Mit keinem Andern

GeschichteAbenteuer, Humor / P16
07.06.2015
12.06.2015
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Willkommen zu einer Fanfiktion voller Schimpfwörter, politischer Inkorrektheit, Sex, Gewalt  und durchgedrehter Charaktere. Hoffentlich gefällt sie euch ;-)

Viel Spaß beim Lesen!

Kapitel 1: Ein ganz normaler Auftrag. Oder?

„Sterling? Lana?“, rief Malory Archer aus ihrem Büro.  Die 60-jährige war die Chefin der Geheimorganisation ISIS (International Secret Intelligence Service) und die Mutter von Sterling Archer, der für sie bzw. bei ihr arbeitete. Malory Archer sah für ihr Alter wirklich fantastisch aus; ihre Haare waren zwar schon ziemlich grau, dafür lagen sie aber immer perfekt im modischen Bob-Kurzhaar-Schnitt, die Augen blau wie der Himmel an einem wolkenlosen Sommertag und eine schlanke Figur, die jeden Tag in ein teures Chanel-Kostüm gehüllt war. Wenn man sich Sterling anschaute, war die Ähnlichkeit unübersehbar. Der Sechsunddreißig Jahre alte Mann hatte dieselben Augen wie seine Mutter und ebenfalls eine Leidenschaft für sündhaft teure Anzüge. Er hatte ein markantes und sehr männliches Gesicht, schwarzes volles Haar und war kurz gesagt einfach ein Schönling. Obwohl er äußerlich doch relativ viel mit seiner Mutter gemeinsam hatte, hasste und verachtete er sie. Zumindest behauptete er das immer wieder. Ob das wirklich der Wahrheit entsprach, wusste wohl niemand außer ihm selbst. Bei seiner Mutter Malory wusste man auch nie wirklich, was sie von ihrem Sohn hielt. War er länger auf einer Mission unterwegs und kam einfach nicht wieder, trieben ihren Sorgen sie in den Wahnsinn, aber wenn es um Lösegeldverhandlungen ging, versuchte sie immer wieder, die Entführer ihres Sohnes herunterzuhandeln.

Sterling Archer hasste es, wenn seine Mutter ihn mal wieder auf eine Mission schicken wollte. Er liebte es, durch die ganze Welt zu reisen, die teuren Flüge, das viele Geld, die vielen Frauen, die er damit beeindrucken konnte – aber er hasste das Arbeiten. Und so schritt er voller Unlust auch heute in das Büro seiner Mutter, nachdem sie ihn und seine Kollegin und Ex-Freundin Lana Kane gerufen hatte. Lana stand schon neben dem Schreibtisch von Malory und beide Frauen warteten ungeduldig auf den angeblich besten Agenten der Welt. Sterling Archer hatte diesen Titel wahrlich nicht verdient; Seine Missionen konnte er meistens nur mit Hilfe von anderen oder durch glückliche Zufälle beenden, aber den Titel hatte er trotzdem irgendwie bekommen. Lana hingegen war eine exellente Agentin. Sie konnte es mit jedem aufnehmen und geriet nur äußerst selten in Situationen, aus denen sie sich selbst nicht mehr befreien konnte. Außerdem war sie mit ihrer dunklen Haut, dem dunkelbraunen Haar und der perfekten, kurvigen Figur einfach ein echter Hingucker.

„Was gibt’s Mutter?“, fragte der schwarzhaarige Mann genervt.
„Sterling, ich hab eine neue Mission für dich und Lana. Und ich werde übrigens auch mitkommen.“, erklärte seine Mutter und Sterling verdrehte genervt die Augen.
„Und was ist das für eine Mission?“, fragte Lana interessiert.
„Es geht um Isabella Belugha und ihren Vater Louis Belugha, die uns gerufen haben, weil auf ihrem Hof merkwürdige Dinge vor sich gehen. Die beiden vertrauen der Polizei nicht und haben deswegen uns gerufen.“ Malory dürckte einen Knopf auf dem weißen Computer auf ihrem Schreibtisch vor ihr und plötzlich verwandelte sich das riesige Gemälde hinter ihr in einen Fernseh-Bildschirm. Es tauchte auf ein Mal ein Bild einer hübschen, jungen Frau auf, die jeweils links und rechts von sich ein Pferd an einem Strick hielt. Im Hintergrund war eine riesige Villa zu sehen und in der Mitte des Bildes stand ein etwas älterer Mann mit grauem Haar und Bart.
„Wow! Ist das diese Isabella?“, fragte Sterling nun auch ziemlich interessiert und Lana stöhnte verzweifelt. Die Mission wird ja vielleicht doch noch ganz nett, dachte sich Sterling während er das Foto der hübschen jungen Frau betrachtete.
„Ja. Und nein, du darfst keinen Sex mit ihr haben.“, antwortete Malory schnell. Sie kannte ihren Sohn zu gut...
„Warum nicht? Ist sie etwa noch minderjährig?“
„Nein, ist sie nicht, aber sie ist die Tochter unseres Clienten. Und wir müssen einen guten Eindruck bei Mr. Belugha hinterlassen.“
„Du meinst wohl eher, du musst einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen, Mutter, was?“ Sterling wusste, dass seine Mutter sich bei reichen, alleinstehenden Männer nicht zurückhalten konnte.
„Sterling! Es reicht! Packt eure Sachen, wir fliegen morgen Vormiittag los.“ Damit war das Gespräch beendet. Sterling war es egal, warum sie überhaupt zu diesem Hof reisen sollten. Das einzige, was ihn noch interessierte, war, diese wunderschöne junge Frau kennen zulernen. Er würde sie definitiv flachlegen.

Der nächste Morgen kam schnell und der Flug nach Maine dauerte von New York aus an die sieben Stunden, aber die Agenten waren lange Flüge gewohnt. Sie nahmen einen Mietwagen zum Hof und verfuhren sich auf ihrem Weg dorthin ein paar Mal, weil das Grundstück ziemlich abgelegen von so ziemlich jedem und allem lag. Es lag mitten in einem Wald, in der Nähe der Küste. Die Villa konnte man schon von Weitem sehen. Auch sah die kleine Gruppe riesige Wiesen voller schicker Pferde. Das ganze Gelände war von einem riesigen, schwarzen Zaun umgeben, dessen Stangen oben ziemlich spitz zu liefen. Niemand würde freiwillig darüber klettern! Malory Archer stieg aus dem Wagen und drückte die Klingel am Tor. Es ertönte eine weibliche Stimme aus der Gegensprechanlage, die fragte, was die Unbekannten hier zu suchen hätten. Malory stellte sich vor und erklärte alles und das Tor wurde automatisch geöffnet. Sie setzte sich wieder in den Wagen und fuhr bis zur Villa vor, wo sie auch parkte. Es war schon ein ziemlich prachtvolles Anwesen. Von außen war die Villa komplett weiß, mit einem relativ großen Balkon vorne. Das Dach war aus hellbraunen Ziegeln.

Kurz bevor Malory Archer an die Tür der prachtvollen Villa klingeln wollten, hörte sie das Klappern von Hufe hinter ihr. Die drei Agenten drehten sich um und erblickten eine hübsche, junge Frau mit rotblonden Locken auf einem Pferd sitzend. Der Pony war gerade geschnitten und klebte ihr leicht an die verschwitzte Stirn. Sie trug ein weißes Basic-Top, eine beige Reithose und mittelbraune Reitstiefel aus Leder. Sie schwang sich von ihrem Pferd und lächelte die drei Fremden freundlich an. Das Pferd war ein wunderschöner, schwarzer Rappe, das Fell in der Sonne glänzend und große, braune Augen.
„Hi! Seid ihr die Agenten der ISIS?“, fragte die junge Frau dann und lächelte freundlich.
„Ja, genau. Hallo, meine liebe Isabella. Malory Archer.“, stellte sich Sterlings Mutter mit einem zuckersüßen Lächeln vor und hielt der jungen Frau die Hand hin. Isabella schüttelte sie.
„Sterling Archer, der beste und tödlichste Agent der Welt.“ Sterling gab Isabella einen Handkuss.
„Lana Kane, und bitte ignorieren Sie diesen Schwachkopf neben mir einfach.“
„Freut mich sehr Sie kennenzulernen. Gehen Sie doch bitte alle schon mal in das Esszimmer, mein Vater erwartet Sie schon. Ich bringe noch eben Devil weg.“
Sie winkte den Agenten zum Abschied und lief dann in Richtung der Ställe mit ihrem Pferd, das sie immer noch am Zügel festhielt. Mr. Archer schaute ihr noch eine ganze Weile hinterher, bevor er die bösen Blicke seiner Kameraden bemerkte und dann mit ihnen ins Haus ging.

Die Tür wurde von einem männlichen Bedientesten geöffnet, der die kleine Gruppe in das Esszimmer führte. Das Zimmer war ziemlich groß, mit einem ovalen Tisch aus dunklem Holz und edlen Stühlen sowie einem Kronleuchter an der Decke. Mr. Belugha stand von seinem Platz auf, als die Agenten den Raum betraten und begrüßte jeden freundlich. Malory Archer setzte ihr schönstes Lächeln auf und überhäufte den Mann mit Komplimenten. Mr. Belugha verkündete, dass er noch eben auf seine Tochter warten wolle, bevor er mit den Einzelheiten des Auftrages anfangen würde. Isabella kam relativ schnell zurück und setzte sich links neben ihren Vater hin. Rechts saß Malory, die dem alleinstehenden Vater immer noch süße Blicke zuwarf.

„Also, der Grund warum ich Sie beauftragt habe, ist, dass auf meinem Hof ziemlich merkwürdige Aktivitäten stattfinden.“, fing Mr. Belugha an.
„Merkwürdige Aktivitäten? Was genau meinen Sie damit?“, fragte Lana Kane und holte einen Notizblock heraus um sich ein paar Stichpunkte aufschreiben zu können.
„Wie Sie wahrscheinlich wissen, besitzen wir einige Pferde. Die meisten stammen aus unserer eigenen Zucht, mit unserer Zuchtstute Danya. Danya ist eine preisgekrönte Stute, extrem wertvoll und ihre Fohlen gehen schon für mehrere tausend Dollar weg. Unser Hof ist eigentlich ziemlich gut gesichert, aber die letzten Woche hat meine Tochter Isabella abends öfters mal Schritte und schemenhafte Gestalten gesehen.“
„Erzählen Sie doch mal, Liebes. Was genau haben Sie gesehen?“ Jetzt war es Mrs. Archer die fragte.
„Vor drei Tagen war ich noch ziemlich spät abends am Stall, habe die Pferde gefüttert und etwas mit Devil geschmust, als ich plötzlich Schritte hörte. Ich hab totale Angst bekommen und mir die Mistgabel geschnappt, als plötzlich hinter mir eine vermummte Gestalt auftauchte. Er trug so eine schwarze Ski-Maske, hatte aber dunkle, braune Augen und war ziemlich groß, und vom Körperbau her auch definitiv ein Mann. Ich hatte so Panik, dass ich einfach wahlos mit der Mistgabel auf ihn eingestochen habe, bis ich tatsächlich sein Bein getroffen habe. Er hat geschrieen, die Gabel rausgezogen und ist davon gerannt, naja, besser gesagt gehumpelt. Ich bin hinterher, aber er verschwand im Wald und da ich Angst hatte, er würde Verstärkung holen, blieb ich auf dem Hof zurück.“
„Hat er irgendwas zu Ihnen gesagt?“
„Nein, nichts. Er hat nur geschrieen.“
„Was denken Sie, wollte er von Ihnen? Wollte er die Stute Danya oder den Hengst Devil?“
„Devil wohl eher nicht, denn er macht seinen Namen alle Ehre. Ich denke, er war scharf auf Danya. Ihr Wert wird auf ungefähr 60.000 $ geschätzt.“
„60.000 $ für ein Pferd?!“ Sterling Archer machte große Augen. Isabella antwortete nicht auf diese Bemerkung.
„Wie dem auch sei, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich jedes Mal unglaubliche Angst davor habe, zum Stall zu gehen. Jetzt gerade ging es, da unser Stalljunge Marc noch da war, aber ansonsten schlottern mir die Knie. Die Pferde müssen bewacht werden. Und ich möchte einen Bodyguard haben.“
„Ach Liebes, das ist kein Problem. Lana wird den Job als Bodyguard sicher gerne übernehmen.“, erklärte Malory und schaute zu der Agentin, die sofort nickte.
„Ähm, Lana? Mutter, ist das dein Ernst? Bitte, Lana ist doch kein Bodyguard. Ich hingehen bin für diese Rolle mehr als perfekt geeignet.“, mischte sich Sterling Archer ein.
„Schatz, Isabella, such dir doch einen der beiden aus.“, antwortete der Vater und schaute seine Tochter liebevoll an, die schon fast etwas verzweifelt aussah.
„Kann einer von Ihnen beiden reiten?“, fragte Isabella anstatt sich sofort für einen zu entscheiden.
„Ich kann alles.“, antwortete Mr. Archer ziemlich schnell.
„Nein, ich kann leider nicht reiten.“ Lana zog es vor lieber bei der Wahrheit zu bleiben.
„Wenn ich beschützt werden soll, brauche ich jemanden, der nicht von meiner Seite weicht und da ich fast den ganzen Tag nur auf dem Pferd unterwegs bin, brauche ich einfach jemanden, der mit mir ausreiten kommt. Mr. Archer, wenn Sie wirklich reiten können, dann werde ich mich für Sie entscheiden. Ich werde jetzt hoch gehen um mich zu duschen.“ Damit stand Isabella von ihrem Platz auf und verließ das Esszimmer. Nachdem sie weg war, guckten Lana und Malory Sterling ziemlich misstrauisch an.
„Archer, du kannst doch gar nicht reiten.“, bemerkte die dunkelhäutige Agentin und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Lana, ich bin Sterling Archer. Ich kann einfach alles. Wie schwer kann es schon sein, ein Pferd zu reiten?“
„Ziemlich schwer.“, antwortete Mr. Belugha und lachte.
„Mein Sohn wird das schon hinkriegen. Ihre Tochter ist in besten Händen.“, antwortete Malory zuversichtlich, griff nach der Hand des Hofbesitzers und zwinkerte ihm zu.
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