Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Heldt / Fahrstuhl

Fahrstuhl

von nata
KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt Prof. Dr. Hannah Holle
11.06.2015
11.06.2015
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11.06.2015 1.047
 
Hey! :)
Dieser OS ist aus einer sehr spontanen Idee gestern Abend entstanden, als ich wegen einer Prüfung so nervös war und nicht schlafen konnte. Also Stift und BLock geschnappt und die Idee verwendet :D
Ist nicht sehr lange geworden, aber mich hat es ziemlich genervt, dass die beiden in der  Folge so unterbrochen wurden...
Ich hoffe es gefällt euch und würde mich über Rückmeldung sehr freuen.
Übrigens fänd ich es echt cool wenn mal noch jemand außer mir und laviajera was zu Heldt schreiben würde :D
Vielleivht hat ja noch jemand mal Lust ich würde mich freuen, noch mehr zu Heldt lesen zu dürfen ;)
LG nata :)




„Müssen Sie eigentlich immer so genau zuhören?“, grinste Heldt Ellen an. „Naja wenns für den Job wichtig ist oder mich wirklich interessiert“ antwortete die blonde Staatsanwältin beiläufig. Erst ein paar Sekunden später realisierte sie, was sie da eigentlich gesagt hatte. Sie hatte quasi zugegeben, dass sie sich wirklich für Heldt interessierte. „Ich glaube wir sollten jetzt besser die Luft sparen.“ Flüsterte sie und räusperte sich,  bevor das Gespräch doch noch in die falsche Richtung abdriftete. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon wäre ihr mühevoll aufgebauter  Schutz fast in sich zusammengefallen.

Diese Situation hier machte sie noch wahnsinnig! Die stickige Enge, die Ungewissheit wann sie hier wieder rauskommen würden und die ungewohnt private Nähe zu Nikolas Heldt. Es herrschte eine eigenartig aufgeladene Stimmung zwischen ihnen, ein Knistern, von dem beide das Gefühl hatten es schon hören zu können. Es war offensichtlich, dass Heldt versuchte, die Distanz zwischen Ihnen zu durchbrechen und sich ihr anzunähern. Ellen spürte, dass sie nicht mehr lange genug Willenskraft haben würde um ihn abzuweisen, wenn sie noch länger hier feststecken würden. Ihr sonst so kühler, rationaler Verstand drohte sich immer mehr auszuschalten. Natürlich, so war sie sich sicher, hatte das nur etwas mit der ungewohnten Situation und der Stimmung in diesem verdammten Fahrstuhl zu tun.
Vorsichtig sah sie den Polizisten an. Seine sanfte, braunen Augen, in denen sie schon viel zu oft fast versunken wäre, blickten sie überrascht an. Ihre Hoffnung, er habe sich bei ihrer Beiläufigen Bemerkung über ihr Interesse nichts gedacht, schwand. Schnell wand sie ihren Blick von ihm ab.
„Eine Frage hätte ich da allerdings noch.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Gespannt auf seine Frage wand Ellen sich ihm wieder zu.  „Ja?“ Heldt räusperte sich, bevor er all seinen Mut zusammennahm und die Frage stellte, die ihm schon seit dem Moment in dem der Fahrstuhl stehen geblieben war auf die Seele brannte. „Würden Sie mir eine reinhaun, wenn ich jetzt versuchen würde, Sie zu küssen?“ Jetzt war es an Ellen ihn überrascht anzusehen. Zuerst meinte sie, sich verhört zu haben, doch seinem ungewohnt ernsten Gesichtsausdruck zufolge hatte sie sich nicht geirrt. Konnte Sie das Risiko eingehen? Was wäre danach? Wenn sie sich jetzt von ihren Gefühlen leiten ließ, hätte sie eine unsichtbare Grenze überschritten.  Es käme einem Geständnis (zu dem sie wirklich noch nicht bereit war) gleich, wenn sie jetzt auch nur ansatzweise zeigte, wie sehr sie sich zu ihm hingezogen fühlte. Später würde sie alles auf die Spannung der Situation schieben, um sich vor sich selber für ihre Schwäche zu rechtfertigen. „Also dazu bin ich jetzt wirklich zu schwach.“  Ihre Mundwinkel zogen sich zu einem Lächeln nach oben, bevor sich ihre Gesichter einander langsam annäherten. Als  sie sich so nah waren, dass sie seinen Atem auf ihrer Haut spüren konnte, schaltete sie ihren Verstand endgültig ab. Über die Konsequenzen würde sie sich schon noch früh genug Gedanken machen müssen. Heldt überbrückte die  letzten Zentimeter die ihn noch von seiner Staatsanwältin trennten und küsste sie sanft und fast schon schüchtern. Ellen lächelte in den Kuss hinein, seine Lippen schmeckten nach Zucker. Nach ihren Lieblingspralinen ,die er nur für sie gekauft hatte , und einfach nach Heldt. Beide spürten, wie viel sie eigentlich füreinander empfanden und wussten, dass sie nur diesen einen Moment hatten.  Der Fahrstuhl konnte sich jeden Moment wieder in Bewegung setzen und dann würden sie wieder zum Alltag übergehen müssen. Distanz und Professionalität bewahren. Schließlich war Ellen immer strikt dagegen, Privates und Berufliches zu vermischen. Heldt hatte das Gefühl, noch nie in seinem Leben so viel für jemanden gefühlt zu haben, hatte er doch früher Beziehungen immer nur als Spaß gesehen. Erst seit er Ellen kannte, hatte er nach und nach gemerkt, was es bedeutete wenn man sich um jemanden erst bemühen musste.  Auch Ellen hatte das Gefühl von Einsamkeit überwältigt zu werden, würde er jetzt in diesem Moment den Kuss beenden und sie los lassen.  Heldt legte eine Hand an ihre Wange und fuhr mit der anderen in Ellens Zopf, der sich mittlerweile fast vollständig gelöst hatte und auch sie schlang ihre Arme um seinen Nacken um ihm noch näher sein zu können.

Ein lautes Geräusch ließ die beiden erschrocken auseinanderfahren. Im gleichen Augenblick wurden die Aufzugtüren langsam  von außen aufgeschoben und Heldt und Ellen blickten in die Gesichter von Frau Dr. Holle und zwei Technikern. Nachdem die Pathologin ihren Blick über ihre Kollegen hatte schweifen lassen grinste sie wissend. Beide hatten einen erschrockenen Gesichtsausdruck, gerötete Gesichter und atmeten schwer. Dazu noch die zerzausten Haare der Staatsanwältin, ihr panischer und Heldts genervter Blick ließen die Wissenschaftlerin in ihr eins uns eins zusammen zählen. Innerlich verfluchte sie sich, dass sie nicht ein paar Minuten später gekommen wären, wartete sie doch schon seit Jahren darauf, dass zwischen den beiden endlich mal Etwas passierte. „Endlich.“ Ellen fand als erste ihre Sprache wieder. Sie räusperte sich, stand auf, strich sich ihre Kleidung glatt und versuchte das grade geschehene ganz weit weg zu schieben. Heldt fiel das ganze etwas schwerer.  Überfordert mit der Situation schloss er kurz die Augen und fuhr sich durch die Haare, bevor auch er sich erhob und den Blick der Staatsanwältin suchte.  Als er die gewohnte Distanz in ihrem Gesicht erkennen konnte, ahnte er schon, dass die vergangenen Minuten keine besondere Rolle mehr spielen würden. Doch in ihren Augen konnte er sehen, dass es auch ihr nicht ganz leicht viel, wieder zur Tagesordnung überzugehen. Bevor sie mit Hilfe der Techniker den Fahrstuhl verließen warfen sie sich noch einen letzten, intensiven Blick zu und beide dachten an dasselbe. ‚Würde es jemals mehr zwischen ihnen sein können?‘
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