"But only I can live forever."

KurzgeschichteAllgemein / P12
Krabat Tonda
17.06.2015
17.06.2015
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Hallo Leute, das ist mein erster Versuch in diesem Fandom und war ursprünglich eine Aufgabe in Deutsch, die ich etwas umgeändert habe.
Also, es geht in Tondas Tod, wie ich ihn mir vorstelle.( Also nicht so wie im Film. )
Naja, ich würde mich auf jeden Fall über Review und eure Meinungen dazu freuen! :)

Vorsichtig strich Tonda Krabat über die Stirn. Krabat war endlich eingeschlafen. Fast hoffte Tonda, er würde noch einmal aufwachen und ihn aufhalten. Er wusste, dass dieser Gedanke selbstsüchtig war, aber er mochte noch nicht sterben.

Es war ein Teufelskreis. Irgendwann würde auch Krabat sterben. Sie waren doch alle noch so jung. Keiner älter als dreißig. Krabat war gerade erst vierzehn. So jung. Manche einer würde Tonda auch als jung bezeichnen, aber er machte das schon lange nicht mehr. Jung sein bedeutete unwissend zu sein und das war Tonda nicht mehr. Es war eine Qual. Jetzt wo Tonda nicht sterben mochte, sollte er sterben. Als er sterben wollte, durfte er nicht sterben.

Als Worschula, seine geliebte Worschula, von dieser Erde wandelte wollte er sterben. Der Meister wusste das. Er hatte Tonda Jahr für Jahr am Leben gelassen. Alles verlief trübselig an ihm vorbei. Früher hatte er noch eine Chance für Erlösung.  Die war ihm schon längst verwehrt worden. Tonda arbeitete und schuftete, um mich vor dem Schmerz abzulenken, der sonst unwiderruflich auf ihn eingestürzt wäre.

Und dann kam Krabat. Ein kleiner, schmächtiger, neugieriger Junge, der nicht wusste in welche Gefahr er sich begeben hatte. Krabat hatte ihn gelehrt wieder zu leben. Tonda erinnerte sich verschwommen, dass er in seinem früheren Leben einen kleinen Bruder etwa in Krabats Alter gehabt hatte. Krabat erinnerte ihn sehr an ihn und war ihm der Bruder, den er nie richtig kennengelernt hatte. Und jetzt musste er seinen Bruder alleine in dieser Hölle zurück lassen.

Tief durchatmend stand Tonda langsam auf. Vorsichtig strich er Krabat noch einmal über den Kopf. Jetzt wandte er sich seinem Mitgesellen zu. „Kommt gut hinüber ins neue Jahr“, sagte er leise. Alle anderen waren natürlich wach, wussten sie doch was heute geschehen würde. Tonda wandte sich Juro zu: „Pass auf ihn auf.“ Juro nickte leicht, er hatte Tränen in den Augen. Tonda wusste das Juro ein treuer Freund war und gar nicht so dumm wie er sich immer anstellte. Er würde auf Krabat aufpassen. Und das war das Wichtigste.

Tonda schenkte seinen Mitgesellen noch ein Nicken, dann machte er die Bodentür auf. Bevor er es sich anders überlegen konnte, kletterte Tonda nach draußen. Schnell verriegelte er die Tür. Er wollte nicht, dass Krabat ihm womöglich noch nach kam. Zitternd stellte er sich vor die Stufen und wartete. Oh, ja er hatte entsetzliche Angst. Er wusste, der Meister würde kommen. Hoffentlich würde es nicht allzu schmerzhaft sein. Tonda kniff die Augen zusammen. Gleich würde es so weit sein. Was sollte er tun? Gegen den Meister kämpfen? Tonda war hin und her gerissen. Einerseits wollte er endlich zu seiner Worschula, andererseits konnte er Krabat nicht einfach alleine lassen.

Plötzlich hörte Tonda eine heißere Stimme etwas flüstern. Sein Kopf war wie leergefegt, und ihm fiel kein Zauberspruch ein, mit dem er sich hätte verteidigen können. Auf einmal breiteten sich rasende Schmerzen ihn Tondas Körper aus. Er stand in Flammen. Alles ihn ihm brannte. Es war, als würden tausend Messer auf seinen Körper einstechen. Er wollte nur noch, dass es aufhörte. Er schrie und schrie, aber versuchte sich zu stoppen, da er nicht wollte, dass Krabat etwas von seinem Tod mitbekam. Er wollte auch nicht, dass der Junge seine Todesschreie hörte. Plötzlich wurde ihm ein scharfer Gegenstand an den Kopf gedonnert. Tonda schrie wieder laut auf und purzelte die Treppe hinunter. Unten schlug er hart auf. Die Schmerzen waren unerträglich. Tonda wimmerte leise. Er wollte nur noch, dass es aufhörte. Plötzlich stand eine verschwommene Gestalt vor ihm. Tonda wusste, es war der Meister.
Es schien fast so etwas wie Reue in seinen Augen aufzublitzen, als er erneut ausholte. Er hielt einen spitzen Stock in den Händen.
Mit leiser rauchiger Stimme sagte er: „ Es tut mir leid, aber nur ich kann ewig leben.“

Das letzte, was Tonda dachte, bevor seine Augen glassig wurden und ihm die Schwärze umfing war: Es tut mir Leid, Krabat.
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