Save Me

von Xuce
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Katarina "Kat" Karamakov Tara Webster
10.06.2015
10.06.2015
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Ein bisschen Katara für euch (ich glaube nicht, dass es das Pairing hier schon gibt xD) Ich warne euch: Fluff, fluff und nochmals fluff! Ich weiß auch nicht, warum ich das überhaupt geschrieben habe >.<
Einjoy! <3
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„So funktioniert’s nicht! Ich weiß nicht, wo meine Nase hin soll, wie ich währenddessen atmen kann und außerdem hab ich lauter Fusseln im Mund!“
Lachend schaute Tara von „Sir Joshua“, ihrem Teddybären, auf. Vor einigen Minuten hatte sie Kat gebeichtet, dass sie noch nie jemanden geküsst hatte, und zum glückseligen Versuchskaninchen hatte Kat Sir Joshua auserkoren. Nur anscheinend schien das nicht richtig zu funktionieren. Ein Teddybär war eben nur ein ziemlich schlechter Ersatz für einen richtigen Menschen.
„Okay okay, ist klar, Sir Joshua zeigt nicht gerade viel Begeisterung…“ Kat schüttelte den Kopf. Wie konnte es nur sein, dass ihre beste Freundin noch nie einen Jungen geküsst hatte? Das war doch gar nicht möglich, oder?
„Wir brauchen ein lebendes Model“, überlegte sie laut, als eine Idee sie durchfuhr. „Ich hab’s! Wir haben das lebende Model doch schon hier!“ Sie deutete auf sich selbst und ließ sich neben Tara aufs Bett fallen. Diese guckte leicht entsetzt. „Was, du meinst… Kat, aber das ist…“ „Wieso, ist doch egal, ob du mit einem Mädchen Küssen übst oder einem Jungen! Wenn Sammy hier wäre, würdest du dann mit ihm üben?“ „Ja, vielleicht, aber…“ „Na siehst du!“, konterte Kat.
Nach kurzem Zögern erklärte Tara sich schließlich bereit dazu, ihre Freundin zu küssen. Zwar fühlte sie sich ein bisschen komisch dabei, aber schließlich sollte das dazu führen, dass sie nicht völlig unvorbereitet war, wenn sie endlich über ihren Schatten springen und Ethan küssen würde. Kat gab auch schon Instruktionen. Auch sie war aus irgendeinem Grund ziemlich nervös, was sie sich aber nicht anmerken ließ. „Also, du musst den Kopf leicht zur Seite neigen… Ja, genau so… Dass wir nicht mit den Nasen aneinander stoßen. Und jetzt Augen schließen, Kopf leicht nach vorne und…“
Ihre Lippen trafen aufeinander. Es war ein Gefühl, wie Tara es noch nie zuvor verspürt hatte. Kats Lippen schienen elektrische Stromstöße durch ihren Körper zu jagen, nur hundertmal schöner. Das Gefühl verstärkte sich noch, als die Blonde anfing, ihre Lippen leicht zu bewegen. Tara musste gar nicht nachdenken, es ging alles wie von selbst. Kat hatte Recht gehabt, Küssen war einfach! Und wie einfach! Es fühlte sich an, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hatte und auch nie wieder etwas anderes machen wollte…
Als eine Zunge leicht gegen ihre Lippe stieß und um Einlass bat, erschrak sie kurz, aber dann ließ sie es geschehen. Und es war wunderschön. Es war kein bisschen eklig oder seltsam, wie sie es am Anfang befürchtet hatte. Und Kat schmeckte so gut… Nach Erdbeeren und nach Schokolade und nach Kat…
Wie von selbst hob sich ihre Hand zu Kats Hinterkopf und vergrub sich in den dichten blonden Locken. Auch das andere Mädchen wurde jetzt aktiver, sie legte einen Arm um Taras Hals und zog sie noch näher zu sich heran, bis kaum noch ein Blatt Papier zwischen sie gepasst hätte. Mit der anderen Hand fuhr sie leicht über Taras Wange, fuhr am Haaransatz entlang, streichelte mit dem Daumen sanft ihre Wangenknochen. Bei beiden Mädchen hatten die Instinkte die Oberhand gewonnen, keine von ihnen dachte mehr über das nach, was sie taten. Oh, es fühlte sich einfach so unglaublich gut und richtig an…
Schließlich ließ der Mangel an Luft sie wieder zur Besinnung kommen. Schwer atmend lösten sie sich voneinander und schauten sich tief in die Augen, grün in blau. Kat räusperte sich. „Also, ähm… ich weiß gar nicht, was du hast, das… war doch ganz gut!“ Tara räusperte sich ebenfalls und rückte verlegen ein Stückchen von ihr ab. „Ja, also… danke… danke, dass du mir geholfen hast…“ Eine peinliche Stille machte sich zwischen ihnen breit, keine wusste, wie sie sich verhalten sollten. Das war so ganz anders gewesen, als sie es sich vorgestellt hatten, ganz anders als alles, was sie bisher erlebt hatten.
Es war wunderschön gewesen.
Nach einiger Zeit stand Kat schließlich ruckartig auf und bewegte sich Richtung Tür. „Ja, also ich geh dann mal wieder… Muss auch noch Hausaufgaben machen und so… Also bis dann.“ Tara nickte hastig und kratzte sich am Kopf. Als Kat ihr den Rücken zugedreht hatte, fuhr sie sich mit den Fingern leicht über die Lippen. Noch immer konnte sie einen leichten Hauch von Kats Lipgloss darauf spüren…
Ihre Freundin war jetzt fast an der Tür angelangt, doch da überlegte sie es sich schlagartig anders. Das eben war an keiner von beiden spurlos vorbeigegangen, und sie konnte nicht einfach so tun, als wäre das nie passiert. Also drehte sie sich um, war mit zwei Schritten am Bett, stützte sich mit den Händen auf der Matratze ab und presste ihre Lippen auf die der völlig überrumpelten Tara.
Diesmal war es ganz anders. Der Kuss dauerte nur einige Sekunden, und es war mehr ein unbeholfenes Aufeinanderpressen der Lippen als ein richtiger Kuss. Aber er drückte aus, was Kat Tara sagen wollte, was ihr aber viel zu unangenehm wäre, um es in Worte zu fassen. Somit drehte sie sich nach einem leichten Lächeln in Taras Richtung um und ging aus dem Zimmer.

Die nächsten Tage gingen die beiden Mädchen sich so gut wie möglich aus dem Weg. Beide wollten nicht darüber sprechen, was passiert war, wollten es am liebsten ungeschehen machen und fühlten sich schlecht dabei, weil es sich so wunderbar angefühlt hatte.
Vor allem Tara setzte es sehr zu. Sie kapselte sich völlig ab, konzentrierte sich fast nur noch aufs Ballett und weinte sich abends leise in den Schlaf. Nach ein paar Nächten gestand sie sich endlich den wahren Grund für ihr Verhalten ein: Sie hatte keinen Freundschaftskummer, weil Kat nicht mehr mit ihr redete und umgekehrt, sie hatte Liebeskummer. Jetzt wusste sie endlich, wie sich das anfühlte, und sie war wirklich nicht erpicht darauf gewesen, das zu erfahren.
Ausgerechnet Abigail war es, die ihr einen Tritt in den Hintern gab. Eines Abends schaute sie genervt von ihrem Buch über die Geschichte der lokalen Compagnie auf und betrachtete Tara, die in ihrem Bett lag und apathisch an die Decke starrte. „Mein Gott, jetzt geh endlich zu ihr! Das hält man ja keinen Tag länger mehr aus!“
Ruckartig setzte Tara sich auf. „Woher weißt du…“ Abigail schnaubte. „Ach, bitte. Ich hab euch beide knutschen gesehen, und wie ihr euch jetzt verhaltet, macht es ja wohl nur zu offensichtlich!“
Tara zog scharf die Luft ein. „Du hast WAS gesehen?“ „Na ja, ich wollte vor ein paar Tagen in unser Zimmer gehen, und da habt ihr gesessen und geknutscht wie die Verrückten, ihr habt mich nicht mal bemerkt. Ich dachte mal, ich stör euch lieber nicht.“ Sie grinste. Tara stotterte herum: „Das… das war nicht… also… Kat wollte mir nur zeigen… weil ich noch nie geküsst hatte… wegen Ethan…“ Abigail schüttelte den Kopf. „Aber Ethan ist jetzt gerade ganz bestimmt nicht dein Problem, meine Liebe. Also, beweg jetzt deinen Hintern zu Kat und sag ihr endlich was Sache ist!“
Überrascht schaute Tara sie an. „LOS!“, zischte Abigail und deutete zur Tür. Eilig rappelte sie sich auf und öffnete diese. Es war nur zu deutlich, dass Abigail kurz vor einem Wutausbruch stand, und da wollte Tara sie lieber nicht provozieren.
Sie fand Kat an den Schließfächern, wo sie mit Sammy sprach. „Kat?“, rief sie schon vom anderen Ende des Gangs, und ihre Freundin blickte überrascht auf. Ihre Miene wurde allerdings sofort verschlossen, als sie Tara auf sich zukommen sah. Diese deutete leicht mit dem Kopf in die Richtung eines leeren Tanzstudios, als sie bei den beiden angekommen war. „Können wir reden?“, fragte sie leise und warf einen kurzen Blick auf Sammy, der Kat mit dem Ellenbogen anstieß und flüsterte: „Na, was ist!“, bis sie schließlich einknickte und Tara mit betont desinteressiertem Gesichtsausdruck ins Studio folgte.
„Was ist los?“, wollte sie schließlich augenscheinlich gelangweilt von ihr wissen. Tara schluckte. „Also das, was… neulich passiert ist…“ Sofort versteifte Kat sich, doch Tara ließ sich davon nicht beirren: „Das hat etwas in mir ausgelöst. Ich fand es schön und es hat mir was bedeutet und… ich… ich glaube, du weißt, was ich dir sagen will.“ Kat starrte mittlerweile angestrengt auf ihre Fußspitzen, und Tara bekam schon Angst, alles verbockt zu haben. „Weißt du, ich hab das dir jetzt nur gesagt, weil ich wirklich absolut ehrlich zu dir sein möchte, das verpflichtet dich zu gar nichts… Ich kann total verstehen, wenn du nicht so… fühlst, und dann kannst du das einfach vergessen, aber bitte… sag irgendwas.“ „Was soll ich denn dazu sagen, Tara?“, murmelte die Angesprochene, die Augen immer noch fest auf ihre Schuhe geheftet.
„Ich weiß es nicht“, flüsterte Tara schließlich und spürte einen Kloß in ihrem Hals aufsteigen. Angestrengt versuchte sie, nicht zu weinen und wollte sich schon abwenden, doch da machte Kat einen Schritt nach vorne, nahm ihr Gesicht in ihre Hände und legte sanft ihre Lippen auf Taras. Danach blickte sie ihr tief in die Augen und sagte leise: „Du bist so ein Dummkopf“, bevor sie lächelte und die überglückliche Tara erneut in einen zarten Kuss verwickelte.
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