Forbidden Love

GeschichteRomanze / P18 Slash
Ferb Fletcher Phineas Flynn
09.06.2015
09.06.2015
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„Phineas. Phineas, steh auf“. Ferb streichelte mir sanft über die Wange, als ich verschlafen meine Augen öffnete. „Guten Morgen, mein kleiner Prinz“, flüsterte er mir zu. Dann strich er mir behutsam über die nackte Schulter. Vorsichtig drehte ich mich zu ihm um. „Guten Morgen“, flüsterte ich und lächelte. Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne fielen durchs Fenster herein und durchfluteten den Raum mit wärmendem, sanftem Licht. Ferb legte mir seinen Arm um den Hals und drückte mich näher an sich heran. Ich schloss meine Augen und kuschelte mich eng an ihn. Hörte sein gleichmäßiges Atmen. Spürte seinen Herzschlag. Ich atmete tief ein. Der frische, süßliche Duft seiner warmen, sanften Haut drang mir in die Nase. Kirschblüte und Jasmin. Er trug unser Parfum. Das Parfum, das ich ihm zum sechzehnten Geburtstag geschenkt hatte. Das Parfum, mit dem alles einmal angefangen hatte. Damals waren wir jung und unerfahren gewesen. Hatten nicht gewusst, was Liebe eigentlich ist, geschweige denn, wie sie sich anfühlt. Damals hatten wir die Liebe als ein Spiel angesehen. Ein zärtlich-sinnliches Spiel. Aber heute, ein Jahr nach diesem Tag, war mehr daraus geworden. Wir hatten uns verliebt. Richtig verliebt. Hals über Kopf. Mit euphorischen Gefühlsausbrüchen und Schmetterlingen im Bauch, genau so, wie wir es uns immer vorzustellen versuchten. Aber nie hatte ich daran gedacht oder geglaubt, dass ich mich eines Tages wirklich verlieben würde. Nie hatte ich mir vorstellen können, dass es irgendwann mal jemand schaffen würde, mein Herz zu erobern. Aber Ferb hatte es geschafft. Ferb hatte mir gezeigt, was Verliebtsein bedeutet, was Liebe überhaupt ist und wie sie sich anfühlt. Ich war so glücklich. Unendlich glücklich. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass Ferb mein Stiefbruder war. Amors berüchtigter Pfeil hatte mich getroffen. Und zwar mitten ins Herz. Ich hatte neue Gefühle entwickelt. Gefühle, die mir zuvor fremd gewesen waren. Gefühle, von denen ich nicht wusste, dass ich in der Lage war, sie zu empfinden. Und dass ich mich ausgerechnet in Ferb verliebt hatte, dafür konnte ich nun aber wirklich nichts. Es war nun einmal so. Es war einfach so passiert. In jener Sommernacht im August, wenige Tage nach Ferbs sechzehntem Geburtstag. An jenem Tag hatte ich Ferb versprochen, mit ihm zusammen ans Meer zu fahren. Das war etwas, das er schon immer einmal mit mir machen wollte. Ans Meer fahren. Einfach mal entspannen. Dem Alltag entfliehen und die Ruhe genießen. Selbstverständlich konnte und wollte ich ihm diesen Wunsch nicht abschlagen und so fuhren wir zusammen zum Danville Beach. Danville Beach ist ein abgelegener, harmonischer Strand außerhalb der Stadt, an dem meistens so gut wie nichts los ist. Aber genau das war es, was wir damals wollten: Ruhe. Ferb und ich haben den Tag sehr genossen, spielten zusammen Beach Volleyball und liefen barfuß durch den brennend heißen Sand. Ich erinnere mich, dass der Tag recht schnell verging und ehe wir uns versahen die rote Abendsonne hinter dem weiten Meer versank. Eigentlich wollte ich dann nach Hause, aber Ferb hatte darauf bestanden, noch ein bisschen am Strand liegen zu bleiben und zu reden. So fingen wir also an, uns über alles mögliche zu unterhalten. Über unsere Familie, unsere Freunde, über Literatur, Musik und Zeitgeschichte. Irgendwann hatten wir alle für uns interessanten und relevanten Themen durchgekaut und verstummten. Die ersten Sterne gingen bereits am Nachthimmel auf und eine warme Brise erfüllte die Luft. Ich weiß noch, dass Ferb sich näher zu mir kuschelte und anfing, mich zu berühren. Anfangs wehrte ich es ab, wollte es nicht. Doch dann flüsterte Ferb mir etwas ins Ohr. „Ein Thema hatten wir noch nicht“, hatte er gesagt. „Liebe“. Zuerst wusste ich nicht, wie er das meinte, doch als er mir über die Intimzone streichelte, war mir relativ schnell klar, worauf er hinauswollte. Eigentlich hätte ich es abwehren müssen, da ich genau wusste, dass es irgendwo falsch ist, doch auf der anderen Seite wollte ich es. Ich war zuvor noch nie mit jemandem intim gewesen, wollte herausfinden, wie sich das anfühlt. Mit einem mehr als eindeutigen Blick gab ich Ferb dann zu verstehen, dass ich es auch wollte. Dass ich bereit war, es auszuprobieren. Und dann, ohne dass ich es wahrnahm, schliefen wir miteinander. Ich war überwältigt von meinen Gefühlen, begriff nicht, was da mit meinem Körper geschah. Es war ein eigenartiges, aber zugleich ein wundervolles Gefühl. Jede Berührung von Ferb versetzte mich in eine Art Rausch, ich wollte immer mehr. Mehr von Ferbs sanften Berührungen. Mehr von seinen sinnlichen Küssen. Mehr von diesen heftigen, ruckartigen Bewegungen, mit denen er mich liebte. Noch ehe ich überhaupt wusste, was vor sich ging, erreichte ich meinen Höhepunkt. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Es war so intensiv, leidenschaftlich – berauschend. In dieser Nacht veränderte sich mein ganzes Leben. Auch wenn ich es als schönes Erlebnis empfunden hatte, dachte ich trotzdem, dass dies eine einmalige Sache gewesen war. Jedenfalls ein paar Tage lang. Denn ungefähr eine Woche nach dieser Liebesnacht mit Ferb baten uns unsere Eltern zu einem dringenden und wichtigen Gespräch. Als meine Mutter mir das sagte, wurde mir plötzlich flau im Magen. Ich dachte, dass sie unser kleines Geheimnis durchschaut hätte und uns eine ordentliche Standpauke halten würde. Aber alles kam ganz anders. Meine Mutter erzählte uns, dass es Großmutter nicht gut ginge und sie zusammen mit unserem Vater und meiner Schwester nach England reisen müssten, um ihr beizustehen. Selbstverständlich haben Ferb und ich sofort angeboten, sie zu begleiten, aber meine Mutter meinte, dass es besser wäre, wenn wir zu Hause bleiben und das Haus hüten würden. Bereits am nächsten Tag reisten unsere Eltern mit unserer Schwester Candace ab und Ferb und ich hatten das ganze Haus für uns allein. An diesem Nachmittag zog ich mich relativ früh in mein Zimmer zurück, da ich zum einen sehr müde war und zum anderen viel nachdenken musste. Vor allem über die Nacht mit Ferb. Es war so schön gewesen. So einmalig. So unglaublich. Ich erinnere mich, dass es ein ziemlich heißer Tag war und ich deshalb bis auf meine Boxershorts alle Sachen ablegte. Danach ließ ich mich ins Bett fallen und starrte Richtung Zimmerdecke. Und während ich noch darüber nachdachte, wie schön die Nacht mit Ferb gewesen war, klopfte es plötzlich an meiner Zimmertür. Natürlich wusste ich, dass es nur Ferb sein konnte, zumal ja sonst niemand im Haus war. Ich weiß bis heute nicht warum, aber insgeheim hoffte ich, dass er zu mir kam, um es noch einmal zu tun. Um mich noch einmal sanft und innig zu lieben. Die Zimmertür öffnete sich langsam und Ferb stand, ebenfalls mit nichts weiter als einer Boxershorts bekleidet, im Türrahmen und lächelte mir zärtlich zu. Mit leisen, langsamen Schritten kam er zu mir ans Bett und setzte sich. Wir sprachen beide kein einziges Wort. Ich glaube, unsere Blicke sagten in diesem Moment mehr als tausend Worte. Mit einer raschen Handbewegung forderte ich ihn auf, sich neben mich zu legen und mich in den Arm zu nehmen. Er grinste mir zu und drückte sich dann eng an mich heran. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter, während er anfing, mir durchs Haar zu streicheln. Dann bewegte er seine Hand immer weiter abwärts, von meinen Schultern, über meine Brust, bis hin zu meinem Intimbereich. Mir entfuhr ein leises Stöhnen, als Ferb seinen Griff verfestigte. Noch ehe ich es abwehren konnte, was ich in diesem Moment aber auch gar nicht wollte, fing er an, mich vom Hals abwärts zu küssen. Mit einer Hand streichelte er mir sanft über den Bauch, während er mir mit der anderen meine Boxershorts auszog. Ich fühlte mich wie in Hypnose, konnte mich nicht dagegen wehren, mich nicht bewegen. Und noch ehe ich ein Wort sagen konnte, geschah es wieder. Wir liebten uns. Dieses Mal, so kam es mir jedenfalls vor, noch viel intensiver als beim ersten Mal. Nachdem wir unser Spiel vollendet hatten, blieben wir noch eng zusammengekuschelt liegen und lauschten gegenseitig unseren Herzschlägen. Mich überkam plötzlich ein sehr merkwürdiges Gefühl. Mein gesamter Körper vibrierte, mein Herz schlug schneller, meine Atmung wurde heftiger. Ehe ich etwas dagegen tun konnte, hatte ich mich Hals über Kopf in Ferb verliebt. Es war nicht mehr nur die brüderliche Zuneigung, die ich zuvor für ihn empfunden hatte. Es war richtige Liebe. „Ferb, ich...“, setzte ich an, doch er bedeutete mir, zu schweigen. „Ich liebe dich auch, Phineas“, flüsterte er mir ins Ohr, als hätte er meine Gedanken gelesen. Danach streichelte er mir sanft über die Haut und irgendwann schlief ich ein.

Ich kann es nicht glauben, dass das nun schon so lange her ist. Dass wir dieses Spiel nun schon so lange spielen. Seit dieser Nacht, in der Ferb und ich uns ineinander verliebten, ist so viel passiert. So viel hat sich verändert. Nicht nur, dass wir jetzt ein richtiges Paar sind, wir sind auch zusammen in eine eigene Wohnung gezogen und haben beide unseren Führerschein und unseren Schulabschluss gemacht. Natürlich haben wir unserer Familie den wahren Grund für unseren etwas überstürzten Auszug aus unserem Elternhaus verschwiegen. Ich will nicht, dass sie von uns erfahren, vielleicht würden sie dann versuchen, unsere Liebe kaputtzumachen. Aber selbst wenn sie es versuchen würden, ich würde es nie zulassen, dass sie uns trennen. Dafür bin ich zu glücklich mit Ferb. Dafür lieben wir uns zu sehr. Natürlich ist mir klar, dass es nicht die feine englische Art ist, sich in seinen Stiefbruder zu verlieben, aber hey – Liebe sucht man sich nun mal nicht aus. „Phineas, komm mal her“. Ferbs Stimme riss mich aus meinen Gedanken. „Was ist denn?“, erwiderte ich, während ich den Flur entlang ins Wohnzimmer ging. „Komm, setz dich zu mir“, antwortete Ferb, der auf dem Sofa saß und mich anlächelte. Ich zögerte nicht und nahm neben ihm Platz. „Ach Phineas“, flüsterte er und drückte mir einen sanften Kuss auf die Lippen. „Mein kleiner Prinz“. „Ferb, ich...“. Eigentlich wollte ich etwas erwidern, entschloss mich dann aber, nichts zu sagen. Ein kurzer Blick in Ferbs Augen genügte, um zu wissen, was er jetzt wollte. Und ich wollte es auch. Denn wenn ich in dieser Zeit eine Sache gelernt habe, dann, dass die Liebe einen völlig unerwartet treffen kann. Dass man sich in Menschen verlieben kann, für die man jahrelang nur Freundschaft und Sympathie empfunden hat. Und ich habe noch etwas gelernt: Nämlich, dass ein einziger Blick oft mehr sagt als tausend Worte. Vor dieser Sommernacht im August habe ich weder gewusst, was Liebe ist, geschweige denn, wie sie sich anfühlt. Und nie hätte ich mir träumen lassen, dass es so ein intensives, berauschendes Gefühl sein kann. Wenn du nicht wärst, hätte ich diese Erfahrung niemals machen dürfen. Danke Ferb. Ich liebe dich.
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