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24 Candles {OS}

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Ashley Magnus Dr. Helen Magnus Dr. James Watson John Druitt
22.06.2015
22.06.2015
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24 Kerzen - 24 Candles

Kleiner OS, der mir beim Lesen so gut gefallen hat, dass ich mir gedacht habe, ich übersetze ihn mal für euch. ♡
[Das nächste Kapitel von Lullaby folgt in Kürze]. ^^

Hier der Link zum Original :

http://sanctuaryfiction.net/viewstory.php?sid=134

Helen betrat die uralte, im gotischen Stil errichtete Kapelle.
Sie hatte 24 Kerzen bei sich.
Jede einzelne stand für ein Jahr, welches sie und Ashley gemeinsam im Sanctuary verbracht hatten.
Ausserdem symbolisierten sie gleichsam auch das Glück, die Freude, den Schmerz und die Tränen, welche ihr ihre Tochter beschert hatte.
Sie zündete sie jedes Jahr aufs Neue an, um sich bewusst zu machen, wie viel ihr ihr Kind bedeutete.
Doch heute tat sie es ein letztes Mal, um ihrer zu Gedenken...
Magnus stellte die dicken, weißen Wachskerzen in einer Reihe, um den Steindeckel des Grabes verteilt auf.
Als sie damit fertig war, atmete sie tief durch, zückte ein Feuerzeug aus ihrer Hosentasche und schritt entschlossen zum Anfang zurück.

Die erste Kerze, die sie entzündete, stand für Ashleys Geburt... Nie würde sie den magischen Moment vergessen, als es endlich soweit war und ihr der kleine Säugling von der Hebamme, in die bereits sehnsüchtig wartenden Arme  gelegt wurde. Der erste Schrei und das erste mal, als der Mund ihres Kindes hungrig an ihrer Brust zu saugen anfing...
Ashleys triumphales erstes Mahl, endete für alle Beteiligten in einem langen, faulen Mittagsschlaf.

Die zweite Kerze galt ihren ersten, eigenen Schritten und dem Wort "Dada"...
Die Ironie dabei, veranlasste die Brünette dazu, fast eine ganze Stunde lang zu weinen.

Die dritte Kerze erinnerte sie daran, wie sie dem Kleinkind durch den Supermarkt hinterher gejagt war...
Der erste Machtkampf, begann durch das neu entdeckte Wort "Nein". So sehr Helen auch Kinder und insbesondere ihre Tochter liebte, war es doch manchmal ziemlich schwierig.

Die vierte Kerze stand für ihre erste, gemeinsame Unterhaltung...
Es hatte geschneit. Helen erklärte ihr genau, was Schnee war und warum man deswegen Mützen, Handschuhe und Schals tragen musste. Ashley hörte aufmerksam zu und kommentierte dann:
"Das sieht wie Eis aus. Ich mag Eis. Komm, lass uns das Eis essen, Mami!"
Nachdem die Jüngere ein wenig der kalten, sauberen Masse gegessen hatte, brachte ihr die Sanctuary-Leiterin bei, wie man Schneebälle warf und einen Schnee-Engel machte. Es dämmerte ihr langsam, dass Ashley nun nicht länger ein Baby war, sondern jemand, der jetzt sehr wohl dazu fähig war, sich selbst auszudrücken.

Bei der fünften Kerze, kam ihr Ashleys erster Knochenbruch in den Sinn...
Sie hatte sich den Zeigefinger in der Tür eingeklemmt.
Und an ihr liebstes Stofftier, einen hellblauen Plüschelefanten, den sie überall mit hin genommen hatte. Helen rettete, was noch von ihm übrig war...
Ashley hatte ihn regelrecht vor Liebe zerpflückt, bevor sie ihm entwachsen war.

Die sechste Kerze war hart...
Sie markierte Ashleys ersten Tag im Kindergarten. Es war das erste Mal, dass die Britin ihren süßen, kleinen Sprössling einer wildfremden Person anvertrauen und sie alleine lassen musste.
Allerdings war sie an diesem Tag nicht die einzige Mutter, die sich auf dem Parkplatz sentimental über die Augen rieb.
Mit der Zeit wurde es leichter, sie gehen zu lassen.

Die siebte Kerze symbolisierte eine Menge glücklicher Abenteuer: ... Ihre erste Übernachtung bei einer Freundin und ihre erste Weihnachts-Aufführung, in der sie stolz eine Schneeflocke gespielt hatte.

Die achte Kerze beinhaltete Ashleys erste Auseinandersetzung in der Schule und das anschließende Nachsitzen...
Sie hatte einer gemobbten Klassenkameradin helfen wollen und sich mit einem Jungen geprügelt. Dabei wurde sie erwischt und antstatt des eigentlichen Übeltäters bestraft. Helen hatte ihr erklärt, dass das Leben manchmal ungerecht und unfair sei. Und dass manche Menschen einfach gemein waren. Das war auch das Jahr, in dem sie sich neugierig nach ihrem Vater erkundigte.
Die anderen Kinder hatten alle eine Mutter und einen Vater, also wieso sie nicht? ...
Die Netzwerksleiterin erzählte ihr, dass ihr Vater tot sei.
Nach allem was sie wusste, war er das vermutlich auch.
Sie hatte ihn seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen und James auch nicht.

Die neunte Kerze brachte mehr gebrochene Knochen mit sich... Dieses Mal waren ein Arm und der Fußknöchel betroffen. Ashley liebte ihr Fahrrad und die Roller-Blades.
Doch sie brauchte einige Zeit, um es mit der Koordination besser hinzubekommen und beides zu beherrschen.
Gott sei Dank, gab es Helme, Ellenbogen und Knieschützer!

Die zehnte Kerze brachte Helen zum Lachen, bei dem Gedanken daran, was Neunjährige von anderen Neunjährigen hörten und nicht verstanden...
Helen machte einen Punkt. Sie setzte sich mit Ashley hin und sagte ihr, dass sie alles fragen könne, was sie wollte. Egal, was es auch sein möge, sie würde ihr ehrlich antworten.
... Ihre erste und wichtigste Frage war, ... ob es den Weihnachtsmann wirklich gab.
Am nächsten Tag erzählte sie den anderen Kindern, dass es ihn nicht gab, weil ihn ihre Mutter sonst getroffen hätte, da sie eine berühmte Doktorin wäre, die wirklich jeden kennt.

Die elfte Kerze hatte mit Ashleys erstem Liebeskummer zutun, inklusive den ganzen Gefühlen und das damit verbundene Drama, welches eine Frühpupertierende in einer solchen Situation empfand und durchmachte...
Sie hatte sich in einen Jungen aus ihrer Klasse verguckt.
Ashleys ständige Ausbrüche und das Tür-Zuschlagen, trieb die Unsterbliche in dieser Zeit in den Wahnsinn.

Die zwölfte Kerze stand für "Das Gespräch über die Pubertät", welches jeder Elternteil früher oder später mit einem Teenager führen musste...
Eine von Ashleys Klassenkameradinnen hatte ihre Periode beim Sportunterricht bekommen und damit eine allgemeine Panik ausgelöst.
Magnus informierte sie darüber, dass das Mädchen nicht sterben müsse...
Sie erklärte ihr, dass das normal und ein natürliches Zeichen dafür wäre, dass sich der Körper verändert und wächst, wie er sollte.
Ashleys eigene Periode verlief problemlos, abgesehen von den pubertären Stimmungsschwankungen.

Die dreizehnte Kerze war eigentlich relativ unspektakulär...
Helen hatte ihrer Tochter ihren ersten BH gekauft. Sie hatten Meinungsverschiedenheiten über die Outfits, die manche Mädchen an ihrer Schule trugen und die gerade mal so viel verdeckten, um auch als Kleidung anerkannt zu werden.

Die vierzehnte Kerze, ... oh Himmel! Der Beginn von Ashleys Pubertät.
Helens tägliches Mantra lautete: "Es sind nur sieben Jahre! Es sind nur sieben Jahre!" Sieben seeeehr lange und anstrengende Jahre, um genau zu sein. Ashley besaß die Sturheit ihrer Mutter und das hitzige Temperament ihres Vaters. Doch trotz der damaligen Hochs und Tiefs bereute es die Wächterin der Abnormen nie, sie gehabt zu haben.
Tatsächlich fragte sie sich sogar, weshalb sie so lange damit gewartet hatte, den Embryo aufzutauen und sich ihrer anzunehmen.

Die fünfzehnte Kerze stand für Ashleys goldenes Jahr...
Sie war die jüngste Cheerleaderin im Team und wurde ausserdem zur Schülersprecherin ihrer Jahrgangsstufe gewählt.
Leute riefen sie Tag und Nacht an.
Es freute die stolze Ursprungsblut-Trägerin, ihr beliebtes Fleisch und Blut so erfolgreich und glücklich zu erleben.

So gut wie die fünfzehnte Kerze auch war, die sechzehnte war sogar noch besser! ...
Ashley war nun ganz oben angekommen. Helen brachte ihr das Autofahren bei und ließ sie ihr zum allerersten mal, bei der Arbeit mit den Kreaturen helfen.
Sie verband während dieser Zeit eine starke Mutter-Tochter-Beziehung. Das Leben schien es gut mit den Zweien zu meinen.
Auch die Gespräche über Empfängnisverhütung und andere heikle Themen, wie Sexualität, waren kein Problem.
Als Ärztin war Helen quasi Expertin auf dem Gebiet. Sie sprachen offen miteinander. Trotzdem brachte das ein oder andere Gespräch die Blondine dazu, errötet und übereilt den Raum zu verlassen.

Bei der siebzehnten Kerze dagegen, ging es für Ashley abwärts... Wortwörtlich gesprochen!
Sie hatte sich bei einem Ski-Unfall in Aspen den Oberschenkel gebrochen und war nach der Operation zwei Monate ans Bett gefesselt. Ihr sogenannter "bester Freund" machte in dieser Zeit ohne sie weiter und datete ihre damalige, beste Freundin. Er hatte nicht mal den Mut, es zuzugeben. Ashleys Herz brach. Es war hart für Magnus, ihrem Kind dabei zuzuhören, wie sie sich Nacht für Nacht in den Schlaf weinte. Der Lernprozess dauerte und ließ einige Zeit auf sich warten. Als sie endlich soweit war, verschloss Ashley erst einmal ihr Herz, was ihr Helen nicht übel nehmen und sogar nachvollziehen konnte. Sie selbst, hatte sich mehr als einmal in jemanden verliebt und den ein oder anderen schmerzlichen Liebeskummer erfahren.  

Die achtzehnte Kerze nannte Henry liebevoll "Die Ashley Rebellion"...
Wenn Helen schwarz sagte, war es für Ashley weiß.
Sie gerieten so oft heftig aneinander, dass sich die Ältere dafür entschied, die High-School-Absolventin den Sommer über zu James, nach London zu schicken.
Allerdings rief sie sie jede Nacht an, weil sie sie so vermisste.
Das behütete Mädchen kam nach Hause mit ein paar ziemlich schlechten Angewohnheiten, wie rauchen und das trinken von jeglichen Substanzen, in denen Tequila enthalten war.

Die neunzehnte Kerze läutete das Ende des Krieges zwischen den beiden ein...
Sie vereinbarten einen Waffenstillstand, was nicht zuletzt daran lag, dass Ashley das College nach einem Semester abbrach und in Helens Ermessen, nun im Sanctuary arbeitete. Sie bereiste in der nächsten Zeit dutzende Einrichtungen und lernte eine Menge über die verschiedensten Wesen, die ihre Mutter geschworen hatte, zu beschützen. Ashley entschied sich dafür, in das aufgebaute Lebenswerk ihrer Familie einzusteigen. Es erfüllte Helen mit Stolz, gleichzeitig machte sie sich dennoch Sorgen.

Die zwanzigste Kerze erinnerte die Kryptozoologin daran, wie Ashley gleichsam ihre beste Freundin wurde...
Unabhängig davon, dass sie ihre Tochter war und beide nicht immer einer Meinung waren,  bildeten die Zwei doch ein recht gutes Team, welches jeder noch so großen Herausforderung gewachsen war.
Ashley entdeckte ihre Stärken und arbeitete noch härter an ihren Schwächen.
Helen überraschte sie an Weihnachten mit einem eigenen Motorrad, woraufhin die junge Frau freudige Tränen in den Augen bekam.
Sie reißte weiter und übernahm ein paar kleinere Missionen allein.
Allmählich fing sie an, Blut zu lecken.

Die einundzwanzigste Kerze bildete den Abschluss von mehreren, erfolgreich absolvierten Solo-Aufträgen...
Sie war nun eine weltbewanderte, erfahrene, taffe Mitarbeiterin, die mit so ziemlich allem zurechtkam, egal ob es nun eine Schießerei, eine Barschlägerei oder einen Nahkampf gab.
Es passierte nur zwei Mal, dass ihr ihre Mutter den Hintern retten und sie raushauen musste.
Aber im großen und ganzen war Ashley eine Bereicherung für das Sanctuary-Netzwerk und verstand sich mit jedem gut. Zwischendurch ergaben sich ein paar flüchtige Bekanntschaften mit Männern, die sie bei der Arbeit kennen lernte. Jedoch kam es dabei nie wirklich zu einer festen, länger andauernden Beziehung.
Irgendwann entschied sich Helen dazu, sich bei dem Männergeschmack ihrer Tochter, einfach nur noch auf die Zunge zu beißen und zu schweigen.

Die zweiundzwanzigste Kerze, ... wie könnte sie die je vergessen! ...
Ashleys naives, unschuldiges Wesen, wurde durch eine eiserne Fassade und eine schier unermüdliche Coolness ersetzt. Sie hatte zum ersten Mal getötet.
Das war auch das Jahr, in dem sie John in ihr wieder erkannte.
Es war immer einfacher, sich selbst in ihr wiederzufinden:
Die Neugierde und das Mitgefühl, zu wissen, wie etwas funktionierte und warum. Die Dinge, die ihr John Druitt vererbt hatte, waren hingegen flüchtig, dunkler und weitaus besorgniserregender.

Die dreiundzwanzigste Kerze stand für Wills erfolgreiche Rekrutierung und seinen Platz, den der neue Protegé nun in ihrer kleinen Familie einnahm...
Helen hatte Ashley von Anfang an gebeten, ihn sein Ding machen zu lassen, ohne ihn anzuflirten oder ständig zu ärgern. Das Wunder aller Wunder war, dass ihre Tochter schließlich nach einiger anfänglicher Schwierigkeiten auf sie hörte.
Es gelang den Beiden letztlich, eine freundschaftliche, aber auch sehr professionelle Beziehung zueinander aufzubauen.
Das Auftauchen ihres für tot gehaltenen, abnormen, mörderischen Killer-Vaters hingegen, setzte Ashley mehr und mehr zu. Das Verhältnis zu ihrer Mutter wurde deswegen zunehmend schlechter.
Es erholte sich nie ganz.
Dies war bedauerlicherweise ein weiterer Punkt auf Helens Liste, den sie ewig bereuen und am liebsten ungeschehen machen würde.

Magnus entzündete die letzte Kerze...
Sie dachte an all die Hoffnungen und Träume, die ihr verstorbenes Kind hatte.
An all die Orte, die sie zusammen mit ihr besuchen und an die Dinge, die sie noch gemeinsam tun wollten...

Selbst nach so vielen Jahren noch, konnte sie deutlich Ashleys Gesicht, als wäre es erst gestern gewesen, in ihren letzten Stunden vor sich sehen.
Der gequälte Ausdruck in ihren Augen, ... das kurze, herzzerbrechende Schluchzen und ... ihre Lippen, welche das letzte Wort formten, bevor sich ihre Züge entschlossen veränderten und sie sich, um Helen und ihr Zu-Hause zu beschützen, selbstlos aufopferte. Es war schrecklich!
Trotz unzähliger Bemühungen, hatte sie Ashleys Tod nicht verhindern können.
Das Leben war unfair, doch der Tod war es noch viel mehr! ...

Ihr einziges Kind würde nie die Chance haben, ihre wahre Liebe zu finden, zu heiraten, ein Baby zu bekommen oder glücklich alt zu werden.
... Keine weiteren Geburtstage, Thanksgiving oder Weihnachten mehr.
Helen würde nie in den Genuss kommen, ein Enkelkind in ihren Armen halten zu dürfen.
Nichts würde ihr das zurück geben, was sie so tragisch verloren hatte...

Ashleys vierundzwanzigste Kerze wurde von "Der Verbindung/ den Cabal" gelöscht, bevor sie richtig brennen konnte.

Helen trat von dem leeren Grab und der Dekoration zurück und starrte auf das von allen Kerzen gesammelte, entzündete Licht.
Es war so hell und intensiv, dass es einen fast blendete.
Ein angemessener Tribut an das am hellsten scheinende Licht, das je in ihr ewig langes Leben getreten war und es für eine zu kurze Zeit sosehr erhellt hatte...

Die Frau, welcher inzwischen Tränen in den smaragdgrünen Augen standen, entschied sich dazu, die Kerzen runter brennen zu lassen, anstatt sie auszupusten.
Sie würden noch früh genug einen Teil der gigantischen Feuersbrunst bilden, die das Sanctuary ohnehin bald heimsuchen würde.

Mit einem letzten Blick, wandte sich die Unsterbliche ab und verließ die Kathedrale.
Das Licht, das Ashley verbreitet hatte, würde sie nie verlassen...
Ihre lodernde Flamme, würde auf ewig in dem Herzen der Mutter weiterbrennen...

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