Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Erbe des Königs - Lost Christmas 2.0

von ChaosCrow
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ayase Shinomiya Shu Ouma
13.06.2015
05.07.2015
2
2.452
1
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
13.06.2015 1.334
 
Kapitel 1: Kuro Ouma

20 Jahre nach Lost Christmas, hatte sich die Gesellschaft und das Leben in Japan wieder zu seinem üblichen Rhythmus zurückentwickelt. Die verlorene Weihnacht hinterließ Narben in den Herzen der Menschen, doch die qualvollen Ereignisse schienen zugleich in Vergessenheit zu geraten. Ob es ein Reflex des Menschen war sich vor Schmerzen aus der Vergangenheit zu beschützen, oder ob sie einfach nicht in der Vergangenheit leben wollten und stattdessen die Gegenwart erleben und die Zukunft formen wollten? Ich hatte nie wirklich Interesse nach einer Antwort zu dieser Frage zu suchen, im Gegenteil. Mein Vater war derjenige der sich aufopfern wollte um die Menschheit zu retten, doch niemand realisierte den Helden aus der Vergangenheit und erinnerte sich an ihn. Nun war er nichts weiter als eine blinder Mann kurz vor seinen 40sten Geburtstag, und das einzige was mein alter Herr hatte war eine Frau im Rollstuhl die sich um ihn kümmerte, meine Mutter. Die Sonne schien mir durch das große Fenster im Klassenraum direkt ins Gesicht, der Himmel war blau und weiße Wolken bedeckten wenige Stellen. Doch das grelle Licht störte mich nicht, denn ich hatte eine Sonnenbrille auf, wenn auch nur mit schwachen Gläsern sodass meine Augen noch gut sichtbar waren. Doch in meinem Gesicht sah man keinen freundlichen, lächelnden Ausdruck sondern eher einen distanzierten. Mit meinen Daumen, Zeige- und Mittelfinger drehte ich den Kugelschreiber in meiner Hand um seine eigene Achse und schaute gelangweilt aus den Fenster. Mein Kinn hatte ich auf meiner freien Hand abgestützt und mein Arm ruhte in einem rechten Winkel auf den Tisch um meine Hand und mein Kinn zu stützen. „Ouma Kuro!“
Ein Stück Kreide flog direkt auf mich zu als ich verträumt aus dem Fenster blickte und traf mich an der Stirn. Aus meinen Augenwinkeln heraus schaute ich zu meiner jungen Lehrerin und bemerkte aufgrund ihres Herzschlages das sie aufgebracht war. „Sorry..“, entgegnete ich bevor sie etwas sagen konnte und schaute wieder aus dem Fenster. Die Lehrerin schaute erst verwirrt doch dann entnervt zu mir. „..Warum kommst du überhaupt zur Schule, wenn dich japanische Literatur eh nicht interessiert? Bitte verfolge aufmerksam meinen Unterricht oder verlass den Klassenraum!“
„...“
Wirklich etwas dazu sagen wollte ich nicht, doch gehen wollte ich genauso wenig. Warum ich die Kraft besaß den Herzschlag der Menschen mir gegenüber zu spüren wusste ich genauso wenig und aufgrund dieser merkwürdigen Fähigkeit hielt ich mich auch lieber von anderen fern. Mutter erklärte mir einst das mein Vater genauso schlecht im Umgang mit anderen war wie Ich es bin, doch mit meinen alten Herrn wollte ich mich nie vergleichen. Er schien die Gefühle seines Gegenübers nie zu verstehen, bei mir ist es das exakte Gegenteil. „Kuro Ouma!, ertönte es erneut entnervt von der Lehrerin und kurz darauf spürte ich einen höher ansteigenden Herzschlag. War es Furcht? Mein braunen Augen wandten sich zu dem Mädchen rüber dessen Herz so viel schneller schlug und verharrten schlussendlich auf meiner Kindheitsfreundin, Yumi Himeragi. Wie konnte man sie am besten beschreiben? Sie war klein, zierlich, hatte ein ziemlich niedliches Gesicht, leicht gerötete Wagen als sich unsere Blicke trafen und dunkelblonde bis graue kurze Haare, welche bis zu ihren Schultern reichten und ihre Ohren bedeckten. Ihr Pony reichte bis knapp über ihre Augenbrauen und ihre blauen Augen sahen rein und klar aus. Ich vergaß beizufügen das sie zwei Strähnen auf der Vorderseite ihres Kopfes besaß die links und rechts ihres Gesichtes bis hin zu ihren Schultern reichten und das ihre linke Strähne von drei kleinen, parallel übereinanderliegenden Spangen verziert war. Ihre Uniform glich meiner ziemlich, zumindest was das schwarze Jackett betraf. Sie trug einen blauen Rock, weiße bis zum Knie reichende Socken, schwarze Schuhe, eine weiße Bluse unter ihrem Jackett verziert von einer roten Schleife. Plötzlich ertönte die Klingel zum Stundenende und die Lehrerin seufzte auf. „Wie auch immer.. Macht eure Hausaufgaben zur nächsten Stunde.. Ihr dürft gehen.“
Ohne ein Wort zu sagen, stand ich auf und machte mich auf dem Weg. Yumi schaute mir mitleidig hinterher und packte schnell ihre Sachen zusammen um mir zu folgen.

Nachdem ich die Treppen hinuntergelaufen war, wechselte ich am Eingangsbereich meine Schuhe und verstaute die anderen in meinem Spind. Ich verließ das Schulgebäude und lief über den großen gepflasterten Platz, welcher von Kirschbäumen eingegrenzt war. Als ich durch das Tor laufen wollte  wurde ich von einer mir bekannten Stimme aufgehalten. „Warte! Kuro!“
Ich drehte mich um und schaute zu wie meine Kindheitsfreundin über den großen Platz lief. Sie stoppte vor mir, rang erst einmal nach Luft und stützte sich auf ihren Oberschenkeln ab. „Himeragi-san?“, fragte ich schlicht und distanziert obwohl ich das Mädchen schon seit meiner Kindheit kannte. Sie blähte ihre linke Wange auf und schaute zu mir auf. „Moh~ Ich hab dir doch gesagt das du mich bei meinen Vornamen nennen sollst..“
Stumm schaute ich das Mädchen an und blickte mit einem leichten stöhnen zur Seite als ich erneut den Rhythmus ihres Herzens lesen konnte. Es war mir unangenehm die Gefühle der anderen zu lesen ohne das ich es eigentlich wollte. „Ähm.. Kuro?“, fragte sie und ich schaute auf nachdem ich kurz in Gedanken versunken war. Sie stand plötzlich vor mir und legte den Kopf schief. „Geht es dir gut?“
Verlegen kratzte ich mir an der Wange und kniff ein Auge zu. „Ja, aber warum fragst du?“
Sie schüttelte mit den Kopf, trat ein paar Schritte zurück und verschränkte ihre Hände hinter ihren Rücken miteinander. „Nicht so wichtig. Du sahst nur etwas abwesend aus!“
„Wie auch immer.. Was wolltest du Hime- Ich meine Yumi-san?“
„Ich wollte nur fragen ob wir zusammen heim laufen wollen“, entgegnete sie und tippte ihre beiden Zeigefinger zusammen während ihr Blick verlegen zur Seite wich und ihre Wangen leicht rot anliefen.
Ich hob eine flache Hand vor mein Gesicht nach oben und schaute sie an. „Tut mir Leid, aber ich geh noch nicht heim. Ich werde erst einkaufen gehen und dann noch an meinen Projekt arbeiten..“
Erst etwas enttäuscht, doch dann verständnisvoll nickend lief sie an mir vorbei und schaute zu mir hinter. „In Ordnung. Aber als Entschädigung nimmst du mich das nächste Mal mit und zeigst mir dein Projekt!“
„Wie?!“, fragte ich und zog eine Augenbraue hoch während sich Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten. Meine Mundwinkel verzogen sich, doch Yumi reagierte nicht weiter, streckte mir die Zunge raus und begab sich mit ihrer Tasche in der Hand auf den Heimweg. Seufzend warf ich meine Tasche über die Schultern, fasste mir mit der anderen Hand an den Kopf und machte mich ebenfalls auf den Weg.

Nachdem ich mit dem Einkauf fertig war, lief ich mit dem Beutel in der Hand über die Straßen. Das kleine Haus war etwas abseits der Anderen in einem kleinen Wäldchen versteckt, schien demnach auch schon etwas älter auszusehen und galt demnach als ungenutzt. Ich nutzte dieses verlassene Haus, welches mir mein Vater als ich klein war zeigte, als eine Art Rückzugsort und um an mein Projekt zu arbeiten. Mit einem Beutel in der linken Hand und der rechten Hand über meiner Schulter mit der Tasche, lief ich über den Gehweg, die Straße entlang. Das ich von einigen Personen angeschaut wurde war mir bewusst und störte mich nicht länger. Vor dem Waldstück blieb ich stehen und bemerkte schon aus der Ferne das ich die Tür offen gelassen hatte. Mein Mund öffnete sich leicht und ein leises Geräusch ertönte von meinen Lippen, welches einem: "Huh?" gleichkam. 
Vorsichtig, aber mit erhobenen Haupt näherte ich mich der offen gelassenen Tür und umfasste mit meiner freien Hand die Tür. Als ich mich im Haus umsah vernahm ich ein Poltern in einem anderen Raum. Schleunigst lief ich zur Küche, bog um die Ecke und blieb zwischen den Türrahmen stehen. Ich schaute auf das Schwarzhaarige Mädchen nieder, welches meinen Blick erwiederte und zog eine Augenbraue hoch. "Ein Essensdieb? Nein. Welcher Dieb ist so dumm und bricht in ein verlassenes Haus ein?", fragte Ich mit sarkastischem Unterton. Die orangefarbende Sonne des Nachmittagshimmels schien mir direkt ins Gesicht, doch die Sonnenbrille schützte meine Augen vor irgendwelchen Schäden.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast