A Complicated Love Story

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
20.06.2015
20.06.2015
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Hallo meine Lieben,
ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen.
Hier präsentiere ich euch meinen Two-Shot von Randy und Gale.
Ich hoffe es gefällt euch und viel Spaß,
butterfly :)


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„CUT!“
Gott sei Dank, ich dachte schon diese Szene würde nie zu Ende gehen. Zum Glück ist es am Set gerade dunkel, sodass niemandem mein Ständer auffiel.

Ach so, mein Name ist Gale Harold und ich befinde mich gerade am Set von ‚Queer as Folk‘, an welchem zurzeit die Dreharbeiten zur zweiten Staffel begonnen haben. Wir drehen zu diesem Zeitpunkt die letzte Szene der zweiten Folge. Es ist die erste Sex Szene nach Justins Unfall. Sie ist anders als sonst, langsam und zärtlich, obwohl das wohl auch völlig egal wäre. Denn so lange Randy hier war, spielte das gar keine Rolle. Randy Harrison ist übrigens mein Schauspielpartner, der in der Serie Justin, den Geliebten von Brian, meiner Rolle spielt. Ich muss natürlich auch dazu sagen, dass es sich um eine Fernsehserie handelt, in der die Charaktere hauptsächlich schwul sind.

Jedenfalls ist die Szene gerade zu Ende und ich hatte einen Mega-Ständer, wie Brian es ausdrücken würde. Es war bisher niemandem aufgefallen, so hoffte ich auch, dass Randy es nicht bemerkt hatte.

Diese Szenen ließen mich seit ein paar Monaten nicht mehr so kalt, wie am Anfang, dass hatte sich aber schlagartig geändert, als ich Randy besser kennengelernt hatte. Dieser junge Mann war einfach der WAHNSINN! Er war klug, wahnsinnig witzig, sympathisch und sah einfach super sexy aus. Kurz gesagt, man musste ihn einfach gern haben, was hier auch so gut wie jeder tat.

Aber wem mache ich was vor, wie sollte er das nicht bemerkt haben. Ich meine ich rieb ja praktisch meinen Schwanz an seinem Hintern. Eine leichte Röte überzog meine Wangen, als ich bemerkte, dass ich erregt war. Hoffentlich würde Randy das für sich behalten, ansonsten müsste ich glaube ich kündigen. Gott, war mir das peinlich. Der Mann in den ich mich verliebt hatte lag hier fast nackt vor mir und tat so als würden wir miteinander schlafen.

Wen würde das auch nicht heiß machen?

Natürlich jeder, der nicht schwul war. Da lag ja auch das Problem. Randy hatte keine Ahnung, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Aber woher sollte er das auch wissen. Jeder dachte zu wissen, dass ich hetero war. Ich war der vorzeigbare, heterosexuelle Mann, der immer gern mit Frauen gesehen wurde. Nie hätte jemand gedacht, dass ich schwul sein könnte. Bevor ich Randy kennenlernte war ich ja derselben Meinung. Ich hatte viele Beziehungen mit Frauen, hatte aber nie herausgefunden, warum sie nie lange hielten. Heute weiß ich es: Ich, Gale Harold, war schwul. Stockschwul. Diese Erkenntnis traf mich am Anfang ziemlich hart und unvorbereitet. Ebenfalls hatte ich Angst mich zu outen. Randy lebte schon seit ein paar Jahren offen schwul. Ich bewunderte ihn dafür, für seinen Mut dazu zu stehen, während ich mich selbst als einen Feigling schimpfte.

Die Rolle des Justin passte wirklich perfekt zu Randy. Er war ein enthusiastischer, fröhlicher Junge, welcher gerade heraus fand, dass er auf Männer stand. Obwohl, würde man die ganze Situation, mit dem Kenntnis, dass ich schwul war sehen, wäre man wohl darauf gekommen, dass die Rolle des selbstbewussten, arroganten Brian, welchem völlig egal war was andere über sein Schwulsein dachten, nicht im geringsten auf meine wahre Persönlichkeit zutraf.

Aber jetzt genug von meinem Selbstmittleid und zurück zum eigentlichen Problem. Ich lag also von der Cocksock mal abgesehen, nackt auf dem Bett, mit meiner heimlichen Liebe im Arm. Eigentlich genoss ich diese Momente, in denen ich Randy nah sein konnte, ohne irgendwem Rechenschaft schuldig zu sein.

Wie schon gesagt, konnte sich niemand vorstellen, dass ich schwul sein könnte. Also ließ ich die Leute in diesem Glauben. Ich wollte mir erst sicher sein, dass Randy ebenfalls mehr als Freundschaft für mich empfand. Er sollte der Erste sein dem ich mich offenbarte. Danach würde ich mich outen.

Als also das ‚CUT!‘ des Regisseurs zu hören war, atmete ich erst mal auf. Die Szene war gut geworden und musste daher nicht wiederholt werden. Das hätte ich glaube ich auch nicht ausgehalten. Ich litt so schon Höllenqualen, Randy so nah zu sein, ohne wirklich ich selbst zu sein. Als Randy sich von mir löste und sich zu mir umdrehte, war sein Gesichtsausdruck erst verwirrt, dann erstaunt und zum Schluss schlich sich ein Grinsen auf sein schönes Gesicht. Unwillkürlich musste auch ich leicht grinsen, denn mit seinem Lächeln brachte er wirklich jedes Eis zum Schmelzen. Doch irgendwie muss ihn mein Gesichtsausdruck verunsichert haben, denn sein Lächeln erstarb innerhalb kürzester Zeit. Er wurde rot, stammelte etwas Unverständliches und stand dann vom Bett auf. So schnell konnte ich gar nicht gucken, da war er auch schon in seiner Garderobe verschwunden.

Ich atmete noch ein paar Mal durch, bis sich meine Erregung wieder beruhigt hatte und verschwand dann ebenfalls in meiner Umkleide.


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„Hey Gale, warte mal kurz!“, rief Hal nach mir. Ich seufzte innerlich, ich war gerade auf dem Weg zu meinem Wohnwagen gewesen.

„Hal, was gibt’s?“, ich drehte mich mit diesem Worten zu ihm um.

„Ich wollte mit dir reden.“

„Worum geht es denn?“, ich sah ihn abwartend an.

„Sag mal, haben Randy und du Streit?“, fragte er mich.

Ich sah ihn ziemlich erstaunt an. „Wie kommst du darauf?“, war meine Gegenfrage.

„Naja, seit der Szene gestern geht ihr euch irgendwie aus dem Weg, meidet den Blickkontakt und redet außer beim Dreh kein Wort miteinander. Und außerdem scheinst du mit deinen Gedanken immer ganz woanders zu sein!“ Hal sah mich an.

Mist, Mist, Mist. War es also doch aufgefallen. Hal hatte Recht, denn seit gestern sahen Randy und ich uns weder an, noch redeten wir miteinander und versuchten immer wieder geschickt die Nähe des anderen zu meiden. Ich tat das aus dem Grund, dass mir die Situation vom Vortag immer noch peinlich war und die Reaktion von Randy nicht zu deuten wusste. Als ich bemerkte, dass er versuchte mir aus dem Weg zu gehen, tat ich es ihm gleich, damit er nicht das Gefühl hatte, ich würde ihn beobachten. Ziemlich dämlich, ich weiß. Das Schlimmste an dem Ganzen, war nicht mal das es Hal aufgefallen war, sondern viel mehr, dass ich die Gespräche und die Nähe nach nicht mal einem Tag vermisste. Ich fühlte mich leer und ich war traurig und enttäuscht. Doch das wusste ich geschickt zu überspielen, nur wenn ich allein war ließ ich meinen Gefühlen freien Lauf. Ich war langsam verzweifelt und schlug mich innerlich dafür so feige zu sein. Dass ich ihn über alles liebte, wurde mir jeden Tag klarer, vor allem wenn er mich mied. Aber vielleicht war es jetzt an der Zeit, zumindest meinem besten Freund, ja Hal war nicht nur in der Serie mein bester Freund, in mein Geheimnis einzuweihen.

„Hör mal Hal, vielleicht sollten wir für das was ich dir erzählen will, erst mal in meinen Wagen gehen. Ich hätte es nicht so gern, wenn jemand von diesem Gespräch etwas mitbekommt.“ Sagte ich halblaut. Ich hatte Angst, dass Hal womöglich nicht akzeptieren würde, dass ich schwul war. Denn bekannt war ja nur das Randy und Peter schwul waren.

„Das klingt aber ernst! Aber klar, lass uns in deinen Wagen gehen.“ Hal schloss zu mir auf und wir machten uns auf den Weg zu meinem Wohnwagen.

Keiner der beiden bemerkte, dass gerade Randy um die Ecke bog und gerade noch Hals letzten Satz mitbekam. Er blieb verwirrt stehen, was war denn so ernst, dass Gale es Hal nur in seinem Wagen erzählen wollte. Hatte er vielleicht Probleme oder wollte er Hal nur von seiner neuen Freundin erzählen, dachte er traurig und lief dann in die entgegengesetzte Richtung zu seinem Wagen. Hätte er auch nur eine Ahnung gehabt, was Gale seinem besten Freund erzählen wollte, hätte er mit großer Wahrscheinlichkeit anders reagiert.


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„Okay Hal, dass was ich dir jetzt erzähle, darf diese vier Wände vorerst nicht verlassen. Du musst es versprechen!“ Ich sah meinen Freund eindringlich an.

„Gut, wenn es dir wichtig ist, dann verspreche ich es. Und jetzt sag mir bitte, was dich quält.“ Hal sah zu Gale, welcher sichtlich nervös wurde, wenn er daran dachte, was er gleich sagen würde.

„Du weißt ja, das ich schon viele Freundinnen hatte, woraus aber nie mehr geworden ist?!“

„Ja und weiter?“

„Das hat einen Grund.“ Ich musste tief Luft holen, um die Worte auszusprechen, die ich nur zu mir selbst gesagt hatte. „Und zwar bin ich schwul.“ Ich sah sichtlich ängstlich rüber zu Hal und war in mich zusammengesunken.

Hal brauchte ein paar Minuten, um das Gesagte zu verstehen. Dann sah er mich an, wo ich schon fast verzweifelt versuchte nicht zu weinen. „Hey Gale, alles okay. Ich bin dir nicht böse und ich akzeptiere es, falls du dachtest ich würde es nicht tun.“

Ich sah ihn erstaunt an. „Meinst du das ernst?“, fragte ich vorsichtshalber noch mal nach.

Hal lächelte. „Klar meine ich das ernst. Du bist mein bester Freund. Aber das war doch noch nicht alles, oder?“

Es war zu spät, natürlich fiel mir ein Stein vom Herzen, als Hal sagte, dass er kein Problem damit hatte. Aber die aufkommende Traurigkeit, wegen der zweiten Frage, die alles wieder mit Randy verband, reichte aus, um mich aus der Fassung zu bringen. Meine Maske brach und ich fing haltlos an zu weinen.

Hal sah perplex zu mir, hatte er mich doch noch nie weinen sehen. „Was ist denn so schlimm, dass du so weinen musst?“,  fragte er besorgt und rückte näher, um mich in den Arm zu nehmen. Ich krallte mich an ihm fest und schluchzte auf. Es dauerte eine Weile, bis ich mich so weit beruhigt hatte und wieder sprechen konnte.

Verlegen scharrte ich mit dem Fuß über meinen Teppich. „Es geht um Randy.“, brachte ich hervor.

Man sah zuerst die Verwirrung in Hals Gesicht, worauf die Erkenntnis folgte. Er hob mein Kinn und ich sah ihn an. „Du hast dich in Randy verliebt, hab ich recht?“, sagte er ruhig.

Ich nickte. „Weißt du, ich habe vor ein paar Monaten bemerkt, dass ich mehr als Freundschaft für ihn empfinde. Ich weiß aber nicht wie er fühlt und deswegen beließ ich es dabei mit ihm befreundet zu sein. Ich will mich erst outen, wenn ich weiß ob er dasselbe für mich fühlt. Dann ist aber gestern was Dummes passiert….“,  ich sah unsicher zu Hal.

„Was ist denn passiert?“, fragte er vorsichtig.

„Ich hab gestern bei der Sex Szene einen Ständer bekommen und Randy hat es bemerkt. Erst hat er erstaunt und verwirrt ausgesehen, dann hat er gegrinst und urplötzlich ist er rot geworden und ohne ein weiteres Wort verschwunden. Seit dem redet er nicht mehr mit mir und ich weiß nicht was ich tun soll.“, meine Stimme zitterte stark, dennoch sprach ich weiter. „Mir ist nach nicht mal diesem einen Tag klar geworden, wie sehr ich ihn liebe und wie sehr ich seine Nähe vermisse.“, endete ich.

Hal sah mich eine Weile schweigend an und ich befürchtete schon er würde mich für verrückt erklären. Dann plötzlich fing er an zu strahlen. „Ich freu mich so, dass du endlich dein Gegenstück gefunden hast. Diese ganzen Frauen haben auch gar nicht zu dir gepasst. Ich denke du solltest versuchen mit ihm über das Vorgefallene zu sprechen. Dann klärt sich der Rest sicher auch.“ Er sah mich zuversichtlich an.

„Meinst du echt?“, aber wenn ich so darüber nachdachte, könnte das funktionieren.

„Ja Gale, das meine ich. Und jetzt geh ich schlafen, ich bin morgen früh in der ersten Szene dran. Viel Glück und schlaf gut“, sagte er noch bevor er aus der Tür verschwand.

An Schlaf war bei mir aber gar nicht zu denken. Lange lag ich noch wach und dachte nach, wie ich die Sache mit Randy angehen sollte. Um drei Uhr nachts fielen mir dann doch die Augen zu und ich träumte von Randy.


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„CUT!“

Gott sei Dank. Endlich vorbei. Ich dachte schon, dass hört nie auf. Ich löse mich von Randy und sehe ihn an. ‚Bitte, bitte rede mit mir!‘ , meldet sich mein Unterbewusstsein. Dieses Schweigen wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich das noch aushalte. Seit einer Woche ignoriert Randy mich jetzt schon und ich habe noch immer keinen Schimmer, weshalb er auf mich sauer sein könnte. Und wenn ich dann mit ihn reden kann, dann nur als Brian, der mit Justin spricht. Das macht mich echt fertig.

„Ich geh dann mal in meine Umkleide….“, kam es dann von Randy. Mein Herz hat fast ausgesetzt, als er angefangen hatte zu sprechen. Es war nur ein Satz, aber er ging mir trotzdem unter die Haut und ich wünschte mir in diesem Moment nichts sehnlicher, als ihn zu küssen. Er war so nah, weil wir gerade tanzen mussten. Es kostete mich einiges an Überwindung, mich nicht einfach nach vorn zu lehnen und diese verlockenden, weichen Lippen, welche ich jetzt schon so oft geküsst hatte, einzufangen.

Nicht fähig etwas zu sagen, nickte ich nur und sah ihn weiter an.

„Du müsstest mich aber schon loslassen.“

Ich schreckte zurück und ließ ihn aus unserer Position frei. Er verschwand sofort Richtung Garderoben. Ich blieb immer noch tief in Gedanken an Ort und Stelle stehen. Ich weiß nicht wie lange ich völlig bewegungslos dort gestanden habe, aber irgendwann kam dann Hal zu mir und nahm mich in den Arm. Ich wusste einfach nicht was mit mir los war, aber kaum spürte ich die Arme, die mich auffingen begann ich stumm zu weinen.

Von dem Bild was wir dort abgaben, kam auch Thea zu uns rüber. Auch sie war meine beste Freundin im wahren Leben. Sie sah mich fragend an und ich war froh, dass Hal ihr antwortete, wo ich meiner Stimme gerade nicht so ganz vertraute. „Gale hat im Moment ein Problem, das macht ihn ganz schön fertig.“

„Was hast du denn, Gale-Schatz, du weißt das auch ich immer für dich da bin.“ Thea strich mir meine Haare aus dem Gesicht. Sie war eine tolle Freundin und wir waren wirklich nur Freunde. Wir hatten irgendwie dieselbe Wellenlänge.

Ich hab meinen Kopf, um sie anzusehen. Nein, auch wenn sie meine beste Freundin war, ich hatte eigentlich niemandem davon erzählen wollen. Hal war die Ausnahme, um nicht daran kaputt zu gehen. Der nächste der erst wieder etwas davon erfahren würde, war Randy. Nur er würde die Worte, dass ich mich in ihn verliebt hatte erneut über meine Lippen kommen hören.

„Danke und ich weiß. Aber ich kann mit dir darüber nicht sprechen. Das ist nur für ein bestimmtes Paar Ohren bestimmt. Danach wirst du es sowieso erfahren, denn da werde ich nicht drum herum kommen.“ Ich lächelte sie an.

„Du schaffst das schon. Du bist stark und wenn diese Person dich so traurig macht, dann kann sie dich auch garantiert wieder glücklich machen. Du musst nur mutig sein und ich weiß, dass du alles schaffen kannst wenn du es nur fest genug willst. Du sagst vielleicht immer, dass deine Rolle nicht zu dir passt, aber in Wirklichkeit hast du mehr von Brian als du denkst!“  Damit drehte sie sich um und ging wieder zu den anderen, die nicht weniger verwundert auf die Szene blickten. Denn auf jeden Fall die Maske, die meine Inneren Gefühle unterdrückte hatte ich von Brian.


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Hatte ich schon erwähnt, was ich eigentlich für tolle Freunde hatte?! Gut, ich habe wahnsinnig tolle Freunde. In den folgenden Tagen sprach mich niemand mehr auf die Szene an, die sich zwischen mir und den anderen beiden abgespielt hatte. Meine Freunde hatten Recht, ich musste irgendwas tun, anstatt mich in Verzweiflung zu baden.

Denn wie das Sprichwort?!: Wenn dir an einer Situation etwas nicht gefällt, ändere sie.

Genau das hatte ich vor. Ich wollte Randy, ich wollte ihm sagen wie viel er mir bedeutet, wollte ihn meine Gefühle spüren lassen. Also tat ich in den folgenden Tagen erst einmal wieder mehr mit meinen Schauspielkollegen. Klar hatten sie sich gewundert, woher meine plötzliche Lebensfreunde kam, aber natürlich freuten sie sich darüber. Auch Randy war meine Veränderung aufgefallen. Er begann auch wieder öfter zu lachen und er war auch wieder öfter in meiner Nähe. Ihr habt echt keine Vorstellung davon, wie glücklich es mich gemacht hat, als er wieder angefangen hat mit mir zu sprechen. Wegen was auch immer er sauer war, es schien sich gelegt zu haben.

In den folgenden Tagen unternahmen wir wieder mehr zusammen, gingen abends noch was Trinken und lachten ausgelassen.

Doch dann kam der verhängnisvolle Tag an dem wir wieder eine Sex Szene drehen mussten. Ich bin echt sowas von BESCHEUERT. Wir waren also beide wieder nackt und ich hatte nichts Besseres zu tun, als wieder einen Ständer zu bekommen. Das Problem war diesmal aber, dass Randy den Ständer nicht nur fühlen sonder auch sehen konnte. Justin sollte Brian in dieser Szene nämlich einen blasen. Der bloße Gedanke daran, Randys Mund in Wirklichkeit um meinen Schwanz zu fühlen, ließ mich hart werden. Die Tatsache dass ich das noch nie gespürt hatte, die aufkommende Neugier und das Randy noch dazu ebenfalls nackt war, halfen mir nicht wirklich. Nein, sie machten es nur noch schlimmer und mein Schwanz wuchs nur noch schneller.

Und natürlich war es diesmal nicht so dunkel und ich lag nicht hinter Randy. Diese Situation war mir so peinlich und ich wagte es gar nicht erst Randy anzusehen, welcher gerade meinen Ständer direkt vor der Nase hatte. Scheiß Gefühle, scheiß Hormone.

Es war natürlich vorauszusehen, dass der Regisseur die Szene unterbrach, da Randy aufgehört hatte. Er rannte praktisch vom Set und als ob es nicht schon genug wäre, dass ich Randy in so eine Lage gebracht hatte, brachen die anderen auch noch in Lachen aus, weil sie dachten, ich hätte gerade eine heiße Fantasie gehabt. Allerdings dachten sie es ginge um eine Frau und Randy hätte nichts damit zu tun. Nur leider war es Randy der in meiner Fantasie die Hauptrolle spielte. Ich schätze Randy hat dasselbe gedacht und ist deswegen abgehauen.

Das Schlimmste war ich konnte es ihm und auch meinen Freunden nicht mal übel nehmen, denn woher sollten sie auch wissen, was hier wirklich passiert war.

Ich wollte es aber nicht darauf beruhen lassen, schnappte mir eines der Bettlaken und verschwand mit hochrotem Kopf in Richtung Garderoben.


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Vorsichtig klopfte ich an der Tür zu Randys Garderobe. Als kein ‚herein‘ von der anderen Seite erklang, atmete ich einmal tief durch und drückte die Klinke runter.

Randy stand mit dem Rücken zu mir und starrte ein Poster an. Ein Poster von ihm und mir. Er strich vorsichtig mit der Hand über mein Gesicht auf dem Poster.

„Warum immer ich? Warum verliebe ich mich immer in Männer, die ich nicht haben kann? Normalerweise finde ich mich immer damit ab, aber bei ihm kann ich es einfach nicht, er ist mir immer so nah, aber in Wirklichkeit meilenweit entfernt. Es macht mich fertig, wo ich dich doch so gern habe. Warum kannst du mich nicht so lieben, wie ich dich liebe?!“

„Aber das tue ich doch schon längst!“

Randy fuhr herum und ich sah sein tränenüberströmtes Gesicht. „Gale? Was tust du hier?!“, fragte er mit erstickter Stimme.

„Ich wollte etwas klarstellen und mich für diese, jetzt sind es schon zwei, Situationen entschuldigen. Ich wollte mir sicher sein, dass es dir gut geht. Diese Situationen mussten für dich mehr als peinlich sein.“ Betreten sah ich ihn an.

„Wieso?“

„Weil du mir wichtig bist, sehr wichtig sogar.“

„Nein, warum hast du jetzt schon zwei Mal bei einer Szene einen Ständer bekommen? An wen hast du gedacht, an deine neue Freundin?“ Langsam liefen wieder Tränen über sein sonst so strahlendes Gesicht.

„Was denn für eine Freundin?“, seine Aussage verwirrte mich.

„Na da du offensichtlich nicht schwul bist, wer sollte dich denn sonst so erregen?“ Schmerz stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Um das klarzustellen, ich habe keine Freundin und garantiert würde ich beim schauspielern auch nicht SO an sie denken.“ Ich sah ihn an. Ich hatte ihm nicht gesagt, dass ich schwul war. Ich schlug mich wieder für meine Feigheit. Ich hatte auf diese Situation hingearbeitet und jetzt war ich schon wieder im Begriff zu kneifen.

Man sah Randy die Verwirrung sofort an, denn wenn ich keine Freundin hatte, an die ich dachte, weswegen sollte ich hart werden. Da kam auch schon die Frage, vor der ich Angst gehabt hatte. Aber nein, diesmal nicht, diesmal werde ich ihm die Wahrheit sagen. Es brach mir fast das Herz, ihn so aufgelöst zu sehen.

„Woran hast du dann gedacht?“

Ich schloss für den Bruchteil einer Sekunde meine Augen, dann sah ich Randy direkt an. Ich holte tief Luft. „An dich.“,war alles was ich sagte. Ich lächelte leicht und sah ihn unverwandt an.

Unverständnis stand in seinen Augen. „A-an m-mich?“, wiederholte er zittrig, um sich sicher zu sein, sich nicht verhört zu haben.

„Ja, an dich.“, ich lächelte noch immer.

„Warum? Warum an mich? Gale, ich verstehe es nicht, du bist doch gar nicht schwul, also warum solltest du an mich denken?“

„Weil ich dich gern habe, sehr sogar.“ Ich wurde bei diesen Worten leicht rot um die Nase. „Und weil ich durch dich rausgefunden habe, dass ich sehr wohl schwul bin.“

Ich kann echt nicht sagen was in ihm vorging, aber mit einem Mal war sein Gesicht verschlossen.

„Geh jetzt bitte.“, er sah mich an.

„Was?“ Okay, diese Worte trafen mich hart. Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht, ich hatte meine Angst überwunden und ihm gesagt, was ich für ihn empfinde. Meine Augen füllten sich mit Tränen, als mich die Erkenntnis traf: Er liebte mich nicht. Aber warum hatte er dann zu dem Poster gesagt, dass er mich lieben würde? Ich verstand die Welt nicht mehr.

„Du sollst gehen.“, wiederholte er und drehte sich wieder um.

Ich stolperte praktisch aus seiner Garderobe, während mir die Tränen in Sturzbächen die Wangen hinab liefen. Als ich ans Set kam, saßen alle da und blickten mich geschockt an. Hal der gerade mit Scott und Peter eine Szene drehte, sprang sofort auf. Er rannte zu mir und ich schmiss mich förmlich in seine Arme. Ich schluchzte herzzereißend auf und krallte mich an Hal fest, vergrub mein Gesicht an seiner Schulter, wie Brian es sonst bei Michael tat.

„Shht, Gale. Was ist denn passiert?“ Hal sprach beruhigend und strich mir immer wieder über den Rücken.

„Randy…“ war alles was ich sagen konnte.

Hal verstand und sagte dem Regisseur, er müsste erst eine andere Szene drehen. Ich muss wohl ziemlich verloren ausgesehen haben. Denn ich bekam von allen Seiten mitleidige Blicke. Als Hal wieder zu mir kam, brachte er mich in meinen Wagen. Er legte mich ins Bett und setzte sich dann auf die Bettkante.

„So und jetzt erzähl noch mal langsam, was passiert ist.“ Er strich mir durch die Haare.

Ich holte tief Luft und erzählte Hal wie ich mitbekommen hatte was Randy zu dem Poster gesagt hatte, dass er dachte ich hätte an eine Frau gedacht und wie ich alles richtig gestellt hatte, ihm gesagt hatte das ich ihn gern habe und das ich schwul bin.

Hal hatte aufmerksam zugehört und sah mich jetzt an. „Ich glaube, dass du ihn einfach überfahren hast. Nach der Erzählung zu dem Poster, hat er dich auch sehr gern, aber dass du ihn auch magst und schwul bist, wusste er nicht und da ist er unsicher geworden. Ich glaube er denkt, dass du ihn verarscht hast.“

„Das würde ich niemals tun. Ich liebe ihn doch, mehr als alles andere in meinem Leben!“

Jetzt musste Hal lachen. „Ist dir aufgefallen, dass du gerade dasselbe zu mir gesagt hast, wie Justin damals zu seinen Eltern?!“

Jetzt musste auch ich leicht schmunzeln. Aber dennoch, ich würde so etwas nie aus Spaß sagen. Ich musste ihn irgendwie davon überzeugen, dass ich es ernst meinte. Hal hatte wohl bemerkt, dass ich nachdachte, denn er hatte aufgehört zu lachen.

„Was hast du vor?“, fragte er mich.

„Das wirst du schon noch erfahren und danach kann Randy nicht mehr denken, dass ich ihn verarscht habe.“

„Gut, ich geh dann mal, hat eh keinen Sinn dich auszufragen, du verrätst es nicht.“

Als ich alleine im Bett lag, ging ich meinen Plan für den nächsten Tag noch mal durch. Wir waren morgen alle zu einer Show im Fernsehen eingeladen, da würde ich mich outen und dann würde ich Randy live sagen, dass ich ihn über alles liebe. Das wird weltweit ausgestrahlt, dann kann er einfach keine Zweifel mehr haben. Ich würde auf eine passende Frage warten und dann könnte ich endlich frei sein. Mit diesem letzten Gedanken schlief ich schließlich mit einem Lächeln auf den Lippen ein.


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Am nächsten Morgen wachte ich auf und machte mich fertig. Heute würde ich zwar nicht drehen, doch wollte ich mir Hal ansehen.

Mit neuem Elan und Freude auf den heutigen Mittag, an welchem die Show stattfinden würde, machte ich mich auf den Weg ans Set.


Tbc...
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