Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

|•| Decisions |•|

von Trinitas
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
L OC (Own Character)
20.06.2015
20.06.2015
1
6.287
7
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
20.06.2015 6.287
 
Hallo und herzlich Willkommen zu meinem allerersten OS zu Death Note!
Ich hatte diese Idee irgendwie im Kopf und versucht, sie zu Papier zu bringen. 
Vorneweg, dieser OS spielt eine Weile nach der Enthüllung von Light Yagami alias Kira.
L ist noch am Leben und ermittelt nun gemeinsam mit Near an diversen Fällen.
Hierbei handelt es sich um eine L x Reader - Story und ich hoffe, er gefällt euch ;)
Ich habe sie nun auch überarbeitet und hoffe, die kleinen Fehlerteufel sind ausgetrieben ;)

Liebe Grüße, eure Trinitas~



•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•




Hart schlug die äußere Nässe gegen die großen Scheiben deines Zimmers und glitt in einem spielerischen Muster an der Oberfläche hinab.
Ein Tropfen gesellte sich zu dem Nächsten, verband sich mit dem Darauffolgenden und dem Danach.
Der Regen in dieser Nacht führte sein Treiben weiter... Solange, bis sich aus jeder einzelnen Wasserperle eine gekrümmte Linie bildete.


>> >> Wer spielt hier eigentlich mit wem? <<


Eine äußerst gute Frage, wie es dir erschien und obwohl die Antwort so klar aufblitzte, wie der gleißende Einschlag am Himmel, so war deine Vermutung dennoch fraglich. 
Du hattest bereits geahnt, dass L es irgendwann herausfinden würde und dennoch bestand bei dir die Hoffnung, es bestünde mehr Zeit.
Doch Zeit wofür
Zur Erklärung und Rechtfertigung?
Du besaßt weder das Eine, noch das Andere und zudem würde dich deine Einsicht ängstlich wirken lassen.
Regelrecht, als würdest du deinen eigenen Hals aus der Schlinge ziehen wollen, welche L dir umgelegt hatte.
Das war definitiv nicht dein Ziel!
Trotzdem wolltest du die Verantwortung nicht tragen. 
Es war widersprüchlich... In jeder kleinsten Faser...
Es war irre... Sodass du selbst nicht mitbekamst, wie dein Death Note immer mehr Einfluss über dein Handeln gelangte.
Und es war... Lächerlich... 
Dein Denken und Handeln... Es war alles so seltsam lächerlich.
Zu denken, es hätte nach all dem, was geschehen war, ein Happy End gegeben, war wohl der beste Beweis deiner Naivität. 


>> >> Am Anfang ist das Ende. <<




Denn wenn etwas endet, so beginnt etwas Neues.
Die Frage, welche sich dir jedoch jetzt erschloss, bedarf der Klärung, ob die momentane Situation einen Anfang oder ein Ende einläutete.
Ein Anfang für ihn und ein Ende für dich?
Oder ein Anfang einer neuen Zeit und das Ende für euch?
Du kanntest die Antwort nicht, obwohl er sie wahrscheinlich schon längst wusste.

Ohja... war intelligent durch und durch.
Er legte Schlussfolgerungen an den Tag, von welchen du manchmal nur träumen konntest.
Er spielte sehr offensiv und das auch noch verdammt gut.
In kaum einen seiner Fälle handelten die Menschen nicht so, wie er es vorausgeplant hatte, weshalb seine Arbeit - zum Ende hin - immer zum Erfolg führte.
Doch dieser Fall hier war schwieriger, als alle seine Anderen zuvor... Und genau das war eines der Dinge, die ihn anspornten.
Aber sein kluges Denken und sein ehrliches Verhalten waren eben diese Eigenschaften, welche dich begeisterten.
Zeitgleich waren es auch diese Eigenschaften, von denen du wusstest, dass sie dich zu Fall bringen würden, wenn du nicht die Notbremse betätigst.
Es war ein Spiel, dessen Gewinner von Anfang an zu erkennen schien.
Ein Spiel, über dessen Einsatz das eigene Leben verfügte.
Ein Spiel mit dem Teufel, auch wenn die Aussage noch nicht gefallen war, wer in die Rolle des Gehörnten schlüpfte.
Er oder du?


>> >> Liebe ist ein Spiel. Und wer sich verliebt, verliert. <<


Und das tatest du...
Du hattest verloren und diese Sache... Die nagte keinesfalls an dir!
Das wusstest du ab den Augenblick, wo du dich L's Truppe angeschlossen und bei der Suche des neuen Kira's geholfen hattest.
Seit dieser Angelegenheit mit Light Yagami schien der Detektiv noch akribischer vorzugehen. 
L erschien es zu Anfang äußerst suspekt, dass es einen neuen Kira gab, jedoch besaß er jetzt viel mehr Anhaltspunkte und hatte sein Wissen über die Death Note's, sowie die Shinigami's erweitert.
Er besaß durch seine Zusammenarbeit mit Near ein weiteres, kluges Köpfchen und gemeinsam konnten die Beiden wirklich Jeden überführen.
Genau deshalb hattest du dich - unter dem Vorwand, eine Spionin zu sein - bei der Gruppe eingeschleust. 
Um den neuen Kira hochnehmen zu können, da konnte eine Person zur Unterstützung nicht schaden.
Unauffällig, charmant und zugleich improvisationsbereit.
Denn in gefährlichen Situationen einen klaren Kopf zu behalten und das taktische Denken beizubehalten konntest du.
Doch eines konntest du nicht... Jedenfalls nicht auf Anhieb. 
Und genau das war der Grund, warum ihr Beide euch jetzt gegenüber saßt.
Schweigend und doch tief in die Augen blickend, könnte jede noch so winzige, unbedachte Silbe ein Fehler deinerseits sein.
Du hattest sein Vertrauen nicht komplett gewonnen, warst nur eine Sekunde in deinem üblichen, heimlichen Treiben unvorsichtig gewesen... 
Das war dein Verhängnis...


L hatte mit dir gespielt, doch daran störtest du dich nicht. 
Du warst keinen Deut besser gewesen, aber es gab zwischen euch beiden einen Unterschied. 
Einen ganz Gewaltigen... 
Während der Detektiv deinem Treiben ein Ende setzen wollte, so wolltest du noch weiter machen.
Nicht, weil dir dein Auftreten Freude bescherte, sondern weil dir das Spiel mit dem Feuer gefiel. 
Und das Feuer war er...
An seinen Flammen hattest du dich vor einigen Minuten schon verbrannt und jetzt entstand daraus ein Flächenbrand. 
Es war so heikel, so gefährlich... Und genau deswegen gefiel es dir so gut.



Langsam verliest du das Badezimmer deines Appartements in diesem großen Gebäude und seufztest schwer.
Der geflieste Raum war so ziemlich dein einziger Rückzugsort, befanden sich - nach lautstarken Protesten deinerseits - nur darin keine Kameras zur Überwachung. 
Es hatte dir an diesem Tag vor einigen Wochen wirklich alles abverlangt, die Ermittler davon zu überzeugen und letztendlich hatte der Schwarzhaarige nur eingewilligt unter der Voraussetzung, dass man dein Badezimmer verwanzen dürfte.
Zwar entsprach dies nicht vollends deiner Vorstellung, aber es war das Einzige, worunter L deine Bitte erfüllte.
Als du eine Diskussion mit ihm beginnen wolltest, hattest du schon bei deinen ersten Worten verloren und musstest dich dann schlichtweg als geschlagen erklären. 



Seine schwarzen Augen blieben in Kontakt mit dir und musterten dich eingehend.
Es wahrte den Anschein, als wolle er jede noch so minimale Veränderung bei dir einfangen.
Ja, so wirkte es auf dich...
Und damit lagst du verdammt richtig! 
L hatte dich die ganze Zeit über studiert und auch jetzt fuhr er seine Analyse an dir fort.
Jedes Zucken oder Zwinkern könnte dein Unwohlsein verraten. 
Ganz gleich, ob sich deine Pupillen weiteten oder du dir nachdenklich durch das Haar strichst...


>> >> Er hatte dich! <<



Darüber war sich der junge Mann vollkommen im Klaren und dein Auftreten ließ den Verdacht zu, dass auch du es wusstest.
Du hattest verloren... Doch genau darin bestand deine Absicht.
Als du dich der Gruppe angeschlossen hattest, war dein Ziel nicht der Sieg gewesen. 
Du wolltest verlieren! 
Nur eben noch nicht so schnell... 
Zeitlich wurde dir mehr und mehr bewusst, dass dein strafendes Handeln und die Eintragungen in das Death Note von gewissen Namen nicht richtig sein konnte. 
Jedoch kamst du irgendwie nicht davon los und brachtest es nicht fertig, das Buch aus deinem Besitz zu bringen, denn es trug noch ein weiterer Faktor zu dem Problem bei.
Deine Persönlichkeit...
Sie schien zu wechseln, ohne das du es selbst überhaupt rechtzeitig erkanntest.
Von einer Sekunde zur Nächsten veränderten sich dein Denken und deine Ansichten.
Schon oft genug hattest du in dem Badezimmer gestanden, mit einem geschockten Blick in deinen Seelenspiegeln und in deinen Händen das Death Note haltend.
Diese Momente erschienen so surreal und bescherten dir die Angst vor dir selbst. 

Eigentlich wolltest du niemanden töten...
Eigentlich wünschtest du dir den Frieden auf der Welt...
Aber doch nicht so!
Bei ganz genauer Betrachtung gab es keinen Unterschied zwischen ihm und dir...
Light Yagami bevorzugte ebenfalls eine bessere Welt und handelte so, wie du es tatest, wenn du nicht mehr du warst.
Von jetzt auf gleich wurde aus dir der Teufel.
Du warst der Teufel, der du nicht mehr sein wolltest.
Deshalb befandest du dich in einem Zwiespalt mit dir selbst und nur deswegen warst du zu L gekommen... 

Zugegeben, ein einfaches Geständnis hätte wohl gereicht, aber du warst ein Spieler... Und darin sehr gut.
Am Anfang gab es da nur diese Vermutung des Bösen, doch die Erkenntnis folgte erst später. 
Und mit der Zeit und der Zusammenarbeit folgten auch etwaige Gefühle für den jungen Detektiv, die dir allmählich die Sicht vernebelten und dein eigentliches Vorhaben aufschoben.


>> >> Freund oder Feind? <<



Dies beantwortete sich von selbst... 
L war – genaugenommen - dein Feind.
Aber irgendwo auch dein Freund.
Das eigentliches Problem lag darin, dass du noch nicht so recht erkanntest, was genau der Schwarzhaarige für dich war.
Nur für dich alleine...
Für dich selbst war er nichts von beiden.
Er war vielmehr, als das!



Dein nackter Körper wurde an lediglich seinen intimsten Stellen von einem Handtuch bedeckt.
Vereinzelte Tropfen rannen noch von deinem nassen Haar herunter und schlängelten sich, bei deinem Gesicht beginnend, über das Kinn und deinen Hals, strichen über das Schlüsselbein und fügten sich in deinem Ausschnitt zusammen. 
Wieder einmal hattest du deine Wechselsachen vor dem Duschen vergessen, mit in den gefliesten Raum zu nehmen und so kamst du nicht umhin, in solch' einem Aufzug deinen Kleiderschrank aufzusuchen.
Eine äußerst dämliche Eigenschaft, wie es dir erschien...
Mit dem Hintergrundwissen, dass jedes andere Zimmer in deinem Appartement über Kameras verfügte und dir dennoch öfters mal dieser Fehler passierte, warst du in deinen Augen nur Eines: Ein Tollpatsch in den schlechtesten Momenten!
"Es ist doch immer das Gleiche mit mir", schnaubtest du und ließt theatralisch den Kopf hängen.

Doch irgendetwas erregte deine volle Aufmerksamkeit und riss dich aus deinen inneren Schimpftiraden über dich selbst. 
Etwas war anders in deinem Schlafzimmer... 
Abrupt unterbrach sich dein Gang und irritiert überflog dein Blick diesen Antlitz. 
Sogleich fiel es dir auf... Dieser kleine Unterschied.
Du warst dir zu hundert Prozent sicher, dass du das Licht im Schlafzimmer angelassen hattest.
Doch nun war es stockdunkel in diesem Raum.
Zwar beschlich dich der Gedanke, du hättest wieder einmal einen Charakterwechsel durchzogen, aber eigentlich deutete Keines der üblichen Signale daraufhin, denn sie traten nicht auf, wie sonst.
Diese höllischen Kopfschmerzen, das Dröhnen in deinen Ohren und das Nasenbluten in reichlichen Mengen.
Das alles fehlte, also konntest du eine Veränderung an dir selbst ausschließen.



"Weißt du, warum ich hier bin?", durchbrach seine ruhige Stimme die scheinbar stundenlange Ruhe und auch wenn du bemüht warst, ihm keine Regung zu präsentieren, so konntest du ein Zusammenzucken nicht verhindern.
Du ahntest, dass er dich durchschaut hatte, aber eine Gewissheit würdest du erst bekommen, wenn L weiter sprach.
"Ich bin mir nicht ganz sicher", war alles, was du vorerst von dir gabst und hieltest vorerst seinen schwarzen Augen stand.
Der Detektiv hockte dir in seiner üblichen Pose gegenüber, doch störte dich etwas an seinem Anblick. 
Die Süßigkeiten...! 
Er hatte Keine mit dabei und eben genau diese Tatsache brachte dich so langsam auf den Gedanken, dass das Spiel seinem Ende entgegen schritt.
Du wusstest, dass es kommen würde, denn alles hatte ein Ende.


>> >> Aber doch nicht so und vor allem nicht jetzt! <<



Das war doch wirklich der schlechteste Zeitpunkt, den der Detektiv wählen konnte!
Nicht sofort, nachdem ihr beiden euch näher gekommen wart!
Nicht sofort, nachdem endlich so ein inniger Wunsch von dir erfüllt wurde!
Das war definitiv inakzeptabel
Zumindest für dich...
"Was denkst du?", fragte L und zerstreute deine Gedanken, woraufhin sich dein Körper immer mehr anspannte.
Die Schlinge um deinen Hals zog sich enger und drohte, dir allmählich die Luft abzuklemmen.
Du musstest es einfach noch etwas hinauszögern und hattest dabei den wohl blödesten Einfall überhaupt. 
"Naja... Warum du hier bist, weiß ich ja jetzt auch", gabst du an ihn zurück, während du mit einem Nicken zu deinem Bett deine Aussage untermaltest.
Die Decken lagen zusammengepresst an dem Fußende, die Kopfkissen etwas zerwühlt und die einst so glattgestrichenen Laken bildeten kleine Falten auf der Oberfläche der Matratze.

Der Versuch, die angespannte Stimmung mit solch' einem Spruch aufzulockern, erschien L eher... Unnötig
Er wusste genau, wer du warst!
Der nächste Blitz fuhr über das dunkle Himmelszelt und erleuchtete somit das Zimmer, dessen Lichtschalter immer noch unbetätigt blieb.
Allerdings entging dir durch diese Dämmung etwas sehr Wichtiges.
Seine Enttäuschung... Und zwar diese von dir!
Der junge Mann fühlte sich hintergangen, durfte dieses Gefühl schon einmal durchleben als Light Yagami ihn so geblendet hatte und bevorzugte dementsprechend die Vorsicht anderen gegenüber. 

Es hatte lange gedauert, bis L es überhaupt in Erwägung zog, dir auch nur einen Funken Vertrauen zu schenken, doch irgendwann hatte er diesen Schritt schlussendlich gewagt.
Das sollten dir die fehlenden Kameras in deinem Badezimmer eigentlich beweisen. 
Doch du...
Du hattest dir diesen Umstand zum Vorzug gemacht und dein bösartiges Treiben in dem gefliesten Zimmer fortgeführt. 
Es hatte lange gedauert, bis der Schwarzhaarige eine Bestätigung in seinem Verdacht auf dich hatte, denn bei einer ehrlichen Erkenntnis... Er sah in erster Hinsicht in Jedem einen Kira.
Dies hatte ihn Light damals gelehrt.


>> >> Du dummes Mädchen! <<



Warum musstest es auch ausgerechnet du sein?
Im Laufe eurer gemeinsamen Arbeit begann L doch tatsächlich dich zu mögen.
Zwar warst du schlau und raffiniert, zudem auch noch sehr mutig und versuchtest auch in den heiklen Situationen den Verstand zu behalten, doch das alles war es nicht, warum er begann ein gewisses Interesse an dir zu hegen. 
Es waren die kleinen Dinge, von denen du selbst wahrscheinlich noch nicht einmal wusstest, dass du sie vollzogst.



Du schrakst mit einem hohen Quieken zusammen, als deine Augen sich ein bisschen an die Dunkelheit gewöhnt hatten.
Nur wäre dir diese Entdeckung zuerst lieber erspart geblieben. 
Vor deinem Kleiderschrank, direkt auf dem weißen Stuhl, saß jemand! 
Moment mal! 
Sitzen war nicht ganz korrekt... Die Person hockte darauf.
Und deswegen wusstest du auch gleich auf Anhieb, wer sich hier in dein Schlafzimmer geschlichen hatte.
"L! Sag' mal, hast du sie noch alle?!", fuhrst du ihn finster an, als deine Finger zu dem Lichtschalter links neben der Tür glitten.
Diese Reaktion deinerseits war ja wohl auch mehr, als verständlich.
"Lass' das Licht aus", war die einzige Antwort, die du vorerst bekamst.
Unsicher hieltest du inne, gabst weder eine Regung, noch ein Wort von dir.
Der Schwarzhaarige wirkte nachdenklich und das spürtest du lediglich an seiner Tonlage.
So gut kanntest du ihn dann doch schon.

"Was hast du denn?", fragtest du, wobei deine Stimme mehr einem Hauch glich. 
Du wurdest unruhig, was jedoch nicht nur von deinem spärlich bedeckten Leib hervor kam, sondern auch seiner Anwesenheit. 
Seine Ausstrahlung war anders, als sonst und diese Präsenz schüchterte dich dezent ein.
L machte dich nervös... Nur mit seinen Blicken...
Vorerst schwieg der Detektiv, schenkte dir damit keine Entgegnung, weshalb es noch einmal an dir war, kaum hörbar zu sagen:"Gibt es irgendwelche Probleme, L?".
Ja, die gab es in der Tat!
Aber diese mussten warten... 
"Ich mache dich nervös, richtig?", stellte er seine Gegenfrage und traf somit direkt ins Schwarze.
Was erwartete er auch von dir?
"Nun ja... Aufgrund der Tatsache, dass ich hier nur in einem Handtuch stehe und du in meinem Schlafzimmer sitzt. Dazu auch noch im Dunkeln... Ja, da fühlt man sich schon etwas unwohl.".
"Das dachte ich mir. Aber ich muss unbedingt etwas mit dir klären", fing der junge Mann an, was dich skeptisch deine rechte Augenbraue hochziehen ließ.



"Das wir miteinander geschlafen haben... Deshalb bin ich eigentlich nicht hier", sprach L, während er dir auf der Couch gegenüber hockte und seine Zehenspitzen gegeneinander rieb.
Natürlich... Du wusstest, dass der echte Hintergrund ein Anderer war.
Dich überkam dieses unangenehme Gefühl der Ertapptheit – der Überführung und auch wenn du dies bereits wusstest, so fühlte es sich wegen den neuen Umständen nur noch schlimmer an.
Zaghaft wandtest du zum ersten Mal deinen Blick von seinen schwarzen Seelenspiegeln, gen der großen Fenster, woraufhin sogleich dein Gesicht von einen der draußen leuchtenden Blitzen erhellt wurde.
Unbewusst fuhr dein rechter Mittelfinger über die Unterlippe, war diese aufgrund eurer letzten, gemeinsamen Aktivität immer noch geschwollen. 
Dazu kam noch dieser verlegenen, rote Hauch auf deinen Wangen.


>> >> Du unbeholfenes Ding! <<



Genau solch' ein Verhalten war eines der kleinen Dinge, wegen welchen dich der Schwarzhaarige mochte.
So nachdenklich, so unsicher... 
Diese Art an dir und der Ausdruck in deinen Augen gefiel ihm und du hattest seine Beobachtungen noch nicht einmal bemerkt. 
Warum hattest du nicht einfach die Courage deinen Mund aufzumachen und Tacheles zu reden? 
Es hätte euch zwei Ermittlern Einiges erspart.
Einiges an Zeit...
Zeit, die euch verloren ging und niemals wiederzufinden sein würde...
Man hätte den neuen Kira gleich zu fassen bekommen und weitere Morde somit verhindern können. 
Man hätte dir Hilfe angeboten und er hätte dir geholfen. 
Die Umstände hatte L schon längst in Erfahrung gebracht, jedoch nicht ohne die Beihilfe von Near und den Anderen.
Eure Situation wäre dann eine ganz Andere.

Hattest du Angst, er könnte dich verstoßen, nur weil du... Krank... Warst?
Es klang so falsch, so deplatziert und verspottend... Dennoch...
Ihm fiel dazu leider kein anderes Wort ein.

Der Regen draußen verdichtete sich, erschwerte die klare Sicht und hinterließ nur noch Silhouetten.
Genau, wie es bei euch Beiden, in diesem abgedunkelten Wohnzimmer, der Fall war. 
Zwei Silhouetten...


>> >> So still und doch so viel sagend. <<



"Oh... Ich dachte schon...", sprachst du leise und zwangst dich zu einem gequälten Lächeln, als die mentale Schlinge sich immer mehr zuzog.
Richtig!
Du dachtest...
Aber du dachtest so verdammt falsch! 
So viele Dinge hätte dir L am liebsten just in dieser Sekunde gesagt.
Am ehesten hätte er es bevorzugt, dir Eine zu klatschen und dich anzuschreien, was für ein dummes Ding du doch warst, dass du ihm anscheinend einen Abschied, wegen solch' einer Sache, zutrautest.
Jedoch sprach dies alles wider seiner Natur und gegen seinen Charakter sträubte er sich nicht. 
"Du weißt, warum ich hier bin", gab L in monotoner Stimme von sich.
Damit band er nicht nur die Schlinge, sondern auch deine Hände, denn es war nicht ausschlaggebend, was du nun sagen würdest.



Der junge Mann verließ seinen derzeitigen Platz und stand schließlich leicht nach vorne gebeugt, mit seinen Händen in den Taschen, vor dir.
Es dauerte nur wenige Sekunden und doch kamen es dir, wie unzählige Stunden vor. 
Er sah in dein Gesicht und schon trafen sich eure Seelenspiegel, während sich dir unweigerlich die Nackenhaare aufstellten.
"W-was möchtest du?", war alles, was du stotternd von dir gabst, als du versuchtest, zwei Schritte nach hinten zu gehen, um den Abstand zu wahren.
Wieso verhielt sich L denn jetzt so seltsam? 
Zugegeben, bei seinem alltäglichen Verhalten würden andere ihn auch als komisch betiteln...
"Ich will etwas testen", antwortete der junge Ermittler und griff mit seiner rechten Hand die Deine.
Ehe du dich versahst, bugsierte er dich zu deinem Doppelbett und regelrecht freiwillig ließt du dich in die Laken sinken.
"L! Kannst du mir endlich mal erklären, was hier los ist?!", entkam es dir etwas lauter, als zuvor beabsichtigt, während deine Augen ihn prüfend betrachteten.
Ja, na klar... Er könnte es dir sagen... 
Aber es machte überhaupt keinen Unterschied, denn du würdest es doch sowieso bald herausfinden. 
Hab' doch etwas Geduld!
Nur ein bisschen, bis die Zeit reif war... 

Langsam, als könnte er dich zerbrechen, umfasste L erneut deine Handgelenke und pinnte sie über deinem Kopf zusammen. 
Den Blickkontakt brach er allerdings nicht eine Sekunde!
Natürlich, davon hattest du schon so lange geträumt, was wohl auch der Anlass war, dass du keine Gegenwehr von dir gabst, während der Schwarzhaarige sich über dich beugte.
Die Tatsache, das nichts, außer dem weichen Frotteestoff, deine Haut verdeckte, schien regelrecht zweitrangig.
Unsicher und trotzdem automatisch spreizten sich deine Schenkel, was ihn komplett auf dich nieder sinken ließ.
Oh man... Er hatte ja wirklich Nerven, aber du warst doch selbst nicht besser...

"Warum bist du wirklich hier?", sprachst du kaum hörbar, wobei deine Stimme einem Zittern glich. 
"Ich habe ein paar Fragen an dich", antwortete der junge Mann und kam deinen Lippen immer näher.
"U-und welche...?"
"Verrat' mir Eines... Welchen Bezug haben wir deiner Meinung nach zueinander?"
Sein warmer Atem streichelte deine Lippen und mal ehrlich... 
Du wünschtest dir just in diesem Moment, dass er endlich die Klappe halten würde und zu dem kam, weswegen er eigentlich hier war.
Was solltest du ihm denn darauf sagen?
Ein Geständnis deiner Gefühle für diesen Detektiv? 
Das war nicht notwendig, zumal es dafür das Wissen beider Seiten bedarf.
"Ich weiß nicht genau..."
Simpel, schlicht und etwas unbeholfen ertönte deine Stimme, denn irgendetwas störte dich plötzlich. 
Ach ja! Die zwei Kameras in deinem Schlafzimmer! 
Bei allem Respekt vor L, aber eine Peepshow war so ziemlich das Letzte, was du hier hinlegen wolltest.
"Das können wir nicht machen!", wolltest du dieses Szenario unterbrechen und sträubtest dich rasch, wobei der Versuch entstand, deine Handgelenke über dem Haupt seinem Griff zu entwenden. 
Doch entgegen seiner Körperstatur besaß er mehr Kraft, als angenommen und hielt dich weiterhin daran fest.
"Warum nicht?"
Das war ein Witz oder?
Er musste es ja wohl am Besten wissen!
"Na... Die Videoüberwachung..."
"Ich habe die Kameras in diesem Zimmer ausgeschaltet", flüsterte L, wartete keine weiteren Worte deinerseits ab und tat endlich das, was du dir schon so lange ersehntest.



"Wann hast du es herausgefunden?", wagtest du es bedacht deine Frage zu stellen, als du zeitgleich dem prasselnden Aufschlag der Nässe gegen deinen Fenstern lauschtest.
"Als wir miteinander geschlafen haben", gab der Schwarzhaarige seine Erkenntnis unverblümt heraus.
"Huh?", das verstandest du nun nicht so ganz.
Deine Irden suchten erneut die Seinen und dein irritierter Blick sprach für ihn Bände.


>> >> Du warst wirklich eine sehr gute Spielerin. <<



Die ausstehende Frage bestand eher darin, wann du spieltest und wann es dir ernst war.
"Gut, ich erkläre es dir...", begann L, ging in seine hockende Pose und strich mit seinem rechten Daumen über seinen Mund. 
Der Gedanke daran, wo dich diese Hand bis vor Kurzem noch überall berührt hatte, schlug dir unweigerlich die Hitze in die Wangen.
Diese Zonen... Diese erogenen Zonen an deinem eigenen Leib...
Halt genau diese Zonen, die er noch vor wenigen Augenblicken intensiv verwöhnt hatte.
Schon darauf folgte sein Verdacht und damit entriss er dir den Boden unter den Füßen, der eh' schon wackelig genug für dich war.

"Vor ein paar Wochen sind Near und ich auf einen interessanten Fund gestoßen. Auf Einen der Videobänder war zu sehen, dass du im Schlaf sprichst. Ich weiß nicht, was du da geträumt hattest, doch du schienst sehr zwiegespalten zu sein", sprach L ruhig und studierte dein Auftreten weiterhin. 
Deine Augenbrauen zogen sich vor Unheil erahnend bereits zusammen, doch vorerst schwiegst du.
"Anthony haben wir in die Beobachtung miteinbezogen, da er ein ausgezeichneter Lippenleser ist und wir keine Tonaufnahmen besitzen", sagte der Schwarzhaarige weiter und sog scharf die Luft ein, während seiner eigenen Unterbrechung.
Dieser Fall hier war zwar gelöst, jedoch für ihn selbst der Schwierigste überhaupt. 
Hierbei ging es nicht nur darum, dem neuen Kira das Handwerk zu legen, sondern auch eine Entscheidung mit erheblichen Konsequenzen zu treffen.


>> >> Es ging um dich! <<


"Er betrachtete die Bänder etliche Male, denn er wollte wirklich sicher sein, keinen Fehler zu begehen. Er hatte von deinen Lippen Folgendes abgelesen..." seufzte L und zog aus seiner Hosentasche einen kleinen Zettel, um diesen aufzufalten.



So sanft waren seine Küsse und dennoch auf irgendeine Weise beherrscht, zugleich an manchen Stellen unsicher, aber trotzdem fest.
Seine rechte Hand wanderte an deiner Seite hinab, erforschte diesen leicht verhüllten Körper, auf das ihm ja kein Zentimeter entging.
Aber dich beschlich ein seltsames Gefühl...
Seine Zungenspitze liebkoste deine Lippen, bat mit dieser Art schweigend um Einlass, welchen du ihn sofort gewährtest.
In diesem Augenblick gehörte der Moment nur euch... Euch ganz alleine. 
Und er spülte alle Zweifel davon, nahm sie mit auf diese eine, kurze Reise.
Sein warmer, feuchter Muskel stupste den Deinen an, um ihn einzuladen, an diesem leidenschaftlichen Tanz teilzunehmen. 
Wer warst du, dass du L dies verweigern würdest?
Der Griff um deine Handgelenke wurde fester, dein Atem hielt sich gebannt, während sich seiner beschleunigte.
Und währenddessen wurde dir ruckartig bewusst, um was für ein Gefühl es sich hierbei handelte.

Es war ein Abschied!

L sagte dir anscheinend gerade 'Lebe wohl'...
Oder täuschte dich dein Bauch und spielte dir einen Streich?
Das war definitiv nicht in deinem Sinne!
Du wolltest den Schwarzhaarigen nicht verlieren!
Zumindest noch nicht jetzt! 
Nein!
Nicht jetzt, wo ihr euch doch endlich näher gekommen wart.
Nur noch ein bisschen...
Ein bisschen mehr Zeit...
Ein bisschen mehr Nähe...
Ein bisschen mehr Zweisamkeit, um der Einsamkeit zu entgehen...
Deine Beine winkelten sich an, schlangen sich um das Becken des jungen Ermittlers und überkreuzten sich auf dessen Kehrseite, hielten ihn und pressten seinen Leib noch fester an den Deinen.
Er sollte dich noch nicht verlassen!
Dafür warst du einfach noch nicht bereit!
Noch einmal versuchtest du deine Hände zu befreien, doch der Griff blieb eisern.
"Zieh' dein Shirt aus", sagtest du heißer und tatest es schon fast mit deinen Blicken.
Noch einer dieser Punkte, die L inspirierten...
Du mochtest in den üblichen Lebenslagen ordentlich und geduldig sein, aber gerade jetzt wirktest du hilflos und warst ihm mit deinen einzelnen Fasern verfallen. 
Er würde lügen, wenn er behauptete, es würde ihm nicht gefallen. 
"Noch nicht", raunte er dir zu, beugte sich dabei an dein Ohr und umspielte es mit seinen Zähnen.
Seine rechte Hand umfasste den kleinen Knoten, der dein Handtuch zusammen hielt.
"Erst bist du dran."



"Ich bin Kira... Ich bin Kira. Ich bin Kira! Nein! Ich will nicht länger Kira sein!", las der junge Mann von dem Zettel ab, was deinen Atem stocken ließ.
Fassungslos starrtest du in seine Richtung, dabei die Lippen halb geöffnet. 
Er hatte dir das Handwerk gelegt und dich bereits zeitiger, als gedacht überführt. 
Du sagtest nichts, denn über eine Sache warst du dir vollends im Klaren...
Leugnen war absolut zwecklos
Du hattest einen Fehler gemacht und dich verraten, obwohl du dir dessen selbst noch nicht einmal bewusst warst.
"Wir haben dich daraufhin intensiver beobachtet und fanden etwas heraus, was die Lage noch prekärer gestaltete", sprach L weiter, woraufhin du deine Hände zu Fäusten balltest, sodass deine Fingerknöchel weiß hervortraten. 
"Und was war es?", haktest du nach, wobei sich dein Blick zu dem Ermittler verfinsterte.

Dich überkam ein weiteres Empfinden, dass dir so gar nicht behagte.
"Du hast eine Persönlichkeitsstörung. So gesehen eine gespaltene Persönlichkeit. Während du einfach nur du selbst bist wenn du dich bei uns aufhältst, nimmst du einen ganz anderen Charakter an, sobald du in dein Death Note schreibst", antwortete er leise, als durch die abgekippten Fenster nur das Grollen des Donners zu vernehmen war.
Bevor du etwas erwidern konntest, nahm der Schwarzhaarige erneut das Wort an sich:"Eigentlich stimmt es nicht ganz, dass ich es erst gemerkt habe, als wir miteinander geschlafen haben. Dass du der neue Kira bist, das wusste ich schon seit ein paar Tagen. Ich wollte nur herausfinden, was nötig ist, um deine andere Seite zu sehen."

Und diese Aussage ließ deine Mauer einstürzen und dein Herz brechen... 
So war das also...
Deshalb hatte L dich in deinem Schlafzimmer aufgesucht und dich um den Verstand gebracht. 
Und du hattest es doch tatsächlich für möglich gehalten, dass er dich ernsthaft mochte...


>> >> Was warst du nur naiv... <<



Ja, das warst du wirklich durch und durch!
Dazu kam, dass du ihm tatsächlich solch' eine Tat zutrautest.
An dem Zorn in deinen funkelnden Augen und anhand deiner knirschenden Zähne wusste der junge Mann, dass du angebissen hattest.
Um dich aus der Reserve zu locken und deine zweite Persönlichkeit kennenzulernen, setzte er alles Nötige in Bewegung. 
Doch aber nicht so was!
Er mochte dich wirklich und du warst so was von blind für seine Sympathie.
Je mehr Zorn in dir hoch kroch, desto analysierender wurden seine schwarzen Augen.
Wenn du so eine Meinung von ihm hattest, dann konnte er dieses Spiel auch noch zu Ende führen, um dir die Hände zu binden.
Der Grund, weshalb er dich in deinem Schlafzimmer aufsuchte bestand eben nicht aus Ermittlungen. 
Denn während ihr euch einfach nur nahe wart, so warst du einfach nur du selbst. 



"Es tut weh...", wimmertest du leise und verkrampftest dich so sehr, dass es dem Detektiv absolut unmöglich erschien, dich zu seinem Eigen zu machen.
Es verwunderte dich keinesfalls, denn auch wenn dein Vertrauen zu diesem Mann eine große Reichweite besaß, so gab es immerhin noch die Tatsache, dass es sich hierbei um dein erstes Mal handelte.
Und auch wenn dein Körper schon förmlich nach ihm lechzte, ließ sich der Schmerz zwischen deinen gespreizten Beinen nicht ignorieren. 
Es war doch so lächerlich... Zumindest deiner Meinung nach...
Du wolltest ihn doch und warst fast feucht bis zu den Laken...
Also wieso stellte sich dein eigener Leib nun quer?

Doch egal, wie L es nun drehte... So wurde das einfach nichts. 
"Du musst dich entspannen und locker bleiben", gab er an, wagte einen weiteren Versuch, woraufhin du ihm erneut deine Fingernägel in die Arme presstest und deine Augenlider schmerzhaft zusammenkniffst.
Tja, nur war so etwas leichter gesagt, als tatsächlich getan.
Nein, so funktionierte es definitiv nicht. 
Irgendwie musste er dir präsentieren, dass du bei ihm sicher warst und dich von der eigentlichen, unangenehmen Quelle ablenken. 
"Lass' mich etwas probieren", sprach der Detektiv kaum zu vernehmend und beugte sich mit seinem Gesicht dem Deinen entgegen. 
Unsicher blinzeltest du ihn an, nicht so recht wissend, was er damit meinte.
Seine geschürzten Lippen näherten sich dir, was ein angenehmes Lächeln auf deine Eigenen zauberte, doch verschloss er nicht eure Münder miteinander. 
"Wir haben so viel Zeit, wie du benötigst", traf sein warmer Atem auf deine Stirn und schon küsste er diese sanft.

Irgendwann in diesen frühen Abendstunden nahm L dich vollends für sich ein und ließ deine Stimme mal in leisen und mal in lauten Tönen von den Wänden widerhallen.
Beinahe, wie ein Echo, an dessen er sich einfach nicht satt speisen konnte... 



Er hatte dich verarscht und rücksichtslos mit dir gespielt! 
Das zumindest dachtest du von ihm.
Wie sollte es auch sonst anders sein, gab der Ermittler doch keine Widerworte diesbezüglich und machte keine Anstalten, dich von diesem Verdacht abzubringen. 
Und mit deinem Zorn, den L mit dieser Aussage provoziert hatte, weckte er dein zweites Gesicht.
Es mochte zwar nicht den Anschein vermitteln, aber der Schwarzhaarige war dir gegenüber nun äußerst vorsichtig. 
Er hockte immer noch auf der Couch, direkt mit dir Auge um Auge, überkreuzte immer wieder seine Zehen und strich erneut mit seinem Daumen über die Unterlippe. 
Es war sein übliches Auftreten und trotz allem war er sehr distanziert, denn es gab eine wichtige Regel in dieser Welt.


>> >> Unterschätze niemals den Zorn einer verletzten Frau! <<



"Während wir beide beschäftigt waren, hat Near dein Death Note gefunden. Ich muss gestehen, es war wirklich clever von dir, es in dem Appartement im dritten Stock zu verstecken, während du in dem Fünfzehnten wohnst. Mir erschließt sich allerdings noch nicht, wie du dich immer wieder an den Kameras vorbei schleichen konntest, aber das wird später erörtert", erklärte der junge Ermittler, was dich schwer schlucken ließ.
Du senktest dein Haupt und verhülltest auf diese Weise deinen Blick unter dem Haar.
L allerdings entging weder dein vor Wut zitternder Körper, noch deine hastige Atmung.
Wie sauer du gerade auf ihn warst, konnte er sich optimal vorstellen, nur warst du nicht fähig seinen eigenen Zwiespalt zu erkennen. 
Er hatte eine äußerst schwere Entscheidung zu fällen, doch zuvor...

"Kennst du meinen richtigen Namen?", durchbrach der Schwarzhaarige deine zornigen Gedankengänge und behielt dich weiterhin fest im Blick.
Nur ein winziger Moment der Unachtsamkeit könnte sein Todesurteil sein.
Natürlich kanntest du ihn... Schon so lange...
"Ja", war alles, was er bekam und das genügte... Zumindest für dich!
Brauchte er wirklich noch mehr Einzelheiten?
Anscheinend ja...
"Seit wann?"
"Seit ich bei euch angefangen habe."
"Warum lebe ich dann noch?"
Gott verdammt nochmal, war das sein Ernst?!
Es erschloss sich doch praktisch von selbst, warum er noch atmete oder nicht?! 
Du fühltest dich verraten, hintergangen und benutzt...
Wie konnte L es nur wagen, so mit deinen Gefühlen zu spielen?! 
Wie konnte er es nur fertig bringen, dein Herz zu brechen?!


Du wusstest zwar, dass er dich irgendwann durchschauen und stoppen würde, aber dass er dich nur als Mittel zum Zweck ansah, dies hattest du nicht erwartet.
Wieso musste es denn ausgerechnet so enden?
Es würde nicht schön werden, dessen warst du dir von Anfang an bewusst.
Aber so hässlich...


"Ist das denn nicht offensichtlich?", stelltest du kleinlaut deine Gegenfrage, denn dass er nun noch ein Geständnis von dir wollte sprengte den Rahmen der Schamgrenze.
"Erklär' es mir bitte", forderte L, als du zaghaft wieder deinen Kopf hobst.
"Was möchtest du denn jetzt von mir hören?"
"Die Wahrheit! Du hättest mich jederzeit und von Anfang an töten können, indem du meinen Namen in dein Death Note schreibst. Stattdessen hast du mir bei den Untersuchungen geholfen, um dich selbst zu überführen."
"Es ist nicht meine Absicht, dich umzubringen, L."
"Und wieso nicht?"
"Weil...", wie solltest du es denn erklären, ohne das es noch mehr peinlich für dich wurde?
Diese ganze, irrationale Situation...
Wie solltest du sie erklären?
Doch vor allem – Auf welche Weise solltest du dich erklären?
"Weil?", hakte der Detektiv geduldig nach, sah förmlich die Funken in deinen Augen und auch, wie du dich heftig auf die Unterlippe bisst.
Ach, was sollte es...
Du hattest eh' schon verloren, also kam es auf dieses bisschen Wahrheit auch nicht mehr an.
"Na weil...", zartrosa färbten sich deine Wangen, was L Anlass dazu gab, sich dezent aufzurichten. 
Voller Neugierig vergrößerten sich seine dunklen Pupillen und schon gestandest du flüsternd:"Weil ich... Dich sehr mag..."


>> >> Musste ausgerechnet das der Grund sein?! <<



L verstummte vorerst und auch du brachtest keine Silbe mehr hervor.
Das Einzige, was die Stille durchbrach war das Brechen des Donners, dicht gefolgt von einem gleißenden Blitz, der irgendwo einschlug.
Hättest du ihm nicht sagen können, dass er nur noch am Leben war, weil du dir ihn bis zum Schluss aufheben wolltest?
Rein aus einer sadistischen Ader heraus...
Das hätte doch alles viel einfacher gestaltet, denn nun vergrößerte sich das Problem des jungen Mannes immer mehr. 
L musste eine Entscheidung treffen und stand praktisch an der Klippe.
Doch was sollte er jetzt machen?
Wie sich verhalten? 
Er stand vor dem Scheideweg, der sich einzig und allein nur um dich drehte.


Würde er als Ermittler handeln, so müsste er jetzt - da du nicht vorher gestanden hattest - dich an die Polizei weiterreichen, welche dich entweder in das Gefängnis sperren und dich dann zum Tode verurteilen würden oder in eine Psychiatrie stecken, aufgrund deiner Unzurechnungsfähigkeit.
Doch würde er als Mensch handeln, so würde er dir Hilfe zu deiner Krankheit besorgen und dich...
Nein!
Dieser Gedanke selbst genügte, dass sich der junge Mann innerlich selbst ohrfeigte.


Im Gegensatz zu ihm fiel dir sein nachdenkliches Auftreten sofort auf, was dir den Grund zur Annahme bescherte, dass du dieses Spiel doch noch ein wenig in die Länge ziehen könntest.
Du standest so nah am Abgrund und drohtest bereits zu fallen, denn das Ende war unausweichlich.
Doch in deinen Augen hatte L dich getäuscht und dies verlieh dir zum ersten Mal den Gedanken zu Eines: Ein wenig Rache...
Die Würfel waren gefallen und jeder konnte nun in der Offensive voranschreiten.
Es war wirklich das Letzte für dich, denn dieser hockende, junge Mann vor dir bedeutete dir alles.
Einfach alles...
Und ganz gleich, was es dich auch kosten mochte...
Du wolltest ihn noch nicht verlieren! 
"Jetzt, wo du weißt, dass ich Kira bin, sag mir Eines...", zogst du deinen nächsten Schachzug und überschlugst lasziv deine Beine, während sich dein Oberkörper in die Lehne des Sessels zurückfallen ließ.
Der Schwarzhaarige sah auf, direkt in deine Augen und musterte dich argwöhnisch, denn der Touch in deinem Ton und dieses Auftreten behagten ihm nicht. 

Ein weiterer Blitz leuchtete am Himmel auf und warf das spärliche Licht auf deine rechte Gesichtshälfte, in derer sich nun dein bösartiges Lächeln abbildete.
Ein Lächeln, welches er so noch nie von dir gesehen hatte...
Sein starrer Blick durchbohrte dich förmlich und während du deinen Kopf gespielt locker auf dem rechten Arm abstütztest, stelltest du ihm diese eine und zugleich schwierigste Frage:


"Was wirst du jetzt mit mir anstellen, L?".




•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•…•



Sooo liebe Leser,
das war es auch schon mit meinem OS.
Bitte entschuldigt das offene Ende, aber ich fand es so am Besten. 
Ich hatte verschiedene Enden durchdacht, aber letztendlich gefiel es mir so.
Ich hoffe, L ist nicht zu sehr OOC geworden und ihr hattet dennoch euren Spaß!
An manchen Stellen hatte ich mich echt schwer getan und war unsicher, wie es wirken könnte.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die ein oder andere Frage noch offen ist...
Vielleicht auch kleine Denkfehler, aber ich hoffe, ihr könnt sie mir verzeihen ;)

Liebe Grüße, eure Trinitas ~
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast