Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Nebel sind alle gleich

von samphira
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Fantasy / P16 / Gen
D OC (Own Character)
21.06.2015
01.07.2020
45
46.034
4
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
21.11.2015 683
 
D spürt den warmen Frauenkörper, welcher sich vertrauensvoll an ihn schmiegt.
Samphira ist irgendwann eingeschlafen, das Fieber ist glücklicherweise nicht zurückgekehrt.

Der Jäger aber hat ein anderes Problem.
Seine Gedanken fangen nämlich an, in eine gefährliche Richtung zu wandern.
Alles wegen des selig schlafenden Mädchens, der Prinzessin, in seinen Armen.

Ein Kichern kommt von seiner Hand: „Du bist wirklich ein hoffnungsloser Fall, D.“

Dieser ballt die Hand zur Faust, um den Parasiten zum Verstummen zu bringen.
Sein Blick wandert zu der jungen Frau hinab.
Kein Kummer und Schmerz verzerrt ihre sanften, beinahe kindlichen Gesichtszüge.
Nichts an ihr ist makellos, vielleicht ist das aber auch ihre Stärke und Entschlossenheit, diese unvollkommene Schönheit.

Der Jäger spürt ihre kleine, zierliche Hand auf seiner Brust, ihre Andere liegt auf seiner Schulter.
D versucht, sich von dem warmen Körper abzulenken.
Denn dieser weckt nicht nur seine Lust, sondern auch seinen Durst.

Samphiras Geruch kitzelt in seiner Nase.
Die Mischung erinnert ihn an eine mit Tau überzogene Lichtung im Morgengrauen.
Und Rosen, die im Dunkeln erblühen.

Ich darf sie nicht anrühren, beschwört der Mann sich selbst.
Seine Überzeugung gerät heftig ins Schwanken, als sich das Mädchen etwas enger an ihn kuschelt und ein Bein quer über seine Oberschenkel legt.

D spürt seinen Körper rebellieren.
Alles in ihm schreit danach, sich an dieser Frau auszutoben, tief in ihr zu versinken und von ihrem Blut zu trinken.
Fest entschlossen rührt sich der Jäger nicht, versucht die beißende Gier und Lust zu zügeln.

Samphira ist tabu!
Sie würde sterben, erinnert sich der Mann mit aller Macht, ich kann ihr nichts geben.
Sie hat besseres verdient!

Ein Schauer nach dem anderen rinnt über seinen Körper, da sich Samphira wieder bewegt hat und ihr Gesicht unter sein Kinn schmiegt.
Jeder ihrer gleichmäßigen, sanften Atemstöße sendet kleine Kribbeln bis hinunter in seine Hüften.
Vor seinem Geiste blitzen Abbilder von ihrem nacktem Rücken auf.

Ihr Vertrauen in ihn erscheint dem Jäger verwunderlich, ja geradezu surreal.
Denn sie weiß, wer er ist, welches dunkle Erbe in ihm ruht.
Vielleicht aber auch kommt alles daher, dass dieses Mädchen nach dem Vampirismus forscht, mehr davon verstehen will.
Jedoch nichts deutet darauf hin, dass sie selbst einer sein möchte.

Samphira möchte nur alles verstehen.
Ihre Neugier ist auf einer Seite eine wahrhaftige Gefahr für sie selbst, aber dann auch wieder ein wirklicher Gewinn.

Langsam spürt der Jäger, wie ihre Anwesenheit ihn seltsam tröstet.
Ohne Nachzudenken, legt sich seine Hand sanft auf ihr Haar.
Ihr antwortendes Schnurren verwundert ihn doch, zeigt so aber noch mehr von dem Wesen des Mädchens.
Eine kleine Katze, erkennt D für sich in Gedanken, voller Gegensätze und immer für überraschende Wendungen gut.

Sein Denken wandert zu ihrer Verlobung.
Jetzt im Rückblick betrachtet, war die Lüge über sie und Nyx eine Ablenkung, genau wie Samphira selbst auch sagte.
Ein wirklich schlauer Schachzug, denn so konnten die beiden am Ende entkommen.

Diese Prinzessin wird sicherlich auch in politischen Ränken genau auf die jeweiligen Worte ihres Gegenübers achten, hinterfragen und Konter geben.
Besonders von Letzteren ist D überzeugt.
Samphira steht zu ihren Worten, denkt er sich, als sein Blick nach unten zu der Schlafenden wandert.

Diese strahlt Ruhe und Geborgenheit aus, was ihn seltsam rührt.
Natürlich hat der Jäger nicht nur eine Frau oder Mädchen bei sich schlafen lassen, war sich aber immer bewusst, dass diese auch gerne mehr gewollt hätten.
Samphira aber scheint nur nach dem Wissen und der Freiheit zu streben.

Dies bringt den Jäger zu  ihren Verlobten und ihren Bruder.
Diese beiden scheinen entweder gar keine Ahnung zu haben, wer sie wirklich ist.
Oder es interessiert die Männer nicht.

Bei ihrem Bruder, Virkinoff, kann D sich das sogar vorstellen.
Da zählt nichts als Entschuldigung, dass er so viel um die Ohren hat, der Vater diese Verlobung arrangierte oder etwas in dieser Richtung.

D spürt erneut den Konflikt in sich.
Auf einer Seite ist da sein Auftrag, auf der anderen ihr verständlicher Wunsch nach Freiheit.

Ein Seufzen kommt aus seinem Mund.

Für alle Beteiligten ist ihre Heimkehr, also sein Auftrag, besser.

Wieso sich das jedoch jetzt wie ein schrecklicher Verrat anfühlt, weiß der Jäger nicht.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast