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angel gwaedlyd

GeschichteAngst, Fantasy / P16
15.06.2015
15.06.2015
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Hey Leute!

Ausnahmsweise gibt's von mir mal keine Fanfiction...
Bei diesem genialen Projekt hier wollte ich mal einfach so was schreiben.

Sie sind der Inbegriff der Gothic Novels und Schauergeschichten, ein Symbol für all das, was uns Angst einjagt und doch gleichzeitig auf morbide Weise fasziniert: Vampire.

Bei Vampiren und dem Titel von einer meiner Lieblingsbands konnte ich nicht widerstehen, trotz fehlender Zeit. *-*

Autor: Necronomica
Genre: Fantasy, Angst (Übernatürlich)
Rating: P16
Summary: Eine Hetzjagd durch einen gottverlassenen Ort. Dabei war Raphael doch nur heimlich den Klerikern gefolgt.


Ich hoffe, es gefällt irgendwem...vermutlich erinnere ich mich morgen früh selbst nicht mehr daran, wie ich diesen Mist hier zusammenfabriziert hab...

Whatever,
Viel Spaß.

LG Alice


angel gwaedlyd


Raphael drückte das dicke Buch fest an sich, während er die Gänge des Schlosses entlang eilte.
Seine Sandalen klapperten laut auf dem Stein und mehrmals wäre der Junge beinahe über den Saum seiner langen Kutte gestolpert, die eigentlich gar nicht sein Eigentum war.
Er wusste, würde er stehenbleiben oder auch nur nach hinten sehen, war es aus.

'Die Unsicheren holen sie immer zuerst', dachte er an die Lehren von Pater Stefan.
'Die Unsicheren und Schwachen, diejenigen, deren Glauben versagt.'

Solange Raphael an seinem Glauben festhielt, war er sicher, so sagten es die heiligen Schriften.
Sein Vertrauen in den Herren würde ihm das Leben retten, war es nicht so?
Er musste nur von diesem verfluchten Ort fliehen.
Der Pater hatte gesagt, er könne es schaffen.
Wichtig war nur, dass Raphael das Buch nicht verlor.
Es enthielt die wichtigsten Abschriften und einige Stücke, die für den Rest der Welt verloren waren.
Ihr Orden hatte dergleichen stets streng unter Verschluss gehalten.
Warum hatten sie bloß an diesen Ort kommen müssen?
Und warum war Raphael den Älteren bloß hinterhergeschlichen, mit einer gestohlenen Kutte, nur um nicht aufzufallen?
Der Pater hatte es als Wink des Schicksals bezeichnet.

'Und wenn das Schicksal befindet, dass es für dich an der Zeit ist, die Welt zu verlassen und in den Himmel aufzusteigen, so gehe mit Freude!'

Gib nur Acht, dass dem Buch nichts passiert, kleiner Raphael!
Die Gänge schienen kein Ende zu nehmen.
Raphaels Beine wurden schwer, der Junge hatte Seitenstechen und bekam kaum noch Luft.
Lange konnte er so nicht mehr weiterrennen.
Raphael wünschte, er hätte auf David gehört und wäre den Anderen nie gefolgt.
Nun waren sie alle tot.
Und er würde es auch bald sein, wenn er dieses gottverlassene Schloss nicht bald verließ.

'Verweile nicht, Bruder, denn die Dunkelheit ist schnell und der Abstieg verlockend!'  

Ein Flüstern hallte durch die Dunkelheit, etwas tropfte auf den steinernen Boden.
Raphael zuckte zusammen ob der unerwarteten Geräusche, hörte er doch seit Minuten nur seinen eigenen Atem und das Klappern der Sohlen.
Keine Geräusche mehr, seit die Schreie der Kleriker verstummt waren.
Eine Abzweigung, er rannte nach links.
Aber war es nicht rechts gewesen?
Oder war die Abbiegung rechts an der Ecke mit dem Gemälde gewesen?

Welches Gemälde?
Hier gab es kein Gemälde, Raphael hatte keins gesehen, auf dem ganzen Weg nicht.
Jetzt bildete er sich schon Sachen ein.

'Renn nur, kleiner Engel...'

Da! Da war das Flüstern wieder gewesen!
Ganz leise, Raphael hatte es gerade so vernehmen können.
Was bedeutete das?
Wollte man ihn zu Tode hetzen wie Vieh bei der Jagd?
War das hier alles ein perverses Spiel?
Aber wer spielte da mit ihm?
Was ihn verfolgte, war kein Wesen von dieser Welt.
Ebensowenig eine göttliche Kreatur.
War dies Schicksal?
Ein Junge, zu Tode gehetzt, alle seine Lehrer brutal ermordet, nur weil er unartig gewesen war?
War dies, was das Schicksal verlangte?
Raphael stolperte.
Hastig rappelte er sich auf und rannte weiter.
Aus dem Augenwinkel hatte er eine beringte Hand erkennen können, doch ihm blieb nicht die Zeit zu rasten und das Hindernis zu untersuchen, eventuell den gefallenen Lehrer angemessen zu verabschieden.
Was auch immer ihn verfolgte, es war nahe.
Raphael dachte an den Tod.

'Glück erfährt, wer für den Glauben stirbt.'

Er hatte Angst davor.
Was wohl passieren würde?
Gab es wirklich den Aufstieg ins Paradies, von dem Pater Stefan gepredigt hatte?
Raphael dachte an alle, die er zurücklassen würde.
Zacharias würde nur ein verächtliches Schnauben für ihn übrig haben.
Die dunklen, kalten Augen würden verraten, was dieser dachte:
'Ein Schwächling. Einer, der Verbotenes tut und die Strafe nicht erträgt.
Wahrscheinlich wurde ihm der Zugang ins Paradies verwehrt.
So jemanden wie ihn kann man da doch nicht hineinlassen.'
Vielleicht hätten Levi und Nathan eine Träne für ihn übrig.
David würde nur den Kopf schütteln.
'Ich habe es ihn ja gleich gesagt.
„Folge dem Pater und seinen Begleitern nicht. Dies ist nicht deine Angelegenheit.“
Aber der Junge wollte ja nicht hören.
Ein Regelbrecher war er schon immer, und er war es bis zu seinem letzten Atemzug.'

'Die Jagd ist bald vorbei, das Mahl ist bereitet.'

Und schon wieder dieses Flüstern. War dieser Ort das Ende der Welt?
Pater Stefan hätte ihn für diesen Gedanken gescholten.
Aber der Pater war tot und auch sein Glaube hatte daran nichts geändert.
Vielleicht war es doch falsch gewesen, all die Geschichten, die er ihnen erzählt hatte.
Welchen Beweis gab es, dass sie die Wahrheit gewesen waren?
Raphael konnte wirklich nicht mehr.
Seine Lungen brannten, Tränen liefen ihm über die Wangen.
Und zuletzt flennt er wie ein Neugeborenes, spottete eine leise Stimme in seinem Kopf.
Raphael wischte sich hastig die Tränen fort.
Wenn er doch nur einen Moment anhalten könnte, ausruhen könnte, die Last des Buches für einen Augenblick loswerden könnte...
Der Junge bog um die Ecke und fand sich vor einem großen, roten Wandteppisch wieder.
Er war in eine Sackgasse gelaufen.
Aber das war unmöglich!
Er kannte doch den Weg hinaus, er müsste der Freiheit schon ganz nahe sein!
Wann war er denn falsch abgebogen?
Raphael ließ sich mutlos an der Wand herabsinken und starrte auf seine Hände.
Da war immer noch das Buch.
Verflucht sei dieses Buch!
Verflucht sei dieser Ort, der Pater und all jene, die mit dem Pater gereist waren!  
Mit einem verzweifelten Aufschrei schleuderte Raphael das Buch von sich.
Er hörte Schritte, das Flüstern, wie es immer näher kam.

'Hörst du die Dunkelheit, Junge? Hier findest du keine Erlösung.  Und deine Hoffnung ist nur eine Illusion, ein Funke Licht, den ihr Sterblichen euch immer bewahren wolltet, allein in der Dunkelheit der Welt.'

Er hätte nur so gerne noch einmal das Licht gesehen.
Hier war alles dunkel.
Keine Dunkelheit mehr von dieser Welt.
Sie kündigte etwas an.
Etwas, das man immer spüren konnte, besonders dann, wenn man allein war.
Nachts, wenn man nur sein eigenes schlagendes Herz hörte, kein anderes Lebenszeichen, aber trotzdem ein Flüstern im Dunkeln vernahm.
Dieses Wesen war so viel stärker.
Ein Unhold aus einem tiefen Abgrund, das es verstand, jemanden einzuwickeln.
Zu verführen, zu rufen, und, ja, Raphael wollte es.
Es würde ihn finden und dann würde er der Dunkelheit gehören.
Der Gedanke erfüllte den Jungen mit einer ungekannten Euphorie.

'Hier ist nun dein Ende, junger Blutengel. Hier bist du gefallen, und du wirst nie wieder fliegen.'

Zähne berührten seine Haut, ritzten sie langsam auf, beinahe genießerisch, spielerisch und verführerisch, so wie das Naturell hinter dieser ganzen Jagd.
Raphael war froh, dass es bald vorbei war.
Ein letzter Blick in die Augen des Teufels, der seine Mahlzeit feierte, und das süße, berauschende Gefühl des eigenen nassen Blutes auf der Haut.
Nichts würde ihn retten.
Kein Glaube an falsche Götter, hier gab es nur die Nacht und ihr ewiges Lied.
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