Herz. Fast.
Wir haben aufgegessen, schauen aufs Meer hinaus. Du lächelst und lässt wie aus dem Nichts ein Glas Erdnussbutter erscheinen. Ich lache und du öffnest es.
Du weißt es nicht, aber ich glaube, das war der Moment, in dem ich mich in dich verliebt habe. Du wolltest unbedingt, dass ich mitkomme und ich habe dir eine Bedingung genannt. Weil ich gehofft hatte, dass du mich überzeugen würdest, dass du mir einen guten Grund geben könntest, mit dir zu gehen, sodass ich es nicht nur tue, weil ich so unsichere Gefühle habe.
Und als du dann da aufgetaucht bist mit einer Erdnussbutter, die gar nicht existierte und mich dazu gebracht hast, zu lachen und es zu schmecken, obwohl es nicht da war, da waren meine Gefühle plötzlich gar nicht mehr unsicher. Da begriff ich, dass ich dich liebte. Nicht bewusst vielleicht, aber tief in meinem Herzen schon.
Und als wir dann die Essensvorräte gefunden haben, da hast du zuerst an mich gedacht. Und du wolltest mich glücklich machen. Und du hast es geschafft. So wie du es jetzt auch schaffst.
Wir essen Erdnussbutter, lachen und spüren die warme Sonne auf der Haus. Wir lieben uns, das haben wir begriffen. Und in diesem magischen Moment auf dieser einsamen Insel, die ein Segen wie ein Fluch ist, küsse ich dich und du schmeckst nach Erdnussbutter und ich könnte dich kaum mehr lieben.

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Happy Birthday, Merle! Du hast es dir gewünscht.
Ich hoffe, es gefällt euch. Lasst eine Review da.

(Merle! Hier geht es weiter:
http://www.fanfiktion.de/s/558adadc00040e0d39bb5a07/1/matters-cares-meanings-hearts )
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