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Ich habe alles unter Kontrolle, Daddy

von MieB
GeschichteFamilie, Sci-Fi / P16
Agent Smith Neo OC (Own Character) Tank Trinity
18.06.2015
21.08.2016
19
26.887
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21.02.2016 1.183
 
Genervt klopfte ich an der Türe zu Sarahs Zimmer an. Ich sollte mich wirklich bei ihr entschuldigen, obwohl sie mich provoziert hatte. Der einzige Haken war, dass es realistisch sein musste, damit hatte ich mein Problem. Trotzdem musste ich auf der Nebukadnezzar bleiben, ich hatte also keine andere Wahl. In Zion bleiben zu müssen wäre die größte Strafe, die man mir geben kann, das weiß auch der Senat. Ich fand es mehr als unfair, mich entschuldigen zu müssen, schließlich könnte ich genauso gut tot sein, aber auf sowas achtet wieder niemand. Wieso war ich eigentlich gezwungen, meine Zeit damit verbringen zu müssen, mit diesen Vollidioten zu diskutieren?
„Wer ist da?“, hörte ich es hinter der Türe.
„Ich bin Jana. Die vom Orakel.“, seufzte ich.
„Oh. Was willst du hier?“, fragte Sarah.
„Mich entschuldigen, weil ich so unhöflich war.“, leierte ich hinunter und hoffte, dass es galt.
„Willst du nicht.“, stellte sie fest und öffnete die Türe.
„Doch, will ich. Damit ich auf der Nebukadnezzar bleiben kann. Also, tut mir leid.“, sagte ich schnell, sie schaute mich kritisch an, ich vermutete, dass es nicht als Entschuldigung reichte.
„Ich war an dem Tag sowieso schon mit meinen Nerven am Ende, weil mich alle irgendwie geärgert haben und dann war das eben ein Kurzschluss.“, murmelte ich und schaute auf den Boden, ich wollte nicht länger als nötig mit ihr reden.
„Komm doch rein. Wieso genau warst du denn so mit den Nerven am Ende?“, fragte Sarah, wiederwillig setzte ich mich auf das kleine Sofa, das im Raum stand.
„Das sind meine Probleme, nicht deine!“, zischte ich sie an, ich wollte mit niemandem über meine Familiensituation reden.
„Du weißt schon, dass du so wie eine arrogante Tussi wirkst. Kein Wunder, weil du auch durch deinen Vater von allen ziemlich groß angesehen wirst, die Tochter des Auserwählten.“, meinte Sarah.
„Stell dir vor, das haben mir schon genug andere vor dir gesagt.“, antwortete ich grinsend.
„Trotzdem, dadurch, dass du seine Tochter bist folgen dir alle automatisch.“, meinte Sarah, ich lachte.
„Nein, machen sie nicht. Offiziell bin ich eine schlimme Zicke und kann mich nicht benehmen. Das sagen eigentlich alle über mich.“
„Und? Bist du eine Zicke?“, fragte Sarah.
„Vielleicht. Eigentlich nicht. Ich habe nur genug Druck von allen bekommen und… bin irgendwie zur Verteidigung so geworden.“, seufzte ich, eigentlich lag es wirklich an der Situation, dass ich so bin.
„Willst du den Leuten nicht zeigen, wer du wirklich bist?“
„Meine Motivation hält sich ehrlich gesagt in Grenzen. Sie würden mir sowieso unterstellen, dass ich mich einschleimen will. Glaube mir, es kommt nicht so toll, wenn ich mich ihnen gegenüber jetzt total ändere, das habe ich schon versucht.“, erkläre ich.
„Bist du eigentlich die einzige in deinem Alter hier?“, fragte Sarah.
„Nein, es gibt hier in Zion genug andere. Aber ich wollte mit Dad mit unterwegs sein und war eigentlich immer nur in der Nebukadnezzar. Ich bin das einzige Kind, das mit unterwegs ist. Irgendwie komme ich mit niemandem aus Zion so gut klar, eben weil ich ziemlich schnell gelangweilt bin.“, murmelte ich, mein letztes Treffen mit den Teenagern aus Zion hat in einer totalen Katastrophe geendet, einer der Jungs meinte, meine Karatekenntnisse testen zu wollen, er wusste nicht, dass ich bereits sämtliche Übungsprogramme durchgespielt habe. Es endete mit einem ausgekugelten Arm und beleidigten Eltern. Dad hatte sich für mich ganz schön ins Zeug legen müssen.
„Stimmt es also, dass euer Rückweg vom Orakel ziemlich schiefgelaufen ist?“, fragte Sarah, ich hatte sofort wieder Smiths Stimme in meinem Ohr.
„Wir leben alle noch, aber ich wurde von Smith angegriffen. Eigentlich sollte ich tot sein.“, meinte ich schulterzuckend.
„Und das macht dir nichts aus?“, fragte Sarah, sie fand meine Reaktion ziemlich ungewöhnlich.
„Schon… aber… das muss doch niemand mitbekommen, oder?“, murmelte ich, ich wollte mit niemandem darüber reden.
„Naja, es wäre einfacher für alle, wenn du mal direkt deine Meinung sagen würdest.“
„Wenn ich direkt meine Meinung sage, ende es immer in Streit.“, behauptete ich, erst jetzt fiel mir auf, wie lange ich schon bei ihr war, ich, Jana, redete tatsächlich schon eine halbe Stunde mit Sarah, der eingebildeten Tussi.
„Aha. Was genau hast du eigentlich vor, weiter zu machen?“, fragte Sarah, die Frage überrumpelte mich ziemlich.
„Ich… also ich will weiter Menschen aus der Matrix holen und… mein Ziel ist es, die Matrix völlig zu zerstören, aber der Senat steht mir im Weg.“, stammelte ich.
„Wie, die Matrix zerstören?“, fragte Sarah.
„Ich will die Plantagen unnötig machen, sodass man auch keine Matrix mehr braucht. Dazu braucht man aber eine funktionierende Welt, verstehst du? Wir brauchen die Sonne und Pflanzen und Tiere.“, erklärte ich, schon seit längerem plante ich, wie man alles wiederherstellen konnte.
„Und wie willst du das machen?“, fragte Sarah.
„Ich muss in das Archiv und herausfinden, wie sie damals die Sonne verdunkelt haben.“
„Soweit ich weiß, ist das Archiv mit einem doppelten Passwortschutz geschützt.“, warf Sarah ein.
„Es gibt kein Passwort, das ich nicht hacken kann.“, behauptete ich selbstbewusst, ich wusste, dass ich es schnell herausfinden konnte.
„Das gibt ganz schönen Ärger.“
„Nicht mehr als ich so schon habe.“, murmelte ich, ich wusste ganz genau, dass es für mich das aus bedeuten konnte.
„Wann willst du dort einbrechen?“
„Heute abend. Du verrätst das aber nicht weiter, oder?“
„Nein. Ich unterstütze dich, weil es stimmt, dass endlich etwas getan werden muss. Der Senat schaut nur, dass er seine Macht behält.“, nickte Sarah, ich starrte sie entgeistert an.
„Du sagst mir Bescheid, wenn es losgeht.“, sagte sie nochmal.
„Eigentlich bist du gar nicht so schlimm, wie ich gedacht habe.“, nickte ich.
„Du auch nicht, auf den zweiten Blick.“, antwortete sie lachend. Als ich aus dem Zimmer ging, bekam ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, ich habe es geschafft, mir endlich eine Freundin zu machen, endlich jemand, der mich nicht hasste. Zufrieden ging ich in die Nebukadnezzar um meinen Laptop zu holen, ich musste die Passwörter herausfinden. In der Nebukadnezzar stieß ich fast mit Morpheus zusammen.
„Was machst du denn hier?“, fragte ich erschrocken, ich brauchte niemanden, der mich dabei beobachtete.
„Ich schaue nach der Technik. Du?“
„Ich habe etwas in meinem Zimmer, was ich brauche.“, log ich schnell.
„Was machst du wirklich?“, fragte Morpheus, er merkte sofort, dass ich log.
„Ich… ich muss etwas hacken.“, stammelte ich.
„Aha. Was denn?“, fragte er neugierig.
„Die Passwörter zum Archiv.“, gab ich kleinlauf zu.
„Jana, das gibt Ärger. Wofür denn?“, fragte er denn.
„Um die Sonne wieder zu aktivieren, damit die Matrix unnötig wird. Wir müssen den Planeten wiederherstellen.“
„Du hast Ziele… Lass dich nicht erwischen, nochmal ziehe ich dich nicht aus dem Schlamassel.“
Verwundert schaute ich Morpheus an, er hielt mich nicht auf. Wieso hielt er mich nicht auf?
„Wir müssen etwas machen um die Matrix unnötig zu machen, da hast du recht. Du ziehst das Ding auf deine Verantwortung durch und ich weiß nichts hiervon. Trotzdem… falls du irgendwohin fliegen musst, frägst du mich.“, sagte Morpheus direkt, ich nickte, damit hatte ich also noch einen Verbündeten. Nach einer halben Stunde hatte ich das Passwort herausgefunden, es war schlechter geschützt als ich erwartet hatte. Heute Abend konnte die Mission beginnen.
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