Thorgrims Geschichte

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
12.06.2015
20.10.2018
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Einleitung

Thorgrim und Farkas leben zusammen und sind recht glücklich miteinander. Doch wie in jeder Beziehung gibt es Hochs und Tiefs, Trauer und Freude, Hoffnung und Verzweiflung, Streit und Vergebung. Erfahrt von den Abenteuer der beiden Männer, so wie Thorgrim sie mir erzählt hat.

Dies ist meine allererste FanFic, die im TES-Universum spielt,  und ich bitte deswegen um Nachsicht, wenn die ersten Kapitel vielleicht noch etwas holprig geschrieben sind.

Prolog

Wir waren schon seit einer ganzen Weile ein glückliches Paar. Wir lebten in seinem Zimmer in Jorrvaskr, das wir etwas umgestaltet hatten, sodass wir neben Farkas' ein weiteres Bett stellen konnten, das wir aber kaum benutzten. Von meinem kleinen Häuschen, dem Brisenheim neben der Schmiede, hatte ich meinem Schatz noch nichts erzählt, es sollte eine Überraschung werden.

Ich wunderte mich ein wenig, warum mein Geliebter nie über Heirat gesprochen hatte, denn schliesslich waren wir uns einig darin, dass wir beide die Liebe unseres Lebens gefunden hatten.

Eines Tages wurde ich von Talen-Jei, einem Freund aus Rifton, eingeladen, bei seiner Hochzeit mit Keerava zu Gast zu sein, aus Dankbarkeit dafür, dass ich ihm die drei wertvollen Steine für den Ehering beschafft hatte. Ich wollte natürlich mit meinem Geliebten zusammen dort hingehen, aber Farkas wollte nicht mitkommen. Er schämte sich etwas, als er mir den Grund dafür nannte: er habe einmal eine Mission gehabt, wo er einen Argonier verprügeln musste, und die Berührung dieses kalten, schuppigen Körpers habe ihm eine üble Magenverstimmung eingebracht, er mochte das Echsenvolk nicht sonderlich, und die Vorstellung, Braut und Bräutigam nach der Trauung umarmen zu müssen, wie es der Sitte entsprach, liessen ihm die Haare zu Berge stehen.

Eigentlich hatte ich ja von einem Mann, dessen Moralvorstellungen dermassen hoch sind, etwas mehr Toleranz erwartet, aber ich konnte wirklich sehen, wie sich die Härchen auf seinen Armen aufrichteten, also zeigte ich Verständnis und zog alleine los. Er hatte Tränen in den Augen beim Abschied, es ist ein langer Weg nach Rifton und zurück, und auch, als ich ihm versprach, mich nach der Hochzeit direkt wieder auf den Weg nach Hause zu machen, würde ich mindestens zwei Wochen lang fort sein. Eine lange Zeit, denn die vergangenen Monate, seitdem wir ein Paar geworden waren, waren wir unzertrennlich gewesen.

Die Trauung meiner beiden Freunde war ein grosses Fest, zu dem fast die ganze Stadt kam, ich freute mich für die Beiden und fragte Keerava, wann denn wohl die ersten kleinen Echsen im Bienenstich herumtoben würde. Sie lachte und meinte, das würde wohl nicht allzu lange dauern.

In einem geeigneten Moment nahm ich sie zur Seite und fragte sie, ob sie wisse, wie die Werbung und die Heirat unter den Nord funktioniere. Sie erzählte mir von einem Amulett, das man bei Maramal, dem Priester des Tempels von Mara hier in Rifton kaufen könne. Dieses Amulett legte man um den Hals und signalisierte damit, dass man heiraten wolle. Jeder in Himmelsrand kannte die Bedeutung dieses Schmuckstückes, und sollte jemand Interesse an mir haben, würde er mich ansprechen. Dann wollte sie, neugierig wie alle Frauen, wissen, ob ich schon eine ganz bestimmte Schönheit im Sinne habe. Ich grinste und bejahte ihre Frage. „Und wie heissst die Glückliche?“ kam es in der gezischten Echsenversion unserer Sprache aus ihrem Mund. Ich erklärte ihr lächelnd, dass es ein Glücklicher sei, und dass er von seinem Glück noch gar nichts wisse. Keerava machte grosse Augen. Ein Mann wollte einen Mann heiraten? Das verstand sie nicht. Sie habe wohl davon gehört, dass es auch Frauen gäbe, die Frauen heiraten, aber diese Paare könnten doch gar keine Kinder haben.......ich lächelte weiter und antwortete ihr, dass man keine Kinder brauche, um miteinander glücklich sein zu können.

Die Nacht nach der Feier verbrachte ich noch bei meinen Freunden und machte mich dann früh am nächsten Morgen auf den Weg nach Weisslauf, ich hatte schreckliche Sehnsucht nach meinem Farkas. Doch vorher machte ich noch einen kurzen Besuch im Tempel und kaufte dort für 200 Septime ein Amulett von Mara. Ich entschuldigte mich bei Maramal dafür, dass ich ihn in Ausübung meiner Pflichten als Gefährte einmal hatte verprügeln müssen und spendete 100 Septime, aber er lachte nur und sagte mir, dass er diese Abreibung damals verdient hatte.

Ich rastete nur wenig unterwegs, nahm alle Abkürzungen, die ich kannte, um möglichst schnell nach Hause zu kommen, aber dann wurde ich in der Nähe des Westlichen Wachturms von einem Drachen angegriffen und schwer verletzt. Ich konnte ihn zwar noch töten und meine Verbrennung notdürftig verbinden, aber ich konnte nicht mehr jagen, musste mich von Beeren und totem Wild, das von Bären oder Wölfen getötet und dann liegengeblieben war, ernähren. Der Wachturm war nach Mirmulnirs Angriff nicht wiederhergestellt und besetzt worden, so schleppte ich mich immer weiter, endlich erschien die Drachenfeste vor meinen Augen. Oh Farkas, mein Liebster, ich werde bald wieder bei Dir sein, dachte ich noch voller Sehnsucht nach meinem Stern, dann brach ich in der Nähe einer langen Steinmauer zusammen.

Ein schrecklicher Schmerz an meinem verletzten Oberschenkel weckte mich abrupt auf, ich öffnete die Augen, schloss sie aber direkt wieder, denn direkt über mir stand eine gleissende Sonne am Himmel, die mich blind gemacht hätte.

Mir wurde bewusst, dass ich auf einem schaukelnden Wagen lag, der mich wohl Richtung Weisslauf brachte, und ich versuchte, meinen Retter auszumachen. Es stellte sich heraus, dass der Bauer Pelagia auf dem Bock sass, es war sein Hof gewesen, in dessen Nähe mich meine Kräfte verlassen hatten, und seine Frau hatte mich am Morgen gefunden, als sie auf das Feld hinausgegangen war. Sie hatte mich sofort erkannt, es war ja noch gar nicht so lange her, dass ich, nach meiner Flucht aus Helgen, hier angekommen war und den Gefährten im Kampf gegen den Riesen beigestanden hatte, der auf dem Hof des Bauern Unruhe gestiftet hatte.

Ich bekam wohl noch mit, wie die Wachen am Tor bestürzt unsere Ankunft sahen, aber wie ich in mein Bett nach Jorrvaskr kam, erfuhr ich erst viel später, ich hatte schon längst wieder vor Erschöpfung das Bewusstsein verloren. Wo war mein Farkas?