Responsibility

von Chemistry
KurzgeschichteRomanze, Fantasy / P12
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Meghan Chase
11.06.2015
11.06.2015
1
1771
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Heyhooo!

Nur ein kurzes Hallo von mir, damit ihr wisst, dass ich noch lebe. (;
Ich habe mich in meiner verbliebenen Freizeit mal an einen OS zu Meghan und Ash heran gewagt.. Ich weiß nicht ob er mir gelungen ist, aber ich denke, dass ich das noch früh genug von euch erfahren werde.
Erstmal vielen lieben Dank, dass ihr alle mir immer wieder Reviews zu meinen Geschichten schreibt und mich bei allem unterstützt, was ich in letzter Zeit so zu tragen hatte. Es ist mir eine Ehre Teil dieses Fandom zu sein, und als Dankeschön habe ich mir das hier als kleines Geschenkt ausgesucht.
An alle, die bei "Buried Secrets" fleißig mitlesen: das Kapitel wird wohl voraussichtlich nächste Woche erscheinen, aber Genaueres kann ich noch nicht sagen. (:
Danke, danke, danke! Hab euch lieb!

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Lina <3

----------


Responsibility


„Auf gar keinen Fall!“
Wütend und fassungslos starrte Meghan ihren aufmüpfigen Sohn an, der, obwohl er sich der Situation mehr als bewusst war, sich das Grinsen nicht verkneifen konnte. Er fuhr sich einmal durch das silberne Haar und setzte eine Unschuldsmiene auf, die sie davon abhalten sollte, ihm erneut irgendeine Art von Strafe aufzudonnern. „Warum denn nicht? Nur dieses einzige Mal. Leanansidhe mag mich doch.“
„Nein, Keirran.“ Meghan seufzte und schloss für einen Moment erschöpft die Lider. Diese ganze Sache mit Leanansidhe und der Sommerfee, die bei ihr lebte und für die ihr Sohn insgeheim Gefühle hegte, zerrte an ihren Nerven. Jedes Mal bekam sie fast einen Herzinfarkt, wenn er sich mal wieder zu ihr stahl oder für ein paar Stunden verschwunden war, nur um bei ihr im Zwischenraum zu sein. So konnte es nicht weitergehen. „Hör mir zu. So sehr du dieses Mädchen auch liebst, du darfst ihr nicht zu nahe treten, Keirran. Du weißt, dass es verboten ist. Die Regeln gelten für alle Höfe, und damit auch für meinen.“ Sie begann ihre Nasenwurzel zu kneten. „Dein Vater und ich haben schon darüber gesprochen. Du wirst das Eiserne Königreich nicht noch einmal ohne meine oder die Erlaubnis von Ash verlassen.“
„Aber du und Vater-“
„Kein Aber!“, unterbrach ihn die Königin mit einer schneidenden Stimme. Sie richtete sich auf und sah ihm fest in die eisblauen Augen, die ihre eigenen so gut widerspiegelten. „Das war ein Befehl.“ Anders kam sie einfach nicht mehr an ihren Sohn heran. Bitten brachten bei ihm nichts mehr - man konnte ihm nur noch Befehle und Forderungen erteilen.
Der Eiserne Prinz verzog das Gesicht. Ein Hauch von Schmerz huschte darüber hinweg, bevor er umdrehte, den Thronsaal durchschritt und die Doppeltüren mit einem lauten Knall zufallen ließ.
Glitch, der oberste Leutnant des Eisernen Hofes, trat neben den Thron an ihre Seite. „Majestät?“, fragte er vorsichtig. Kurz starrte Meghan noch überfordert ihrem Sohn nach, dann wendete sie sich ihrem treusten Berater zu. „Glitch, ich möchte, dass Keirran rund um die Uhr bewacht wird. Lasst ihn nicht aus den Augen. So wie ich ihn kenne, wird er meinen Befehl missachten und trotzdem zu Leanansidhe gehen.“ Er nickte, verbeugte sich tief und zog sich langsam zurück. „Ja, Eure Majestät. Ich werde mich darum kümmern.“
Nachdem die Eiserne Fee den Thronsaal ebenso verlassen hatte, löste sich ein dunkler Schatten aus der Ecke neben dem Thron und berührte die Königin sanft an der Schulter. „Alles in Ordnung?“ Seine silbernen Augen musterten sie besorgt.
Vollkommen verzweifelt schüttelte sie nur den Kopf. „Nein. Ich weiß nicht mehr weiter, Ash.“ Mit einer fließenden Bewegung stand sie auf und schlang die Arme um seinen Bauch. Der Prinzgemahl zog Meghan an sich und drückte sie fest, während sie ihm ihre Sorgen und ihr Herz ausschüttete. „Was habe ich nur falsch gemacht, dass er immer wieder meine Befehle missachtet?“, flüsterte sie leise. „Mir gefällt es doch auch nicht ihn von dieser Sommerfee fern zu halten, aber es geht nun mal nicht anders. Wenn ich es erlauben würde, könnte Krieg ausbrechen. Mein Reich braucht mich. Das kann ich nicht zulassen, Ash.“
„Niemand erwartet von dir, dass du das tust“, wandte er ein und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. „Keirran ist sich den höfischen Regeln sehr wohl bewusst. Wenn er sich von Anfang an daran gehalten hätte, als er dieses Mädchen getroffen hat, wäre es nicht so weit gekommen. Also such die Fehler nicht bei dir, meine Königin.“ Darauf beugte er sich herunter und hauchte ihr einen süßen Kuss auf die Lippen. „Keirran wird sich nicht gegen einen direkten Befehl widersetzen. Er weiß, wann Schluss ist.“ Er lächelte noch einmal, streichelte über ihre Wange und verließ dann den Thronsaal ebenfalls.
Meghan seufzte schwerfällig und ließ sich zurück in ihren Sitz gleiten. Das war doch alles zum Mäusemelken. Sie dachte sie hätte Keirran schon vor langer Zeit klar gemacht, dass er sich niemals auf eine Fee eines anderen Hofes einlassen sollte. Und das Nächste, was er tat? Er verliebte sich in eine Sommerfee! Es kam ihr vor, als hätte er überhaupt nichts dazu gelernt, seit er aufgehört hatte zu altern. Wie sollte sie ihm die verstrickte Feenpolitik beibringen, wenn er dauernd genau das Gegenteil von dem tat, was fester Bestandteil der Grundsätze war, gegen die er verstieß? Eine Sache der Unmöglichkeit.

Am Abend beschloss die Eiserne Königin noch einmal mit ihrem Sohn zu sprechen, bevor sie sich in ihr Gemach zurückziehen würde. Als sie jedoch an die Tür seines Zimmers klopfen wollte, spürte sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Mit der Hand vor der Tür hielt sie inne.
Es war zu ruhig.
Natürlich gab es die alltäglichen Geräusche, die ihr in den Ohren hämmerten - kichernde Gremlins an den Wänden und Decken, Eiserne Ritter auf dem Weg zu ihrer Wache, Elsterlinge mit ihren polternden Schrottbergen auf dem Rücken und dem allgemeinen Surren von Elektrizität im Palast. Aber in Keirrans Zimmer.. Kein Mucks.
„Keirran?“ Mit einem unguten Gefühl öffnete sie die Tür und trat langsam in das dunkle Zimmer des Prinzen ein. Ihre Schritte hallten vom Marmorboden wider. Die Deckenlampe war ausgeschaltet, und es fiel ihr in dem gedimmten Licht des Flures schwer mehr als ein paar Umrisse der Möbel zu erkennen. Doch was ihr gleich ins Auge fiel: das sauber bezogene Bett war leer.
Alarmiert schaute sie sich um, versuchte mit einem letzten Funken Hoffnung die Statur ihres Sohnes in den Schatten des Raumes zu erkennen, aber tief im Inneren wusste sie, dass er nicht hier war. Sie hätte es eigentlich wissen müssen.
„Er ist nicht da.“
Erschrocken wirbelte Meghan herum. Ash stand im Türrahmen, seine Silhouette fast schwarz aus ihrer Sicht. Seine Augen jedoch schimmerten wie zwei Silbermünzen, als er blinzelte. „Keirran ist nicht im Schloss“, wiederholte er und ging auf sie zu. „Er hat sich einen Gleiter geschnappt und ist in Richtung des Wilden Waldes abgehauen. Ich habe ihn nach dem Abendessen im Auge behalten.“
Stille. Das hatte sie bereits vermutet, und sie hatte nicht auf sich hören wollen. Wortlos lief sie zu ihm und lehnte sich hilfesuchend an ihn, um seinem entspannenden Herzschlag zu lauschen. Ash nahm sie in den Arm und legte die Wange auf ihrem Scheitel ab, als sie anfing leise zu schluchzen.
„Was haben wir nur falsch gemacht?“, fragte sie sich schon fast selbst. „Ich wusste, dass es schwer mit ihm werden würde, aber.. Ich bin müde, Ash.“ Jetzt war ihre Stimme nur noch ein Flüstern. „Wie kann ich mit der Verantwortung leben, dass jedes Mal, wenn Keirran den Hof verlässt, etwas Schreckliches passieren könnte? Was würde passieren, wenn er auf .. meinen Bruder treffen würde?“ Allein der Gedanke daran macht sie unheimlich nervös. „Ich kann nicht dabei zusehen wie mein kleiner Bruder getötet wird“, flüsterte sie.
Seine Muskeln spannten sich etwas an, und Ash küsste ihre Schläfe. „Das war nur eine Zukunftsversion von vielen, Meghan“, versuchte er sie zu beruhigen. „Das, was das Orakel dir gezeigt hat, ist nur ein Ausschnitt. Ein kurzer Einblick in das, was sein könnte. Es muss nicht unbedingt so sein.“ Sanft strich er über ihren Rücken. „Erinnerst du dich daran, was ich dir nach dem Ausflug zum Traumteich zur Zukunft gesagt habe?“
Einen kurzen Moment dachte sie nach. „Ja“, erinnerte sie sich. „Die Zukunft ist ständigem Wandel unterworfen, und niemand kann vorhersehen, was als nächstes geschehen wird.“
Er nickte. „Ganz genau. Wir können unser Schicksal beeinflussen, denn nichts davon ist in Stein gemeißelt, und wir haben immer eine Wahl.“ Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. „Deswegen habe ich mich auch nicht vor der Prophezeiung des Orakels gefürchtet - oder sogar vor unserer Zukunft. Wenn wir zulassen, dass das Schicksal uns kontrolliert, machen wir uns nur zu seinen Sklaven. Es gibt immer eine Wahl.“
Meghan schniefte leise. „Das hättest du mir viel früher sagen sollen. Dann wären uns einige unnötige Streitereien erspart geblieben.“
Darauf lachte er. „Ja, so etwas in der Art hast du damals auch gesagt.“
Beide lösten sich und sahen sich an. Ash lächelte liebevoll, und in ihrem Magen flatterten Hunderte von Schmetterlingen. „Meine Königin“, hauchte er und strich mit den Fingern über ihre Wange. Plötzlich fühlte es sich an, als stünde sie unter Strom. „Ich liebe dich, und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Darauf kannst du zählen, und darauf kannst du aufbauen. Selbst wenn die ganze Welt gegen dich wäre, wäre ich mit meinem Schwert an deiner Seite, das weißt du.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. „Und nun hör mir zu“, fuhr er fort. „Ganz egal, was dir diese eine Zukunft gezeigt hat. Völlig egal wie furchtbar und schrecklich und angsteinflößend sie gewesen sein mag, es ist noch nicht geschehen. Also ist es sinnlos darüber nachzudenken. Keirran wird von uns geliebt, und das weiß er. Er würde niemals etwas tun, was unsere Familie oder unserem Reich schaden würde. Er ist ein guter Sohn.“
„Mal abgesehen von einigen Defiziten, die ihn dazu bringen dauernd die Regeln zu brechen“, murmelte sie und schaute zu Boden.
Ash seufzte, aber er widersprach ihr nicht. „Keirran ist noch jung. Er wird es noch lernen. Du musst ihm nur Zeit geben. Und nun“, er manövrierte sie aus dem Zimmer des Prinzen in den Flur. „sollten wir uns auf die Suche nach ihm machen.“
Sie blieb stehen. „Ash?“
Sofort drehte er sich um und legte den Kopf schief. „Hmm?“
„Ich liebe dich“, sagte sie nur und legte dann die Arme um seinen Hals, um ihn zu küssen. Er grinste und erwiderte den Kuss mit einer Leidenschaft, die beide etwas überraschte. Wenn auch alles und jeder gegen die beiden stehen würde, sie wussten, dass sie sich auf einander verlassen konnten. „Ich weiß.“
Review schreiben