Einzigartig

GeschichteRomanze / P12 Slash
Anissina von Karbelnikoff Conrad Weller Murata Ken Shibuya Yuri Wolfram von Bielefeld
21.06.2015
21.06.2015
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Hi,

ich hab mir diese Charaktere nur ausgeborgt, um eine Idee zu verwirklichen und will damit keine Rechte verletzen. Falls sich jemand frag, ab wann diese FF an der Serie anknüpft, würde ich sagen, ab Ende. Quasi. Grundsätzlich gehe ich kaum auf die tieferen Handlungen in der Serie ein, nur das Yuuris Fähigkeiten weiter entwickelt sind. Ich hab mich zwar bemüht, aber es kann auch gut möglich sein, dass besonders Shinou zu OOC wirkt. *wein* Zu meiner Ehrenrettung, es war das erste Mal! xD

Viel Spaß :3

~

„Sich ganz in den Dienst eines anderen stellen zu können, ist auch eine Form des Glücks.“ (Ken Murata zu Yuuri)

Die große Halle im Grabmal, Halle der Weissagung, ist nur schwach erhellt, aber das goldene Wappen an der Wand glänzt trotzdem in all seiner Herrlichkeit. Drei große Kisten stehen auf dem Podest und auf eine der Kisten habe ich mich leicht abgestürzt, nur mich dann von diese zu stoßen und langsam die wenigen Stufen zu nehmen. Vorbei an Ulrike, die meditiert. Um mich herum höre ich einen Wasserfall rauschen. Das Licht der flackernden Kerzen, die den Weg zum Podest säumen, spiegeln sich auf den Wänden wieder, an denen Wasser hinabrinnt.

„Einzigartiger.“, ruft mich plötzlich Ulrikes zarte Stimme zurück und ich halte inne, um mich ihr dann zuzuwenden. Mir ist nicht klar gewesen, dass sie bereits fertig mit der Meditation ist. Eigentlich will ich ja im Hof ein wenig Luft schnappen und eventuelle Gerüchte von den Wächterinnen aufschnappen. Oder eben andere informative Sachen, die mir mein guter Freund, Murata Ken, verschweigt. „König Yuuri und Seine Eminenz sind auf dem Weg hierhin. Sie wollen Euch sprechen.“

„Oh?“ Bei ihren Worte ziehe ich eine Augenbraue hoch und mustere die Priesterin nachdenklich, stütze meine linke Hand in die Hüfte. „Ulrike, weißt du genaueres?“

Natürlich freut es mich, wenn mein Großer Weiser mich besuchen kommt. Dennoch frage ich mich, was beide, besonders König Yuuri, von mir wollen. Dieser offizielle Besuch ist ungewöhnlich, irgendwas muss vorgefallen sein, von dem ich nichts weiß. Anders kann ich mir es nicht erklären.

Ehrfürchtig neigt die zierliche Priesterin ihr Haupt und ein Schwall silberner Haare folgen sanft dieser Bewegung. „Verzeiht mir, Einzigartiger, doch der Grund ihres Kommens ist mir nicht bekannt.“

„Hm.“ Nachdenklich fasse ich mir ans Kinn. Dann hoffe ich, dass sie in Kürze eintreffen und ich den Grund ihres Kommens erfahre. „Danke, Ulrike.“, gebe ich zurück und wende mich zum Gehen, verlassen den stillen Raum und gehe durch die steinernen Gänge. Wenige Fackeln schenken flackerndes Licht und einige Wächterinnen stehen vor bestimmten Räumen und bewachen diese. Doch sobald ich an ihnen vorbei gehe, erschauert jede von ihnen und es bereitet mir diebische Freude unerkannt in meinem Grabmal umherzuwandern. Aber leider wird es auf Dauer langweilig, daher mache ich es nicht oft, nur, wenn ich es vor lauter Langweile nicht mehr aushalten kann. Etwas, was zum Glück selten ist. Doch bin ich ein wenig enttäuscht von meinem Großen Weisen. Er hat sich im Grabmal nun ziemlich lange nicht mehr sehen lassen. Beinah schon zwei Wochen, was eigentlich untypisch für ihn ist. Und ich spüre, dass er in meiner Welt ist. Nicht auf der Erde. Umso gespannter bin ich auf den Grund seines Fernbleibens.

Befreit atme ich die frische Luft ein, als ich mich gegen das Geländer lehne und einen Blick nach unten werfe, hinab zu dem Brunnen, in dem friedlich das Wasser aus den Maul der zwei Löwen plätschert. So dürfte ich zumindest mitbekommen, wenn Yuuri und seine Gefolgsleute erscheinen. Nur sie werden mich nicht bemerken, solange sie nicht nach oben schauen. Außer Ken Murata, aber etwas anderes erwarte ich auch nicht von ihm. Immerhin ist oder vielmehr war er mal mein bester Stratege.

„Hmm.“ Unwillkürlich muss ich lächeln, als ich tatsächlich Yuuri mit seinen zwei Gefolgsleuten sehe. Mit Lord Weller und Graf von Bielefeld. Beiden sind wie immer in der Nähe des Königs. Von Murata fehlt allerdings jede Spur.

„Nanana, Shinou. Wieso willst du uns nicht vernünftig Willkommen heißen, als wenn du uns von Oben beobachtest und wir dich erst suchen müssen?“

Mein Lächeln fällt in sich zusammen, auch wenn die Vorfreude ihn wieder zu sehen, überhand nimmt. Trotzdem bin ich froh, dass man mir es nicht anmerkt. Hoffentlich. Langsam drehe ich mich herum und lehne mich mit meinem Becken gelassen gegen das steinerne Geländer. Dabei mustere ich meinen Großen Weisen entspannt. „Schon wieder werde ich gerügt, obwohl ich diesmal nichts getan habe.“, bemerke ich leise und mustere ihn wohlwollend. Und ich muss feststellen, dass seine strubbeligen Haare ein kleines bisschen gewachsen sind. „Willkommen zurück, mein Großer Weiser. Du hast dich lange nicht mehr sehen lassen.“ Zu meinem Ärger, bemerke ich, dass ich trotzig und enttäuscht klinge. Auch wenn ich es vielleicht bin, so will ich es nicht unbedingt zeigen. Nicht ihm.

Ein klein wenig neigt mein Gegenüber sein Gesicht zu Boden und außer sein angedeutetes Lächeln und die erhobenen Augenbrauen, bleibt mir der Ausdruck in seinen Augen verborgen. Wie sagt man immer: Die Augen sind ein Spiegel zur Seele? Ja, Ken Murata ist genauso wie sein Vorgänger ein Meister darin, seine wahren Emotionen und Gedanken zu verbergen. Dennoch schafft er es nicht immer, diese vor mir geheim zu halten. Nur manchmal... was mich dann ungemein ärgert.

„Selbst wenn du jetzt nichts Böses im Schilde führst, früher oder später wird es doch eh wieder der Fall sein, dass du irgendetwas anstellt.“, kommt es mit einem unterschwelligem Tadel zurück und ich verziehe ärgerlich das Gesicht, will was einwenden, aber da spricht er schon weiter. „Dennoch... freue ich mich, dass du wohlauf bist. Den Grund meines Fehlens wirst du noch früh genug erfahren.“

Schritte auf dem steineren Boden kündigen die anderen Besucher an. Ich drehe mein Gesicht dem jungen König und seinen zwei Gefolgsmännern zu, die durch den langen Gang auf uns zu kommen und lächele in mich hinein.

„Yuuri, was kann ich für dich tun?“, hake ich großzügig nach, als die drei bei Murata und mir ankommen. Links und Rechts von Yuuri stehen seine zwei Freunde. Der Bielefeld-Sprössling hat das Gesicht ärgerlich verzogen, während Lord Weller verspannter wirkt, als bei unserer letzten Begegnung. Nur der junge König scheint unbesorgt.

Was kann es sein, dass die zwei Männer aus der Fassung wirft, aber der König selber nimmt es auf die leichte Schulter? Und Murata hat sich seit seiner Ankunft in diese Welt nicht mehr blicken lassen.

„König Shinou.“, spricht mich Yuuri an und ich wende ihm meine Aufmerksamkeit zu, nicke ihm auffordern zu. „Murata und ich-“

„Nana, Shibuya, ich bin immer noch der Meinung, dass es keine gute Idee ist!“, unterbricht mein großer Weiser den Dämonenkönig und wirkt ernsthaft verdrossen. „Wirf mich also nicht mit deiner Meinung unter einem Hut. Ich bin immer noch dagegen und finde, es ist viel zu gefährlich."

Oh? Es scheint wahrlich interessant zu werden, wenn der großer Weiser schon dagegen ist!

„Äh, jedenfalls, ich finde... also, Einzigartiger, Sie haben Ihr Leben für das Volk geopfert und ich finde, Sie sollten die Chance auf ein zweites richtiges Leben haben.“, mit einem festen Blick fesselt mich der junge König und ich kann meinen Blick nicht von ihm wenden. Hin und her gerissen zwischen Unglaube und Fassungslosigkeit. Seine Worte lassen mich zweifeln. Ich kann ihn unmöglich richtig verstanden haben.

„Wie bitte?“, erkundige ich mich mit erschreckend dünner Stimme und lege eine Hand um das Geländer. „Wie soll das möglich sein?“

„Gräfin Anissina hat einen Apparat erfunden, der es möglich macht, einen Teil meiner Macht Ihnen zu geben, sodass äh Sie wieder Leben können. Ähm hehehe.. ich kann es echt nicht so gut erklären!“ Verlegen fährt sich Yuuri durch sein rabenschwarze Haar und ich lausche gebannt seinen folgenden Worten. „Auf alle Fälle ist es möglich! Und es ist das Mindeste, was ich Ihnen zurückgeben kann. Immerhin haben Sie eine Menge geopfert!“

„Aber!“, wendet Murata ein und tritt einen Schritt vor, sodass ich zu ihm schaue und seinem ernsten Blick ausgesetzt bin und ein harter Zug schnürt seine Lippen ein. „Es kann Shibuya das Leben kosten. Und deines auch!“

„Mein teurer Freund, ich bin doch schon Tod, wie soll ich da sterben können?“, schmunzele ich, obwohl ich den Einwand besorgniserregend finde, dass es den neuen Dämonenkönig das Leben kosten könnte. Denn das will ich nicht. Meine ganzen Bemühungen würden dann zunichte gemacht werden. Mit einem einzigen Schlag. Ansonsten klingt es sehr verlockend, Yuuris Angebot anzunehmen.

Diese ganzen Möglichkeiten!

Und der damit verbundene Spaß!

„Mann Mann Mann...“ Mein Großer Weiser fasst sich an die Stirn und ich kann nicht sagen, ob er nur genervt ist oder es die Sorge ist, die aus ihm spricht. „Ihr beide werdet eure magischen Kräfte einsetzen müssen und sollte es soweit kommen, dass etwas schief läuft, entzieht der Apparat euch all eure magischen Fähigkeiten. Es kann sogar soweit kommen, dass er Shibuyas Lebensenergie anzapft. Und dich würde es endgültig umbringen.“

„Und schon wieder bereite ich meinem Großen Weisen Kopfschmerzen!“ Leise lache ich in mich hinein, obwohl sich mein Magen bei der Vorstellung zusammenkrampft, was mein möglicher Tod für Murata bedeuten könnte. „Du sollst dich doch nicht mehr mir gegenüber verpflichtet fühlen.“, murmele ich und hebe die Hand, um sie auf seine geballte Faust zu legen. Doch bevor ich ihn berühre, entzieht er sie mir und verschränkt die Arme ineinander. Das Lächeln schmerzt mir in den Wangen, aber es ist besser so.

Ken Murata ist nicht mehr der gleiche Mann, wie vor mehr als viertausend Jahren. Und trotzdem spüre ich diese Verbundenheit ihm gegenüber, mehr als je zuvor. Mehr als bei dem Großen Weisen damals.

„Ähm, also... König Shinou, sollen wir es versuchen?“

Bei Yuuris Worte, wende ich mich ihm wieder zu und nicke langsam, auch wenn ich den resignierten Blick meines ehemaligen Strategen auf meiner Haut brennen spüre. „Yuuri, du bist bereit, dein Leben aufs Spiel zu setzen, um mir meines wieder zu schenk. Obwohl du auch einen wesentlichen Teil zum Frieden beigetragen hast. Mehr als das sogar! Diese ehrbare Tat würden nicht viele Männer wagen.“ Feierlich lächele ich ihm zu. „Daher... Shinou reicht, Yuuri.“ Ich strecke ihm meine rechte Hand entgegen und mit großen Augen nimmt er meine Hand an. Der Händedruck ist warm und fest - so werde ich ihn vermutlich empfinden, wenn ich wieder in einen Körper aus Fleisch und Blut stecke.

Ja, ich habe wirklich eine gute Wahl mit dem Jungen getroffen.

~

„Also, Majestät und natürlich der Einzigartige!“, donnert die Stimme der temperamentvollen rothaarigen Frau über uns hinweg und ich bin von ihr hingerissen.

Dieser Feuereifer! Eindeutig, es ist eine fantastische Frau!

„Kniet Euch bitte hin und reicht Euch die Hände!“

Zu meinem Überraschen wartete die junge Frau bereits am Eingang des Grabmals, hat nur auf das richtige Zeichen gewartet, damit es losgehen kann. Außerdem begleitete sie eine weitere junge Frau mit langen dunkelgrünen Haaren, die ineinander geflochten sind. Anhand ihrer Kleidung würde ich behaupten, dass sie im Lazarett arbeitet. Vermutlich sorgt sie für die Sicherheit des Dämonenkönigs, sollte trotz allen Vorkehrungen etwas schieflaufen. Wenn ich mich nicht irre, habe ich sie schon mal gesehen. Sie und die rothaarige Teufelin.

Mittlerweile bin sogar ich ein kleines bisschen nervös. Dennoch knie ich mich zu Boden und reiche Yuuri beide Hände, die er annimmt. Graf von Bielefeld stellt sich an Yuuris Rechten und Lord Weller an meine rechte Seite. Beide halten eine Art Krone in der Hand, in der sich lauter kleiner Drähte versammeln, die alle von diesem bestimmten Apparat ausgehen. Murata kann ich zwar nicht mehr sehen, aber ich spüre seine Anwesenheit. Und dieses Wissen erleichtert mich ungemein, auch wenn ich es niemals zugeben werde.

„Meine Herren! Nun werden Sie zeuge meiner neusten Erfindung „Shiyuu-Kun, ewiges Leben!“!“, ruft die Rothaarige feierlich. „Er sorgt dafür, dass Eure magischen Fähigkeiten sich verbinden und somit die Grundlage des neuen Lebens schaffen! Diese magische Verbindung wandelt sich mithilfe meines Shiyuu-Kuns in Lebensenergie um und die geisterhafte Gestalt des Einzigartigen materialisiert sich für immer und er bekommt ein neues Leben geschenkt! Zusätzlich werdet Ihr noch von einigen Freiwilligen unterstützt, damit eure magischen Fertigkeiten nicht ganz aufgebraucht werden.“

„Yuuri.“ Ernst blicke ich ihm in die unergründlich schwarzen Augen, die mich auch damals bei dem Großen Weisen fasziniert haben und es jetzt wieder tun. Es vermutlich immer tun werden. „Egal was mit mir passiert, wenn du dich merkwürdig fühlst, brich die Verbindung ab.“

„Aber-“

„Kein Aber, mein junger Dämonenkönig, ich will nicht, dass all meine Mühen die ich auf mich genommen habe, umsonst waren.“ Ärgerlich kräusel ich die Lippen, während meine Gedanken unweigerlich zum Großen Weisen wandern. „Außerdem würde es mein Großer Weiser mir übel nehmen...“, murmel ich dem Steinboden zu, nur um dann den Kopf zu schütteln und in mich hinein zu lächeln, auch wenn mich die Aufregung beinah auffrisst. „Also dann! Ich wäre für das kleine Abenteuer bereit!“

„Majestät, Ihr auch?“, fragt die Rothaarige.

„Yuuri! Du magst zwar ein Waschlappen sein, aber du musst mir – deinem geliebten Verlobten - nichts beweisen! Ich werde dich auch ohne diesen Test lieben!!“, kommt es verzweifelt und ärgerlich von Graf von Bielefeld und ich schmunzel bei seinen Worten.

Vielleicht... sollte ich Yuuri mal ein wenig unter die Arme greifen in Sachen Liebe. Anscheinend kann er sich nicht entscheiden.

„Wolfram.“ Yuuri schüttelt den Kopf und lächelt leicht. „Ich vertraue darauf, dass es klappt. Außerdem nenn' mich nicht immer Waschlappen!“

„Und wenn du doch einer bist?!“, kommt es in einem derart zickigen Tonfall zurück, dass ich den Kopf hebe und dem blonden Jungen ins Gesicht schaue, welches rot angelaufen ist. Immer noch bin ich überrascht, wie ähnlich er mir ist. Zumindest auf dem ersten Blick, auf dem zweiten Blick erkennt man die feinen und doch elementar wichtigen Unterschiede. Angefangen bei unserer Augenfarbe, die wohl das auffälligste Merkmal ist. Seine Lippen sind voller als die meinen. Und sein Gesicht weicher. Er kommt so sehr nach seiner Mutter.

„Meine Herren! Später habt Ihr reichlich Zeit zu plaudern! Aber jetzt sollten wir lieber anfangen!“ Ich drehe mich leicht zur Seite, ohne die Hände des Dämonenkönig loszulassen und schenke der Rothaarigen einen letzten Blick, bis mir der Mann oder besser gesagt die lange Schlange von Männern auffällt. Neben ihr steht dieser Apparat 'Shiyuu-Kun' der aussieht wie ein sehr modernes Spinnrad mit eingebautem Sitzpolster, Pedale und Lenkrad und sich bereits der erste Mann daraufsetzt. Die Drähte von den beiden Kronen verschwinden im Maul dieses Apparats, welches einem Loch nachempfunden ist. „Gut! Dann strengt euch an, meine Herren!“ Ihre Stimme ist laut und herrisch. Hektisch tritt der erste Mann in die Pedalen und plötzlich spüre ich die federleichte Krone auf meinem Haupt. Ich frage mich, was die Priesterin und Wächterinnen dazu gesagt haben, dass plötzlich Männer dieses Grabmal überrennen, aber dieser Gedanke verrinnt, als ich ihre Stimme erneut höre.

„Majestät, Einzigartiger, Ihr könnt nun auch loslegen!“

Erst fühlt es sich so an, als würde warme Luft über meine Kopfhaut streifen, welche sich zu meinen Ohren senken und weiter wandern. Eine angenehme Wärme, die eine Gänsehaut auslöst und auch meinen restlichen Körper in Beschlag nimmt. Es ist ein durch und durch ungewohntes Gefühl, weil ich mich seit fast viertausend Jahren nicht mehr um Wetterlagen kümmern musste. Auf einmal wird die angenehme Wärme durch ein heißes Brennen ersetzt und ich spüre die fremde Magie, die in jede meiner Poren dringen will. Herrisch und einnehmend und ich kann mich nicht dagegen wehren. Es ist unangenehm und wird immer heißer. Unangenehm heiß. Ich würde meine Finger am liebsten von der seinen Hand lösen. Doch ein Blick in Yuuris Gesicht verrät mir, dass es ihm ebenso ergeht und ich beschließe all die unangenehmen Empfindungen zu ignorieren und mich auf die unendliche Tiefe seiner schwarzen Augen zu konzentrieren. Und das wiederum fällt mir ziemlich leicht. Zwischen unseren Hände flimmert unsere Magie, wärmer und weicher als die fremde Magie der ganzen Dämonen die uns – nein, Yuuri helfen wollen.

Ich hoffe so sehr, dass es klappt.

„Shibuya!“ Aus dem Augenwinkel nehme ich wahr, wie mein Große Weise aus dem Schatten einer Säule tritt und zu uns kommt, aber ich kann mich kaum auf ihn konzentrieren. „Ihr beide seid wirklich... unmöglich!“, schnaubt Ken Murata und ich muss bei seinen Worten unwillkürlich lächeln, auch wenn mir Schweiß aus allen Poren dringt und es mir immer schwerer fällt, mich aufrecht zu halten. „Immer das selbe... mit dir!“

Nah tritt er an uns heran und legt Yuuri eine Hand auf die Schulter. Natürlich weiß ich, was er damit bezwecken will. Er möchte Yuuris Kräfte verstärken und somit dessen Verlust seines magischen Verbrauchs reduzieren. Es erleichtert mich ungemein, denn falls dieser Test doch schief geht, muss wenigstens der jetzige Dämonenkönig nicht darunter leiden, nur weil er aus reinem Pflichtgefühl mir gegenüber gehandelt hat. Aber ich kann diese Chance einfach nicht verstreichen lassen. Weil...

Heftig blinzle ich, als mir auffällt, dass das Schwarz Yuuris Augen unklarer wird. Und wo ich vorhin noch das Gefühl hatte vor lauter überschüssiger Energie zu verbrennen, ist mir jetzt so, als würde sie aus meinen Fingerspitzen herausrinnen. Verloren. Schwach.

Ich merke nicht, dass ich nach Luft ringe, sehe nur Yuuri, wie es ihm ähnlich ergeht. Er hat alle Farbe aus dem Gesicht verloren und er schwankt gefährlich. Obwohl die Luft um uns herum brennt und ich kaum Luft bekomme.

„Yuuri!“, will ich sagen, doch meine Lippen bewegen sich nicht. Ich versuche es erneut. „Brich ab!“ Denn ich habe nicht mehr die Kraft, meine Hände von seinen zu lösen. Selbst mein Großer Weiser bewegt sich immer heftiger hin und her, vor und zurück.

Wird immer unklarer. Kleiner.

Alles wird Schwarz?

Das ist echt nicht... lustig!
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