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Don - Amnesie

von Klajo
Kurzbeschreibung
GeschichteThriller, Angst / P18 / Gen
13.06.2015
16.08.2015
17
61.031
1
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
13.06.2015 1.683
 
Hallo ihr Lieben,

diese Geschichte habe ich vor einigen Jahren verfasst und nun beschlossen, sie hier hochzuladen. Es war meine erste Fanfiction zu Don. Sie ist fertig gestellt, deshalb kann ich zügig die Kapitel posten. Rückmeldungen wären fantastisch =) Ich hoffe, es gefällt euch!

Disclaimer:
Natürlich habe ich keinerlei Rechte an den Figuren der Geschichte, außer den Charakteren, die ich selbst erfunden habe.

Sooo, los gehts:

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AMNESIE

Piep, piep, piep...............
Das waren die ersten Geräusche, die ich um mich herum wahrnahm. Ich hatte keine Ahnung, wo ich war, noch wie ich hier hergekommen war. Dennoch hielt ich meine Augen geschlossen, denn ich war mir auch nicht sicher, ob ich wirklich wissen wollte, wo ich war.
Piep, piep, piep............
Dieses Piepen…es ging mir nicht aus dem Kopf. Es war so aufdringlich, man konnte es nicht ignorieren.
Ich beschloss nun doch die Augen zu öffnen. Kaum hatte ich das getan, fing mein Kopf an zu dröhnen, denn das grelle Licht, das mir entgegen strahlte war schier unerträglich hell in meinen Augen. Eigentlich war es gar nicht so hell in dem Raum. Ich musste schon sehr lange bewusstlos gewesen sein, um so empfindlich auf Licht zu reagieren.
Piep, piep, piep.........
Nun sah ich auch die Maschine, die dieses Geräusch produzierte. Sie war an mich angeschlossen und zeichnete meinen Herzschlag auf. In meinem Arm steckte eine Nadel, die an einer Infusion befestigt war und ständig irgendwelche Substanzen in mich reinpumpte. Damit kam ich zu dem Schluss, dass ich mich in einem Krankenhaus befinden musste. Das war jedenfalls der naheliegendste Gedanke bei diesem steril wirkenden Raum, den Geräten und den Medikamenten, die ich verabreicht bekam.
Piep, piep, piep.........
Dieses ewige Piepen ließ mich nicht mehr klar denken. Ich versuchte angestrengt mich daran zu erinnern, was passiert war und warum ich überhaupt hier war. Doch ich konnte mich nicht daran erinnern. Je mehr ich es versuchte, desto stärker wurden die Kopfschmerzen. Alles fing an sich zu drehen und dann war es wieder dunkel um mich und ich bekam nichts mehr mit.

"Er ist wach!.....Schnell, rufen Sie den Doktor!", hörte ich eine Stimme aufgeregt rufen, als ich einige Stunden später wieder zu mir kam. Ich öffnete die Augen und sah eine Krankenschwester, die an dem Rädchen der Infusion drehte um die Dosis zu regulieren. Ich wollte sie fragen, was passiert sei, aber ich konnte nicht reden, egal wie sehr ich mich anstrengte.
Plötzlich sah sie mich an. Sie hatte einen sehr warmen mitfühlenden Blick.
"Machen Sie sich keine Sorgen. Sie kommen bald wieder auf die Beine. Sie können dem Arzt hier vertrauen."
Nur wenige Augenblicke später war der Arzt zur Stelle,  untersuchte mich und gab mir einige Schmerzmittel. Die Kopfschmerzen wurden schon bald erträglich, vom Rest meines Körpers spürte ich ohnehin nicht allzu viel.
"Guten Tag, ich bin Dr. Roshan. Sie haben wirklich Glück gehabt...ich kenne nur wenige, die einen Schädelbruch so ohne weiteres wegstecken. Wir konnten alle ihre Verletzungen soweit behandeln. Sie hatten mehrere Rippen gebrochen und Prellungen an verschiedenen Stellen. Dass sie noch nicht sprechen können ist völlig normal, denn um den Schädelbruch zu behandeln mussten wir eine Gehirnpartie betäuben. Das sollte sich in ein paar Stunden gelegt haben. Sie werden noch eine Weile hier bleiben müssen, aber sie werden wieder ganz gesund."
Gerade zu mir gekommen und schon quatschte mich ein Arzt mit medizinischem Kauderwelsch voll.
Dennoch versuchte ich eher schlecht als recht zu nicken um ihm zu zeigen, dass ich verstanden hatte.
"Gut, ich werde in ein paar Stunden noch einmal nach ihnen sehen. In der Zwischenzeit sollten sie versuchen zu schlafen, dann baut sich die Betäubung leichter ab." Dann drehte sich der Arzt um und verließ den Raum.
Wie sollte ich denn jetzt schlafen? Er hatte mir nicht gesagt, was passiert war. Also verbrachte ich eine Weile damit, darüber nachzugrübeln, wie ich eigentlich zu den ganzen Verletzungen gekommen war. Doch nach einiger Zeit bekam ich davon wieder Kopfschmerzen und so befolgte ich den Rat des Arztes doch und schlief ein wenig, bis ich von einer Tür, die ins Schloss fiel wieder geweckt wurde.
"Entschuldigen sie bitte", sagte Dr. Roshan, "Ich wollte sie nicht wecken. Können sie wieder sprechen?"
Es kam mir vor, als hätte ich seit Jahren kein Wort mehr gesprochen. Zuerst kam nur ein Krächzen heraus als ich den Mund zum Reden öffnete, doch dann gelang es mir ein "Ja" als Antwort zu geben.
"Wie fühlen sie sich?", fragte der Arzt nun nach.
"Als hätte mich der Blitz getroffen, nachdem ich von einem LKW überfahren worden bin." Meine Stimme klang noch heiser, doch ich war einfach nur heilfroh mich wieder ausdrücken zu können.
"Nun, das wundert mich nicht. Sie müssen sich ja irgendwo sehr viele Feinde gemacht haben, so wie sie aussahen. Können sie sich an irgendetwas erinnern?"
"Nein, ich hab's schon versucht, aber ich weiß ja nicht mal, wie ich hier hergekommen bin", sagte ich und schaffte es dabei nicht die Verzweiflung ganz aus meiner Stimme zu verbannen.
Dr. Roshan setzte sich auf einen Stuhl neben mein Bett. Nun hatte ich Gelegenheit ihn mir mal genauer anzusehen. Er trug einen typischen weißen Arztkittel und hatte ein Clipboard in den Händen. Eine dicke Brille saß auf seiner Nase, doch der Ausdruck in seinem Gesicht machte insgesamt einen vertrauenserweckenden Eindruck.
"Seien sie beruhigt, das ist nach einem solchen Schlag auf den Kopf völlig normal. Wir müssen aber noch ein paar Formalitäten klären. Ich brauche noch ihren Namen, denn es wurde kein Ausweis oder Ähnliches bei ihnen gefunden."
"Natürlich...mein Name ist.........." Ich erschrak. Wie sehr ich mich auch bemühte, ich konnte mich nicht an meinen Namen erinnern. Ich schloss die Augen und durchwühlte mein ganzes Gedächtnis. Doch alles, an das ich mich erinnern konnte, waren diese letzten paar Stunden im Krankenhaus. Alles was vorher war, war aus meiner Erinnerung gelöscht. Ich wusste nicht, wie alt ich war, woher ich kam, wie ich hieß oder wie ich aussah. Das durfte einfach nicht wahr sein....warum musste mir das passieren? Plötzlich wurde mir bewusst, dass der Arzt noch immer auf eine Antwort von mir wartete.
"Ich.....ich....kann mich nicht erinnern. Dr. Roshan...warum kann ich mich an nichts erinnern? Warum weiß ich nicht wer ich bin?"
"Bleiben sie ganz ruhig. Das wird sich bestimmt bald wieder legen", sagte Dr. Roshan, doch seine Augen verrieten mir etwas anderes.
"Ruhen sie sich noch etwas aus und dann sehen wir morgen weiter." Er gab mir ein Beruhigungsmittel, damit ich gut schlafen konnte und verließ mit der Schwester wieder den Raum.
Ich wehrte mich gegen das Mittel, denn ich wollte nicht schlafen. Doch irgendwann siegte die Müdigkeit.
Nach kurzer Zeit wachte ich allerdings wieder auf. Ich vernahm Stimmen direkt neben mir. Ich wollte gerade die Augen öffnen, als ich merkte, dass das Gespräch von mir handelte. Also tat ich so als würde ich noch schlafen um alles mitzukriegen.
"...Es kann also sein, dass er sich nie wieder an sein früheres Leben erinnern wird?" Das war die Stimme der Schwester.
"Das kann man nicht genau sagen. Mit so einer Amnesie ist nicht zu spaßen. Es kann sein, dass er sich, wenn er aufwacht schon wieder an mehr erinnert, es kann aber auch sein, dass es noch Jahre dauern wird."
Ich bekam panische Angst, als ich die Worte des Arztes hörte. Keine Sekunde länger  konnte ich mir dieses Gespräch anhören, also machte ich auf mich aufmerksam, indem ich leise stöhnte und so tat, als würde ich gerade aufwachen.
"Oh, Sie sind ja wach. Wie geht es Ihnen?", fragte der Arzt als wäre nichts gewesen.
"Ist es wahr?", fragte ich sofort.
"Was meinen sie?"
"Sie wissen genau was ich meine...also, ist es wahr?" Diese Worte klangen eiskalt denn plötzlich spürte ich eine unbändige Wut in mir. Wäre ich in der Lage dazu gewesen, ich hätte Dr. Roshan etwas angetan. Ich konnte mir nicht erklären, warum ich so wütend wurde. Der Arzt konnte ja nichts für meinen Zustand, dennoch wollte ich ihn angreifen. Aber das ließ meine Verfassung wirklich nicht zu.
"Haben Sie unser Gespräch mitgekriegt?", fragte Dr. Roshan ängstlich.
Ich starrte ihm nur mit einem eiskalten Blick in die Augen. Er wich vor mir zurück, obwohl ich ihm sowieso nichts hätte tun können. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass von mir eine unglaubliche Macht ausging, doch ich wusste nicht warum. Vielleicht hatte ich einfach eine Begabung darin Menschen einzuschüchtern....konnte man das als eine Erinnerung bezeichnen? War ich vorher schon so gewesen?
"Nun, es ist wahr... der Schlag auf den Kopf hat eine starke Amnesie bei Ihnen hervorgerufen. Aber Ihre Erinnerungen werden wiederkommen....das dauert nur..."
"Kommen die mir jetzt nicht mit "das dauert nur seine Zeit". Eben klang das noch ganz anders, da hieß es noch, dass es sein könnte, dass meine Erinnerung nie wieder zurückkommt", unterbrach ich ihn forsch. Auch die Schwester hatte sich zurückgezogen und sah mich nun ängstlich an.
"Lassen Sie mich allein", sagte ich in einem drohenden Tonfall, den ich mir selbst nicht erklären konnte.
Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. Ohne ein weiteres Wort zu sagen verließen sie fast überstürzt das Zimmer.
Nun war ich allein und hatte Zeit zum Nachdenken. Ich verstand es nicht. Warum hatte ich eine solche Wirkung auf die Menschen in meiner Umgebung? Langsam beruhigte ich mich wieder. Wenn ich recht drüber nachdachte, tat es mir schon wieder leid, wie ich mit den beiden umgegangen war. Sie konnten nichts für meinen Zustand und sie versuchten mir zu helfen. Aber ich musste eine Erklärung für meine plötzliche Aggressivität finden. Je mehr ich grübelte, desto klarer wurde mir, dass es nicht das erste Mal war, dass ich ganz plötzlich aggressiv wurde. Diese Wut über unwichtige Dinge hatte ich schon öfter empfunden, das konnte ich deutlich spüren, doch vermochte ich nicht zu sagen, wann und über wen ich mich aufgeregt hatte.
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