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Ich habe alles unter Kontrolle, Daddy

von MieB
GeschichteFamilie, Sci-Fi / P16
Agent Smith Neo OC (Own Character) Tank Trinity
18.06.2015
21.08.2016
19
26.887
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12.07.2015 2.224
 
"Ich möchte mich bei dir Entschuldigen, dass ich so sauer war, ich hätte dir zuerst zuhören sollen.“, sagte Dad ein bisschen später, als er wie immer ungefragt in mein Zimmer kam. „Ja, das hättest du!“, giftete ich ihn an. „Das kannst du auch in einem anderen Ton sagen, Süße! Ich wollte mich eigentlich entschuldigen und nicht weiterstreiten.“ „Aber ich will gerade streiten!“, brummte ich. „Erkläre mir wenigstens, wieso du streiten willst, wenn ich das schon aushalten muss.“, seufzte er. „Weil ich sauer bin! Jetzt hole ich dir schon Mum zurück und bekomme nur Ärger.“ „So viel Ärger hast du nicht bekommen. Und wieso holst du sie mir zurück und nicht uns?“, fragte Daddy. So langsam lernt er es, die richtigen Fragen zu stellen, er hat das wirkliche Problem gefunden. „Wieso ich sie dir zurückhole? Ganz einfach, weil sie mich nicht erkannt hat, sie hat nicht einmal gefragt, ob irgendwo eine Jana herumspaziert. Sie hat sich nur gewundert, dass jemand in meinem Alter auf der Nebukadnezzar 2 ist, aber sonst nichts. Stelle du dir einmal vor, du siehst zum ersten Mal bewusst deine Mutter und sie erkennt dich verdammt noch mal nicht!“, inzwischen schreie ich, aber das ist mir doch egal, ob das die anderen mitbekommen, hier bleibt sowieso nichts geheim. „Beruhige dich, ich kann verstehen, dass dich das ärgert, aber als sie dich das letzte Mal gesehen hatte, warst du 2 Jahre alt.“ „Ja und, dass man in meinem Alter nicht grundlos auf Hovercrafts ist, sollte sie wissen und überhaupt hätte sie es erkennen können, wenn sie wollte, aber Nein, ich bin ja nur ein kleines Kind auf das man nicht hören muss.“ „Stelle du dir einmal ihre Situation vor. Stelle dir vor, du bist seit 13 Jahren in der Matrix gefangen und kannst nicht raus. Dann bekommst du die Nachricht in die Realität zu können, denkst du dann noch an irgendetwas anderes?“ „Vielleicht!“ rief ich und verzog mich in mein Bett,  der Tag war schon lange und anstrengend genug. „Gib ihr noch eine Chance, Bitte.“, flüsterte Dad. Wenn ja, dann mache ich das nur für ihn! „Hier ist übrigens ihre Handynummer.“, sagte ich leise und gab ihm einen Zettel. „Möchtest du mithören?“ „Hier bekommt man doch sowieso alles mit, du kannst sie gar nicht so anrufen, dass ich nicht mithöre.“, stellte ich fest, Dad nickte lachend. Doch, eigentlich sollte ich stolz auf mich sein, dass die Situation heute nicht gekippt ist. Ich fange an erwachsen zu werden.
Als Daddy wählte, lief er unruhig durch mein Zimmer. „Setze dich erst einmal ruhig hin, du musst hier nicht für einen Marathon trainieren!“, versuchte ich ihn zu beruhigen aber er fuchtelte nur mit der Hand herum, was wahrscheinlich heißen sollte, dass ich still sein soll.
„Ja?“, hörte ich die Stimme durch den Hörer, obwohl Daddy mit ihm ziemlich weit weg stand. „Trin!“, rief er in das Telefon, wobei er sofort fröhlich aussah. Etwas, was ich nicht allzu oft schaffe. Daddy schaltete den Hörer auf laut, bedeutete mir aber die Klappe zu halten. Also nicht, dass ich gerade Lust hätte mit Mum zu reden.
„Neo! Ich freue mich so dich zu hören!“ „Ich mich auch! Wie geht es dir?“ „Seit heute gut, weil ich endlich zurück kann, und wie geht es dir?“ „Äh… ja, eigentlich geht es mir gut, ich freue mich so, dass du bald wieder da bist.“ „Wieso eigentlich?“ „Weil ich gerade eine… Meinungsverschiedenheit mit einem pubertierenden Mädchen hatte, das sauer ist, weil sie nicht von ihrer Mutter erkannt wurde.“, meinte Dad, schon alleine für den Kommentar pubertierendes Mädchen könnte ich ihn umbringen.
„Sie war… Jana? Oh, Mist, ich hätte es merken müssen! Klar, das macht dann auch Sinn, wieso sie in dem Alter schon auf der Nebukadnezzar 2 ist. Jetzt habe ich mir unbewusst schon wieder einen Feind gemacht… Mist! Wie geht es ihr?“ Jetzt habe ich mir unbewusst schon wieder einen Feind gemacht. Blablablablabla! Denke eben früher nach!
„Wie gesagt, sie ist sauer, und das eigentlich auf alle, weil wir auch gleich mit ihr schimpfen mussten, weil sie sich nicht an den Plan gehalten hat. Und Link hat der Situation noch eins draufgesetzt, weil sie uns endlich erzählen wollte, was los war und er sie gleich gefragt hat, was sie wieder angestellt hat.“ „Alles mein Fehler… Ich muss mich bei ihr entschuldigen!“, murmelte sie. „Aus Erfahrung kann ich dir nur eins raten, die Entschuldigung muss gut sein!“ „Okay, ich werde mich anstrengen. Wann holt ihr mich raus hier?“ „Vielleicht hat Jana dir schon erzählt, dass wir einen neuen da haben. Wenn er soweit ist, was hoffentlich nicht allzu lange dauert, holen wir dich.“ Ich kann‘s kaum erwarten, sowas von… überhaupt nicht! „Und sonst ist alles in Ordnung?“, fragte sie. Die Welt ist von Maschinen besetzt, falls du dich daran erinnerst, aber das ist ja wirklich nicht schlimm. „Sonst ist alles beim alten. Und bei dir?“ „Stelle dir vor, du müsstest 13 Jahre in die Matrix. Es ist langweilig!“, sagte Mum. Beruhige dich, das ist es hier auch, wenn man nicht in die Matrix darf; und wenn es kein neues Übungsprogram gibt. „Kann ich mit Jana reden?“, fragte sie dann. Daddy sah mich an, ich schaute absichtlich weg. „Äh… ich glaube das ist gerade ein bisschen unpraktisch. Vielleicht wäre es besser, wenn sie sich wieder beruhigt hat.“ Wenn ich mich beruhigt habe? Ich habe nicht vor mich zu beruhigen!  „Schade, aber ich glaube, du kannst sie besser einschätzen als ich.“, sagte Mum. Ja, und weißt du, woran das liegt? Du hast mich eigentlich schon vergessen! „Ich muss leider auflegen… Ich rufe dich morgen wieder an!“, sagte dann irgendwann Daddy.
„Sie hat dich nicht vergessen.“, sagte er mir nur. „Das bringt mir ja so wahnsinnig viel! Sie hätte mich wenigstens erkennen können. Ich war damals ja aber nur ein nerviges Kleinkind, auf das man nur aufpassen muss, so etwas vergisst man schnell, wenn man in der Matrix ist.“, gifte ich ihn an. „Gib ihr eine Chance, bitte“, sagte er noch einmal, ich schaute an meine Wand. Seufzend verließ er mein Zimmer, endlich!
Zum Glück fing der nächste Morgen etwas besser an, an den Streit konnte ich mich fast nicht mehr erinnern. Nach dem Frühstück wollte ich Tanks Übungsprogram weiterspielen, diesmal aber in Level Eins. Als ich den aber schon im ersten Durchlauf beendete, spielte ich wieder im schwersten Level weiter, damit es nicht zu langweilig wird. So langsam glaube ich, Tank hat es sich zur Aufgabe gemacht, mich zu beschäftigen.
Als ich aus dem Programm zurückkam war es schon lange Abend, ich hatte die Zeit total vergessen! Aber ich bin wenigstens relativ weit gekommen, beim nächsten Mal in dem Programm werde ich es komplett schaffen! Als ich in mein Zimmer wollte, hing Dad wieder am Telefon und sofort war meine gute Laune verflogen. Ich bin wirklich nicht nachtragend, aber das war doch etwas… zu viel für mich gestern! Um ihn nicht schon wieder anzuzicken ging ich besser in mein Zimmer. Wieso müssen alle anderen hier so erwachsen und… vernünftig sein? Aufgrund einer Wächterattacke waren alle beschäftigt und ich konnte meine Ruhe genießen, also eigentlich sah ich mir auf meinem Computer die Matrix noch einmal an. Was ist, wenn Mum wirklich nur gerade gedanklich woanders war und deshalb nicht an mich gedacht hatte? Was ist, wenn sie doch nicht so schlimm ist? Im gleichen Moment verwerfe ich den Gedanken wieder, sie hat bei mir etwas gut zu machen, nicht ich bei ihr! Während ich mich mit mir selbst stritt, schlief ich dann irgendwann ein.
Als ich am nächsten Morgen aus meinem Zimmer ging, war ich erst einmal ziemlich überrascht, weil da Lars stand, er ist wirklich schnell fit geworden. „Guten Morgen.“, murmele ich immer noch halb müde. „Guten Morgen. Du bist Jana?“ Ich nicke. „Gut, dann habe ich mir das also richtig gemerkt.“, sagte er und lächelte, ich musste automatisch auch lächeln. „Guten Morgen, kommt ihr zum Frühstück?“, fragte Daddy, gut gelaunt. Sofort fällt mir ein, wieso er gut gelaunt ist. Wenn Lars wach ist, kommt Mum spätestens morgen zurück. Damit ist mein Lächeln wieder verschwunden. „Ist alles mit dir in Ordnung?“, fragte Lars. „Äh… Ja, alles in Ordnung. Ich habe in letzter Zeit… nur ein bisschen Stress hier, das ist aber hoffentlich im normalen Rahmen… das ist aber eine längere Geschichte und jetzt gibt es Frühstück. Vielleicht erzähle ich es dir später.“, antwortete ich ihm. Er nickte und lief mir hinterher. „Morgen Jungs“, begrüßte ich sie alle. Das sind Tank und Link, sie sind Cousins und kommen von Zion, der einzigen Stadt in der es noch Menschen gibt. Das hier ist Ben, er ist auch ziemlich neu hier. Morpheus kennst du ja schon und das ist Neo.“, stellte ich alle kurz vor. Dann setzten wir uns hin, wie eigentlich alle neuen beäugte er komisch unser Frühstück. „Das schmeckt gar nicht so schlecht.“, sagte ich ihm. Nachdem er nach dem ersten Löffel das Gesicht verzog, fügte ich „wenn man noch nie etwas anderes gegessen hat“ hinzu. „Wie jetzt, du hast noch nie etwas anderes gegessen?“, fragte er erstaunt. „Ich komme nicht  aus der Matrix.“, antwortete ich. „Sie ist seit einigen hundert Jahren der erste Mensch, der außerhalb von Zion frei auf die Welt kam.“, sagte Daddy. „Aber… wieso hast du dann einen Anschluss? Ich meine, wenn du nicht aus der Matrix kommst…“, fragte er unsicher. „Ich habe ihn mir in Zion einbauen lassen, damit ich auch mal etwas anderes sehen kann, als immer nur die Nebukadnezzar 2. Ich will auch in Übungsprogramme können. Deshalb habe ich die Anschlüsse.“, antwortete ich. „Übungsprogramme?“ „Oh, etwas das dir auch noch bevorsteht!“, antwortete ich nur grinsend. „Ist das gut oder schlecht?“ „Neutral!“, antwortete Morpheus. „Also ich würde sie eher als gut sehen. Sie sind wenigstens nicht ganz so langweilig.“, meinte ich. „Jana zu beschäftigen ist auf die Dauer unmöglich.“, erklärte Tank. „Hat sie von ihrer Mutter!“, meinte Link. Ich rollte mit den Augen, Link sollte einen Preis im schlechte Stimmung machen bekommen! „Hier sind keine Frauen… Wo ist deine Mutter?“, fragte Lars. „Bald wieder da.“, antwortete Dad knapp. „Kommt schon, der Tag wird heute noch lange genug. Beeilen wir uns lieber mit dem Frühstück!“, zischte ich.
„Morpheus, du weist ihn in die Welt hier ein und wir planen, wie wir Trin rausholen.“, sagte Daddy. „Ich helfe mit, ihn in die Realität einzuweisen!“, giftete ich ihn an. „Aber Jana… Du…“, stammelte Dad. „Nein, vielleicht braucht sie wirklich einmal davon ihre Pause und die haben wir ihr zu wenig gelassen. Sie hat recht, dass sie lieber mir dazu hilft.“, meinte Morpheus. „Danke!“, sagte ich und hoffte, dass Lars mich jetzt nicht als Zicke einstufte.
In dem Übungsprogramm fragte mich Morpheus, was jetzt eigentlich mit mir los ist. „Sag bloß, du hast es Gestern Abend nicht gehört! Du hast es mitbekommen und weißt genau, was mit mir ist! Außerdem sind wir nicht hier um das zu besprechen, das machen die anderen schon!“, antwortete ich. „Ja schon, aber du kannst deinen Vater nicht immer so provozieren.“ „Können wir das bitte später klären?“, fragte ich genervt. Morpheus nickte und begann dann, Lars unsere Realität zu erklären. Dabei ertappte ich mich immer wieder, dass ich zu Lars sah. Vielleicht war er wirklich eine gute Ablenkung von meinen Familienproblemen… Im Vergleich zu den meisten Neuen reagierte er relativ gelassen, als er erfuhr, dass die Matrix nicht wirklich ist. Was hatte er alles mitmachen müssen, damit es ihn nicht störte?
„Was ist denn jetzt genau los?“, fragte Lars, als wir wieder zurück in der Realität waren. „Willst du das wirklich wissen!“, frage ich ihn, er nickte. „Meine Mum gilt seit ich 2 bin als verschwunden. Als ich vorgestern in der Matrix war um dich rauszuholen, bin ich ihr begegnet. Wahrscheinlich holen sie sie morgen raus. Hört sich bisher noch gut an, oder. Aber, jetzt kommt das, wieso ich gerade wahrscheinlich wie eine schlimme Zicke wirke, sie hat mich nicht erkannt, ich hatte das Gefühl, dass sie sich nicht einmal an mich erinnert und dann bekomme ich dafür, dass ich sie für Daddy aus der Matrix hole auch noch Ärger, weil ich mich nicht an den Plan gehalten habe. Ich handele mir Ärger ein, für jemanden der mich vergessen hat! Morgen wollen sie sie zurückholen. Ich habe Angst davor.“, erklärte ich ihm, es tat so gut, endlich jemanden in meinem Alter dazuhaben, mit dem man ehrlich reden konnte! „Das ist wirklich… eine dumme Situation, aber wenigstens passt dein Vater auf dich auf… Wenigstens hast du Eltern!“, murmelte Lars. „Du nicht?“ „Hier erst recht nicht und in der Matrix auch noch nie.“ Ich vergaß schlagartig alle meine Probleme, überhaupt keine Eltern zu haben ist wahrscheinlich viel schlimmer! Ich habe keine Ahnung, wieso ich das machte, aber irgendwas brachte mich dazu ihn zu umarmen. Wahrscheinlich waren es seine Augen, sie sind etwas ganz besonderes.
Wie immer hatte Tank ein Wahnsinns Timing und kam gerade in dem Moment vorbei und grinste. Schnell stellten wir uns wieder normal hin. „Jana, ich bereite dich schon einmal vor, dass dein Dad nachher vorbeikommt und dich fragt, ob du mitwillst, Trin aus der Matrix zu holen.“, sagte er noch. Ich verdrehte die Augen, ich will wieder in die Matrix, aber nicht aus diesem Grund! „Ich weiß wirklich nicht, was in letzter Zeit los ist, sonst verstehe ich mich super mit den Jungs, aber… gerade werden sie wirklich anstrengend!“, sagte ich noch zu Lars, bevor er in ein Trainingsprogramm musste.
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