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The Devils daughter

GeschichteDrama, Thriller / P18 / Gen
Clarice Starling Hannibal Lecter Jack Crawford OC (Own Character)
21.06.2015
16.02.2016
21
44.233
4
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Dieses Kapitel
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21.06.2015 1.839
 
Vorab, die Story spielt während Das Schweigen der Lämmer.
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Das junge Mädchen saß an ihrem eichefarbenen Schreibtisch. Ihre eisblauen Augen richteten sich auf ihre Zeichnung, die sie gerade angefertigte.
Sie liebte das Zeichnen und hatte stets eine Begabung dafür.
Daher fiel es ihr leicht im Fach Kunst eine gute Note zu bekommen.
Momentan besuchte sie die Oberschule, allerdings wusste sie noch nicht, wie ihr späterer beruflicher Werdegang aussehen sollte.
Eine rotbraune Haarsträhne löste sich hinter ihrem Ohr und fiel auf ihre Zeichnung.
Genervt strich sie sie weg, damit sie wieder auf ihre Darstellung eines fliegenden blumennektartrinkenden Koolibris sehen konnte.
"Catherine, es gibt Abendessen! ", rief eine wohlklingende Stimme von unten.  Es war ihre Pflegemutter Sophia Miller.
Sie war lediglich der Namensgeber ihres Nachnamens. Von ihrer leiblichen Mutter erhielt sie den Namen Catherine. Dies und der Umstand, dass sie verstarb, als Cate in ihren ersten Kindheitstagen war, war das Einzige, was sie über sie wusste. Über ihren Vater hingegen wusste sie gar nichts.
Jedoch besaß sie auch nicht das geringste Bedürfnis, etwas über ihre Eltern in Erfahrung zu bringen. Nicht, dass es sie zu sehr schmerzte, es interessierte sie nur nicht brennend. Hinterher käme noch heraus, dass ihr Vater ein Alkoholiker war, der ihre Mutter schlug. Oder ihre Mutter eine Prostituierte und dann natürlich klar war, warum sie über ihren Vater nichts wusste. Nein danke, dass brauchte sie nicht.
Sophia nahm sie mit 8 Jahren in Pflege. Seitdem normalisierte sich ihr Leben. Sie ging auf eine feste  Schule, hatte genügend Freunde, ein eigenes Heim und das war ihr viel Wert. Ungern blickte sie auf ihre Vergangenheit im Waisenheim zurück, die sie mit Kälte und Bedrücktheit verband.
Ja, Kälte war der richtige Ausdruck, eine Kälte, die sich in ihr reinfraß. Die vollkommen Besitz von ihr ergriffen hatte und die sie selbst heute nicht, trotz der wunderbaren Fürsorge und Warmherzigkeit, die ihr zuteil wurde, losbekam.
Sie war ein Teil von ihr geworden. Den Grund dafür verdrängte sie und versuchte ihn aus ihrem Gedächtnis zu löschen. Dabei hatte sie beinahe Erfolg, aber auch nur beinahe.
Es schmerzte zu sehr, daran zurück zu denken. Es glich einen Stich mit einer heißen Nadel, die immer wieder auf eine Wunde zustach.
Lieber dachte sie nach vorne, an die Zukunft. Nein, noch besser an das Hier und Jetzt.
Sachte knipste sie die Schreibtischlampe aus und verließ ihr altmodisch eingerichtetes Zimmer. Sie besaßen nicht viel Geld und somit bestand die Einrichtung größtenteils aus Secondhand Möbel, die ein wenig altbacken waren. Es gefiel Cate dennoch, auch wenn sie sich manchmal eine modernere Einrichtung wünschte.
Langsam schritt sie die bucheholzene Treppe hinunter, die sich nordwestlich von ihrer Zimmertür befand. Sie lebten in einem kleinen Haus, welches von Sophias Eltern bereits abgezahlt wurde. Die obere Etage bestand lediglich aus Cates Zimmer, einen Badezimmer und einen kleinen Flur. Dies war Catherines privater Bereich, worüber sie sehr froh war, denn hier konnte sie wunderbar abschalten. Manchmal brauchte sie die Einsamkeit.
Der Geruch von gebratenem Hühnchen stieg ihr in die Nase. Wunderbar, dachte sie. Sie schritt in die Küche und blickte in das Gesicht ihrer Pflegemutter. Mit ihrem blonden Bobschnitt und den braunen Augen besaß sie noch nicht einmal näherungsweise Ähnlichkeit mit ihr. Zudem sah sie sehr jung aus. Cate hatte sie sehr gerne, doch betrachtete sie sie weniger als eine Ersatzmutter, als eine Schwester. Das könnte daran liegen, dass Sophia erst 32 Jahre alt war und somit der Altersunterschied nicht sehr groß war.
Allgemein besaßen sie eher ein geschwisterliches Verhältnis als eine Mutter-Kind Beziehung.
Vorsichtig setzte sich Catherine an den weißen Tisch, der in der Mitte des Raumes stand. Die Küche wirkte ein wenig steril, so empfand sie, da alles in weiß gehalten war.
Das war eine Eigenschaft, die sie an Sophia nicht ausstehen konnte. Sie war furchtbar konservativ. Ihr fehlte teilweise der Sinn für Farbe und Ästhetik.
Gott sei Dank galt das nicht für ihre Ansichten.
Sophia stellte ihr den Teller, auf dem ein wunderbar ausgerichtetes Hühnchen mit Rosmarinkartoffeln und einen Salatbouget lag, auf dem Tisch. Das war im Gegensatz eine Eigenschaft, die sie an ihr liebte. Sie konnte fantastisch kochen und zauberte immer wieder herrliche Gerichte.
Sie fingen an zu Essen, als Cate merkte, dass irgendetwas mit ihrer Pflegemutter nicht stimmte. Sie wirkte unruhig und abwesend.
"Ist alles in Ordnung? ",fragte sie weniger aus Besorgnis, mehr aus Neugierde.
Sophia stutzte.
"Ja, alles in bester Ordnung. "
"Du lügst! ", erwiderte Cate kalt.
"Nein, tue ich nicht. "
"Ist etwa etwas in deiner Familie vorgefallen?  Aber dann würdest du es mir doch sagen. Oder hat es etwas mit mir zu tun? "
Sophia schwieg, versuchte aber dann doch noch einmal Catherine abzuweisen. " Catherine, es ist nichts. "  
 "Wenn es nichts wäre, würdest du mir nicht etwas vormachen, oder doch? Aber was könnte so bedrückend sein, dass du es vor mir verheimlichst? Na los, sag es mir. "
Sophia fühlte sich von Cate in die Ecke gedrängt. Was sollte sie jetzt sagen?  Sie konnte ihr nichts vormachen. Das konnte sie so gut wie nie. Sie besaß eine erstaunliche Auffasungsgabe, die Sophia jedoch zu Nachteil wurde. Aber es war ein Teil von ihr, es war ihre Natur, die der Blondhaarigen aber manchmal Angst machte.
Und was hatte sie gesagt? Deine Familie?
Es kam ihr so vor, als würde Cate sich immer noch nicht zu ihr zugehörig fühlen. Nach nun 8 Jahren. Ein Schwall der Hoffnungslosigkeit und Verbittertheit überrollte sie.
"Nun gut", sagte sie, als sie beschloss nachzugeben, " Ich weiß, dass du eigentlich kein Interesse daran pflegst, etwas über deine Eltern in Erfahrung zu bringen, aber ich habe heute mit einem entfernten Verwandten von mir gesprochen, besser gesagt er hat mich angerufen und... und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass du nun alt genug und bereit dafür seist deine Herkunft zu erfahren." Gespannt auf Cates Reaktion, zog sie die Lippen zusammen.
"Sind?", fragte sie, " Heißt das sie sind noch am Leben?  Denn ich dachte meine Mutter sei tot."
"Ja, nur dein Vater lebt noch. "
Ein zögerndes  "Ok" kam über die Lippen der Blauäugigen. Sie wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte. " Und wann erfahre ich es dann? "
"Jack Crawford, mein Verwandter kommt morgen früh vorbei. "  Wieder ein stumpfes "Ok "  von Cates Seite. "Und wieso wolltest du es mir erst nicht sagen?"
"Ich wollte, dass er morgen einfach vorbeikommt, ohne dass du vorher etwas weißt. Sag mir, ich möchte wissen, was du davon hälst. "
Gar nichts, dachte Catherine, es war ihr so etwas von gleichgültig. "Ich finde es gut. ", log sie stattdessen.
"Dann bin ich ja beruhigt. "
"Jetzt lass uns aber weiteressen.", entgegnete Cate.
"Ja, ja natürlich. "
Cate merkte, dass Sophia ein wenig verwirrt war. Hatte sie damit gerechnet, dass sie dagegen protestiert?  Wollte sie es ihr deshalb nicht sagen, weil sie Angst hatte, dass sie alles erdenkliche tun würde, damit sie morgen nichts über ihre Eltern erfährt? Und weshalb war ihr das so unangenehm? Nur weil sie nie darüber sprachen?

Nach dem Essen lag Catherine gedankenversunken in ihrem Bett und starrte die cremefarbene Decke an.
Sie dachte an Jack Crawford. Der Name kam ihr bekannt vor. Doch woher? Von ihrer Pflegemutter? Aber irgendetwas war da noch. Doch ihr fiel es nicht ein. Nun würde er morgen kommen und die Identität ihrer Eltern preisgeben, sie würde morgen alles über sie erfahren. Sie wusste, dass der Tag kommen musste und sie fühlte sich auch bereit dazu, auch wenn es ihr missfiel.
Ihr Vater lebte noch, so hieß es. Bekäme sie eine Möglichkeit ihn zu sehen?  Wollte sie dies überhaupt?
Eigentlich nicht. Sie wollte, dass alles blieb, so wie es war. Sie war zufrieden mit ihrem jetzigen Leben und hoffte inständig, dass sich daran nichts ändern würde.
Auf jeden Fall würde sie den Besuch Jack Crawfords hinter sich bringen und dann könnte sie am Nachmittag zu Mirco. Ihm alles erzählen und anvertrauen. Er hatte fast immer Verständnis für sie und bei ihm fühlte sie sich geborgen.
Jeden Sonntag trafen sie sich. Und jedes Mal schlug ihr Herz höher, wenn sie ihn wieder sah.
Mirco war ein Jahr älter als sie. Sie lernten sich eigentlich nur durch ein Missgeschick ihrerseits kennen.
Es war im Bus, als sie überstürzt versuchte an einem verregneten Tag, ihn noch zu erwischen. Dies gelang ihr auch, doch beim Anfahren des Busses musste sie stolpern und die Zeichnungen flogen aus ihrer Mappe und landeten vor seinen Füßen. Sie wollte sie gerade aufheben, als er ihr zuvorkam. Zu ihrem Missfallen schaute er sie sich an. Gerade diese mit denen sie überhaupt nicht zufrieden war. Es waren ihre ersten Versuche Menschen in Bewegung zu zeichnen, beim Lachen auf der Parkbank, beim Spielen mit dem Hund und sogar beim Tanzen.
Nur sie fand sie schrecklich und waren ihr peinlich.
Und gerade jemand in ihrem Alter, von dem sie nicht wusste, wie er reagierte, begutachtete nun ihre Bilder. Sie hoffte nur, dass er kein Arsch war, der jetzt einen dummen Spruch reißen würde, schlimmer sie auslachen würde.
Damit hatte sie schon genau Erfahrung gemacht.
Aber er hielt ihr die Bilder lediglich hin und sie hauchte ein leises "Danke".
Und zu ihrer Verwunderung setzte er an, die Bilder seien wunderschön, ob sie von ihr wären.
Erst jetzt blickte sie ihm ins Gesicht und sah seine wunderbaren grünen Augen und seine weichen Gesichtszüge. Wieder antwortete sie mit einem verwirrten Danke. Sagte aber, dass sie sie furchtbar fände. Er hatte ein verwundertes Gesicht ausgesetzt und erwiderte, dass es keinesfalls stimmen würde und seine Bilder viel schrecklicher aussähen, obwohl er gerne zeichne.
So waren sie ins Gespräch gekommen, bis er aussteigen musste.
Sie trafen sich nochmal in einem Café wieder. Cate erkannte sein Gesicht sofort wieder. Etwas überstürzt, so fande sie heute, sprach sie ihn an. Es stellte sich heraus, dass er öfters nach der Schule in das Café kam.
Daraufhin trafen sie sich öfters und waren nun ein Jahr zusammen.
Er war anders, als die anderen Jungen in seinem Alter, was ihn zum Außenseiter machte. Auch wenn er manchmal temperamentvoll und verschwiegen war, war sie froh in kennengelernt zu haben.
Natürlich war er nicht perfekt, dass war keiner.
So sehr sie z.B. Sophia mochte, so sehr hasste sie ihre pessimistischen Gedanken. Catherine war früher auch eine Pessimistin, doch sie hatte sich den negativen Gedanken abgeschworen, was ihr einigermaßen gelang, doch ihre Pflegemutter machte es ihr nicht leicht.
Aber sie fragte sich, warum Jack Crawford ihr morgen alles über ihre Eltern erzählen würde?  Warum nicht Sophia? Wusste sie nicht alles? Konnte sie es nicht alleine? Es schien ihr irgendwie merkwürdig. Zumal Sophia nie Probleme damit hatte, jemand offen und ehrlich, selbst in schwierigen Situationen etwas mitzuteilen. Nicht umsonst arbeitete sie als Krankenpflegerin.
Sie dürfte sich jetzt nicht den Kopf darüber zerbrechen  und den morgigen Tag einfach geschehen lassen...
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Hoffe es hat euch schon mal gefallen. ^^
Und über konstruktive Kritik würde ich mich freuen.
Lg
Abigail Collins
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