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Ich habe alles unter Kontrolle, Daddy

von MieB
GeschichteFamilie, Sci-Fi / P16
Agent Smith Neo OC (Own Character) Tank Trinity
18.06.2015
21.08.2016
19
26.887
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21.08.2016 1.439
 
Wir kamen der Oberfläche immer näher, am meisten merkte man es daran, dass es in der Nebukadnezzar immer kälter wurde. Meine Neugierde auf das, was uns oben empfangen würde, wuchs mit jedem einzelnen Meter, den wir zurücklegten. Tank schätzte, es würde noch zwei bis drei Stunden dauern, bis wir an der Oberfläche ankommen würden. Die Oberfläche, auf der vor Jahrhunderten sich sämtliches Leben abgespielt hatte. Jetzt würden wir wahrscheinlich die ersten Menschen nach einer endlos langen Zeit sein, die sie wieder betraten. Ich war Neugierig, ob unser Experiment wirklich funktionieren konnte, ob aus der Flüssigkeit im Reagenzglas wirklich später ein Baum werden würde; der erste Baum seit über einem Jahrhundert. Doch zuerst mussten wir an die Oberfläche und die Spiegel zerstören, die die Sonnenstrahlen von der Erde weglenkten. Zuerst mussten wir dieser ewig lang andauernden Nacht ein Ende bereiten.
„Jana!“, brüllte Morpheus fast durch die Nebukadnezzar. Was hatte ich schon wieder angestellt?
„Was ist los?“, rief ich zurück, während ich auf dem Weg in die Kommandozentrale war.
„Telefon für dich!“, antwortete Morpheus, schon an seinem Tonfall konnte ich hören, dass das keine sonderlich gute Nachricht war. Eilig sprintete ich an Tank vorbei zu Morpheus und nahm ihm den Hörer aus der Kommandozentrale ab.
„Jana. Eigentlich war es klar, dass du wieder hinter dem allen steckst.“, seufzte Niobe. Natürlich, sie mussten herausgefunden haben, wohin wir flogen.
„Niobe.“
„Was genau hast du so weit an der Oberfläche vor? Bei euch sind enorme Wächteraktivitäten und überhaupt…“, begann Niobe zu schimpfen.
„Weißt du, ich wollte einen kleinen Spaziergang machen, einfach mal joggen gehen. Leider hatte ich in Zion nicht genug Platz dazu.“, antwortete ich cool.
„Was macht ihr wirklich? Morpheus meint, die Aktion läuft unter deiner Verantwortung.“
„Ja. Im Moment gebe ich mein bestes um sämtliche Regeln zu brechen und somit weitere Ausflüge verboten bekommen. So wie immer. In den nächsten Stunden werde ich so richtigen Ärger bekommen und diesmal würde ich es sogar verstehen, wenn ich endgültig in Zion bleiben muss.“, erklärte ich ruhig.
„Was genau wirst du anstellen, damit wir uns schon einmal darauf vorbereiten können?“, seufzte Niobe.
„Nun ja, ich bezweifle, dass du das wirklich wissen willst. Es wird nur wirklich alles ändern.“, murmelte ich unsicher. Niobe würde uns aufhalten, wenn ich es ihr erzählte. Sie würde versuchen, uns wieder einzufangen, oder die Wächter auf uns zu jagen.
„Jana, du weißt ganz genau, dass wir euch auch hier unten ziemlich aufhalten können. Wenn du zurück kommst, dann…“
„Dann könnt ihr mich in eine Gummizelle sperren und wahrscheinlich habt ihr auch recht damit. Dann müsst ihr mich aber bald wieder umlagern. Euer Zion wird es bald so wie es ist nicht mehr lange geben. Sperrt mich später wenn wir zurück sind meinetwegen ein. Wir haben übrigens gleich kein Signal mehr zu euch, weil wir zu weit entfernt sind. Wenn es noch eine dringende Nachricht gibt, dann beeile dich bitte.“ Leise seufzte ich, vielleicht habe ich gerade eben einen riesigen Fehler begangen.
„Schau, dass die Nebukadnezzar überlebt. Der Rest ist mir egal.“, meinte Niobe langsam, dann war die Verbindung tot. Morpheus schaute mir in die Augen.
„Deine Verantwortung.“, murmelte er.
„Ja. Wenn ich es schaffe, die Welt von der Matrix zu befreien, habe ich mein Ziel erreicht. Wenn ich dann im Gefängnis sitzen muss, ist das eben so. Die Mission ist wichtiger.“ Langsam beginne ich zu triumphieren, wir können es wirklich schaffen, die Welt zu befreien. Mein größter Sieg ist aber der, dass ich in diesem einen Punkt nicht auf meine eigenen Wünsche achte. Früher wären mir alle anderen Menschen egal gewesen, die Dinge, die für mich gefährlich gewesen wären, hätte ich gelassen. Jetzt würde ich es akzeptieren, für alle ins Gefängnis zu gehen. Meiner Meinung nach bin ich gerade dadurch ein Stückchen erwachsener geworden.
„Wer war das gerade?“, fragte Daddy misstrauisch.
„Niobe. Sie hatten es entdeckt, dass wir so weit außen sind.“, antwortete ich schnell während ich in den Gemeinschaftsraum bin. Auf dem Weg dorthin begegnete ich Lars, der mich immer noch sauer anschaute. Was hatte er nur? Ich stand doch zu meinen Versprechungen! Ich entschied, ihn zu ignorieren, gerade jetzt wollte ich nicht mehr mit ihm streiten. Wieso musste er auch so überreagieren? Wieso mussten in letzter Zeit alle überreagieren.
„Mist! Wächter! Es sind zu viele!“, brüllte Tank durch die Nebukadnezzar. Schnell rannte ich zu einem Fenster um mir die Situation anzusehen. Es waren wirklich überdurchschnittlich viele Wächter hier gesammelt, es wirkte fast schon wie eine Barrikade.
„Wo genau sind wir gerade?“, rief ich Morpheus zu.
„Ganz knapp unter der Oberfläche!“, rief er schnell zurück. Ich dachte einen Moment lang nach. Wahrscheinlich würden sie uns alles versperren. Wir mussten durch die Barrikade durch, dann hatten wir es geschafft.
„Versucht möglichst viele von ihnen mit dem EPM zu erledigen.“, rief ich laut, dann griff ich mir eine Laserpistole. Wenn wir damit die Spiegel zerstören wollten, wieso sollten wir nicht auch die Wächter damit platt machen? Ich zielte auf einen der Wächter, ein Loch entstand in dem, was wohl ihm Kopf sein sollte. Nachdem das Metall zerstört war, fiel er langsam in sich zusammen. Ungeduldig schaute ich, was die anderen gerade machten, sie sollten dazu helfen! Es waren zu viele, allein konnte ich das nicht schaffen.
„Jana, hör auf. Wir werden so immer mehr anlocken!“, rief Tank schnell.
„Nein. Wir werden so immer mehr Wächter vernichten. Wir müssen nur hier durchkommen, dann können wir die Sonne zurückholen. Wenn die Wächter auch nur halbwegs lichtempfindlich sind, haben wir gewonnen. Die Sonne lässt einige ihrer Bauteile schmelzen und sie sind für immer zerstört. Die Wächter sind fast alle auf einen Schlag kaputt.“, erklärte ich schnell.
„Oder wir, wenn Teile der Nebukadnezzar auch schmelzen.“, murmelte Mum, während sie sich eine Laserpistole holte.
„Die Nebukadnezzar wird es schaffen.“, antwortete ich, während ich nach dem nächsten Wächter schoss. Die anderen Wächter lockten anscheinend wirklich neue Wächter an, langsam wurde es eng.
„Tank, das EPM!“, brüllte ich schnell.
„Gleich! Es macht nicht das, was es soll!“, antwortete er.
„Mist!“, fluchte ich, die Wächter kamen bedrohlich nahe, langsam aber sicher begannen sie, die Nebukadnezzar zu zerstören. Für jeden Wächter, den ich zerstörte kamen zwei neue nach.
„Tank!“
„Ich habe es gleich! Haltet sie noch einen Moment ab!“, brüllte Tank.
Entschieden nahm Lars eine Laserpistole und schoss damit nach einem Wächter, der gefährlich nahe war, ich hätte ihn nicht bemerkt weil ich zu sehr auf Tanks Nachricht wartete. Gemeinsam zerstörten wir weitere Wächter, ich hatte schon das Gefühl, wir hätten verloren. Vielleicht war ich wirklich zu stur gewesen. Wahrscheinlich war es meine Schuld, wenn wir alle hier starben. Gerade in dem Moment in dem ich kurz davor war, aufzugeben, hatte Tank es endlich geschafft, das EPM auszulösen, die Wächter waren kurzzeitig ausgeschalten. Morpheus rannte schnell zum Steuer um uns während die Wächter bewegungslos waren so weit weg wie möglich zu fliegen. Erschöpft lehnte ich mich an die Wand der Nebukadnezzar, wir hatten den Angriff gewonnen. Lars schaute kurz zu mir, dann stand er direkt auf. Ich starrte auf den Boden, wieso war ausgerechnet er jetzt so stur? Langsam schaute ich wieder aus dem Fenster, danach konnte ich einen Augenblick lang nichts mehr sagen, nur staunen. Wir waren wirklich an der Oberfläche, wir hatten es geschafft. Zugegeben, durch die Dunkelheit sah man nicht wirklich viel, aber erst jetzt wurde mir klar, wie riesig die Erde wirklich war. Auf diesen Anblick hatte mich vermutlich wirklich niemand vorbereiten können. Neben uns war eine Ruine zu finden, ein verlassenes Haus, das nach und nach zerfiel. In der Nähe davon stand ein Auto, etwas, was ich bisher nur aus der Matrix kannte. Man konnte hier so weit sehen! Wie gerne hätte ich alles im Sonnenlicht gesehen, und in einem besseren Zustand! Immer mehr zerfallene Ruinen lagen auf dem Boden, der von einer dicken Erd-und Staubschicht bedeckt war. Wie viel Ruhe die Erde wohl schon von den Menschen gehabt hatte? Ob einige der Schäden von damals schon wieder geheilt waren? Staunend schaute ich mich um, ich fühlte mich wie ein kleines Kind. Ich bemerkte, wie alle anderen auch an den Fenstern standen, ich vermute, sie hatten die Oberfläche auch noch nie gesehen. Als ein Wächter auf uns zuflog schaute ich mich um, wir hatten hier keine Möglichkeit uns zu verstecken. Noch bevor der Wächter andere alarmieren konnte, hatte Mum ihn abgeschossen. Er fiel in eine Ruine, die jetzt völlig zusammenstürzte.
„Wir sind wirklich oben.“, murmelte Tank fassungslos.
„Alle wieder auf ihre Plätze, wir sind bald da!“, meinte Mum direkt, auch wenn sie sich vom Fenster wegreißen musste.
„Bald sehen wir das alles im Licht, Süße.“, meinte Daddy grinsend. Ich musste lächeln, so glücklich war er das letzte mal, als Mum aus der Matrix zurückkam.
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