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Logans POV

von Aver
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Gwendolyn "Gwen" Cassandra Frost Logan Quinn
10.06.2015
07.01.2017
6
6.699
3
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
10.06.2015 1.562
 
Wenn euch etwas nicht gefällt, habe ich nichts gegen konstruktive Kritik.

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Buch 1: Frostkuss       s. 32 - s. 35

DAS GYPSYMÄDCHEN

„f (x ) = x³ - 3x+2. Verstanden? Ok, jetzt bestimmt die Nullstellen, sowie den Schnittpunkt mit der y-Achse.“ Wie immer redete Professor Jenkins totalen Müll. Ich verstand kein Wort. Dabei versuchte ich es ja sogar.
Das war wie folgt: f (x³) = x3 – 3x – 2. Richtig! Nein, oder? Ach verdammt!
Ich sah zu Oliver, der vor mir saß, und bemerkte, dass er ziemlich viel schrieb. Was bitte schrieb er? Hatte er den Quatsch etwa verstanden?
Also nahm ich meinen Block heraus und begann, Oliver immer dann mit Papierschnipseln abzuwerfen, wenn Professor Jenkins gerade mal nicht hier her sah.
Nach bestimmt vier Minuten generve, und zwei zerrissenen Blockblättern, die auf Olivers Tisch und dem Boden, um Oliver herum lagen, drehte er sich endlich um.
„Hast du irgendwelche Probleme?!“ fragte er genervt. „Was soll das verdammt?“
„Ich kann das nicht! Hast du eine Ahnung, was der da vorhin gelabert hat?“
„Was?! Nein! Ich habe überhaupt nicht zugehört.“
Ich zog fragend eine Augenbraue hoch. „Und was machst du dann da die ganze Zeit?“
Oliver hob seinen Collageblock hoch und zeigte mir das, was er vorhin gemacht hatte. Statt der vermuteten Mathematikaufgaben sah ich dort eine Karikatur von Professor Jenkins.
Es war genial! Die kleinen Augen, die spitze Nase und sogar die extrem dünnen Lippen des Professors waren perfekt getroffen. Doch am besten fand ich die abstehenden blonden Haare, die er auch in echt hatte. So ein Albert Einstein style!
„Sieht geil aus.“ Ich konnte nicht anders, aber ich musste Oliver anlächeln. „Du hast echt Talent!“
„Danke. Oh, der Prof.“ Oliver drehte sich wieder um und begann erneut zu kritzeln.
Oliver war zusammen mit Kanzie einer meiner besten Freunde. Doch hatte mir diese Unterhaltung einfach Mal gar nichts gebracht.
Ich überlegte erneut, was Professor Jenkins vorhin gesagt hatte. Doch da ich immer noch keine Ahnung hatte, worum es eigentlich ging hatte ich noch zwei Optionen. Steven neben mir, oder Karla hinter mir.
Karla war gerade am Simsen, also drehte ich mich zu Steven. „Hey, Steven!“
„Ich heiße Steve!“ Steve zog die Augenbrauen zusammen, doch als er merkte, dass ich ihn böse ansah, zwang er sich zu einem Lächeln. Manchmal war es praktisch, dass alle -ok, sagen wir 90%- vor mir Angst hatten.
„Verstehst du das?“, fragte ich Steve.
„Nö!“
„Und was machst du dann?“
„Ich spiele Tik Tak Toe mit mir selbst.“ Wie Traurig!
Dann wand Steve sich von mir ab, und begann von neuem, mit seinem Tik Tak Toe.
Ich drehte mich um und sah Karla an. Momentan war sie damit beschäftigt, sich pink glitzernden Lipgloss aufzutragen. Sie fuhr immer und immer wieder mit diesem seltsamen Wattebausch Dingens über die Lippen.
Als sie fertig war, sahen ihre Lippen aus, wie pinke Latex Handschuhe.
„Karla …“ sagte ich, obwohl ich mir von dieser Unterhaltung noch weniger erhoffte, als mit der von Steve. „… hast du verstanden, was Professor  Jenkins eben gesagt hat?“
Karla verdrehte die Augen. „Natürlich weiß ich, was er gesagt hatte. Und falz du die Lösung haben willst, hier bitte. Schnittpunkt mit der y-Achse:  S(0/2). Nullstellen: N1 (0/1); N2 (-2/0). Und jetzt hör auf zu nerven. Ich bin beschäftigt.“
Sie steckte den Lipgloss in ihre Tasche und holte ihre Wimperntusche heraus.
„Ehm … wie war das?“
Karla verdrehte die Augen und schob mir ihren Block hin, weshalb ich perfekt abschreiben konnte.
Aber, was ich nicht verstand war, … wofür wir das mal brauchten. Wir wurden zum Kämpfen, Töten und Sterben ausgebildet. Wofür brauchten wir Ableitungsregeln in Mathe?

Den Rest des Unterrichts -also gut 25 Minuten- hockte ich auf meinem Stuhl und überlegte mir, mit welchen Gegenständen aus diesem Raum ich einen Schnitter töten könnte. Ich kam zu dem Schluss, dass es mit eigentlich allem aus diesem Raum ging.
Doch dann erlöste das Klingeln mein Leid endlich. Ich sprang auf und verließ so schnell ich konnte mit Olive den Raum. Kenzie wartete schon vor der Tür auf uns, bemerkte uns jedoch nicht, da er gerade mit einer hübschen Walküre sprang.
„Kenzie!“ Oliver wirkte genervt, doch wenigstens ließ Kanzie die Walküre links liegen und verließ mit uns das Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gebäude.
Oliver und Kanzie stritten wegen irgendetwas, das sich sehr nach einem Film anhörte.
Während wir gingen, starrte Kenzie durchgehend irgendwelchen Mädchen hinterher, während Oliver SMS schrieb. Die meisten Schüler wischen uns aus Angst aus. Doch es gab immer wieder ein paar Spartaner, wegen denen wir Oliver über den Weg navigieren mussten. Warum konnte er nicht einmal in seinem Leben sein Handy wegstecken? Und mit wem schrieb er überhaupt? Alle Leute, die er kannte, standen doch neben ihm.
Doch wenn er sein Handy weglegte, würde er sich Kenzies Mädchengehabe ansehen müssen. Und ich bezweifelte, dass Oliver das wollte. Denn manchmal hatte ich das Gefühl, dass Oliver sich vielleicht in Kanzie verknallt hatte. Dennoch würde ich ihn niemals darauf ansprechen. Wenn es nicht von ihm aus kam ... Und ich bezweifelte, dass es jemals dazu kommen würde.
Außerdem war ich ja manchmal -ok, öfter- auch so Mädchenfixiert wie Kanzie.
„Oh, ich muss noch mal kurz ins Wohnheim, bevor wir trainieren gehen!“ sagte Oliver und sah zum ersten Mal von seinem Handy auf. „Ich treffe euch da.“
„Warte, ich komme mit. Bis gleich Logan.“ Und schon waren die beiden weg.
Daher überquerte ich allein den Schulhof und dachte erneut über die Möglichkeiten nach, jemanden mit einer Büroklammer zu töten. Ich war gerade bei 7 unterschiedlichen Varianten, die eigentlich funktionieren sollten, als ich gegen ein Mädchen lief.
Ich reagierte nicht schnell genug, um ihre Tasche auf zu fangen. Weshalb sich der kompletter Inhalt auf dem Boden verteilte.
Aus dem Rucksack fielen eine Dose und mehrere Hefte, die verdächtig nach Comics aussahen. Ich sah das Mädchen an und bemerkte, dass ich sie nicht kannte.
„Tut mir leid.“, murmelte die Fremde und ließ sich auf die Knie sinken, um ihre Sachen wieder in ihren Rucksack zu stopfen.
Kurz überlegte ich, ob ich nicht einfach weiter gehen sollte, doch dann sah ich, wie die Comics dabei waren, einfach weg zu fliegen. Und dann tat es mir auf eine seltsame Art und Weise doch leid.
Als ließ ich mich auf die Knie sinken, um dem Mädchen zu helfen.
Sie schien so erstaunt zu sein, dass ich sie überhaupt bemerkt hatte, dass sie aufhörte, sich zu bewegen und mich anzustarren.
Kurz zog sie die Augenbrauen zusammen, doch dann schien sie mich zu erkennen.
Toll, und ich wusste immer noch nicht, wer sie war?!
Doch da sie mich anstarrte, konnte auch ich sie besser mustern. Ihr Haar war braun und gelockt. Ihre Haut reinlich und leicht blass. Außerdem hatte sie eine gerade Nase und volle Lippen. Doch das besondere an ihr waren eindeutig die Augen. Sie leuchteten in einem wunderschönen Violett.
Sie trug ein T-Shirt, einen Kapuzenpulli und Turnschuhe. Und somit war sie das einzige Mädchen auf Mythos, ohne Designerklamotten.
Und dann erkannte ich sie. Sie war die Neue. Sie war, dieses Gypsymädchen. Die Gypsy, die diese Dinge sah.
Alle anderen hatten sie immer als einen Freak bezeichnet. Dabei war sie richtig hübsch und sah dabei auch noch nett aus. Und ihre Augen waren einfach ein Traum.
Um mich nicht in ihnen zu verlieren, sah ich auf den Boden und griff nach einem der Comics. Doch bevor ich auch nur in die Nähe des Comics kam, erlöste das Mädchen sich aus seiner Starre.
„Gib das her!“ keifte sie und begann erneut, ihre Sachen in den Rucksack zu stopfen. Als sie fertig war stand sie auf und schob sich ihren Rucksack erneut auf die Schulter. „Tut mir leid, dass ich gegen dich gelaufen bin. Bring mich nicht um, okay?“
Ich war mir nicht sicher, ob dies ein Scherz sein sollte, denn in ihrer Stimme schwang keinerlei Emotionen mit. Doch taten wir einfach mal, so als ob.
Ich stand auf und sah auf sie hinab.
Das Gypsymädchen starrte auf den Boden, oder auf ihre Füße - oder auf beides. Jedenfalls war ihr Gesicht von ihren Haaren verdeckt, so, dass ich ihre Augen nicht sehen konnte.
„Ich weiß nicht. Gypsymädchen sind schrecklich einfach zu töten. Würde mich gerade mal eine Sekunde kosten.“ Und das war nicht mal gelogen. Ich würde tatsächlich nur eine Sekunde brauchen. Doch, das war nicht nur bei Gypsys so. Das würde auch mit jedem -okay, fast jedem- gehen.
Das Gypsymädchen hob endlich den Kopf und sah mich an. Wobei, sie funkelte mich eigentlich mehr an. Was mich zu einem leichten Lächeln brachte.
„Na ja, dieses Gypsymädchen hat zufällig eine Großmutter, die dich so verfluchen kann, dass dein Schniedel schwarz wird und abfällt. Also pass auf, Spartaner.“
Wie niedlich! Offenbar mochte sie es nicht, aufgezogen zu werden.
Es gefiel ihm, wie schlagfertig das Gypsymädchen war. Doch natürlich glaubte er ihr das mit ihrer Großmutter nicht. Immerhin gab es gar keine Flüche. Oder?
Ich zog meinen Mundwinkel hoch. „Ich glaube, ich beobachte lieber wir du weitergehst, Gypsymädchen.“
Das Gypsymädchen hatte einen verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht, was sie unglaublich süß aussehen ließ.
Dann schob sie sich an mir vorbei, wobei sie mich nicht eine Sekunde aus den Augen ließ. Und dann ging sie einfach weiter, während ich sie noch weiter beobachtete und mein leises lachen einfach nicht unterdrücken konnte.
War ja auch egal. Ich musste unbedingt ihren Namen herausfinden, wobei Gypsymädchen sich ziemlich gut anhörte. Dennoch brauchte ich ihren Namen.
Immerhin wollte ich sie wiedersehen!
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