Epilog (Alternate Ending)

von Ellesmera
KurzgeschichteRomanze / P12
Kantorka Krabat
15.06.2015
15.06.2015
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Hey Leute, ich dachte mir, lade doch mal deine Geschichte hoch, mal gucken, wie sie sich schlägt! Im Klartext; wir lesen gerade im Unterricht das Buch Krabat. Eine Aufgabe hieß, "schreibe ein anderes Ende!" So und hier ist es; (PS. Anfang ein bisschen spoiler von anderer Krabt FF aber ich fand das richtig gut)
Kurz: dieser Einleitung gehört nicht mir, sondern Gringo-hh mit seiner zauberhaften FF!
Epilog;

Kreise sind mächtig. Ein Ring ist ein Kreis. Mehrere Ringe ineinander gehängt sind eine Kette. Wenn der letzte Teil der Kette in das erste greift,- so entsteht ein Ring. Ein Ring aus Ringen. Löst man jedoch diesen "Ring aus Ringen" wieder auf und lässt zwei verknüpfte Ringe übrig,- so entsteht ein Zeichen. Ein Zeichen, das nicht gelöst oder getrennt werden kann. Ein Zeichen, ob magisch oder nicht, es verbindet zwei Dinge auf eine bestimmte Art und Weise. Dieses Zeichen nennt man auch Unendlichkeitszeichen. Ein liegende Acht. Ein mathematisches Symbol. -Alles läuft auf's gleiche hinaus,-es ist für "Für Immer" gedacht. Es zieht Kreise, die niemals entgleisen oder aus der Bahn geraten können. Jedoch kann man das auch als zwei Eheringe betrachten. Für immer. Kein Zurück.

Krabat stand Hand in Hand mit seiner Kantorka, die nun endlich ihren Namen verraten hat, auf einem kleinen Podest vor einem bunt geschmückten Tisch in der Mitte Schwarzkollms.
Hinter sich hörte Krabat das bunte und freudige Treiben der Dorfbewohner, welche sich zusammengefunden hatten, um mit ihnen das Fest der Feste zu feiern- eine Hochzeit. Nicht irgendeine, die von Marie und Krabat! Musiker in bunten, mit Federn geschmückten Kostümen, wie Hofnärre, tanzten wild und spielten dabei Melodien, die sofort ins Ohr drangen und forderten, sich dazu zu bewegen. - Doch Krabat konnte nicht. Zu sehr war er in die blauen Augen Maries fixiert, die seine Liebe zu ihr förmlich widerspiegelten. Ihre Haare hatte sie zu einer aufwändigen Steckfrisur hoch geflochten. Ein paar einzelne lockige Strähnen fielen ihr ins Gesicht, und Krabat musste sich anstrengen, diesem Drang zu widerstehen, ihr das Haar aus dem Gesicht zu fischen. Er wollte seine nervösen und schwitzigen Hände nicht an ihr abwischen, oder ihr damit ins Gesicht kommen. Hinter ihm nahm er wieder das Lachen der Menschen war, die in Gruppen, oder nur zu zweit, umhertanzten, umherwirbelten, und sich ineinander verloren, die festlichen Kleider wild schwangen, und über beide Ohren hinaus strahlten. Die Frauen, Kinder und alle Jugendlichen hatten sich kleine Gänseblümchenkränze ins Haar geflochten und strahlten in allen erdenklichen Arten. Er wand den Blick wieder ab und ließ ihn stattdessen über Maries Kleid gleiten. Das wunderschöne, bodenlange satinfarbende Kleid war mit einzelnen aufwändigen weißen Bestickungen besetzt und schimmerte wie ein See in der Abendsonne, welche lange Schatten auf die Anwesenden warf.
Jäh wurde er wieder weggerissen, als ein Raunen durch den Tumult glitt und alles sofort verstummte. Man hatte die sage und schreibe berühmte Stecknadel zu Boden fallen hören können, so still war es gerade. Die Masse öffnete sich und ein Mann mit schneeweißen Haar und einer langen rote Robe auf sie zu schritt. Krabat wusste, der Mann war alt. Er war Pastor, Priester, den Unterschied wusste er bis heute noch nicht. In seinen knochigen Händen hielt der Alte ein uraltes und sehr dickes Buch. Aufrecht schritt er an Krabat und Marie vorbei und legte hoch erhobenen Hauptes das Buch vorsichtig auf den Tisch vor ihnen. Krabat war sich sicher, - dies musste die Bibel sein, von welcher er nur Spekulationen gehört hatte.
Der Mann ließ die Finger über die lutherische Rose gleiten, und schlug vorsichtig, bedacht darauf die vergilbten Seiten zu beschädigen, das Heiligtum auf. Bei jedem Umschlagen der Seiten wirbelte eine kleine aber dichte Staubwolke auf, doch der Pastor machte keinerlei Anstalten den den Qualm vor seinen Augen wegzuwedeln. Vielmehr atmete er ein paar Mal tief ein und aus- Krabat schien es, als ob er den verwesenden Geruch gerade zu inhalierte. Dann zog er aus seinem Gewand ein stählernes Eisenkreuz hervor, und ließ es an einer Kette über seiner Brust baumeln. Jetzt hob er beide Hände und gebot der Menge still zu sein; erneut verstummte sie. Um die hundert Augenpaare blickten jetzt zu den Dreien hinauf. Er legte einen Finger auf die Seiten des Heiligtums und begann laut zu lesen. Alt, weise und machtvoll klangen die Worte, als er sie langsam und betont kund gab. Als er geendet hatte, feagte er, ob die Beiden das Wahre Bündnis der Ehe eingehen wollten. Dies bedeutete das Für Immer. Beide stimmten gleichzeitig zu. Dann nahm Krabat zwei Ringe -einen großen und einen kleinen- aus einer mit rotem Purpur verzierten Schatulle legte den Ring seiner Kantorka an. Das gleiche tat sie auch bei ihm.

Dann hörten sie nur noch das Jubeln und Klatschen der Bewohner im Hintergrund; sie sahen sich tief in die Augen; Tausende von Emotionen wirbelten kraftvoll und leidenschaftlich um sie herum; geprägt von der Wahren Liebe. Dann senkten sie ihre Lippen aufeinander. Krabat spürte noch, wie sich ein paar Rosenblätter in seinen Haaren verfingen, dann wie zwei menschliche Seelen ineinander verschmolzen und nie mehr trennbar waren, wie zwei für immer verkettete Ringe.


Ich hoffe die Kurzgeschichte hat euch gefallen. Hinterlasst mir doch bitte ein paar Reviews! Ximena;)
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