Im Nebel

KurzgeschichteFantasy / P12
16.06.2015
16.06.2015
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Er saß vor seinem Haus, inmitten des Nebels. Das taten nicht viele Menschen. Als Kind hatte er gelernt, das der Nebel krank machte. Viele behaupteten sogar das er tötet. Vielleicht stimmte das sogar. Immer wieder hatte er davon gehört das Menschen starben die der Nebel überrascht hatte. Nur die Nebelgeborenen fühlten sich wohl in diesem weiße Dunst, der jede Nacht dieses Land heimsuchte und alles zu ersticken drohte. Es herrschte ein Stille im Nebel, die es sonst nicht gab. Er verstand nicht viel von den wichtigen Dingen dieser Welt und auch von der Alumanti hatte er nur wenig Ahnung. Er wusste das es Menschen gab, die mit Hilfe von Metallen ihr sinne schärfen konnten und andere wahren in der Lage Metall an zu ziehen oder weg zu drücken. In den Armenvierteln vor der Stadt spielte das jedoch keine Rolle, zumindest für ihn nicht. Er war kein Nebelgeborener. Dennoch fürchtete er den Nebel nicht. Als er zehn Jahre alt war und sein Vater wieder einmal zu viel Getrunken hatte, war er vor seinen Schlägen in die Nacht und damit in den Nebel geflohen. Er hatte nicht groß darüber nachgedacht, als sein Vater mit einem Tischbein auf ihn los gegangen war. Er wollte einfach nur weg. Sein Vater war ihm natürlich nicht gefolgt, die Angst vor dem Nebel hatte ihn zurück gehalten. Das ganze war nun schon fast zehn Jahre her. Der Nebel hatte ihm nie etwas getan und so setzte er sich hinaus in die Nacht, wenn er allein sein wollte um nach zu denken. So war es auch heute. Das Geschrei der Kinder und das Gezanke mit seiner Frau hatten ihn aufgewühlt. Hier draußen hatte das keine Bedeutung mehr. Doch plötzlich bewegte sich etwas durch den weißen Schleier. „Wer bist du?“ wollte ein Stimme wissen. „Ich bin Dan.“ „Warum bist du im Nebel?“ „Es ist still hier draußen.“ In Dan wuchs die Angst, wer konnte dieser Mann sein. War es ein Nebelgeborener? Der Mann ergriff wieder das Wort. „Du bist kein Kind des Nebels. Aber du fürchtest dich dennoch nicht. Warum?“ „Der Nebel hat mir nie etwas getan und hier draußen kann ich in Ruhe nachdenken“ Die Stimme klang freundlich und Dan verlor seine Angst. „Du hast recht, Dan. Der Nebel ist ein Ort der Stille, aber er kann auch einsam sein. Wenn ich darf denken wir eine Weile gemeinsam nach.“ Dan nickte und der Fremde sagte nichts mehr. Dan wusste nicht, ob der Fremde sein Nicken irgendwie bemerkt oder gar gesehen hatte. Auf jeden Fall blieb er für eine Zeit lang. Dann, ohne ein weiteres Wort verschwand der Fremde wieder. Kurze Zeit darauf ging Dan zurück in sein Haus.
Einige Tage später saß er wieder im Nebel. In der Stadt hatte es einen Kampf gegeben und ein gewisser Kelsier, ein Nebelgeborener war dabei gestorben. War er der Mann, denn er getroffen hatte? Wusste er das er bald sterben musste? Dan wusste es nicht. Aber Kinder des Nebels waren selten und deshalb fand er es unwahrscheinlich, dass er einen anderen getroffen hatte.
Er wusste nicht warum, aber der Tod dieses Mannes machte ihn traurig. Er saß fast die ganze Nacht im Nebel und dachte über seine Begegnung mit dem Fremden nach.