Die junge Seite eines Mörders

GeschichteAllgemein / P6
Brianna "The Breeze" Dekka Talent Drake Merwin Edilio Escobar Jack "Computer-Jack" Sam Temple
14.06.2015
10.06.2017
19
31797
2
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
AN: Die folgende Geschichte hat so in den echten Büchern zwar nicht statt gefunden und ist von mir geschrieben worden, wirkt sich aber in keinster Weise auf den wirklichen Verlauf der GONE-Bücher aus. Die Story findet in den drei Monaten zwischen dem vierten und dem fünften Buch statt und nimmt sich sozusagen ein wenig von diesem "unbeschriebenen" Zeitraum - wie eine Art kleines Special.  Daher, kein AU. Viel Spaß beim Lesen :)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Obwohl der Gaiphage Drake bisher immer noch nicht in irgendeiner Weise für seine Niederlage bestraft hatte, spürte der Junge die gewaltige Wut der Dunkelheit so deutlich wie ein schweres Gewicht auf seinen Schultern. Sie war nicht einfach wütend, sie war außer sich. Und in so einem Zustand konnte es gefährlich sein, ihr zu nahe zu kommen.
 Nicht, dass es zu einem anderen Zeitpunkt jemals wirklich sicher gewesen wäre.
 „Entschuldigung“, flüsterte Drake, das Gesicht demütig zu Boden gewandt, die Knie im Sand vergraben. Er stützte sich mit seiner richtigen Hand ab, seine Peitschenhand glitt unruhig über den staubigen Grund der Miene. Diese unterwürfige Haltung würde ihn vor dem Zorn des Gaiphage nicht retten, aber er sah keinen anderen Ausweg. „Entschuldigung“, wiederholte er immer wieder. „Es tut mir leid. Ich wollte es nicht.“ Seine Stimme war heiser.
 Nemesis – diese Missgeburt namens Pete, wie Drake jetzt wusste – war tot, oder zumindest einfach nur nicht mehr da. Drake hätte ihn zur Dunkelheit bringen sollen, das war ihr Befehl gewesen – aber Astrid hatte Pete ja umgebracht, indem sie ihn den Käfern vorgeworfen hatte.
 Diese dumme Schlampe hatte Drake alles kaputt gemacht. Dieses verdammte Genie.
 Drake fuhr innerlich zusammen, als der Gaiphage etwas wie ein Brüllen ausstieß, das eindeutig nur in seinem Kopf zu existieren schien, dadurch aber nicht weniger laut wurde. Drake schrie auf und griff sich an den Schädel, dieser schien zu platzen.
 Wieso musste ausgerechnet er jetzt hier sein? Zum ersten Mal wünschte er, es wäre Brittney gewesen, die in diesem Augenblick die Kontrolle über ihren gemeinsamen Körper erlangt hätte. Aber das Mädchen würde bei seinem Glück nicht kommen, nicht jetzt.
 „Entschuldigung“, wiederholte Drake atemlos, als das Pochen in seinem Kopf stärker wurde.
 Hungrig im Dunkeln. Die Stimme des Gaiphage erklang wie ein Echo in Drakes Kopf. Er klang aber erstaunlich gefasst, erstaunlich gelassen. War das ein gutes Zeichen?
 Nemesis, sagte die Stimme. Ich brauche Nemesis.
 „Ich weiß“, murmelte Drake. Er konnte sich kaum bei Bewusstsein halten. „Ich weiß, aber er ist weg.“ Drake schloss die Augen. „Es tut mir leid.“
 Sein Geist ist noch da. Er braucht einen Körper.
 „Aber was soll ich tun?“, fragte Drake, bevor sein Kopf hochschoss. Er sah zu der grünleuchtenden Masse in der Mitte des Schachtes. Das einzige Licht in dieser scheinbar endlosen, tiefen Dunkelheit. „Soll ich ihm einen Körper holen?“
 Er hatte sogar schon jemanden im Kopf. Falls er Astrid jemals zu Gesicht bekam, würde er sie sich schnappen, dieses Miststück. Oder nein. Sie würde er sich für die Folter aufheben, für Nemesis würde er sich jemand anderes suchen. Vielleicht Brianna. Oder Dekka.
 Er braucht einen passenden Körper. Einen, der ihn an seinen alten erinnert.
 „Ich werde nach einem Kind suchen“, versprach Drake eilig. „Es gibt genug kleine Kinder in der FAYZ.“ Falls sie noch nicht alle verreckt sind, fügte er im Kopf hinzu. Es war überraschend, dass ihn ein solcher Gedanke ausnahmsweise mal nicht zufrieden machte. Vielmehr überkam ihn nun Angst.
 Du wirst keins finden.
 Er braucht einen Körper, in dem du ihn zu mir schaffen kannst.
 Du wirst nicht wieder versagen.
 Das war nicht einmal ein Befehl, sondern eine Drohung, das wusste Drake.
 „Aber was soll ich denn tun?“, fragte er verzweifelt. „Wo soll ich einen passenden Körper für ihn auftreiben?“
 Überlass die Sache mit dem Körper mir. Deine Aufgabe ist es, seinen Geist aufzunehmen.
 „Wie soll ich das verstehen?“, fragte Drake verwirrt, erhielt aber keine Antwort. Stattdessen schoss plötzlich ein brennender Schmerz durch seinen Kopf und er schrie auf. Ein überwältigendes Schwindelgefühl überkam ihn und er spürte noch, wie er zur Seite kippte.
 Dann verlor er das Bewusstsein.
Review schreiben